Frage von xyz4646, 42

Was ist Vorteilhaft bei einer direkten Demokratie?

Antwort
von dataways, 2

Den einzigen Vorteil, den ich in direkter Demokratie sehe, ist der, dass nach Volksentscheiden, die negative Konsequenzen für ein Land nach sich ziehen, sich hinterher niemand mehr über Politiker beschweren kann.

Das Zauberwort heisst Schwarmintelligenz, der Spiegel schreibt dazu: "Gemeinsam sind wir dümmer".

Warnende Beispiel sind in Großbritannien (Brexit) und in der Schweiz zu sehen. Die Schweiz ist kein NATO-Mitglied, weil es die Bürger so wollten. Konsequenz: Der Staat wurde 2009 von Libyen regelrecht gedemütigt.

Die Schweiz ist kein EU-Mitglied, weil es die Bürger so wollten.
Konsequenz: Der Staat setzt brav EU-Richtlinien im Land um, ohne in Brüssel darüber mitbestimmen zu können.

Ein weiteres Beispiel für Schweizer Schwarmintelligenz ist die sogenannte

Mundart-Initiative im Aargau 2014. Laut dem Volksentscheid darf in den Kitas nur noch Mundart gesprochen werden. Konsequenz: Die Kinder lernen dort kein Hochdeutsch, das sie später in der Schule sprechen müssen, ausländische Erzieherinnen verlieren ihren Job in den Kitas, da sie nur hochdeutsch sprechen können, die Betreuungsangebote im Kanton werden wohl ausgedünnt, wenn sich keine einheimischen Erzieher finden lassen.

Warum glauben einige Zeitgenossen, dass uninformierte Bürger bessere Entscheidungen treffen, als Politiker, die sich in die Materie eingearbeitet haben?

Antwort
von StevenArmstrong, 2

Hallo,

wäre auf jeden Fall besser, als unerere repräsentative Demokratie, in der die Abgeordneten von der Wirtschaft korumpiert werden können.

Direkte Demokratie funktioniert in der Schweiz und Frankreich wunderbar.

Ein Nachteil wäre jedoch, dass alle mitabstimmen dürfen, also auch diejenigen, die sich mit dem betreffenden Thema kaum oder gar nicht beschäftigt haben.

Dem könnte man mit einer Abtsimmungspflicht entgegenwirken. Dann würden auch mehr Leute, die sich ernsthaft mit dem Thema auseinadergesetzt haben, mit abstimmen.

Und diejenigen, die sich eigentlich nicht für das Thema interessieren oder geringfügig damit auseinandersetzen würden vllt. sich mehr damit auseinandersetzen, als wenn es keine Abstimmungspflicht gäbe.

Kurz: Direkte Demokratie wäre sinnvoller, insbesondere wenn es eine Abstimmungspflicht gäbe.

MfG

Steven Armstrong

Antwort
von dermitdemball, 11

Die Politik bleibt "Volksnah" - entfernt sich nicht zu sehr vom Bürgerwillen!

Z.B. über das CETA - Abkommen müsste es unbedingt eine Volksbefragung/Volksabstimmung geben! Viele wissen gar nicht wie allumfassend dieses 1500 Seiten starke "Teufelsmachwerk" in die Souveränität und Selbstbestimmung der EU-Staaten eingreift!

Alleine das außer Hand geben der nationalen Gerichtsbarkeit an niemals unabhängige (Konzergesteuerte) Schiedsgerichte, ist eine so wichtige tiefgreifende einschneidende Maßnahme, dass darüber unbedingt das Volk befragt werden muss!

Früher mussten Konzerne hier bei unseren Gerichten klagen, um Recht zu bekommen! Und man hatte die Chance bis zu 4 mal in Berufung zu gehen, um Recht zu bekommen! (bis zum Europäischen Gerichtshof)

Geht CETA durch, dann entscheiden die (Konzerngesteuerten) Schiedsgerichte und ihre Entscheidungen sind unumstößlich! 

Jeder der die Menschen kennt weiß, dass Schiedsgerichte niemals unabhängig sein können! Mit Aussicht von EU-Staaten Milliarden zu erstreiten, investieren die Konzerne einige Millionen für die Schiedsrichter (Briefkastenfirmen - Nummernkonten) und bekommen immer Recht! (Wie man bei den schon bestehenden Schiedsgerichten sieht!)

Das Schweizer Modell ist vorbildhaft! Über jede wichtige, einschneidende Entscheidung wird das Volk befragt, nachdem die Vor- und Nachteile ganz klar dar gelegt werden!

Kommentar von dataways ,

Viele wissen gar nicht wie allumfassend dieses 1500 Seiten starke Teufelsmachwerk" in die Souveränität und Selbstbestimmung der EU-Staaten eingreift!

Und sehr viele wissen nicht, um was es geht, wenn sie darüber abstimmen gehen würden. Wem die Bild-Zeitung und der Kölner Express zu intellektuell ist, wird auch nicht verstehen, was in einem Vertrag steht.

