Frage von Trauma228, 39

Was ist, wenn man einfach keine Lust mehr auf sein Leben hat?

Anders als viele Depressive finde ich mich nicht hässlich oder dumm. Eigentlich bin ich zufrieden mit mir. Mich regen andere Menschen aber immer auf und ich hab einfach kein Bock mehr zu leben. Schulabschluss machen (schaff ich eh nicht), sich ein Mann suchen, zwei Kinder kriegen, sich trennen blablabla...Langweilig. Ich liebe Freiheit und hier wird immer alles gesellschaftlich vorgeschrieben. Es gibt gar keinen Grund zu leben finde ich. Das mit der Liebe ist doch nur alles programmierter Hormonsch. Sex finde ich schon verständlicher, aber im Endeffekt sind wir ja nur weiterentwickelte Tiere. Alles Hormongesteuert! Nix mit Liebe oder so. Ich find das Leben einfach besch.

Antwort
von norbert9014, 3

Also: "Spring!"

-

- ... oder was hält Dich?

Die Frage ist doch wirklich die, warum Du bisher eben noch nicht gesprungen bist? Da scheint es Gründe zu geben

Mal so mit allem zu Hadern, mit dem Jenseits zu kokettieren, sich aus allem ausklinken... das sind Phasen die jeden Menschen mal ereilen: Den einen mehr, den anderen weniger.

Du bist eben bei denen, die es mehr betrifft.

Bist Du überhaupt depressiv? Alleine Deine Einlassung "....Anders als viele Depressive finde ich mich nicht hässlich oder dumm. Eigentlich bin ich zufrieden mit mir..." sagt das ja eben nicht aus: Im Gegenteil, eher eine deutliche Abgrenzung,- aber auch einen leichten Hauch von Arroganz.

Wer dazu fähig ist... ist m.E. nicht depressiv.

Du bist in einer schwermütigen Stimmung... aber hey! November, die Nebel wallen in der Früh... die Nächte sind langer und früher und es ist feucht! Wo soll da die Leichtigkeit herkommen, die einem das Leben so süß macht?

Ich glaube, dass solche Phasen wichtig sind: zum Nachdenken, zum "sich sortieren"... sich eine eigene Meinung bilden;- ... besser: Eine eigene Lebenshaltung zu den einen oder anderen Lifestyle-Ereignissen und gesellschaftlichen Trends und Verhaltensvorgaben .... und zu eigenen, tiefen Emotionen zu entwickeln.

Das ist nie leicht. 

Und was sollte ich Dir sonst sagen? Gründe für Dein Leben nennen?

Das kann ich gar nicht.. das will ich auch nicht. Ich weiß, warum mein Leben ein gutes zu sein scheint: Die für Dein Leben musst Du selber finden. 

Du würdest Dich auch wehren, wenn.... wer auch immer... Dir erzählen würde, warum Dein Leben so scheinbar toll sein könnte, ... wenn Du...  ja, wenn Du...

.. Du müsstest und solltest Dich nach den Vorstellungen anderer Menschen verhalten. Das funktioniert anfangs vielleicht, aber irgendwann möchte man wieder zu seinen eigenen "Das kann ich auch alleine- bist Du meine Mutter?" Haltungen zurückkehren

Oder Du schließt Dich einer Sekte an: Da wird dann kollektiv auf eigene Hirnleistung verzichtet, süß gelächelt und harmonisiert...

... aber wie sollte das jemanden wie Dich beeindrucken, der sich dagegen wehrt hormongesteuerte und weiterentwickelte tierische Triebe anzuerkennen und sich gegen die profane Lebensplanung "...Schulabschluss machen (schaff ich eh nicht), sich ein Mann suchen, zwei Kinder kriegen, sich trennen blablabla...Langweilig...." stellt.

P.S.: Könnte es sein, dass Du einfach in der Schule gerade keinen Fuß auf den Boden bringst? Und dann ist es einfacher gegen alles zu sein...dann kann man die Schule leichter ausblenden.

Wo, also, liegen Deine Prioritäten??

Schwerer Stoff zum Denken, ich weiß.... aber ich bin so gerne gegen den Strich gebürstet  :-)

Sincerely, Norbert



Antwort
von Xaxoon, 12

Depressiv bedeutet nicht, sich hässlich oder dumm zu fühlen. Depressive Menschen sehen keinen Sinn in ihrer Existenz, weil die durch die Erkrankung eingeschränkte Wahrnehmung ihnen keine schönern Seiten des lebens sehen lässt. In deren Wahrnehmung ist tatsächlich alles triest, öde. Dazu kommen dann noch die körperlichen Zustände wie Müdigkeit, Kraftlosigkeit, usw.

Ich als betroffener ärgere mich beinahe oft über die Unwissenheit anderer Menschen. Wenn jugendliche Liebeskummer haben, sagen sie sie wären depressiv. Hat jemand Zoff in der Arbeit, ist er depressiv. 

Nur Menschen, die echte Depressionen erlebten und eigentlich lieber tot wäre, jetzt echt, nicht sprichwörtlich, mit Plan wie man es machen wird - weil man einfach nicht mehr kann - die wissen was es bedeutet depressiv zu sein.

Depressionen sind eine schwere seelische Erkrankung, und kein Gemütszustand!

Kommentar von Trauma228 ,

Also ich war 5 Monate stationär in einer Klinik und 4 Monate in einer Tagesklinik. Dann hatte ich 2 Jahre ambulante Therapie und war immer kurz davor in eine Geschlossene Klinik zu kommen. Ich hatte auch Selbstmordabsichten und habe mich geritzt. Ich finde meine Meinung nicht depressiv, weil es mir schon viel schlechter ging.

Kommentar von Xaxoon ,

Ok, dann weißt Du doch wovon ich rede. Ich war selbst nach einem schweren Motorradunfall mit bleibender Behinderung jahrelang schwer depressiv, Antidepressiva, Psychiater, Psychotherapie, das gesamte Programm.

Da Du ja aber offenbar so reflektiert bist und darüber reden kannst, würde ich Dir zur Psychotherapie raten, denn Du darfst nicht ernsthaft erwarten, hier Hilfe zu bekommen. Das können nur Fachleute.

Antwort
von Xgirlx1998, 12

leb einfach den moment, also versuche immer das beste aus dem tag rauszuholen. egal ob er langweilig, sche... oder keine ahung wie war. irgend ein ziel musst du deinen leben geben oder gegebn haben. selbst wenn es kleine ziele sind.. wie z.b. topkomment auf facebook unter einen bild zu werden haha

Antwort
von Tagwerker, 9

Bleibe alleine und ziehe durch die Länder. Mache ein freies
Leben und irgendwann stellst du den Sinn des Lebens fest und dann willst du
nichts mehr anderes als Leben.

Lebe nach einer Divise.

z.B.  Wie lange ich lebe, liegt nicht in meiner Macht;  dass ich aber, solange ich lebe, wirklich lebe, das hängt von mir ab.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten