Frage von Luna9995, 77

Was kann ich wegen der Mietklausel machen?

Ich wohne seit September 2015 in meiner ersten eigenen Wohnung . Das Haus hat mit mir 8 Parteien und insgesamt 2 Etage. Im Erdgeschoss und in der ersten Etage wohnen 6 Parteien und im Dachgeschoss wohne ich und eine anderen Partei. 

Als ich hier einzog wurde mir gesagt, dass die Nachbarn ab und zu laut Musik hören. Ich dachte mir okay, dann machst du deine halt auch etwas lauter oder setzt die Kopfhörer auf und alles ist gut. 

Die ersten 3 Wochen ca. waren ich und mein bester Freund damit beschäftigt die Wohnung fertig zu machen und alles aufzubauen. Dementsprechend sind wir beide immer müde ins Bett gegangen und sofort eingeschlafen. Nach dieser Zeit hat meine Vorkurs fürs Studium angefangen und ich war mit den Nerven am Ende. Ich war immer bis ca. 14 Uhr (von 7 Uhr) weg und als ich zurück kam, hatte ich immer Krach neben mir (Ruhezeit 12.30 bis 15 Uhr). 

Die Aufgaben konnte ich dann nicht richtig fertig machen, weil ich mich aufgrund des andauernden Lärms (Türen knallen, Streiten, Poltern, etc.) nicht konzentrieren konnte. Habe den Nachbarn Bescheid gegeben. Anfangs haben diese sich dann zusammen genommen und nur halb soviel Lärm gemacht.

Dann hat sich heraus gestellt, dass die meine Waschmaschine (Waschraum) benutzen und mich anlogen, weil ich es denen ja angeblich erlaubt haben sollte. Dann ging das ganze Chaos los. Ich habe eine Anzeige aufgegeben, weil ich stinksauer war, da ich gerade so mit dem Bafög um die Runden kam. 

Dann wurde der Lärm wieder mehr. Als die sich Freitagnacht um 1 Uhr lautstark eine halbe Stunde stritten, bin ich rüber gegangen und hab die auf die Hausordnung hingewiesen. Mir wurde die Tür vor der Nase zugeknallt und ich wurde beleidigt. Dann hat der Mann sich eines Tages die Kante gegeben und ist im Treppenhaus herumgegeistert und schrie rum,dass er uns alle abknallen will und klingelte dann bei mir und schrie rum: "Jetzt traut sie sich noch nicht mal die Tür auf zu machen". Daraufhin gab es die nächste Anzeige... 

Die Spinner neben an haben jetzt eine Räumungsklage am Hals, die im Juni '16 vor Gericht geht und ich hoffe sie fliegen raus. Doch ich habe ein weiteres Problem: Ich bin wegen des Lärms,der auch nachts war( besonders wenn die nachts duschen klappert das so laut und knalle richtig), in mein Wohnzimmer mit dem Schlafzimmer gezogen und habe das Problem, dass jetzt unter mir eine alte Dame wohnt, die vom Sohn gepflegt wird. Leider kommt dieser Sohn immer um 22 Uhr und lärmt die ganze Nacht durch die Wohnung, sodass ich selbst mit Ohrenstöpseln nicht richtig schlafen kann oder hochschrecke, weil er oder die neben an wieder nachts Lärm machen. 

Ich bin mit meinen Nerven am Ende und kann es einfach nicht mehr ertragen. Ich wohne in einem hellhörigen Haus, was ich nur leider nicht wusste als ich hier eingezogen bin. Im Mietvertrag steht aber: "Das Recht zur ordentlichen Kündigung des Mietvertrages ist für einen Zeitraum von 2 Jahren ab Mietbeginn für Mieter und Vermieter ausgeschlossen." 

Was kann ich nun tun?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von FeeGoToCof, 43

Lärmprotokoll beginnen, zu führen. Den Vermieter in Kenntnis setzen. Frist zur Abhilfe setzen. Nach fruchtlosem Fristablauf Miete mindern.

