Frage von Muadeep, 164

Was ist so schlimm daran, dass die Briten nicht mehr in der EU sein wollen?

Britannien ist sehr konservativ und sehr stolz auf sich und ihre Monarchie, ich weiß. Aber welche Nachteile hat es denn genau, wenn die raus aus der EU sind? Immerhin hatten die immer noch ihr altes Geld, was schon ein Zeichen war. Und es gibt in Europa einige Länder, die nicht in der EU sind und denen es gut geht. Ich glaube, für Deutschland wäre das auch nicht so schlecht. Immerhin würden wir jedes Jahr Milliarden sparen und für sinnvolle Dinge ausgeben können statt für hunderte Politiker in Brüssel. Und wir müssen uns nicht über Dinge, wie TTIP unterhalten und ärgern, was unsere eigene Wirtschaft kaputt machen wird. Ich denke, das und mehr sind Gründe für den Ausstieg?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Interesierter, 45

Natürlich kann man das so sehen, nur ist diese Sichtweise doch sehr kurzsichtig. Der Austritt von GB an sich wäre nicht das Problem, stünden nicht jetzt schon weitere Länder bereit, sich ebenfalls von der EU zu trennen.

Dies könnte letztlich die EU komplett zerreißen.

Die EU ist neben den USA der größte Spieler am Tisch. Jede Nation für sich hätte bei weitem nicht das Gewicht. Die Bedeutung Europas würde schwinden. Nutznießer wären vor allem die USA und China. Deren Einfluss würde sich deutlich ausweiten.

Von der Friedenssicherung durch die EU mal ganz abgesehen.

Kommentar von Muadeep ,

Ok. Eine teilantwort habe ich jetzt. Und was sind die definitiven Nachteile?

Kommentar von Interesierter ,

Wenn Europa mit einer geeinten Stimme spricht, hat dies großes Gewicht. Solange sich die Staaten der EU einig sind, kommen daran nicht mal die USA vorbei.

Sind sich die Staaten der EU nicht einig, werden sie sich gegenseitig ausspielen. Das stärkt Mächte von ausserhalb und schwächt die eigene Position.

Jedes Mitglied muss sich die Frage stellen, ob es einen Teil seiner Souveränität abgibt, um dadurch Teil einer großen Wirtschaftsmacht zu sein oder ob es seine Souveränität behält und gleichzeitig zum Spielball der großen Nächte wird.

Antwort
von quantthomas, 43

Vielleicht sollte man das Abstimmungsergebnis etwas differenziert betrachten. 

Die älteren Briten haben mehrheitlich für den Austritt gestimmt, weil sie sich wahrscheinlich beim "5 Uhr-Tee", von den hart arbeitenden Polen gestört fühlten. 

Die Jugendlichen, die im Ruf stehen, sowieso nur Unsinn im Kopf zu haben, stimmten für den Verbleib in der EU. 

Welche Generation vernünftig gehandelt hat, werden wir Kontinentalbewohner, in den nächsten Jahren live miterleben. 

Selbstverständlich sollte jetzt dieser Boris Johnsen den Posten des Premierministers bekommen, damit wir sehen können,wie Großbritannien das schafft. 

Den nächste Schachzug müßte jetzt eigentlich die Schotten tätigen. 

Antwort
von frax18, 75

Aktuell ist gar nichts schlimm daran. Es könnte die EU endlich wachrütteln etwas an ihrem System grundlegend zu verändern, was ich hoffe, denn ganz unrecht hat Großbritannien auch nicht. Die Politik der letzten Jahre war einfach nur eine Fas und mit welchem Recht nehmen sich ungewählte Politiker außerhalb eines Landes heraus über andere Länder in solchem Umfang zu bestimmen? Da wurden mehr Milliarden verschleudert als Großbritannien es in den nächsten Zeit jemals schaffen wird, siehe z.B. Griechenland.

