Was kann ich nur gegen all diese Probleme unternehmen - Gibt es einen anderen Ausweg, als Zeit?

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Hallo Felix, die Probleme die du beschreibst, sind die Probleme von vielen Teenagern deines Alters, die nicht dem Mainstream entsprechen. So wie ich dich verstanden habe, sind es zum einen deine Eltern, von denen du dich nicht geschätzt und angenommen fühlst und zu anderen deine fehlenden Interessen und Freundschaften die dein Leben momentan schwer machen. Auch wenn ich dir vermutlich nicht helfen kann, weil deine Frage sehr komplex und vielschichtig ist, möchte ich dir dazu etwas sagen. Du scheinst ein wirklich netter , sensibler und intelligenter Junge zu sein. Eine deiner Stärken ist mit Sicherheit das Schreiben. Gibt es vielleicht an deiner Schule eine Möglichkeit dieses Talent einzusetzen? Deine andere Stärke ist dein Einfühlungsvermögen: eine Möglichkeit bei deinen Klassenkameraden punkten zu können. Du sagst, du kannst gut zuhören. Der eine oder die andere kann bestimmt einen " Kummerkasten " gebrauchen. Daraus entstehen mit Sicherheit auch andere Optionen. Gerade Mädchen mögen Jungs, die sensibel und einfühlsam sind und ein offenes Ohr für Probleme haben. Und Punkte bei den Mädels ergeben auch automatisch Punkte bei den Jungs. Was deine Eltern betrifft, da hilft es wirklich nur, das Gespräch zu suchen. vielleicht nicht mit beiden auf einmal, sondern zunächst mit dem Elternteil, zu dem du das meiste Vertrauen hast. Meisten sind Eltern froh, wenn die Kinder zu ihnen kommen. Das das bislang nicht geklappt hat, könnte daran liegen, dass deine Eltern deine Situation falsch einschätzen. Außerdem sind stille introvertierte Kinder ja auf den ersten Blick bequemer für die Eltern. Und da sie ja keine Probleme machen, gehen sie wahrscheinlich davon aus, dass sie auch keine haben. Leider ein Fehler. Wenn ihre Wortwahl dich verletzt, solltest du Ihnen das sagen, mal ein wenig " zickig " rüberzukommen kann auch mal hilfreich sein.

Generell: Tue das Unerwartete. Zuhause und in der Schule. Das garantiert Aufmerksamkeit!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von FelixNeumayer
30.10.2016, 19:43

Vielen Dank für deine Antwort.

An meiner Schule gibt es einen Kurs, der sich freies Schreiben nennt. Allerdings spricht das, was man so hört eindeutig dagegen. Und schreiben kann ich auch zu Hause. Könnte.

Da ich kaum Kontakt zu meinen Mitschülern habe, weiß niemand, dass ich ein guter Zuhörer bin. Sie wissen zwar, dass ich nicht rede, aber wieso, ist ihnen fremd. Dass ich nichts sage, macht mich für sie unsymphatisch und lässt mich arrogant wirken. Und wenn ich nichtmal mit den Jungs reden kann, wie soll das dann erst bei den Mädchen funktionieren? Ich habe, seit ich am Gymnasium bin, maximal 10 Sätze mit Mädchen geredet. Naja, eigentlich nur ein paar Worte. Das, was ich mit Mädels beredet habe, hat meistens eher in Stichworten und so kurz wie möglich statt gefunden.

Außerdem habe ich genug Schwierigkeiten mit meinen Problemen, wenn ich jetzt noch jemanden habe, der sich regelmäßig bei mir auskotzt... wo hin soll das führen?

Dass meine Eltern davon ausgehen, dass ich keine Probleme habe, hast du gut erkannt. Du nimmst mir quasi die Worte aus dem Mund, denn es trifft genau ins Schwarze. Trotzdem frage ich mich, wie man sich als sorgendes Elternteil so unbedacht und nicht hinterfragend verhalten kann. Ich habe Angst, dass ich mal genau so werde.

Aber zickig war ich noch nie. Eher immer "dagegen". Ich habe Angst davor, meinen Eltern zu widersprechen bzw. ihnen zu sagen, dass mir etwas nicht passt.

So, jetzt bin ich fertig (^-^ )

Liebe Grüße, Felix.

0

Hi. Also ich würde nicht probieren jemand zu sein, der ich nicht bin. George Clooney oder so. Das bringt nämlich nichts und wirkt auch nicht besonders authentisch. Bist Du denn wirklich schon mit allen Hobbys durch? http://www.hobby-community.de/hobbys Denn es gibt ja wirklich fast unendlich viele.

Mache doch mal eine Übung daraus! Also Du überlegst und stellst Dir alles vor was sein könnte und dann hakst Du ab: Das isses nicht, dies isses nicht, jenes isses nicht und das dort isses auch nicht, usw., usw.. Und das was am Ende übrig bleibt, das muss es dann sein - soweit die Theorie.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von FelixNeumayer
30.10.2016, 19:30

Wie kommst du denn auf George Clooney? O.o ich mache meine Klassenkameraden nach und keine Promis. Aber nicht in Form von Nachäffen.

Natürlich bin ich nicht mit allen Hobbys durch, aber ich kann halt durch meine missliche Wohnlage nur wenige ausprobieren.

0

Ich habe auch schon versucht in den Sportverein von Klassenkameraden und
ehemaligen Schulfreunden zu kommen, in der Hoffnung, sie besser kennen
zu lernen. Aber was bringt es mir, etwas zu machen, woran ich keinen
Spaß finde.

Ich bin sehr sensibel und meine Eltern sind
unüberlegt, was Erziehung und Wortwahl betrifft. Ständig hacken sie auf
mir rum, schenken mir kein Vertrauen und untersützen mich nur, wenn sie
es auch gutheißen.
Ich helfe im Haushalt, zum Beispiel beim Bad
putzen, den Müll rausbringen, den Kamin säubern, etc. und dennoch sagen
sie immer wieder, ich bin faul und denke zu wenig mit.
Deshalb
möchte ich auch nicht mit ihnen über meine Probleme reden. Ich habe
schon einmal versucht, ihnen zu erlären, dass ich schüchtern bin. Jedes
mal, wenn ich mich in einem Lokal, oder an einem Kiosk nicht traue,
etwas zu bestellen:
"Wie willst du denn bitte einmal überleben, wenn
du so feige bist?". Sowas sagen sie ständig. Ich hasse es. Und durch
mein beschauliches Selbstwertgefühl, nehme ich es mir viel zu sehr zu
Herzen.
Mein Bruder (Zwilling) hat ähnliche Probleme. Allerdings
versucht er mir immer aus dem Weg zu gehen und vom Thema abzulenken,
wenn ich mit ihm über so etwas reden will.

Alles in allem bekomme
ich zu wenig Aufmerksamkeit, und die wäre wichtig für mich. Denn dann
würde ich mir nicht ständig so unwichtig vorkommen. Und so absurd es
sich anhört... ich wünschte, ich hätte mir in meiner Kindheit irgendwas
gebrochen, oder sonstiges. Denn dann hätte ich etwas mit den Jungs in
meinem Alter gemeinsam. Stattdessen zeigt es mir heute immer wieder, wie
seltsam vorsichtig ich doch immer war und darüber zerbreche ich mir den
Kopf.
Insgesamt denke ich viel zu viel nach und kaue immer und
immer wieder die selben Themen genau durch. Und ich komme trotzdem nie
zu einem eindeutigen Schluss. Auch im Sport oder in der Schule quälen
mich meine Gedanken. Dementsprechend sind meine Mitarbeitsnoten. Aber
schriftlich bin ich gut.

Und bevor jemand sagt, ich müsse zu
einem Psychologen, möchte ich euch fragen: Wie soll ich das anstellen?
Ich gehe so gut wie nie raus in meiner Freizeit, wenn ich plötzlich
regelmäßig das Haus verlasse, wäre das sehr auffällig. Außerdem müsste
ich sowieso gefahren werden.
Und nichtmal nach der Schule ist es mir
möglich länger in der Stadt zu bleiben, um zum Psychologen zu gehen,
denn mein Bruder ist ja immer dabei.

