Frage von icekillerr, 145

Was kann ich tun mit zu wenig Bafög, wenn ich ausziehen muss?

Ich habe dieses Wintersemester angefangen zu studieren. Mein Bafögantrag konnte leider erst später eingereicht werden, da einige Unterlagen gefehlt haben (unter anderem hat das Erbschaftsgericht ewig für eine Urkunde gebraucht, da meiner Mutter im April verstorben ist).

Als ich dann guter Dinge zum Bafög-Amt gegangen bin um das Schreiben persönlich abzugeben, wurde mir gesagt, dass ich vermutlich kein Bafög bekomme, solange ich zuhause wohne und wenn ich ausziehe nur ca. 150€. Das Problem ist, dass mein Vater mit 1700 Netto ca. 700€ zu viel verdient und ich mit 220€ Halbwaisenrente ca. 100€ über dem Freibetrag liege. Mein Vater ist jedoch hoch verschuldet und muss jeden Monat 1000€ abdrücken. D.h. es bleibt nichts mehr was er mir an Unterhalt zahlen kann

Nun habe ich in letzter Zeit viel Stress mit meinem Vater. Was alles vorgefallen ist spielt hier keine Rolle. Daraus ergibt sich jedoch die Situation, dass ich ausziehen möchte. Die Möglichekeit noch 3 Jahre zuhause wohnen zu bleiben besteht einfach nicht, (Lieber würde ich mein Studium schmeißen und eine Ausbildung beginnen - Das würde ich natürlich wenns geht vermeiden) da ich permanent Streit mit ihm hab und wir uns einfach nicht mehr verstehen werden (Das ganze geht schon länger als meine Mutter Tod ist und hat seit dem stark zugenommen. Nach einem halben Jahr ist es mir einfach zu viel). Damit es möglichst günstig ist, möchte ich mit meiner jahrelangen Freundin zusammen ziehen.

Das Problem jedoch: ich habe nur 600€ im Monat zur Verfügung. Die billigste Wohnung die wir finden konnten kostet 300 warm, also ca. 150 für jeden. Jedoch bin ich weiterhin auf ein Auto angewiesen, was mich wohl mit Steuer und Sprit auch ca. 200€ im Monat kosten wird. Zudem quasi jeden Monat 50€ für die Studiengebühr und natürlich Kosten wie Strom, Internet, Nahrungsmittel, Versicherungen etc. sodass mir im Monat wohl ca. nichts übrig bleiben wird. Wenn jetzt beispielsweise eine Reperautr o.Ä. anfällt habe ich dafür kein Geld.

Ich will jetzt noch versuchen mir einen Job für die Semesterferien zu besorgen, jedoch habe ich noch keine Ahnung wie das genau abläuft mit den Prüfungen etc. (Ist ja mein erstes Jahr). Wenn ich also die Semesterferien durcharbeite, dann krieg ich vllt. für jeden Monat noch zusätzliche 100-200€ zusammen. Das ist natürlich nicht sicher, da wir sehr ländlich wohnen und auch nicht wirklich die Möglichkeit haben hier wegzuziehen (da meine Freundin genau in entgegengesetzter Richtung arbeitet). Die Möglichkeit auf einen Job innehalb der Veranstalungszeit, bleibt mir auch nicht, da ich 2x die Woche von 7-21 Uhr unterwegs bin und die restlichen Tage ca. von 8-19 Uhr.

Letztendlich ist meine Frage:

Was kann ich machen, um ein möglichst festes Einkommen zu haben bzw. gibt es irgendwelche anderen Förderungen, außer Bafög oder kann ich irgendwas tun um mehr Bafög zu bekommen? I

ch bin mit der ganzen Situation ziemlich überfordert und habe kp was ich machen soll, besonders da bald die Prüfungen noch sind.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Fortuna1234, Community-Experte für Bafög, 83

Hi,

du hast ein paar Möglichkeiten:

1) Deinen Vater auf Unterhalt verklagen.

2) Mit dem "Vorausleistungsantrag" dem Amt überlassen das restliche Geld bei deinem Vater einzugfordermn, ggf. im Klageweg.

http://www.bafoeg-rechner.de/FAQ/vorausleistung.php

3) Studenkredit der KfW (einfach mal googeln); Das geht sehr schnell bis Geld da ist und man kann bis zu 650€ im Monat bekommen.

4) Nebenjobs

5) Kombination aus 2), 3) und 4)

Dein Vater könnte seine Schulden umschichten, damit er moderate Raten zahlt und dir etwa geben kann.

Wenn ich also die Semesterferien durcharbeite, dann krieg ich vllt. für jeden Monat noch zusätzliche 100-200€ zusammen

Wenn ich in den Semesterferien Vollzeit gearbeitet habe (Fließband, Produktion etc), habe ich etwas über 3000€ in 8 Wochen verdient. Ansonsten kannst du auch abends nach der Uni arbeiten (Gastronomie) oder eben am Wochenende. 450€ könnten dir ja schon reichen, wenn du sparsam lebst und der geht auch bei deinen Unizeiten (hab ich selbst jahrelang so gemacht).

In deinem Fall würde ich den KfW-Studienkredit empfehlen. Das geht schnell, unkompliziert, du musst deinen Vater nicht verklagen, musst auch nicht arbeiten.

Ansonsten bleibt nur daheim wohnen bleiben. In einer Ausbildung ist auch nicht klar, ob du ausziehen kannst und selbst wenn, würden die im September anfangen.

Kannst du nicht bis Mai/Juni daheim wohnen bleiben, dir in den Semsterferien ein Polster anarbeiten und dann erst ausziehen?

Ansonsten kannst du auch deine Vorlesungen strecken, das heißt weniger machen und die freie Zeit zum Arbeiten nutzen. Du musst nicht von 7-18 Uhr Vorlesungen legen. Du kannst auch weniger machen bzw. zwischendrin mal 4 Std frei haben. Da bieten sich dann Jobs in der Uni an (Café, Bib). Wer nebenher arbeiten muss, der kann sich auch 1-2 Semester länger Zeit lassen und eben weniger Prüfungen schreiben als im Idealfall vorgesehen sind.

Antwort
von Samy795, 54

Hi,
ich hab unter ähnlichen finanziellen Bedingungen studiert, ist alles machbar.
Anstelle nur in den Semesterferien zu arbeiten, solltest Du Dir einen dauerhaften Nebenjob suchen. Als studentische Hilfskraft direkt in der Uni, Kellnern etc. Da gibts unglaublich viel.

Allgemein hab ich aber auch das Gefühl, dass Du noch etwas lernen musst richtig zu haushalten. Wenn das Geld nicht ausreicht, muss man halt auf etwas verzichten. Auto zB ist für die meisten Studenten Luxus.
Ausserdem gibts immer die Möglichkeit, eine WG zu beziehen. Das kostet dann auch weniger.

Und last but not least: Studienkredite sind immer möglich.

Antwort
von GedankenGruetze, 61

Du kannst dir a) einen Job suchen oder b) einen Studienkredit aufnehmen.

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