Es ist einfach nur Hysterie, die in den Medien verbreitet wird. So funktioniert das deutsche Fernsehen nun mal. Keiner weiß, was als nächstes kommt. Benachteiligt sind erstmal vllt. Investoren, Börsen und all die großen Geldsäcke, die von der EU aus am englischen Markt teilhaben und umgekehrt. Für dein Kleinen ist es erstmal nicht besonders relevant.


Kommentar von Herb3472 ,

Für dein Kleinen ist es erstmal nicht besonders relevant.

Für den Kleinen wird es dann relevant, wenn die Exportwirtschaft nach Großbritannien einbricht und die "Geldsäcke" wegen der zurückgehenden Auftragslage scharenweise Leute entlassen müssen.

Kommentar von frax18 ,

Die werden dann wieder woanders eingestellt. Mal doch nicht so schwarz. :)

Mal abgesehen davon: In so einem großen Exportkonzern würde ich ohnehin nicht arbeiten wollen, weil genau da die Probleme sitzen.

Kommentar von Crack ,

Es ist einfach nur Hysterie, die in den Medien verbreitet wird.

Kureinbrüche von 10% und eine Abwertung des englischen Pfund um bis zu 13% sind schon etwas mehr als Panikmache.

Das solltest Du jetzt nicht schön malen...

Kommentar von Herb3472 ,

Die werden dann wieder woanders eingestellt. Mal doch nicht so schwarz. :)

Die Zeiten des Wirtschaftswunders und der Vollbeschäftigung sind schon lange vorbei. Es ist kein Geheimnis und keine Schwarzmalerei, dass wir seit Jahrzehnten immer wieder am Rande einer Weltwirtschaftskrise vorbeigrundeln. Mit "die werden schon wo anders eingestellt" ist das Arbeitslosenproblem nicht gelöst.

Mal abgesehen davon: In so einem großen Exportkonzern würde ich ohnehin nicht arbeiten wollen, weil genau da die Probleme sitzen.

Dann sei froh darüber. Viele sind drauf angewiesen, in so einem großen Exportkonzern zu arbeiten. Und wenn die ihre Arbeit verlieren, dann hast auch Du was davon, verlass Dich drauf!

Kommentar von Muadeep ,

Warum bricht das dann ein? Die brauchen doch trotzdem ihre Güter?!

Kommentar von frax18 ,

Ich kann mir vorstellen, dass es die EU den Engländern nicht so leicht machen werden, sonst werden andere Länder dem Beispiel folgen und das kann sich die EU nicht leisten.

"Das beste aus dem Kuchen von beiden" ~ so lautete die Devise eines englischen Politikers, aber ich denke, dass wird nicht so leicht passieren.

Auch Deutschland ist daran interessiert den Export nach England weiterführen zu können, aber das wird ein schmaler Grad.

Kommentar von Muadeep ,

Das klingt so, als wäre die EU beleidigt und will jetzt nicht mehr mit GB spielen. Das ist ziemlich arrogant. Und das klingt so, als würde die EU ein Embargo verhängen, wenn ich hier ständig was von Export lese. Natürlich wird weiter exportiert. Alles andere wäre mehr als dumm.

Antwort
von Herb3472, 66

So einfach, wie Du die Dinge siehst, sind sie leider nicht.

Vielleicht hast Du mitbekommen, was sich derzeit an den Börsen abspielt. London ist ein traditioneller Finanzhandelsplatz, und der Brexit wird aller Voraussicht nach gravierende Auswirkungen haben. Das gesamte europäische Finanz- und Wirtschaftsgebäude ist ins Wanken geraten, was wiederum die globale Weltwirtschaft beeinflusst.

Aller Voraussicht nach wird der Brexit auch in Deutschland tausende Arbeitsplätze kosten, unter Umständen steuern wir auf eine Wirtschaftskrise größten Ausmaßes zu. Nicht wegen des Brexit allein, aber er wird daran einen wesentlichen Anteil haben.

Kommentar von frax18 ,

Wenn der Ausstieg eines Landes aus der EU zu einer Wirtschaftskrise führt, wäre das ein echtes Armutszeugnis für die Menschheit.

Kommentar von MonteCassino ,

er ist einfach gut indoktriniert und voll auf linie, so einen kannst doch nicht ernst nehmen

Kommentar von Herb3472 ,

@frax18: ob Du darin ein Armutszeugnis siehst oder nicht, spielt keine Rolle. Die Volkswirtschaften der einzelnen Länder sind mittlerweile derart miteinander verflochten, dass man die Auswirkungen des Brexit überhaupt noch nicht abschätzen kann.

Kommentar von Muadeep ,

Die Börse wieder. Also gebt es rein um das Geld und nicht darum, wie DER MENSCH behandelt wird. VW ist doch auch nicht pleite, ob wohl die Kurse abgestürzt sind. Wenn es in Deutschland nicht mal geschafft wird wirtschaftliche Ungleichheiten. Zwischen ist und erst auszubügeln, wie soll das dann europaweit funktionieren? Ich zahle immer noch den Soli.

Kommentar von Herb3472 ,

@Muadeep: muahahaha! Bei wirtschaftlichen Belangen geht es meistens um's Geld. Ist das bei Dir anders?

Antwort
von voayager, 27

Du verstehst da was Maßgebliches nicht. Deutschland exportierte Waren in Wert von 89 Mrd € in das Königreich, GB ist der drittwichtigste Handelspartner des hiesigen Landes. Nach dem Austritt des Inselstaates besteht die Gefahr, dass Zölle eingeführt werden, mit der Folge dass dann der Handel zurückgehen wird. Man geht davon aus dass die Wirtschaft hier um bis zu 4% einbrechen wird. Die Folge: noch mehr Arbeitslose!

Kommentar von Muadeep ,

Also finden "wir" das doof von den Briten, weil WIR einen Nachteil haben könnten. Also sehe ich das richtig, dass dieses Dissen egoistisch ist. Was ist aber mit den Briten? Schaue ich mir diese 4 % an, glaube ich fest, dass die Briten wohl gerechnet haben werden, Kosten, die die EU Mitgliedschaft verursacht vs diese 4% (oder wieviel auch immer).
Alles hier klingt sehr danach, als würde keiner die anderen sehen, sondern nur, welchen Nachteil Deutschland daraus zieht.
Wenn ich diese 4 % nehme und den sinnlosen EU Kostenapparat gegen rechne... das ist alles nicht witzig. Wirtschaftlich mag das ganze ja halbwegs Sinn haben, aber politisch? Was die EU den Europäern noch alles zumuten wird, kam kein Mensch wissen, aber lässt einiges böses erahnen. Ich habe einige KMUs im Freundeskreis und die sind alle nicht gerade optimistisch. Auch das wird hier jede Menge Arbeitsplätze kosten.

Kommentar von voayager ,

Für viele Briten wird sich der Lebensstandard senken, die Arbeitslosigkeit wird zunehmen, zahlreiche Waren sich verteuern.

Den bürokratischen Wasserkopf Brüssels sowie alles Undemokratische dieser Allianz, kann man nur als Mitglied der EU bekämpfen. Überthaupt ist die EU dringend reformbedürftig, auch wenn dies hier von den staatstragenden Politikern runtergespielt wird. Gleiches gilt für die mainstream Medien.

Antwort
von kat612, 76

Genau wegen Leuten wie dir geht die Erde eines Tages den Bach runter. Mit deiner inkompetenten, subjektiven Teilwahrnehmung kannst du nicht beurteilen, was für diesen Staat gut ist und was nicht. Genau wie die ganzen nationalistischen "Leave"-Wähler es nicht konnten. GB wird noch mit den Folgen zu kämpfen haben.

Kommentar von Muadeep ,

Warum? Ich denke, dass UK einfach keinen Bock hat sich von der EU Dinge aufdrücken zu lassen, die es nicht will. Bestes Beispiel ist doch TTIP. Da haben nur Konzerne was von. Ich denke, die haben keine Lust, sich von Konzernen verklagen zu lassen und Millionenstrafen zu zahlen für Läden wie nestle und monsanto.

Kommentar von kat612 ,

Gegenargumente lassen sich immer finden. Es wird keine Staatengemeinschaft geben, bei der es nur Vorteile gibt. Jedoch muss man Kompromisse eingehen. Im Großen und Ganzen schadet der Austritt dem Einzelnen und der Wirtschaft mehr, als er ihnen gebracht hat / bringt. Freiheit hört sich verlockend an, lässt einen dann aber auch oft alleine dastehen.

Kommentar von Agentpony ,

Warum? Ich denke, dass UK einfach keinen Bock hat sich von der EU Dinge aufdrücken zu lassen, die es nicht will. Bestes Beispiel ist doch TTIP. 

Nein, das ist ein ausnehmend schlechtes Beispiel, da TTIP ganz besonders auf das von UK propagierte Modell des deregulierten Handels setzt - TTIP somit am allerehesten den Zielen der Briten entspricht.

Außerdem ist UK ganz zufällig Teil der EU und gestaltet die Politik mit, die dann angeblich den Briten "aufgedrückt" sein soll. Wer glaubst du, sitzt denn wohl in den Gremien und Parlamenten? Sind das alles müffelnde Franzosen und Belgier oder was?

Antwort
von frischling15, 64

Das ist Deine Meinung !  Geht es Dir  so schlecht hier in Deutschland ?

Weißt Du wie viele Einschränkungen es vorher gab ?

Davon lese einmal alles , und dann urteile neu !

Kommentar von Muadeep ,

Mir geht es immer schlechter hier. Ja. Wann wurde der Bürger das letzte mal um seine Meinung gebeten? In der Schweiz ist das üblich. Und das englische volk hat entschieden und nicht die paar Politiker, die von Lobbyisten bezahlt werden. Guck dich mal im Supermarkt um. Wieso muss von der EU vorgegeben werden, wie eine Gurke aussehen muss? Wieso finden wichtige Entscheidung ohne das volk statt und es wird sogar ausgeschlossen. Wenn das die EU ist, dann verstehe ist die Briten sehr sehr gut.
Ach ja. Du hast die Frage nicht beantwortet: was ist so schlimm?

Kommentar von frischling15 ,

Es erübrigt sich für mich eine Antwort , wenn sich dahinter Populismus verbirgt !

Es steht Dir frei , Dir eine Heimat zu suchen , die Deinen Ansprüchen entspricht .. ?

Wer hindert Dich ?

Kommentar von Muadeep ,

Wir suchen schon ein Land, in das sich das auswandern lohnt.
Meine Ansprüche sind ganz einfach. Frei leben ohne Konzerne und Politiker, die mir vorschreiben, was ich essen, trinken, glauben, wissen und anpflanzen darf. Guck doch mal 50 Jahre zurück und schau mal welche Apfelsorten es alles gab und was heute? Das hat was mit Patenten zu tun. Und wieso kommt ein Konzern auf die Idee Gene von Getreide und Schweinen patentieren zu lassen? Und wieso werden solche Dinge durchgewunken? Wieso wird das Volk nicht befragt in einer Demokratie sondern einfach vor vollendete Tatsachen gesetzt? Das hat NICHTS mehr mit Freiheit zu tun.
Mein lieber, mach die Augen auf. Lies mal Österreichische Nachrichten und Meinungen über Deutschland. Oder die aus der Schweiz, oder sonst woher. Da liest du Sachen, die du hier niemals lesen wirst!

Kommentar von Herb3472 ,

@Muadeep: Deinen Frust in Ehren, aber ein Land, in dem Du Verhältnisse vorfindest, wie Du sie Dir erträumst, wirst Du wohl nicht finden - im Gegenteil. Gerade in den entlegendsten Gegenden der Erde wirst Du keine unberührte Natur, sondern unkontrollierte Ausbeutung der Resourcen ohne jede Rücksicht auf Verluste finden. Vergleichsweise bist Du da in Deutschland noch wesentlich besser dran als in den meisten Ländern der Erde.

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