Frage von tommy40629, 89

Was kann das Jobcenter machen, wenn man Überstunden verweigert und gekündigt wird?

Hey!

Ich persönlich habe mich in meiner Zeit als Assistent Manager immer peinlich an die Gesetze gehalten.

Ich weiß auch, dass Arbeitsverweigerung ein Kündigungsgrund ist.

ABER ist die Verweigerung von unbezahlten und unabsetzbaren Überstunden auch Arbeitsverweigerung und zwar laut GESETZ?

Ich sehe es nämlich nicht ein für 8,50€ brutto auch nur 1min länger zu arbeiten, dann muss der Chef mehr Leute einstellen oder die Mehrarbeit bezahlen / absetzen lassen oder mit Naturalien ausgleichen.

Angenommen ich habe um 1700 Schluss und der Chef will nun, dass ich den Müll noch rausbringe, das dauert 10min.

Laut: http://www.hensche.de/Ueberstunden_Arbeitsrecht_Ueberstunden.html#tocitem3

darf man Zeiten, die nicht im Arbeitsvertrag stehen verweigern.

Danach bekommt man natürlich die Kündigung, darf denn die ARGE nun die Leistungen kürzen?

Immerhin hat man sich nur an die Gesetze gehalten.

Und wir wollen hier nicht diskutieren, dass jetzt aktuell wieder tausende in der Gastronomie seit 12 Stunden und länger arbeiten, habe ich auch gemacht, aber für das Geld nie wieder!

Antwort
von AnglerAut, 32

Der entscheidende Punkt hier ist, dein Chef kann begründet Mehrarbeit anordnen, aber er muss diese auch bezahlen.

Ich an deiner Stelle würde hier ansetzen. Dokumentiere die Mehrarbeit und Ärgere deinen Chef dann mit dem Arbeitsgericht.

Antwort
von herakles3000, 27

Überstunden müssen bezahlt werden und wen die sogar  schon im Arbeitsvertrag nicht bezahlt werden würde ich mal  mit der Gewerkschaft das abklärten lassen oder einen Anwalt ob das überhaupt erlaubt ist soweit ich es kenne kann nur der Statt so etwas machen.Den Müll mal eben noch nach Feierabend raus bringen geht grade noch wen das nicht täglich so ist..Teile Dem 'Amt mit das du nicht bereit warst schwarzgearbeitet  zu machen und du dessentwegen gekündigt worden bist.Du könntest sogar  die stelle wieder bekommen wen du vor dem Arbeitsgericht gehst.

Macht der Arbeitgeber deswegen Schwierigkeiten informiere einfach mal den Zoll was er macht den das  hat Konsequenzen.

Du würdest keine sperzeit beim Amt bekommen  wen du einfach mitteilst  du warst nicht bereit unbezahlt zu arbeiten und damit schwarz .Das  ist ein wichtiger Grund warum man sogar selber kündiegen kann ohne Sperrzeit zu bekommen,.!

Antwort
von Schlauerfuchs, 27

Zumindest werden sie eine Kürzung aussprechen, dagegen lasst Du dann Widerspruch einlegen und wenn der negativ ist vor dem Sozial Gericht klagen ,das Verfahren ist kostenlos und in I und II Instanz kein Anwalts Zwang. 

Gegen die Kündigung selbst wenn die ungerecht ist kannst Du vor dem Arbeitsgericht klagen ,die vorgeschalteten Güterverhandlung ist kostenlos nur das evtl. Hauptverfahren danach kostet eine Gebühr in der I Instanz kein Anwaltszwang. 

Es ist eine Einzelfallentscheidung unter Würdigung der Gesamtumstände.

Antwort
von Claud18, 10

Ich würde zuerst gegen die Kündigung vor dem Arbeitsgericht klagen.

Bei einem Lohn von 8,50 € dürfen keine unbezahlten Überstunden angeordnet werden. Das kann man nur bei Führungskräften verlangen, die ein entsprechend hohes Gehalt bekommen. Das Herausbringen von Müll würde ich allerdings nicht unbedingt als Überstunden ansehen. Dann könnte dein Chef dir auch jeden Toilettengang anrechnen und verlangen, dass du diese Zeit nacharbeitest, wenn du es so genau nimmst.

Ich sehe aber auch keinen Grund für eine Kündigung wegen so einer Lappalie. Den Müll kannst du auch am nächsten Morgen noch wegbringen.

Antwort
von SupraX, 21

Wenn es tatsächlich unbezahlte Überstunden sind für die auch ausdrücklich kein Freizeitausgleich vorgesehen ist, dann hast du recht.

Fast immer findet sich in Tarifverträgen oder auch individuellen Arbeitsverträgen eine entsprechende Regelung für Überstunden. Der Arbeitnehmer hat in der Regel gewisse Überstunden hinzunehmen, wenn diese betrieblich notwendig sind. Allerdings sind diese auch auszugleichen, sofern sie nicht bereits mit dem Gehalt pauschal abgegolten sind (was aber auch kein Freibrief für unendlich unbezahlte Überstunden wäre).

Dein Chef darf dir also nicht völlig grundlos Überstunden aufbrummen und diese dann bewusst nicht ausgleichen.

In der Praxis dürfte es für dich jedoch schwierig sein das dann auch zu belegen. Dein Chef wird sicher nicht in die Kündigung schreiben "verweigerte unbezahlte und nicht vereinbarte Überstunden".

Antwort
von AntwortMarkus, 31

Es kann nur gekürzt werden, wenn du dich grob fahrlässig verhalten hast, Zum Beispiel wenn du gekündigt hast, ohne eine neue Jobaussicht.

Antwort
von Dave0000, 36

In meinem Vertrag steht sowas drin wie das der Arbeitnehmer x Überstunden die Woche dulden muss wenn der Betrieb dies benötigt
Und das diese Stunden sogar mit dem Gehalt abgegolten sind
Auch wenn es bei mir noch nie dazu kam "könnte" mein AG das ach mit mir machen

Kommentar von tommy40629 ,

Dann darf aber der Stundenlohn nicht unter 8,50€ fallen?

Kommentar von kevin1905 ,

Richtig.

Kommentar von Dave0000 ,

Ja gut da bin ich drüber

Kommentar von Claud18 ,

Es gibt aber auch bereits ein Gerichtsurteil darüber, dass derartige Klauseln in Arbeitsverträgen normaler Arbeiter sittenwidrig und daher nichtig sind. Überstunden können angeordnet werden, müssen aber dann zumindest mit Freizeitausgleich abgegolten werden. Lediglich Führungskräften, die auch ein entsprechendes Gehalt beziehen, kann man unbezahlte Überstunden zumuten.

Kommentar von Dave0000 ,

Bitte einmal die Quelle des Gerichtsurteils angeben!
Und ein Urteil ändert doch nicht alle Gesetze oder?

Antwort
von Wippich, 24

Da bekommst Du keine Kürzung

Antwort
von Shorty2m08, 27

ich gehe auch pünktlich. Die hätten dich deshalb auch nicht kündigen dürfen wenn ich mich nicht irre.

Kommentar von AntwortMarkus ,

Es sei denn, im Arbeitsvertrag verpflichtet man sich zu gelegentlichen Überstunden. Da sichern die sich nämlich meißtens ab.

Kommentar von Familiengerd ,

verpflichtet man sich zu gelegentlichen Überstunden

Das bedeutet aber noch lange nicht, dass der Arbeitgeber willkürlich/nach Belieben Überstunden anordnen darf - von der Verpflichtung zur Entgeltung ganz zu schweigen (wenn nicht formal korrekt eine Pauschalentgeltung vereinbart wurde).

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