Frage von LebenMitFreude, 38

Was kann ich noch tun? Halbe Kindheit keine Vaterfigur? Alkoholproblem in der Familie?

Bin derzeit 19 Jahre alt. Bis vor ein paar Wochen, dachte ich mir, dass mein Leben ziemlich in Ordnung sei...
Hab' seit ungefähr 4 Wochen Ferien und ab da begann das Chaos!
Nach meinem Abschluss an einer höheren Schule, dachte ich mir, dass ich jetzt richtig in das Berufsleben eintauchen kann... aber falsch gedacht. Ich fühle mich, nach 13 Jahren Ausbildung, als hätte ich nicht's erreicht! Viele meiner Freunde, in meinem Alter, arbeiten schon, organisieren deren Leben mit Bravour und dann bin ich derjenige, der grade mal einen Abschluss hat!
An einem Punkt muss ich sagen, dass ich schon froh bin, eine Ausbildung abgeschlossen zu haben, die mich auf das spätere Leben gut vorberietet hat... nun hatte ich schon einige Bewerbungsgespräche (20x) und JEDES Mal kam die Absage.
Eine andere Sache, die mir sehr große Sorgen bereitet, ist eine familiäre Angelegenheit!
Ich lebte, mit meiner Mutter in einem anderen Bundesland als heute und auf Grund der Berufstätigkeit meines Vaters, hab' ich die Hälfte meiner Kindheit fast keinen Kontakt zu ihm gehabt!!!
Mir ging es zwar nie schlecht deswegen, da meine Mutter mir ALLES ermöglichte, was ich brauchte. Aber dennoch hatte ich immer eine Lücke in meinem Herz.
Meine Mutter merkte das auch und damit es mir (noch) besser ging, gab' sie Ihr Arbeitsstelle auf und ein Leben, das mehr als gut lief auf und wir zogen um, zu meinem Vater! Das war der Moment, wo ich dachte, dass ALLES noch besser werden würde als vorhin, doch dieses Höhegefühl hielt NICHT sehr lange an... von der alten Heimat entfernt, musste ich erst mal realisieren, dass ich nicht mehr die Gelegenheit hatte, täglich meine Freunde zu treffen. Neue Stadt, neue Schule und neue Leute! Ich hatte tatsächlich Angst, dass ich nicht so akzeptiert werde, wie ich war. Es dauerte nicht lange, bis sich meine Ängste verwirklichten!!!
Ich fiel in die typische Rolle, eines "Mobbing-Opfers" und dies hielt volle acht Jahre an!!
Ich lies mich zwar nie kleinkriegen und hab' mich für die Rolle des Einzelgängers entschieden, dennoch gab' es genauso Tage, an denen von der Schule nach Hause kam und mich voller Schmerzen in den Schlaf weinte. Ich aß immer weniger und konzentrierte mich nur noch auf's Lernen! Zum Glück, litt ich aber nie an einer Essstörung!
Vor 4 Jahren beendete ich dann meine Hauptschulzeit und kam in eine Schule für Gesundheit und Soziales. Ich war mehr als froh, dass ich in dieser Zeit der Ausbildung KEINE Mobbing-Angriffe erleiden musste. Ich konnte ich selbst sein und war wieder glücklich!
Da ich zur Zeit zu Hause bin, merke ich, wie sich mein Vater immer mehr seiner Alkoholsucht hingibt und oft gar nicht mehr in der Lage ist, ein normales Gespräch mit mir oder meiner Mutter zu führen!

Antwort
von Spinnenschnitte, 13

Hi war in einer Ähnlichen Situation wie du.

Wurde auch jahrelang gemobbt. Grund mein Vater haute einfach ab zu seiner neuen Freundin. Kontakt mit dem Vater gestaltete sich schwierig da er uns verleugnete. Als ich dann den Kontakt suchte schmiss er uns Steine in den Weg. 

Würde einen guten Moment abwarten, also wenn dein Vater halbwegs nüchtern ist, ihn dann fragen ob er in seinem Leben nichts vermisst. Ob er sich nie fragt oder gefragt hat wer du bist, wie es in dir aussieht, was du schon alles durchgemacht hast. 

Schieb die Alkoholsucht nicht auf dich oder auf andere. Dein Vater muss selbst einsehen, dass es so nicht weiter geht.

Viel Glück!!!

Kommentar von LebenMitFreude ,

Danke für die Antwort! Ja ich muss auf jeden Fall mit ihm noch ein Gespräch führen, zumindest versuchen!

Antwort
von gnarr, 9

nu is schule aus, mach eine ausbildung und kümmer dich um deinen leben. nimm abstand von deinem vater und erkläre ihm das er wieder kommen kann wenn er nachweislich trocken und entgiftet ist und dir was zu sagen hat. wenn er nix mitzuteilen hat, halt ihn dir vom leibe.

für dein geistiges und pychisches wohl hilft oft eine therapie für co-abhängige oder für familienangehörige von süchtigen. dort lernst du aufzuarbeiten was in dir bewußt oder unbewußt nagt. dort lernst du mit dir selbst ins reine zu kommen und dich von deinem vater psychisch aus der abhängigkeit zu entfernen.

Kommentar von LebenMitFreude ,

Vielen Dank !
Wenn er nur einsehen würde, dass er krank ist!
Abstand scheint tatsächlich eine gute Möglichkeit zu sein!

Kommentar von gnarr ,

diese einsicht muss er allein finden. glaub mir, dass finden manche erst sehr spät, wenn sie nämlich ganz unten sind und in der gosse keiner mehr was wissen will. die einsicht kann er leider nur durch sich selbst finden, nicht durch dich. der kv meiner kinder ist schwerstalkoholiker - meistens mittlerweile trocken. ich hab das elend drei jahre mitgemacht und bin dann samt kids gegangen. die einsicht ist irgendwann bei ihm eingesickert aber er noch nicht konsequent genug.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten