Frage von elfriedest6, 96

Was ist so schlimm wenn die Engländer ihr Land alleine regieren möchten?

.. Der Brexit ist ja fast beschlossene Sache...

Doch was ist so schlimm daran wenn England, alleine, ohne EU sein möchte?

Die Schweizer sind auch nicht in der EU, haben Ihr Eintritts Gesuch zurückgezogen, und kommen auch ganz gut klar.

Warum also so viel Panik mache.

Nestlé, Vitol, Tetra Pak International, Roche Holding, - alles Schweizer Unternehmen - die International tätig sind!!! - Warum dann solch Panik mache das eine Firma wie Vodafone geht (auch nur Panik mache um druck auf Politik auszuüben)...

.. Sie gehen, ja, ... aber ansonsten geht doch alles normal weiter, nur das die ENgländer, bei vielen Entscheidungen die in der EU getroffen werden, nicht mehr mit entscheiden, ....und das Insel "Völkchen", sein ding selber macht wie eh und je, es auch schon immer das Schweizer Bergvolk getan hat.

Antwort
von soissesPDF, 11

Der Brexit ist noch keine beschlossene Sache.
Es muss ohnehin verhandelt werden.

Dass es irrationale Reaktionen in der Wirtschaft hat kann nicht Grundlage demokratischer Meinungsbildung sein.
Was Briten nicht wollen ist eine EU-Diktatur, sondern ihre nationale Souveränität bewahren.
Das ist ihr gutes Recht und ebenso die Verfassungswirklichkeit aller Nationalstaaten.

Die EU wird sich ändern müssen, demokratischer und sozialer werden, falls nicht geht die EU in den Orkus der Geschichte.

Antwort
von clemensw, 56

Zuerst einmal ist der Brexit noch lange nicht "beschlossene Sache". Bisher gibt es nur ein Referendum, das noch dazu nicht bindend ist.

Als nächstes: Die Briten dürfen ja gerne ihr eigenes Ding machen. Nur sollen sie bitte nicht erwarten, daß es ihnen dann wirtschaftlich weiter so gut geht wie jetzt.

Internationale Unternehmen können den Wegfall einzelner Märkte kompensieren - z.B. wie Vodafone durch Verlagerung.

Anderes Beispiel: Mini gehört zur BMW Group. Produziert wird in UK, aber 8 von 10 Autos werden in die EU exportiert. Wenn jetzt zwischen UK und EU eine Zollgrenze errichtet wird - was macht BMW dann wohl? Richtig, die Produktion aufs Festland verlagern.

Airbus wir auch keine Flügelteile mehr in Filton und Broughton herstellen lassen, wenn die auf dem Weg nach Toulouse plötzlich 10% teurer werden. Und puff, lösen sich mal eben 10.000 Arbeitsplätze in UK in Luft auf.

Bereits jetzt im Vorfeld des möglichen Brexits sichern sich viele Unternehmen ab: Siemens stellt alle Investitionen in UK ein, JP Morgan hat angekündigt, 4000 Jobs woanders in der EU aufzubauen, usw.

Treffen wird es - wie immer - KMU und den "kleinen Mann". Vergleich mal die Entwicklung an der Londonder Börse zwischen dem FTSE 100 (große, internationale Firmen, haben ihre Verluste nach dem Referendum wieder wettgemacht) und dem FTSE 250 (kleinere, nationale Firmen, liegen immer noch 7,5% unter dem Wert von letzter Woche)

Oder schau dir die Benzinpreise an: Im Mai lag der Liter Diesel im Durchschnitt bei 109,3 Pence, aktuell zahlt man 112,14 Pence.

Das ist nur eine kleine Auswahl dessen, was der Brexit - auch wenn er noch gar nicht stattgefunden hat - bereits kaputt gemacht hat.

Und die Schweiz ist übrigens auch nicht das "isolierte Bergvölkchen", als das Du sie darstellst. Es gibt mehrere Vertragspakete (Bilaterale I und II), die der Schweiz u.a. Zugang zum E-Binnenmarkt geben (u.a. inkl. Personenfreizügigkeit, was die Brexiter ja ablehnen).

Kommentar von MehrWissen ,

Ganz ausgezeichnet klare Antwort.

Antwort
von lupoklick, 42

Schweiz und Norwegen, auch Liechtenstein sind durch zahlreiche Verträge uber den Europäischen Wirtschaftsraum  mit der EU verbunden und zahlen "Gastbeiträge", sind auch für den freien Austausch.... Was England NICHT will! .... England trauert in Überheblichkeit mit Schirm, Charme und Melone,  seinem "Weltreich" nach, was für Andere nicht zutrifft,,,

..England müßte schockweise neue Verträge mit den Einzelstaaten knüpfen und hätte Grenzprobleme wegen  Gibraltar am Hals.  --- Schengengrenze mitten in Irland ließe alte, von England duch "konfessionelle Säuberungen" geschürte sogenannte "Religionskriege" wieder aufflammen....

Europa wäre irgendwann aus humanitären Gründen "verpflichtet", seinem "wunderlichen Onkel auf der Insel" aus wirtschaftlicher Not zu helfen....

Kommentar von clemensw ,

Der "wunderliche Onkel" wird wieder zum "kranken Mann von Europa - wie damals in den 1970ern. Viel Spaß, liebe Briten, beim nächsten "Winter of Discontent" - 17% Inflation sind schon eine Hausnummer...

Antwort
von lupoklick, 1

Die Schweizer (mit Liechtenstein) und auch Norwegen gehören zum EWR und zahlen für den Zugang zum EU-Binnenmarkt und für die Freizügkeit, die GB strikt ABLEHNT,,,,

Antwort
von OnkelSchorsch, 74

Lies doch einfach die drölfhundert identischen Fragen:

https://www.gutefrage.net/tag/brexit/1

Da findest du genug Antworten.

Antwort
von MehrWissen, 12

Liebe elfriedet6,

auch als Mitglied der EU kann man klar sagen, dass ein Land sich souverän durch das eigene Parlament regiert. EU-Beschlüsse, die sich auf EU-Nationalstaaten auswirken, kommen durch "Mitwirkung" der von den Einzelstaaten gewählten EU-Abgeordneten und durch die ebenfalls von Nationalstaaten entsandten EU-Kommissare (= ausführende "EU-Regierung") zustande. "Gefühlmäßig" können wir dieses auch schlecht nachvollziehen und so kommt es vielen Menschen so vor, als dass wir von "Brüssel" fremdbestimmt regiert werden. Und in Großbritannien war diese emotionale Wahrnehmung besonders durch BREXIT-Befürworter geschürt worden.

Antwort
von Modem1, 37

Da scheiden sich die Geister am Brexit. Glammheimlich freuen sich die EU Gegner. Während die EU Anhänger sich Gedanken machen was die Briten für Nachteile ohne EU haben: Sie bescheinigen den Briten nur Nachteile.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community