So, ich hoffe jemand hier
versteht mein Anliegen und mein wirres Geschreibsel und kann mir auch
helfen. Ich bin wirklich verzweifelt und sehe keinen anderen Ausweg, als
Zeit. Nach dem Abitur will ich ausziehen, aber das dauert noch mehr als
2 Jahre und außerdem möchte ich ja auch etwas von meiner Schulzeit
gehabt haben. Denn es ist wirklich so, dass man sich auf die Schule
freuen könnte, wenn man Freunde hat, die man zu Schätzen weiß.

Also.
Liebe Grüße von mir, und noch an diejenigen, die sich den ganzen Text
durchgelesen haben: Ich hoffe ihr habt jetzt keine Augenbeschwerden ^^.
Felix.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von UndercoverWoman
30.10.2016, 16:57

Ich fühl mich genauso wie du ): Und ich bin 19, wohne allein.. hab leider auch noch keine Lösung für mein Problem gefunden..

1
Kommentar von Andylin
30.10.2016, 17:13

Erst einmal ein Lob von mir: Du schreibst für Dein Alter ein einwandfreies Deutsch. Das könnte Dich schon mal stolz machen!

Wenn ich da manchmal andere lese, was die unter Rechtschreibung verstehen - lach.

Was Du da gerade erlebst, das haben fast alle Menschen einmal durchgemacht. Ich glaube nicht, dass das bei Dir immer so bleiben wird.

Manchmal hat man im Leben solche Zweifel an sich selbst, weil man einfach dazugehören möchte und es eine Zeitlang einfach nicht auf die Reihe bekommt.

Glaub ja nicht, dass Deine Freunde das nicht auch mal haben. Die überspielen es aber mit anderen Dingen. Und ehrlich gesagt kann man auch auf solche Freunde verzichten.

Wenn Du versuchst Dich auf irgend etwas zu konzentrieren, was Dir alleine Dir (!) richtig Spaß macht - irgendeine Sache wird Dich bestimmt interessieren, dann lässt Du alles andere erstmal eine Weile los.

Und glaub mir, irgendwann kommt Dir einer über den Weg gelaufen und fragt was Du denn da so machst. Dadurch, dass Du nicht hinterher läufst, wirst Du nämlich wieder interessant.

Das schwerste an der Sache ist einfach loszulassen. Ja loszulassen. Dadurch, dass Du nicht mehr so sehr zeigst überall dazugehören zu müssen, dadurch wirst Du witzerweise für andere wieder interessant. Und glaube mir eines sei gewiss: Du bist bestimmt nicht blöd.

Vielleicht überlegst Du Dir mal was Du später mal werden willst und informierst Dich in die Richtung. Dass Du es schaffst, dass sieht man an Deinem Schreiben.

Wette? In ein paar Jahren magst Du Dich selbst wieder mehr!

Ich drücke Dir alle Daumen!

Lieben Gruß

Andylin

1

Lieber Felix,

du bist doch nicht der einzige Junge, der eher introvertiert und von der ruhigen Sorte ist.

Hast du zurzeit schulisch gesehen noch das Klassen oder schon das Kurssystem?

Falls du noch das Klassensystem hast, kann ich dir sagen, dass es nächstes Jahr (wenn du es dann bekommst) besser für dich werden wird, da du mit viel mehr Leuten zu tun haben wirst. Die Fachkurse werden die Cliquen im Unterricht trennen und generell kennt man die wenigstens Leute im Kurs. (So geht es aber jeden.) Es ist wie ein Neustart. Du setzt dich neben jemand anderes, oder dieser jemand neben dich, der dir ansehen kann, dass du auch eher nicht so aufdringlich bist, und er dich deshalb als sympathisch ansieht. So werden nach und nach in jeden Kurs neue Freundschaften geschlossen mit Leuten, die zwar schon immer in der gleichen Jahrgangsstufe waren, die man aber zum Großteil noch gar nicht kannte.

Wenn diese Freundschaften bzw. Sympathien erst einmal vorhanden sind, kannst du dadurch die Clique des dir Freundlichen kennenlernen und ihrer auch aufgenommen werden, da du ja so tickst wie deren Mitglieder.