Kommentar von dermitdemball ,

... wird das Volk befragt, nachdem die Vor- und Nachteile ganz klar dar gelegt werden!

Antwort
von dan030, 5

Der Vorteil, dass die Entscheidungen wirklich vom Volk getroffen werden.

Bei der "repräsentativen" Demokratie hingegen wählt man - wie der Name schon sagt - nur irgendwelche Repräsentanten, die im Prinzip das Blaue vom Himmel versprechen können. Meist halten sie danach dann nicht Wort. Und dafür kann man diese Repräsentanten dann nicht einmal zur Rechenschaft ziehen.

Antwort
von adabei, 33

Ich kann nicht viel Vorteilhaftes sehen.
Bei eher unwichtigen Dingen könnte ich mir das noch vorstellen.
Bei Themen von wirklicher Tragweite würden viele Leute über Sachverhalte abstimmen, von denen sie keine Ahnung haben. Es würde eher Stimmungsmache als Sachverstand entscheiden.
Ich möchte z.B. in Deutschland keine Abstimmung über die Todesstrafe haben. Vor dem Ergebnis hätte ich Angst.

Kommentar von MutZurWarheit ,
 in Deutschland keine Abstimmung über die Todesstrafe haben. 

wenn das Volk diese wieder einführen wollen würde wäre das gemäß "Alle MAcht geht vom Volke aus ok!"

Kommentar von adabei ,

Und genau davor hätte ich Angst. Das klingt vielleicht anti-demokratisch, aber ich möchte nicht, dass eine von Rachegelüsten gesteuerte Masse so eine wichtige Frage entscheidet.

Kommentar von atzef ,

Diese Angst ist nicht "antidemokratisch", sondern vernünftig und eben modern-demokratisch. :-)

Demokratie, man schaue sich die Antike an oder auch die US-Südstaaten, Südafrika, etc., verträgt sich durchaus mit Sklavenhalterei und Apartheid.

Eine moderne Demokratie aber ergänzt die Mehrheitsentscheidung um individuelle Grund- und Menschenrechte als Abwehr- und Schutzrechte gegenüber antifreiheitlichen Anmaßungen des staatlichen Souveräns und setzt diesen rechtsstaatliche Grenzen.

Kommentar von atzef ,

Das stimmt eben nicht. 1. würde sie niemals "das Volk" einführen wollen. "Das Volk" als Entscheidungssubjekt ist eine Fiktion ohne reale Existenz. Bestenfalls würde eine Mehrheit der Bevölkerung einer Minderheit der Bevölkerung temporär ihren Willen aufzwingen.

Und ansonsten wäre 2. auch eine solche Mehrheitsentscheidung verfassungswidrig, weil sie totalitär in den Schutz individueller Grundrechte und Freiheiten des Einzelnen auch gegenüber dem Souverän eingreifen würde.

Kommentar von atzef ,

Das Ergebnis teile ich, die Begründung nicht. Sachkompetenz ist für Wahlentscheidungen nicht nötig. Dafür müssen die Bürger nur eine Idee von ihren Interessen haben. Ich bin auch kein Atomphysiker, würde mich wahlpolitisch aber immer gegen Atomenergie entscheiden, weil mir die zu risikobeladen ist.

Weiter dürfte in Deutschland aufgrund der Verfassungsgarantie der Grundrechte über diese gar nicht abgestimmt werden. Eine Volksabstimmung über die Einführung der Todesstrafe wäre schlicht verfassungswidrig. Ebenso Abstimmungen über das Verbot von Parteien (bei der NPD ca. 85 % dafür, bei der AfD vermutlich auch eine Mehrheit...:-) ), über ein Burkaverbot, über die Aufahme von Flüchtlingen etc...

Kommentar von adabei ,

Ja, deine Begründung ist eindeutig besser.

Antwort
von Diodeicieli, 4

Bei unwichtigen oder lokalen Entscheidungen ja - bei wichtigen Entscheidungen nein.

Antwort
von herja, 23
Antwort
von voayager, 12

Nun, dann hat das Volk wirklich was zu melden, verharrt nicht mehr in Ohnmacht wie hier in Germany und in etlichen anderen Ländern auch. Dies kann sich zwar der tapfere Bundesbürger nicht vorstellen, doch das ist wieder ne andere Geschichte.


Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 8

Nichts. Ich sehe nur Nachteiile. Eine direkte Demokratie ist ein antiquierter  Anachronismus aus prämodernen Zeiten.

Antwort
von freihstein, 24

Das jeder einzelne bei wichtigen Themen seine Stimme abgeben kann!

Feine Sache!

Kommentar von adabei ,

Und wie viele Leute würden über Themen abstimmen, von denen sie keine Ahnung haben?

Kommentar von freihstein ,

Ahnung haben auch längst nicht alle Politiker die da drüber abstimmen. Es geht um die Meinung! Ahnung haben oder sollten dann die Experten haben, die den Volkeswille umsetzen!

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