Bitten, einen Nachmieter finden zu dürfen, der in den Mietvertrag einsteigt.

Allerdings ist es fraglich, einen willigen Nachmieter unter diesen Umständen zu finden.

Wenn der Vermieter nicht möchte - Pech.

Kommentar von Luna9995 ,

Ich hatte irgendwo mal gehört, dass da so eine Klausel nicht rechtens ist, weißt du da was von? Lärmprotokoll führ ich seit 2 Monaten. Das ist einfach zuviel für mich dass immer wieder alles aufzuschreiben. pro Tag sind das 3 Seiten und das soll ich dann auch noch alles abtippen, damit die das fürs Gericht mitnehmen können.:-(

Kommentar von FeeGoToCof ,

Bitteschön, hier steht alles relativ schnell und übersichtlich für die Erstinformation zusammengefasst:

http://www.immobilienscout24.de/umzug/ratgeber/mietrecht/muster-mietvertrag/miet...

Um die Beweissicherung (Lärmprotokoll) kommst Du nicht drumrum!

Eine Behauptung genügt nicht!

Kommentar von Luna9995 ,

DIe Lärmprotokoll führe ich schon weiter, nur schreibe ich jetzt nur noch die extremen Sachen rein. Danke für die Seite :-)

Kommentar von FeeGoToCof ,

Gern geschehen. Wenn Du den Vermieter in Kennntnis setzt, dann am Besten gleich zusammen mit den Lärmprotokoll. Setze eine Frist und drohe gleich an, nach fruchtlosem Fristablauf entsprechend zu mindern.

Kommentar von Luna9995 ,

Ist alles schon gesehen vor 2 Monaten. Ich hatte letzten Monat die Miete unter vorbehalt gezahlt und heute Telefontermin mit nem Anwalt bekommen und die Miete gemindert. Mal sehen was jetzt passiert. :-/

Kommentar von FeeGoToCof ,

Vielen Dank, für den Stern. Ich drücke Dir die Daumen, aus der Mietgeschichte gut rauszukommen. LG, F.

Kommentar von Luna9995 ,

Ich fand' die Antwort und die Kommentare echt super! Danke!

Kommentar von FeeGoToCof ,

Sehr gerne. Hoffe, dass Du das auch für Dich nutzen kannst. LG :)

Antwort
von anitari, 28

Gegen die Kündigungsverzichtsklausel kannst Du gar nichts machen. Die ist so wirksam.

Wegen der Lärmbelästigung durch die anderen Mieter kannst Du evtl. Di Miete mindern.

Lass das aber von einem Fachanwalt für Mietrecht machen.

Letztendlich bliebe noch der Versuch mit dem Vermieter zu reden ob die Möglichkeit besteht geeignete Nachmieter vorzuschlagen und so vielleicht aus dem Vertrag zu kommen.

Antwort
von Gaskutscher, 40

Ab zum Mieterschutzbund. Die Zustände sind so wie du es beschreibst nicht hinzunehmen. Eine Mietminderung sollte mindestens drin sein -> aber dazu eben mit dem Mieterschutzbund Kontakt aufnehmen und dich dort fachlich fundiert beraten lassen.

Kommentar von Luna9995 ,

Ich habe eine Rechtschutz von meiner Mutter aus und bin da eben auch drin (war günstiger als Mieterbund). Ich würde dann wohl eher einen Anwalt nehmen. Meinst du ich komm da aus dem vertrag raus? Ich habe ja auch sehr viel geld für die ganze Wohnung bezahlt, doch ich halt es hier einfach nicht mehr aus...

Antwort
von Hoegaard, 33

Erstmal anfangen, die Störungen über mehrere Wochen zu protokollieren, mit Uhrzeit und Art der Störung. Dann Mietminderung versuchen, sodass du wenigstens etwas Geld sparst

Kommentar von Luna9995 ,

Ich führe seit 2 Monaten ein Lärmprotokoll wegen den Nachbarn neben an . In einer Woche hat man locker 8 Seiten (abgetippt) voll -.-

Meinst ich komm aus dem Vertrag raus?

