Frage von Katrin245, 62

Was kann ich als Außenstehender tun?

Hier einmal die Situation:

Eine enge Verwandte, 19 Jahre alt, scheint unter einer starken Persönlichkeitsstörung zu leiden. Es ist eine Vermutung, um es bestätigen zu können, müsste sie sich erst einmal ärztlich untersuchen lassen - und das will sie natürlich nicht. Unsere Vermutung beruht auf ihre Taten der letzten drei, fast vier, Jahre. Um nur einige Dinge zu nennen, täuscht sie leider Krankheiten vor wie Bandscheibenschäden (ist eine Woche nach angeblicher Diagnose im Freizeitpark), Sehnenriss oder Knöchelverletzung (läuft wenige Tage später bei einem Stadtmarathon mit, an dem sich der Betrieb beteiligt, da der Chef (übrigens ein Chirurg) es nicht verstehen würde, Borreliose 2. Grades, Asthma (hatte vor uns auch schon richtige Anfälle und und und...sie neigt ein wenig zu Übertreibungen...

das ging sogar soweit, dass sie sich die Finger in der Küchenschublade einklemmte und einige Tage später behauptet, der Mittelhandknochen wäre angebrochen gewesen. Oder das man sie in einem Streit aus der Türe rausschiebt, diese schließen will wobei sie sich wehrt, man innehält und sagt sie solle bitte gehen und im nachhinein sie ein blaues Auge hat - angeblich durch die Türe! Es ist nicht leicht mit ihr - eine Kritik oder ein Wort das ihr nicht gefällt - und sie wird laut, schreit rum. Dabei besitzt sie die Schauspielkunst - denn auch Tränen können kullern. Der Grund, weshalb wir ihr sehr oft geglaubt hatten. Letzten Endes erwies sich jedoch immer alles als eine Lüge.

Das kürzliche Ereignis mit der Türe und dem blauen Auge bereitet uns jedoch die Sorge, ob sie nicht zu weit geht und sich womöglich selbst verletzt, um Aufmerksamkeit zu erlangen.

Kann man da wirklich von einer Persönlichkeitsstörung (welche überhaupt?) sprechen? Und wenn ja, wie kann man solchen Menschen helfen, wenn sie sich absolut nicht helfen lassen wollen? Sie ist nämlich der Meinung, vollkommen gesund zu sein...aber alle anderen wollen ihr angeblich schaden. Seien es die Arbeitskollegen (abgeblich wird sie gemobbt) oder die Familie - und letzteres will ihr nun wirklich helfen.

Danke schonmal!

Antwort
von Schokolinda, 16

ich finde, hier einen namen für die geschichte verteilen zu lassen, kann nicht gut gehen.

du erzählst die Sache - sie kann man nicht fragen. um sie geht es eigentlich, aber sie kommt hier nicht zu wort.

du meinst sicher, dass du neutral schilderst. aber das ist fraglich. z.b.

Dabei besitzt sie die Schauspielkunst - denn auch Tränen können kullern

bei Babys kullern auch schnell die tränen, aber sie spielen trotzdem nichts vor - nur mal so als denkanstoss. sie könnte auch "nahe am wasser gebaut" haben. man muss nicht gleich annehmen, dass sie durch tränen manipulieren wollte.

 täuscht sie leider Krankheiten vor wie Bandscheibenschäden

sorry, aber zum vortäuschen von Krankheiten gehört mehr, als nach einem angeblichen Bandscheibenvorfall im Freizeitpark zu sein. vortäuschen ist wieder mit Absicht verknüpft, man will was erreichen, einen Vorteil erschleichen. vielleicht ist sie nur empfindlich, googelt jedes Kinkerlitzchen und ist dann davon überzeugt, etwas bestimmtes zu haben.

läuft wenige Tage später bei einem Stadtmarathon mit, an dem sich der Betrieb beteiligt, da der Chef (übrigens ein Chirurg) es nicht verstehen würde

nur weil du das nicht machen würdest, gibt es dennoch leute, die so was tun. über grenzen gehen z.b. indem sie schmerz erdulden, ist für manche etwas wert. andere lassen sich von autoritätspersonen scheuchen und ertragen deshalb schmerzen. wiederum muss sie nicht mal über die Verletzung gelogen haben.

eine Kritik oder ein Wort das ihr nicht gefällt - und sie wird laut, schreit rum.

ehrlich gesagt würde ich auch ziemlich durchgreifen, wenn mir jemand in so ähnlicher form wie du erzählt, was ich alles zusammenlügen, manipulieren und schauspielern würde.

