Frage von justboredtwo, 95

Was kann ich tun, wenn ich an nichts mehr Freude habe?

Ich habe eigentlich schon seitdem ich in die Schule gekommen bin total viele Probleme.

Kurz nach meiner Einschulung bekam ich ständig Rücken und Kopfschmerzen. Ich wurde dann ständig krankgeschrieben und musste eine Menge Untersuchungen über mich ergehen lassen bis mal jemand auf die Idee kam, dass das psychisch bedingt sein könnte. Ich habe bestimmt mehr als 70% des Schulstoffes verpasst und bin dann trotzdem nach den Sommerferien in die 3. Klasse bekommen. Meine Noten waren super gut und für ein paar Wochen ging es mir richtig gut. Allerdings kamen dann so ein paar Typen, die aus schwierigen Verhältnissen kamen, die mich richtig fertig gemacht haben. Ich bekam dann wieder diese Schmerzen und kam für eine Zeit in die Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Ich habe wieder eine Menge Unterricht verpasst und habe dann in der 4. Klasse noch einmal die Schule gewechselt. Das war eine Montessori-Schule und das war richtig prima. Ich hatte eine tolle Klasse und fühlte mich richtig wohl, aber leider konnte ich an der Schule nicht weiter machen, weil diese Schule eine Menge Geld gekostet hat und es in meiner Familie eine Menge Veränderungen gab.

Ich kam dann auf ein staatliches Gymnasium. Da fühlte ich mich auch erst eine Zeit sehr wohl. Aber ich habe irgendwie überhaupt keine Freunde, weil mich alle richtig komisch finden. Ich fühle mich richtig krank, weil ich nicht kapiere, was mit mir falsch ist. Ich weiß, dass ich eigentlich ein guter Mensch bin, ich bekomme gute Noten und weiß eine ganze Menge.

Allerdings hasse ich die Schule, wenn ich Zuhause bin, kann ich viel mehr machen. Ich muss nicht versuchen in irgendwelchen Käfigen zu lernen. Nur das, was der Lehrer will. Zuhause kann ich sofort, wenn ich mich mehr für etwas interessiere, kann ich das sofort vertiefen. Außerdem muss ich mich nicht mit den anderen Menschen rumschlagen.

Ich habe mittlerweile echt panische Angst vor der Schule und kann oft nicht einschlafen. Deswegen liege ich oft noch lange wach.

Ich wünsche mir mittlerweile oft einfach tot zu sein. Ich will mein Leben so nicht mehr weiter führen. Ich bin auch wieder bei einem Therapeuten, aber der meint nur es wäre vielleicht gut, wenn ich noch mal in eine Psychiatrie gehe, aber das will ich nicht. Das war einfach die schlimmste Zeit in meinem Leben.

Ich ertrage es nicht, wenn ich meine Eltern so lange nicht sehe nicht. Das ist furchtbar. Meine Eltern sind die einzigen bei denen ich mich wirklich wohl und beschützt fühle,

Ich weiß nicht mehr weiter. Es gibt Tage an denen ich mir nichts sehnlicher wünschte, als einfach meinen Kopf gegen eine Wand zu hämmern bis ich dumm bin.

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Antwort
von Andracus, 35

Es gibt hier wohl kaum einen, der "versteht" wie du dich fühlst - dass tust wohl nur du selbst. Aber nach allem was du erzählst, sind deine Bedenken bezüglich der Schule durchaus nachvollziehbar. 

Ich möchte dich trotzdem dazu ermutigen, durchzuhalten. Wenn du erst mal aus der Schule raus bist, im Optimalfall mit dem Abi in der Tasche, kannst du dich ganz frei in jede Richtung drehen und wenden die dir gefällt. Du kannst Ausbildungen und Studiengänge anfangen und abbrechen, ohne dass dir jemand deswegen die weitere Zukunft verbaut. Außerhalb der Schule gibt es zudem zahllose Möglichkeiten, neue Leute kennenzulernen - Leute die dich aufbauen, dich mitziehen statt dich wegzustoßen und mit deinen Problemen allein zurückzulassen. 

