Frage von fuehldichfrei, 57

Was kann ich so mit körperlich behinderten Menschen machen?

Ich mache gerade ein Praktikum in einer Wohngruppe, in der körperbehinderte Menschen wohnen. Bisher habe ich sehr viel über die Pflege gelernt im Früh- oder Spätdienst. Heute habe ich zum ersten Mal einen sog. "Mitteldienst", der dafür gedacht ist, mit den Leuten was zu unternehmen, sie zu betreuen und die Freizeit zu gestalten. Unter der Woche sind fast alle arbeiten. Die meisten (oder eigentlich alle bis auf einer) sind halbseitig gelähmt und sitzen im Rollstuhl, d.h. etwas draußen unterwegs unternehmen wird schwer, da ich alleine nicht 5 Rollstuhlfahrer schieben kann. Selber fahren können sie leider auch nicht.

An den letzten Wochenenden haben die Kollegen mit unseren Bewohnern die Wohngruppe dekoriert/umgeräumt oder auch oft Spiele (Mensch ärgere dich nicht oder Schach) gespielt. Manchmal wurde auch gemeinsam Musik gemacht. Diese Aktivitäten wurden auch schon sehr oft ausgeführt und ich wollte diesmal ein wenig Abwechslung rein bringen.

Unsere Bewohner sind zwischen 50-70 und nicht geistig behindert, aber etwas beeinträchtigt (vergessen oft etwas, Gespräche über Wissenschaften etc. sind ihnen zu hoch). Viele sind auch nicht sonderlich motiviert, etwas zu unternehmen, aber ich kann auch nicht mit ansehen, dass sie einfach die ganze Zeit nur rumhocken und Fernseher schauen.

Was könnte ich mit ihnen so machen? Ich habe heute keine Ahnung, wie ich den Tag heute mit unseren Bewohnern gestalten soll. Was würden Sozialarbeiter/Sozialpädagogen tun?

Antwort
von Akka2323, 20

Ich habe mein ganzes Leben beruflich mit behinderten Menschen zu tun gehabt und fand es eigentlich immer schlimm, dass jeder meinte, sie müßten ständig bespasst und bespielt werden. Sie haben auch ein Recht darauf, mal nichts Sinnvolles zu tun, genau wie ich. Ich hocke auch öfters vor dem Fernesehen und gucke irgendetwas Blödes, und möchte, dass akzeptiert wird. Du kannst sie fragen, was sie machen möchten und wenn sie einfach nichts besonderes machen möchten, dann akzeptier das und verfall nicht in einen Aktionismus. Es sind Erwachsene, die die ganze Woche gearbeitet haben und dass alle immer zusammen das gleiche tun müssen, finde ich auch schrecklich. Es sind schließlich Individuen mit unterschiedlichen Ansprüchen. Überlege immer, ob Du so behandelt werden möchtest und ob Du so leben wolltest.

Kommentar von fuehldichfrei ,

die meiste Zeit sitzen sie auch nur rum und machen nichts sinnvolles. sie sollen ja auch nicht "bespaßt und bespielt" werden, sondern es soll einfach ein bisschen Abwechslung in den Alltag gelangen. Meine Kollegin und ich saßen am Ende einfach mit ein paar Bewohnern auf dem Balkon und sie und ich haben ein wenig gejammt/improvisiert (mit Gitarre und Cajón) und die Bewohner haben zugehört und sich dazu bewegt, das war wahnsinnig toll :)

Kommentar von Akka2323 ,

Das ist doch schon gut. Ich habe mir vorgenommen, sollte ich jemals ins Altenheim kommen und jemand will mit mir Mensch ärgere Dich spielen oder Volkslieder singen, dann schreie ich!

Antwort
von Dresdnerin1, 18

Im Rahmen der Möglichkeiten Bewegungsgeschichten im Sitzen, quizspiele, etwas backen/kochen, ....

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