Was kann der Staat (die Politik) tun um die Schere zwischen arm und reich nicht größer werden zu lassen?

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7 Antworten

Vermögensteuer einführen. "Mittelstandsbauch" bei der Einkommensteuer reduzieren. "Kalte Progression" abschaffen durch Kopplung der Progressionskurve an die Inflation. Grundfreibetrag bei der Einkommensteuer erhöhen.

Weiterhin für kleine Selbstständige bessere Rückstellungsmöglichkeiten schaffen. Doppelbesteuerung bei den Rentenbeträgen vermeiden. Beitragsbemessungsgrenze bei der Rentenversicherung reduzieren(!), weil das nämlich auch den Maximal-Rentenanspruch nach oben hin deckelt und damit unterm Strich den Kleinverdienern zugute kommt (aus relativer bzw. gesamtgesellschaftlicher Sicht).

Im Kapitalbereich Einführung einer Börsenumsatzsteuer und Abschaffung der Abgeltungssteuer.

Dann Reform dieses ganzen Familienpolitik-Gedönses wie z. B. Elternteilzeit, weil das nämlich in aktueller Implementierung die Besserverdiener stärker subventioniert als die Geringverdiener.

Die Liste könnte man noch viel länger machen... getan werden könnte vieles, aber die Politik des herrschenden Regimes in Deutschland ist entweder unfähig, die Themen sachlich zu überschauen, und/oder unwillig, tatsächlich etwas zu verändern.

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"Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst." [J.F. Kennedy]

Hier sollte man sich die in der Gesellschaft wirkenden Mechanismen betrachten. Die Gesellschaft wird immer konsumorientierter, was aber in zwei Richtungen wirkt : Lohnerhöhungen als auch (Wirtschaftswissenschaftler werden jetzt aufschreien) möglichst viel fürs Geld abzuräumen, Schnäppchenjagd ist zu einem Volkssport geworden.

Lohnerhöhungen aber verteuern relativ inländisch den Faktor Arbeit, wobei Produktivitätssteigerungen aktuell nur noch durch Rationalisierung erreicht wird, Lohnerhöhungen bedürfen einer Steigerung der Arbeitsproduktivität, also wirken selbst Lohnerhöhungen unter Erhalt des realen Einkommens tendenziell national arbeitsplatzvernichtend aufgrund der offenen Marktwirtschaft und damit förderlich auf eine Vergrößerung der Schere zwischen Arm und Reich.

In die gleiche Richtung wirkt die Schnäppchenjagd, denn "Schnäppchen" bedeuten oft entweder ausländische Produktion oder Discounter mit wenigen Mitarbeitern, was dann nur noch durch Internethandel zu toppen wäre, nicht selten beides. Die Tendenz dürfte klar sein: dieses Konsumverhalten fördert eine Gewinnverteilung auf wenige unter Förderung einer Personalstruktur, die möglichst wenige Arbeitskräfte mit möglichst geringer Qualifikation beinhaltet. Versuche einmal in einem Elektro-Discounter eine wirklich ordentlich Produktinformation zu erhalten. Vor 4 Monaten war noch nicht einmal zu erwarten, daß die "Fachberater" wußten, was DVB-T2 sei, daß Deutschland einen anderen Standard verwendet, der mit ausländischem DVB-T2 nicht kompatibel ist und welches der angebotenen Geräte überhaupt das deutsche DVB-T2 unterstützen.

Aktuell ist es gerade nicht mehr der  "Klassenfeind", der diese Entwicklung anheizt, sondern das Denken und das Konsumverhalten des Einzelnen sowie eine Verfolgung des Ziels einer "sozialen Gerechtigkeit", ohne wirklich zu wissen, was sozial gerecht ist. Soziale Gerechtigkeit ist einfach eine rhetorische Floskel, die zuerst zu definieren wäre, ehe der Begruif umsetzbar würde.

Ohne Vorstellung davon, was sozial gerecht wäre, was immer relativ zum sozialen Entwicklungsgrad der Gesellschaft zu sehen ist, kann man keine erfolgreiche Sozialpolitik betreiben, sondern nur in Populismen verbleiben. Und auch hier werden lieber die gewählt, die Versprechungen machen, die keiner einhalten kann, als die, welche ehrliche und praktikable Aussagen treffen.

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Mehr für Bildung ausgeben? Das Rentensystem reformieren?

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Sich mal um wirklich arme Menschen zu kümmern.... und nicht um irgendwelche staatsschmarotzer.

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Kommentar von DinoSauriA1984
09.11.2016, 18:01

Was verstehst Du unter kümmern? Ihnen einen Live-Coach an die Seite stellen? Schuldnerberatungstermine zur Pflicht machen? Sich in ihr Leben einmischen?

Oder ihnen einfach pauschal monatlich einen dicken Scheck überreichen?

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Umverteilung von reich zu arm z.b durch reichensteuer und dafür die steuern des normalverdiners senken 

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Warum sollte der Staat etwas gegen diese Schere tun? Die ist doch nur dann ein Problem, wenn die Armen immer ärmer würden.

Das werden sie bei uns aber nicht. Vielmehr geht es auch denen deutlich besser als z.B. vor 30 Jahren.

Die Vorstellung, man könne z.B. Obdachlose oder Unqualifizierte ohne Berufsabschluss wie mittlere Einkommensbezieher stellen, ist jedenfalls absurd.

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Kommentar von dan030
09.11.2016, 18:26

Es geht nicht nur um die "ganz armen". Sondern auch um die Frage, ob z. B. ein Arbeiter in einem einfachen Beruf eine Chance hat, langfristig selbst für sich, ggf. eine Familie, und für Altersabsicherung sorgen zu können.

Und da sieht es heute deutlich schlechter aus als vor 50 Jahren.

Wer nach dem 2. Weltkrieg als Handwerker einfach nur seine Arbeit gemacht hat, der konnte damit nicht nur eine Familie durchbringen, sondern hat auch einen respektablen Rentenanspruch erworben und hatte sogar die Möglichkeit, von seinen Verdiensten ein Eigenheim zu finanzieren.

Heute kann sich so ein Handwerker das mit dem Eigenheim in den meisten Fällen schon mal sowieso abschminken. Ob es für die Ernährung einer ganzen Familie reicht ist mal sehr fraglich. Und der Rentenanspruch wird zumindest für die heute jüngere Hälfte der Bevölkerung so niedrig ausfallen, dass es auf Altersarmut hinauslaufen wird.

Da hilft nichtmal private Altersvorsorge gegen (die man sich erstmal leisten können müsste), weil Ansparen nur mit nennenswerten Zinsen funktioniert. Und die haben wir auch nicht.

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Die 10% reichsten Leute der Bevölkerung könnten 5% ihres Barvermögens an die restlichen 90% der Bevölkerung verteilen. Das würde denen nicht mal auffallen, aber jeder würde auf einmal genug haben.

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Kommentar von DinoSauriA1984
09.11.2016, 17:58

Robin Hood lässt grüßen! ;-)

Reiche Leute haben kaum Barvermögen (wäre auch schön Blöd, bei den heutigen Zinsen). Reiche Leute haben ihr Geld investiert: in Unternehmen, Immobilien, auch Schmuck und Autos.

Auch Millionäre haben i. d. Regel nur ein paar Tausend Euro auf ihrem Konto. Davon 5 % an die 90% Restbevölkerung zu verteilen (von denen 20 - 30 % übrigens auch wohlhabend sind), wäre nichts als Symbolpolitik.

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