Vielleicht ist ein Schulwechsel auch eine Idee, über die sich mit deinen Eltern gemeinsam nachdenken ließe. Dann hättest du ein ganz neues Umfeld, und die Chance eines Neuanfangs kann manchmal viel positive Energie und Arbeitsmotivation mit sich bringen.

Am Wichtigsten ist aber, dass du mit deinen Eltern im Gespräch bleibst. Verheimliche ihnen nichts, sei ganz offen. So können sie dich am besten unterstützen.

Kommentar von justboredtwo ,

ich habe keine Lust die Schule oder die Klasse zu wechseln. Das habe ich schon so oft getan, dass ich keine Lust mehr habe. 

Und ich will meine Eltern auch nicht mehr belasten, als sie sowieso schon sind. 

Kommentar von Andracus ,

Also zumindest gegen das zweite Argument muss ich vehement vorgehen. Was deine Eltern viel mehr belasten würde,glaub mir, wäre, kein Wort mehr von dir zu hören darüber wies dir geht und gleichzeitig zu merken, dass du am ende bist. sie übersehen das doch nicht einfach alles. sie würden darunter leiden, nicht mehr als teil einer potenziellen Lösung gesehen zu werden. denn genau das sind sie. menschen werden es sein, die dich zurück ins leben führen. keine müßigen Überlegungen. bitte gib die kommunikation nicht auf. ich kenn privat fälle, in denen das z.T. drastische, irreversible folgen hatte. und das zusätzlich kann allen beteiligten erspart bleiben.

Kommentar von justboredtwo ,

ich spreche noch eine Menge mit meinen Eltern, aber meistens nur über triviales. 

Antwort
von FrauAmsel, 6

So, das ist jetzt ein Roman geworden, aber es liegt mir wirklich am Herzen.

Bei einem so belastenden Hin- und Her und Rauf und Runter wäre ein weiterer Schulwechsel aus meiner Sicht Benzin im Feuer. Deine Gesundheit scheint ohnehin schon sehr in Mitleidenschaft gezogen, wie soll da ein weiterer Schulwechsel, der nochmal den Stress der Eingewöhnung mit sich bringt, hier bitte Abhilfe schaffen? Hinzu kommt noch die Angst, die nach so einer Laufbahn wie eine selbsterfüllende Prophezeiung wirken kann. Das ist doch der Teufelskreis schlechthin.

Nun habe ich in den Kommis ein bisschen gewühlt und gesehen, dass wohl mal ein IQ-Test bei dir gemacht worden ist - heißt also, die Frage der Begabung schien ja schoneinmal im Raum gestanden zu haben (und auch aus  deinen Erzählungen insgesamt heraus vermute ich es stark; will damit aber natürlich keine "Diagnose" vorweg nehmen, davon halte ich mich wirklich fern.) Trotzdem hier noch ein paar Worte dazu, einfach zum Zwecke der Aufklärung:

Wird so etwas nicht der Begabung entsprechend gefördert, kann es zu genau solchen Zuständen kommen, wie du sie beschreibst. Die klassischen Unterrichtsmethoden sind auf Hochbegabung nicht ausgelegt, und so entsteht ein riesiger Frust, der sehr an die Seele geht. Viele hochbegabte Kinder bleiben aus einem Unwissen der Lehrer und Eltern heraus auch unerkannt - es passiert sogar oft, dass diese verkannten Kinder verhaltensauffällig werden, weil sie ihre Fähigkeiten nicht ausschöpfen und so lernen können, wie es zu ihrer Denkweise passt. Das führt schlimmstenfalls sogar dazu, dass man sie - nach vielen belastenden Schulwechseln - letzten Endes auf Sonderschulen oder dergleichen schickt, da man sie missversteht und ihnen die Intelligenz abspricht, weil sie sich so "dumm" verhalten. Dabei ist das nur eine völlig normale Reaktion auf Unterforderung, bzw. Lernmethoden, die nicht ihren Fähigkeiten entsprechen. Und dann werden sie auch noch dafür bestraft.

