Frage von Joe789, 119

Was kann an einem E-Auto alles kaputt gehen (außer Akku!)?

Immer wieder hört und liest man das diese quasi Unverwüstlichkeit ein Vorteil der E-Autos gegenüber Verbrennern ist. Was ist da dran und wie hoch können Reparaturen bei E-Autos werden. Beispiel: Bei unserem Mercedes war der Turbolader nach 130.000km defekt und fast 5.000€ fällig. Ein Schlag ins Kontor!

Antwort
von dalko, 46

Hallo Joe789,

Was kann an einem E-Auto alles kaputt gehen

Alles! An jedem technischen Gerät kann natürlich jede verbaute Komponente einen Defekt bekommen, es ist nichts davon auszuschließen.

Die Frage ist nach der Wahrscheinlichkeit, mit der ein Ausfall zu erwarten ist. Und das ist bei einem Elektroauto in den Komponenten, die den Unterschied zu einem Auto mit Verbrennungsmotor ausmachen, eigentlich nur so zu beantworten:

  1. Elektromotoren, wenn richtig dimensioniert, haben sehr selten einen Schaden, da es viel weniger Verschleißteile gibt. Das sind in erster Linie die Lager, und die funktionieren in der Regel das komplette "Leben" eines Elektro-Autos ohne Störung. Falls aber eine Reparatur notwendig werden würde...Kosten kann ich nicht vorhersagen, maximal die Austauschkosten eines kompletten E-Motors...Ein Anruf beim nächsten Anbieter von E-Autos beantwortet diesen Teil deiner Frage
  2. Eine Störanfällige Auspuffanlage ist nicht vorhanden
  3. Die Gemischaufbereitung / Einspritzung ist nicht vorhanden
  4. Zündanlage nicht vorhanden
  5. Bremsen sind ein Verschleißteil und müssen natürlich je nach Abnutzung repariert werden
  6. Kupplung ist ein Verschleißteil
  7. Getriebe ist eventuell nicht vorhanden bzw. kann viel einfacher ausgelegt werden und lebt deshalb deutlich länger, in der Regel tritt während der Nutzungsdauer kein Problem aus.
  8. Ein Differential ist nicht vorhanden

Alles andere kann natürlich den Geist aufgeben wie bei einem "normalen" Auto und die Kosten sind vergleichbar.

Grüße, Dalko

Kommentar von Comment0815 ,

Schöne, ausführliche Aufzählung. Ich möche aber noch was ergänzen: Die Bremsen können teilweise durch Rekuperation also "Motorbremse" entlastet werden.

Und soweit ich weiß besitzt ein E-Auto keine Kupplung, da der Drehzahlbereich des Motors sehr groß ist. (Falls das nicht der Wahrheit entspricht lasse ich mich gerne korrigieren.)

Kommentar von dalko ,

Danke für deine Ergänzungen. Durch die Rekuperation werden die Bremsen tatsächlich entlastet und der Wechsel der Bremsbeläge hinausgeschoben.

Ob eine Kupplung benötigt wird, habe ich zuerst überlegen müssen. Da aber in einer Notbremssituation die Kraftübertragung sofort unterbrochen werden muss und es nicht ausreichen würde, einfach die Drehzahl auf 0 zu fahren (Massenträgheit der bewegten Teile des E-Motors), gehe ich davon aus, dass eine Kupplung noch notwendig ist, um die Kraftübertragung sofort zu unterbrechen... bin mir aber auch nicht sicher, ob und wenn ja, welche technischen Alternativen eingesetzt werden. Denkbar wäre eine automatisch betätigte Kupplung, sobald gebremst wird.

Dein Hinweis auf den großen Drehzahlbereich hat bei mir die Überlegung ausgelöst, dass das Getriebe deshalb wegfallen könnte. Die Kraftentwicklungskurve der verwendeten E-Motoren ab Stillstand bis Maximalgeschwindigkeit würde interessieren, mal sehen, ob ich da noch etwas finde, und melde mich dann wieder.

Kommentar von dalko ,

So, habe brauchbare Info gefunden:

http://www.heise.de/autos/artikel/Doppelkupplungslos-mit-eDCT-1802337.html

http://www.ingenieur.de/Fachbereiche/Antriebstechnik/Das-Getriebe-in-Elektrofahr...

Wenn man den E-Motor in dem Bereich drehen lassen will, wo er den besten Wirkungsgrad hat, und der liegt über 90%, dann kommt man an einem Getriebe nicht vorbei, wobei es weniger Stufen benötigt. Dadurch lässt sich die Reichweite eines E-Autos um ca. 20% steigern im Vergleich zu einem E-Auto ohne Getriebe.

Zum Anfahren benötigt man keine Kupplung, ob aber eine Art Freilauf (auch eine Art nur in eine Richtung wirkende Kupplung) ausreicht, Antriebskraft sofort von den Rädern zu nehmen, weiß ich nicht.

Antwort
von SpitfireMKIIFan, 16

Beim E-Auto hast du statt Getriebe, Motor, Tank und Anbauteilen halt einen oder mehrere E-Motoren, Akkus und die dazugehörige Elektronik. Alles Andere ist weitesgehend identisch und genauso anfällig. Fahrwerk, Bremsen, korrosionsgefährdete Teile usw. gibts auch im E-Auto.

SPeziell hinzu kommt die relative Anfälligkeit von Elektronik (was sich schwer lokalisieren und oft nur teuer beheben lässt), mechanische Teile am E-Motor (allen voran Lager) sowie Sensoren dort.

Antwort
von Fraganti, 40

Guck dich doch um. Was geht immer als erstes kaputt? Exakt, alle Arten von Elektrogeräten und eine Reparatur lohnt sich bei keinem davon. Lass dir von der Industrie keinen Bären aufbinden. Sie wollen durch die Dummheit der Masse mal wieder den Provit maximieren und den Absatz steigern. 

Antwort
von mau339, 61

E-Autos sind robusster ja aber in anderen bereichen anfälliger z.B. ist das öffentliche Ladenetz noch nicht wahnsinnig gut ausgebaut vor allem in westlichen Ländern
Wegen rep. Kösten kann man sich streiten da wären die normalen Verschleissteile z.B. Kupplung Bremsen Leitungen etc. Richtig teuer wird es wenn sich der motor verabschiedet oder die Batterie

Kommentar von Joe789 ,

Laden ist mit Schnelllader zu Hause kein Problem. Der Akku wird gemietet und ist daher auch nicht relevant. Stand aber auch in der Überschrift.


Antwort
von Alopezie, 18

Die ganze Steuer Elektronik. Sachen wie Reifen, bremsen, lichter und sowas lasse ich mal weg, die sind bei jedem Auto eine "Gefahr"

Antwort
von Jomi225, 24

Guten Tag

Einmal im Winter 2-Wochen stehen lassen sind die platt. Kannst dich dann ja mal erkundigen was eine neue Batterie kostet.

Mit freundlichen Grüßen

Kommentar von Joe789 ,

Die Batterie wäre gemietet. Unser Twizy stand auch schon mal 4 Wochen wegen Frost draußen und lief einwandfrei weiter.

Kommentar von Jomi225 ,

Achso hatte ich ganz vergessen. Die Batterie gehört einem gar nicht.

Expertenantwort
von Hamburger02, Community-Experte für Auto, 36

Emotoren sind prinzipiell robuster. Als einzige Verschleißteile kämen da die Motorlager in Frage.

Die größte Defektquelle dürfte da die Steuerelektronik sein.

Antwort
von Juuulian, 55

Ich bin kein Fachmann, aber ich weiß nur das ein Elektromotor weniger anfällig ist als ein Verbrennungsmotor.
Da weniger bewegliche Teile vorhanden sind.

Kommentar von Joe789 ,

Das habe ich so auch immer wieder gehört. Aber ich bin kein Fachmann und mehrere Meinungen könnten hilfreich sein ... oder noch mehr verwirren ;)

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