Frage von Seeeymaaa, 140

Was kann ich als Tochter machen?

Meine Mutter hatte vor ca. 2 Jahren Brustkrebs. Sie bekam ihre Therapien nahm regelmäßig ihre Tabletten ein und jetzt vor kurzem hat es sie wieder erwischt. Diesmal ging es auf ihre Lunge. Sie nimmt zwar Tabletten ein, bekommt jetzt insgesamt 6 mal eine Therapie (Chemo therapie) aber falls die Chemo Therapien, die sie bekommen wird, nicht helfen sollten gibt es keine andere Lösüng !! Und diese Gedanken machen ihre Psyche kaputt. Während sie essen in der Küche macht fängt sie plötzlich an zu weinen und geht ins Zimmer. Ich, 18, versuche zurzeit mehr zu hause zu sein und ihr zu helfen anstatt raus zu gehen aber das stört sie auch. Und wenn ich mal draussen bin höre ich "warum bist du nie zuhause, mama ist krank, du solltest im haushalt helfen, ..." Ich weiss echt nicht was ich machen kann. Soll ich sie nach draussen zwingen? Ich bin die einzige Tochter mit der sie sich versteht. Hoffe ihr könnt mir helfen..!! Danke im Voraus

Antwort
von conelke, 41

Diagnose Krebs ist eine der gemeinsten Krankheiten, die es gibt. Es tut mir sehr sehr leid für Deine Mutter. Mit dieser Diagnose muss man erst einmal psychisch klar kommen und sie akzeptieren. Wenn dann so ein Rückschlag kommt, macht einen das doppelt fertig, da man ja immer die Hoffnung in sich trägt, dass man es überstanden hat. Deine Mutter wird sich - auch wenn die Therapie anschlägt - auch unweigerlich mit dem Tod auseinandersetzen und ich denke, dass das für jeden Menschen eine furchtbare Erfahrung ist. Falls Deine Mutter nicht in einer Selbsthilfegruppe sein sollte oder therapeutische HIlfe in Anspruch nehmen sollte, dann muss die dies auf jeden Fall ändern. Ich denke, dass es sehr wichtig ist, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, da nur ein Betroffener nachempfinden kann, was in einem vorgeht. Deine Mutter möchte, dass Du Dein Leben weiterhin so fortsetzt, wie Du es bisher getan hast. Sie möchte nicht dafür verantwortlich sein, dass Du Dein Leben nach ihr ausrichtest oder sie bemitleidest. Sie wird immer mal wieder Phasen haben, in denen sie mit ihrem Schicksal hadert, dann nimm sie in den Arm, aber vergesse Dein Leben dabei nicht. Das würde sie nicht wollen. Deiner Mutter im Haushalt zu helfen, weil sie es zur Zeit vielleicht nicht körperlich schafft, ist völlig in Ordnung und sollte auch so sein. Deine Mutter zu irgendetwas zwingen kannst Du nicht. Wenn ihr nicht danach ist, vor die Tür zu gehen, dann ist das halt im Moment so. Du kannst es ihr immer mal wieder anbieten, aber sie muss selbst bereit dazu sein. Vielleicht solltet Ihr nochmal mit dem behandelnden Arzt sprechen, und nach psychologischer Unterstützung fragen. Ich denke, dass wird Deine Mutter am meisten brauchen. Es werden ihr viele Dinge durch den Kopf gehen. Viele Fragen und viele Dinge von denen sie meint, dass sie sie noch erledigen muss. Ich hoffe, Deine Mutter ist bereit diese Form der Unterstützung in Erwägung zu ziehen. Ich hoffe sehr, dass die Chemo bei Deiner Mutter anschlägt. Alles Liebe und Gute für Euch.

Antwort
von bikerin99, 84

Als Mutter hätte ich furchtbar Angst, aber auch als Tochter.
Hole dir Unterstützung bei einer Angehörigenberatung der Krebshilfe. Vielleicht kann deine Mutter eine Beratung oder Therapie bei der Krebshilfe in Anspruch nehmen.
Gerade in dieser schwierigen Lebenssituation ist auch sehr wichtig, dass du auch etwas für dich tust, dass dich und deine Psyche stärkt. Denn nur so kannst du für deine Mutter da sein.
Wünsche dir und deiner Mutter alles Gute.

Antwort
von Mikey86, 23

Hi

Also erstmal wünsche ich deiner Mum alles liebe und gute Genesung. Drück ihr die Daumen.

Diagnose Krebs, ist für viele erstmal ein Schlag ins Gesicht. Man begreift langsam, das es derart schnell auch ein Ende geben kann. 

Versuch mit deiner Mutter zu sprechen, ihr erklären, das du für Sie da bist. Sie soll merken das Sie nicht alleine da steht. Versuch ihr evtl auch zu raten, einen Termin beim Hausarzt zu machen. Der kann Sie dann bei bedarf an einen Therapeuten weiterleiten. Zur Genesung bei Krebs ist es auch von Vorteil, wenn die Psyche stabil ist.

"Gibt der Geist auf, folgt der Körper.."

Unterstütze Sie im Haushalt soweit du kannst. Nimm ihr kleine Arbeiten ab. Gönn ihr wenn du merkst, sie kann nicht mehr, eine kleine Pause. Probier ihr eine kleine Freude zu machen.

Vergiss aber dennoch dich selbst nicht. Für Angehörige kann dies auch Stress und Leid zur folge haben.

Ich wünsche euch von Herzen alles liebe und ganz viel Kraft.

Antwort
von wilees, 17

s. bei dem folgenden Link - Seite 13 

Patientenleitlinie "Psychoonkologie - Psychosoziale Unterstützung für ...

www.patienten-information.de/mdb/.../psychoonkologie-1aufl-konsultationsfassung.p...   

Psychoonkologie: Hilfe für die Seele von Krebspatienten - FOCUS ...

www.focus.de › Gesundheit › Ratgeber › Krebs › Therapie  

In der Psychoonkologie erhalten  m.W.n. auch Angehörige Unterstützung.
Antwort
von sportyLB98, 15

Hallo, also erstmal tut es mir sehr leid für deine Mutter, dich und deine Familie. Es ist immer sehr schlimm, wenn dieses Schicksal einen trifft. Mein Opa hatte auch Krebs und ist mit 59 Jahren gestorben, aber da war ich erst 1 Jahr alt.

Versuche deiner Mutter zu zeigen, dass du für sie da bist. Spreche mit ihr und, falls sie noch genug Kraft hat, unternehme was mit ihr, picknicke oder gehe mit ihr spazieren. Teile deine Zeit mit ihr. Dann weiß sie, dass sie in der schweren Zeit nicht allein ist.

Nach deiner Aussage, "Mama ist krank..." nehme ich an, dass das jemand aus deiner Familie gesagt hat. Wenn deine Mutter jedoch nicht will, dass du deine Zeit für sie "opferst", sage das demjenigen klar und deutlich. Du kannst nicht mehr tun, als deine Hilfe anzubieten. Und wenn deine Mutter das ablehnt, kannst du ihr entweder deine Hilfe immer wieder anbieten oder deine Mutter kommt auf dich zu.

Ansonsten, falls es ihr so schlecht während der Chemo geht, dass sie das Bett nicht mehr verlassen kann (kurz vor dem Sterben, wenn keine Therapie mehr hilft), kannst du ihr einen Kuchen backen, ihr Karten und Bilder schreiben bzw. malen, ihr etwas erzählen und sie z.B. massieren.

Massage und autogenes Training sind übrigens meiner Meinung nach die besten Entspannungsübungen.

Viel Erfolg noch und gute Besserung. LG, sportyLB98

Antwort
von Kapodaster, 31

Deine Mutter und Du, ihr habt beide mein Mitgefühl. Ihr beide seid wohl in einer der schwierigsten Situationen, jede auf ihre Weise.

Für Deine Mutter wäre es sicher gut, wenn sie sich mit anderen Betroffenen austauschen kann. Meinst Du, sie würde eine Selbsthilfegruppe für Krebskranke besuchen? Solche Gruppen gibt es in vielen Städten.

Wenn Du magst, schau dich auch mal nach solchen Gruppen oder Beratungen für Angehörige um.