Auch gute Noten sind kein Argument dafür, einfach so weiter zu machen wie bisher, wenn es um die seelische Gesundheit geht. Das ist gleich eine weitere Knacknuss, denn viele Eltern und sogar Therapeuten sehen einen guten Notenspiegel als Beweis, dass es ja so falsch gar nicht laufen kann. Weit gefehlt.

Ich rate dir, einfach mal nach "Stellen für Hochbegabtenförderung" in deiner Nähe zu googlen (oder du schaust dich erstmal hier um - da findest du einen langen Text zum Thema, und weiter unten auch Dinge über Probleme, die dich betreffen könnten: http://www.hochbegabten-homepage.de/hochbegabung_bei_kindern.html ).

In diesen Stellen arbeiten Psychotherapeuten und Psychologen, die auf sogenannte Hochbegabtendiagnostik spezialisiert sind, also die Feststellung einer Hochbegabung durch Gespräche und einen IQ-Test. Heißt also, du kannst dich auch mit ihnen in Verbindung setzen, wenn erstmal nur der Verdacht besteht. (oder du sprichst deinen aktuellen Therapeuten mal darauf an. Wenn der ablehnt, unbedingt NICHT einknicken und doch nochmal bei so einer Stelle versuchen. Es geht hier um dein Wohl, und die bisherigen Methoden haben ja anscheinend mehr schlecht als recht funktioniert; deswegen ist eine andere Herangehensweise von Nöten).

Schon auf den Websites dieser Stellen findet man viele Informationen, auch zu Lernmethoden und Schulen, die sich explizit an Hochbegabte richten. Vielleicht schaust du dir das ganze ersteinmal allein an, und wenn du denkst, es könnte etwas für dich sein, kommst du natürlich um ein Gespräch mit deinen Eltern nicht herum. Bitte lass dich nicht von der Angst einschüchtern, sie damit "noch mehr" zu belasten - im Gegenteil, ich kenne viele Geschichten, in denen die Auseinandersetzung mit dem Thema eine sehr große Erleichterung gebracht hat. Ich weiß, dieses reißerische Wort "Hochbegabung" klingt erstmal abgehoben, wenn man das auch noch auf sich selber anwenden soll. Man hat dann gleich solche Bilder von zickigen Elite-Schülern im Kopf, was allerdings totaler Quatsch ist; das ist nur ein Klischee, das in den Köpfen sitzt, weil einfach das Wissen fehlt.

Antwort
von voayager, 11

Vielleicht ist ein weiterer Schulwechsel hilfreich. Eine Schule wo auch eine psychische Betreuung angeboten wird. So was gibt es. GGf. wende dich da mal ans Schulamt. 

Antwort
von SSiMmMone, 29

hey, du bist alles andere als dumm!! aber das weisst du ja längst. dein iq ist todsicher weit überm durchschnitt (hast du schon testen lassen?).

leider sagst du nicht, wie alt du bist- egal.

das allerbeste für dich wäre einzelunterricht!

rede mal mit deinen ellis ganz grundsätzlich, dann mit dem vertrauenslehrer.

Kommentar von justboredtwo ,

ja ich habe als Kind mal einen IQ-Test machen lassen, aber ich kenne das Ergebnis nicht. Interessiert mich aber auch nicht wirklich. Ich bin 12.

Und ich will meine Eltern nicht auch noch zusätzlich so sehr belasten und wir hätten niemals das Geld für einen Privatlehrer, wenn ich überhaupt einen bekäme...

Antwort
von JuliusSt, 12

Musik Sport kochen hilft mir

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