Kommentar von Hoegaard ,

Kann dir bloß ein Anwalt sagen. Ich denke, dass es nur geht, wenn der Vermieter darauf hingewiesen wurde, die Möglichkeit hatte, dem abzuhelfen, aber sich nichts geändert hat

Kommentar von Luna9995 ,

Ein Monat nach Einzug habe ich der Hausverwaltung immer wieder Bescheid gegeben...:( Nie hat sich was geändert außer abmahnung, die nie was geändert haben

Antwort
von bwhoch2, 23

Ich vermute, Du hast am Anfang mit Deinen Beschwerden überzogen und jetzt wollen Dich alle nur noch raus mobben.
Wenn ich lese "Ruhezeit 12.30 bis 15 Uhr"! So etwas gibt es gar nicht. Werktags schon gar nicht. Türen knalle, streiten, poltern sind in vielen Häusern ganz normale Geräusche, die man zumindest untertags gar nicht unterbinden kann.
Wenn ich von Seiten langen Lärmprotokollen lese, glaube ich fast, Du bist richtig empfindlich in der Hinsicht, dass Dir nur ja keine Geräuschbelästigung auskommt. Das verstärkt natürlich Dein Empfinden.
Ich denke nicht, dass Du mit Hilfe von Rechtsanwalt, Hausverwaltung u. ä. es schaffen wirst, dass Du die Ruhe bekommst, die Du Dir vorstellst. Dir hilft nur ein Wohnungswechsel oder Ohropax, Kopfhörer oder Gehörschutz, wie man ihn in Handwerk und Industrie verwendet. Bis mit Hilfe von RA was passiert, bist Du mit den Nerven so am Ende, dass Dir nur noch eine stationäre Therapie helfen wird.

Kommentar von Luna9995 ,

Natürlich gibt es Ruhezeiten. Und zwar die, die im Mietvertrag eingetragen sind und die hier im Haus jeder Mieter einhält außer diese Partei. Rausmobben will mich hier keiner, weil ich mich selbst mit allen verstehe bist auf die neben mir.Jeder schafft es die Tür normal laut zuzumachen nur diese Partei hat es geschafft die Türen so oft undso heftig zu knallen, dass deren Tür kaputt ging.. komisch wa? Weißt, ich selber habe gar kein Problem, wenn es ab und zu was lauter ist. Da zieh ich meine Kopfhörer an und mach meine Musik laut. Aber wenn der Lärm täglich mehrere Stunden anhält, weil die Tür in 15 min. 10 mal auf und zu geknallt wird und ich das auch bei lauter Musik mitkriege und dies auch gerne mal nachts passiert, dann sehen ich und die anderen in diesem Haus das auch so, dass das so nicht weiter gehen kann. Ohrstöppsel hab ich nachts an, doch man schreckt hier trotzdem hoch, weil unter einem keine Ahnung was fast jede nacht abgeht. Mein Besuch kann das auch bezeugen, weil er hier öfters schläft... Ja ich bin mit den Nerven am Ende, weil ich das seit 8 Monaten hier schon durchhalte und langsam nicht mehr kann, nur leider hab ich Mietklausel, die sagt, dass ich nach 2 Jahren Mietdauer hier ausziehen darf... Wie gesagt, wenn das Geräusche sind, die sich im Rahmen halten sage ich nichts und auch kein anderer was. Aber das was neben mir abgeht wünsche ich nicht meinem schlimmsten Feind... Man weiß auch mittlerweile, dass das der Partei neben an bekannt ist (haben denen schon mehrer aus dem Haus gesagt), doch die geben einen sch**ß auf Rücksicht und auch auf die Hausordnung...

Kommentar von bwhoch2 ,

Da kannst Du wenigstens Hoffnung haben, dass die Nachbarn raus geschmissen werden. Aber was kommt nach?

Wenn man einen Mietvertrag abschließen soll, für den eine Mindestmietdauer vereinbart werden soll, gibt es immer einen Grund dafür. Dieser offenbart sich leider erst oft später. So wie bei Dir. Das tut mir echt leid für Dich.