However: Für Dich ist es wichtig, trotz der Sorge um Deine Mutter und der zusätzlichen Arbeit trotzdem noch normales Leben weiterzuleben. Es ist gut und wichtig, dass du ab und zu mit Freundinnen rausgehst und was unternimmst. Dabei schöpfst du Kraft, die du in der schweren Zeit brauchst.

Antwort
von Thaliasp, 63

Immer mehr Menschen die Krebs haben nehmen zusätzlich zu der Schulmedizin noch Mittel von der Alternativ-Medizin. 

Ich wohne in einem kleinen Ort auf dem Lande. Vor nicht allzu langer Zeit hat bei uns eine Gruppenpraxis aufgemacht. Das ist die Praxis mit integrativer Onkologie. Mein Hausarzt hat gesagt da werden nebst Schulmedizin zusätzlich komplementär-medizinische Anwendungen in die Behandlung mit einbezogen. 

In dieser Praxis sind vier Ärzte tätig.

Kommentar von Thaliasp ,

Ich wünsche euch beiden viel Kraft und alles Gute. Ich musste die Brustkrebs Diagnose 2014 hinnehmen. 

Es ist wichtig dass deine Mutter nicht alleine ist. Ich selber erhalte therapeutische Unterstützung. 

Antwort
von Wonnepoppen, 32

Geht sie in eine Selbst Hilfe Gruppe für Krebs Kranke?

dahin könntest du sie z.b. begleiten?

Antwort
von Gianna0008, 34

Also erstmals, mein Beileid... Ich war auch mal in der gleichen Situation...

Die Kommentare wie: "Warum bist du nie zu Hause..." musst du einfach ignorieren und lass dich davon nicht runterziehen...

Zeig deiner Mutter einfach, dass du für sie da bist und dass sie dir viel bedeutet... überleg dir doch, was sie frühe gerne machte, versuch dann etwas in der Richtung mit ihr zu unternehmen... Ich glaube, dass es ihr schon hilft, wenn du nur Präsents zeigst... Aufgaben o.ä. am Tisch in ihrer Nähe machen...
Irgendetwas, damit auch die Anderen merken, dass du dich um sie kümmerst..

Ich wünsche dir auf jeden Fall nur Gutes und deiner Mutter eine schnelle Besserung....

Antwort
von TorDerSchatten, 28

Du kannst nichts machen außer für sie da zu sein. Mit der Krankheit muß sie selber fertig werden und sich mit ihrem Schicksal arrangieren, das kann ihr keiner abnehmen.

Du bist aber nicht ihre Psychologin und auch nicht ihr Pausenclown zum Aufheitern. Das sollte ihr bewußt sein.

Antwort
von Herpor, 11

Wenn jemand

Krebs hat und erfährt, dass er gestreut hat, denn Lungenmetastasen sind möglicherweise auf den Primärtumor in der Brust zurückzuführen,

wenn jemand Chemo kriegt, und die ist bei Brustkrebs nicht ganz leicht,

wenn sich jemand um seine Angehörigen Sorgen macht,

dann sind Gefühlsschwankungen normal.

Such dir einen guten Augenblick und besprich die Sachlage mit deiner Mutter.

Du kannst dir auch eine Selbsthilfegruppe für Angehöriger Krebskranker im Internet suchen. Dort erfährst du mehr.

Ich hatte selbst eine brustkrebskranke Mutter und habe sie durch meine Angst nur noch zusätzlich belastet.

Ich selbst hatte Darmkrebs und Chemo (kein Vergleich zu der Brustkrebschemo) und weiß, wie einem die Nachbarschaft gelegentlich auf die Nerven geht.

Also red mit ihr!

Kommentar von Thaliasp ,

Ja, da hast du recht wenn der Brustkrebs hormonunabhängig ist bekommt man Chemo. Mein Tumor war hormonabhängig. Eine Chemotherapie bekam ich nicht weil bei meinem Tumor eine Chemo nichts bringt. Ich erhielt Bestrahlungen und jetzt muss ich noch 5 Jahre Antihormon-Tabletten nehmen.

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