und letzteres will ihr nun wirklich helfen.

helfen muss man auch können. vielleicht kennst du den spruch: das Gegenteil von gut ist gut gemeint. wenn die hilfe nicht zur betroffenen Person passt, dann kann sie leicht auf die Idee kommen, der helfende will schaden/ ärgern.

und was das Mobbing an der arbeit betrifft: "gemobbt" werden viele - es richtiges Mobbing gibt es nicht so häufig. oft verbirgt sich hinter dem wort einfach nur ganz normaler knatsch, wenn es an der arbeit stressig und deshalb auch ungerecht wird. und den gibt es ja wirklich viel - in vielen Jobs sollen immer weniger leute immer mehr leisten und deswegen gibt es viel Reiberei an der Arbeitsstelle.

wenn du ihr helfen willst, dann überlege dir alternativen für deine Unterstellungen. auf dauer kann man nicht mit einem menschen zusammen sein, dem man Manipulation und Falschheit unterstellt. ob es Realität ist oder nicht spielt keine rolle. selbst wenn das gefühl trügt, man will mit einem menschen, den man so sieht, nicht zusammen sein.

es hilft auch, wenn man fragt statt zu sagen. das heisst: statt einen vorwurf machen, lieber freundlich fragen "wie ist das gemeint?" oder "was möchtest du?".

man ist ja trotzdem frei, dinge zu verweigern oder eine andere Meinung zu haben. aber durch solche fragen kann sich das ein oder andere Missverständnis klären.

Kommentar von Katrin245 ,

hm...du hast Recht. So habe ich das noch gar nicht gesehen...ich hatte es immer nur aus meinem Standpunkt her gesehen. Und ich will ihr wirklich helfen, sie ist mir wichtig! Auch wenn es nicht so rüber kam...

Antwort
von Seanna, 30

Geht in Richtung Histrionischer PS, aber auch 'Pseudologica Phantatica' könnte eine Rolle spielen.

Helfen kann man ihr nicht, solang sie keine Hilfe will und niemandem ernsthaft schadet.

Kommentar von Katrin245 ,

schadet in dem Sinne, dass sie zum Beispiel niemanden verletzt...? Und was wenn sie am Ende sich selbst nur noch mehr verletzt? Ich hab ja keine Ahnung wie tief das bei ihr sitzt aber die Tür-Situation, welche wir mehrmals nachgestellt haben, hat uns gezeigt: das blaue Auge kann nicht von der Tür kommen. Da hätte man ihr die ja richtig heftig zuschlagen müssen bzw gegens Gesicht schlagen müssen. Sie stand aber mit dem Rücken zur Tür, bereit zum rausgehen. Und wir haben die Tür ja nicht gegen sie geschlagen...

Kommentar von Katrin245 ,

....Zeit war um, konnte den Kommentar nicht mehr weiter ergänzen...jedenfalls wollte ich noch sagen: wir haben die Tür nur zugemacht. Sie wirft uns jetzt nix vor aber will einfach Aufmerksamkeit. Aber dass sie soweit geht sich selbst zu verletzen, finde ich ein wenig schockierend....

Kommentar von Seanna ,

Histrioniker sind vor allem auf Wichtigkeit und Solidarität, aber auch Verlässlichkeit aus. Eine PS wo es speziell nur um Aufmerksamkeit geht, gibt es nicht, aber das Tränen an und abstellen und eine Dramaqueen-Ader würden dafür sprechen. Kann natürlich auch was ganz anderes sein. Borderline käme auch nich in Frage, wobei es da vorrangig um Verlässlichkeit und Verfügbarkeit und Emotionsschwankungen geht. Aber es muss ja auch gar keine PS sein. // Ja, schaden im Sinne von niemanden bedroht und niemanden physisch verletzt. Bei Selbstverletzung kann von außen erst bei sehr massivem Ausmaß (potentiell tödlich) eingegriffen werden. // Da du dir offenbar Sorgen machst, kannst du dich jedoch kostenfrei beim sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt beraten lassen was es sein könnte und wie damit umzugehen ist. Dort gibt es auch einen Psychiater. Die sind auch explizit für besorgte Angehörige und Nachbarn zuständig und suchen den Patienten ggf auch Zuhause auf wenn sie da Gefährdung sehen. Nummer gibt's beim Gesundheitsamt.

Antwort
von fibo123, 11

Vielleicht sowas wie Münchhausen Syndrom ?

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community