Wenn du dann deine Freunde gefunden hast, wird es auch kein so großes Problem sein, dass du weiter weg wohnst. Erstens wirst du einige Freistunden und Mittagspausen haben, in denen du viel Zeit mit deinen neuen Freunden verbringen wirst. Zweitens werden auch häufig Gruppenpräsentationen usw. verlangt, die dann entweder in diesen schulischen Pausen oder auch bei jemanden zu Hause erledigen kannst. Drittens fangen langsam in deinen Alter schon Leute an, ihren Auto oder Mofa etc. Führerschein zu machen. So stellt die Entfernung wirklich kein großes Problem dar. Auch sonst gilt: Wahre Freundschaft besteht auch die größte Entfernung.

Durch deinen neuen Freunde wirst du sicher auch spaßige Hobbys und Tätigkeiten kennenlernen.

Auch lernst du in deiner neuen Clique du selbst zu sein, da genau das es ist, was die Freunde von dir erwarten und es keinen Grund gibt, sich dafür zu schämen, was man ist. Mit der Zeit entwickelst du mit dem Freundeskreis auch mehr Selbstbewusstsein.

Mit der Familie ist es nunmal in der Pubertät nie ganz so leicht. Deinem Bruder ist es wahrscheinlich einfach nur peinlich sich über seine Probleme mit seinem Bruder auszusprechen. Auch hat er vermutlich Angst sich allgemein einer Person näher zu öffnen.

Ich wünsche dir alles gute und bin mir ziemlich sicher, dass sich deine Probleme (leider erst mit etwas Zeit und Geduld, aber besser als nie!) lösen werden :)

PS: Als Tipp möchte ich dir noch auf den Weg geben, dass wenn dir die "typische Jungenart" auf die Nerven geht, du dich auch gerne an die Mädchen wenden kannst. Ein sensibler Junge (=kein Idiot) ist dort meist gern willkommen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von FelixNeumayer
30.10.2016, 19:26

Hallo Sarah18072000,

wenn ich nicht der einzige sein sollte, der eher ruhig ist, wieso verstehen sich alle anderen Jungs so gut mit fast jedem und wieso sind nur eher extrovertierte an der Schule? Ich beobachte doch mein Umfeld, und wie sich die Leute verhalten, wie sie reden, was sie sagen. Wenn da einer ruhiger ist, dann wäre mir dieser doch längst aufgefallen.

Ja, ich habe noch das Klassensystem und ich habe Angst vor dem Kurssystem. Denn obwohl, laut deiner Beschreibung die Chance bestünde, neue Leute kennenzulernen, weil sich die wenigsten kennen, kennen mich einige. Bzw. glauben sie das, auf Grund von Vorurteilen. Es werden sich die meisten von mir fernhalten und nur die, die mich schon ein bisschen besser kennen, werden zu mir kommen. Und das sind dann meistens Außenseiter. Und obwohl ich nicht wirklich sagen kann, ich wäre keiner, nerven sie mich. Die meisten sind besserwisserisch und damit können die wenigsten umgehen. Das mit dem Führerschein stimmt, jedoch weiß ich nicht, wann ich den machen soll. Denn ich will ihn nicht während der Prüfungszeit machen müssen.

Achja, wieso lerne ich denn erst, ich selbst zu sein, wenn ich in einer Clique bin? Ich müsste doch von Haus aus ich selbst sein?

Dass es in der Pupertät mit den Eltern, bzw. mit den Kindern nicht so leicht ist, ist auch wahr, aber über Probleme, vor Allem über schwerwiegende, können die meisten reden. Zumindest bei mir.

Mit den Mädchen in der Jahrgangsstufe hatte ich bisher überhaupt nichts am Hut. Obwohl ich schon öfter darüber nachgedacht habe, es verstärkt bei Mädchen zu versuchen. Aber zur Zeit rede ich überhaupt nicht mit ihnen. Nicht mal mit meinen Klassenkameradinnen. Ich habe zwar versucht über WhatsApp in Kontakt zu kommen, weil ich es persönlich nicht schaffe, aber irgendwann war ich es satt, dass es immer nur "Hi... wie gehts... was machst du so", verständlich, oder?

Liebe Grüße, Felix.

0
Kommentar von FelixNeumayer
30.10.2016, 19:27

Tut mir Leid für die negative Bewertung, ich hab mich verdrückt (._.')

0

Was möchtest Du wissen?