Grundsätzlich ist es so, dass diese Bedingung eines Vermieters gerne dann gestellt wird, wenn es zu oft Mieterwechsel gibt. Und die gibt es dann, wenn entweder das Haus in einem schlechten Zustand ist oder Leute im Haus wohnen, die es immer wieder schaffen, andere raus zu ekeln, auch wenn sie das vielleicht gar nicht bewußt wollen. Und bei Dir trifft gleich beides zu.

Das tut mir echt leid für Dich.

Kommentar von Luna9995 ,

Hätte man mich denn nicht den Infos geben müssen, was hier los ist? Mir wurden einfach wichtige Details vorenthalten. Bei der Besichtigung wurde eben nur gesagt, dass die Nachbarn laut Musik hören und das ab und zu. Wenn ich das alles gewusst hätre, wäre ich hier nicht eingezogen. Ich finde das einfach irgendwo eine miese Art neue Mieter zu gewinnen -.-

Kommentar von bwhoch2 ,

Das Problem ist, dass evtl. Lärm, der vielleicht verursacht wird, erst in der Zukunft liegt und da das Vermieter nicht in der Hand hat und auch nicht von ihm erwartet werden kann, dass er das zu vermietende Objekt mehr als nötig schlecht redet, wirst Du hier kaum eine Chance haben. Am ehesten erreichst Du noch eine Mietminderung und über diesen Weg vielleicht, dass er Dich doch eher aus dem Mietverhältnis per Aufhebungsvertrag entläßt, um wieder an jemand vermieten zu können, der die volle Miete zahlt.

Mal sarkastisch ausgedrückt: Die Wohnung an jemand zu vermieten, der gehörlos ist, wäre vielleicht ideal.

Es ist natürlich nicht die feine Art, neue Mieter zu suchen, Situation zu verharmlosen und dann die Mindestmietzeit zu verlangen.

Besser wäre es auch von Vermieterseite, das Lärmproblem gründlich anzupacken, weitgehend auszuräumen und dann ganz normal zu vermieten. Aber vielleicht hat er das schon früher erfolglos versucht.

Kommentar von Luna9995 ,

Ein Monat als ich einzog hat der Eigentümer und damit auch die Verwaltung gewechselt. Seit dem gab es 3 Abmahnungen, aber es passiert nichts. Ich werde demnächst wenn es wieder nachts neben an laut ist durch streit oder Türenknallen( natürlich nur wenn es mehrmals hintereinander ist und länger anhält) die Polizei rufen. Ich war bis jetzt immer recht scheu diese zu kontaktieren,d a ich der Meinung war, dass ich das irgendwie alleine hinkriege. Vielleicht passiert ja etwas wenn diese öfters da waren. Ich habe gestern noch einen Telefontermin mit meinem Anwalt bekommen und wir haben eine Mietminderung von 30% gemacht. Ich habe die Hoffnung, dass ich hier irgendwie herauskomme und das sich die Verwaltung da nicht quer stellt, aber ein anderer Mieter wollte hier im Haus in eine andere Wohnung ziehen, da seine zu groß war und da haben die sich ja schon quer gestellt... keine Ahnung was das noch wird. Noch habe ich keine Beschäftigung, da ich mich in einer Übergangszeit befinde, doch zum 01.08 fängt meine Ausbildung an und ich weiß garnicht wie das schaffen soll, wenn ich nachts nicht schlafen kann und neben an tagsüber Lärm ist. Ich werde mich jetzt mit der oben genannten Person (die umgezogen ist in eine andere Wohnung) zusammen setzen und was schriftliches ausarbeiten, da dieser unter der Dame wohnt, dessen Sohn sie nachts pflegt und es auch einer der Gründe war, das er nachts nicht schlafen konnte, wegen dem Lärm über ihm. Mal sehen was die Zukunft bringt. Ansonsten werde ich wohl zu Schlafmitteln greifen müssen. :-(

Trotzdem vielen Dank für Ihre Antwort!

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