Frage von Aemil, 275

Was ist so schlimm an RB Leipzig?

Hey, ich bin eigentlich kein fußballfan und verfolge das geschehen sonst nicht, weil doch jeder verein spieler für enorme summen kauft und so quasi kein "richtiges" spiel zustande kommt sondern der gewinnt, der am meisten investiert und die vereine die kein geld haben gurken dann am ende der tabelle rum und nennen sich traditionell. Deshalb kann ich nicht wirklich nachvollziehen, wieso sich der hass gegen rb leipzig richtet. Was unterscheidet die von anderen großen clubs z.B. bayern?

Antwort
von KrizKey, 136

Ganz ehrlich? Garnichts!

Eine Menge an Fußballfans hat sich den Red Bull-Klub als Hassobjekt ausgesucht, weil sie ein Verein sind, der schon einen Haufen Geld hatte, bevor sie oben waren bzw. schon zur Vereinsgründung in den Niederungen des sächsischen Fußballs. Das kann man durchaus moralisch verwerflich ansehen, wenn man mit Scheuklappen durch die Welt rennt. Die heutigen Bundesligaklubs kann man in 3 Gruppen aufteilen: Es sind entweder Vereine, die schon seit Beginn des Profifußballs im selbigen aktiv sind, oder Vereine die mit einem starken finanziellen Geldgeber im Rücken nach oben gekommen sind/generell als "Plastikverein" bezeichnete Teams, oder Vereine die über alternative Wege (welche dem Fußballromantiker besonders am Herzen liegen) nach oben gekommen sind.

Die Klubs, die schon immer da waren, hatten meistens in deren Anfangszeit (was niemand mehr weiß heutzutage) ebenfalls einen großen Geldgeber/Förderer, der ihnen einen Wettbewerbsvorteil erbrachte (Bayern München ist hier eigentlich die interessanteste Nennung im Sinne der Personalie Neudecker... oder im Sinne von erlassener Stadionmiete was einen großen Etat-Vorteil damals gegenüber dem Rest bedeutete... oder der 1. FC Köln, der sich als erster Klub Deutschlands professionalisierte, mit freundlicher Unterstützung eines Unternehmers, und folgerichtig erster Meister der Bundesliga wurde), und bei den alternativen Wegen haben Zufälle oder richtige Entscheidungen zur richtigen Zeit zum Aufschwung geführt. Freiburg war die erste Mannschaft der Bundesliga mit moderner Spieltaktik Anfang der 90er, Mainz hat seinen Aufschwung der Personalie Klopp zu verdanken (vorher war Mainz so attraktiv wie der FSV Frankfurt heute), und Darmstadt weiß vielleicht selber nicht wieso deren Transferkonzept mit aussortierten Spielern so bombenmäßig aufgeht seit einigen Jahren... vielleicht war es auch die "Jetzt erst recht"-Philosophie nach dem Klassenerhalt durch Lizenzentzug des Rivalen Offenbach... hach ja... Fußballromantik wie es im Buche steht... Alle anderen Vereine lassen sich zu den anderen beiden Gruppen hinzufügen.

Ja, und dann kommt in der heilen Fußballwelt des Fußballromantikers da eine Truppe mit viel Kohle im Hintergrund von einem ausländischen Förderer bzw. sogar Gründer (ja, RB Leipzig ist das erste Fußball-Franchise Deutschlands) und nimmt den Alteingesessenen die sich ALLES selbst erarbeitet haben (lächerlich *hust*) einfach das Rampenlicht weg... "dabei gibt es den Verein nichtmal 10 Jahre, was ist mit Tradition... MIMIMI..."

Profifußball hat heutzutage viel mit Kapitalismus und Taktik neben dem Platz zu tun, vor allem wie man die verfügbaren Ressourcen am optimalsten einsetzen kann um den maximalen Erfolg zu haben. Haben nur viele noch nicht begriffen.

Mir gefällt der Sport Fußball an sich. Und die Red Bull-Kicker spielen einen attraktiven Fußball, den ich mir gerne als Neutraler ansehe bzw. den ich auch von einem Erstligisten erwarte. Mehr interessiert mich nicht.

Und jetzt dürft ihr mich gerne zerreißen.

Kommentar von Aemil ,

Wow ... Danke für diese Antwort

Antwort
von berkersheim, 124

Rein volkswirtschaftlich ist so mancher ideologisch-verblendete Fanzorn nicht nachvollziehbar. Immerhin investiert eine österreichisch-internationale Firma in unseren Osten und gibt denen über erfolgreichen Fußball wieder ein wenig Selbstbewusstsein zurück. Da wundert einen, wieso sich nicht eine viel größere Wut gegen spanische Vereine wie Real Madrid oder FC Barcelona richtet, die mit ihren Millioneneinkäufen hoch bei maroden spanischen Banken verschuldet sind, die deutsche Steuerzahler dann retten müssen. D.h. deutsche Steuerzahler finanzieren hintenherum die spanischen Millionäre! Hat dazu jemals jemand ein kritisches Wort gehört? Über den englischen Fußball braucher wir erst gar nicht zu reden.

Sport ist wie alle gesellschaftlichen Aktivitäten immer ein Spiegelbild unseres gesellschaftlichen Arrangements. Die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien und dann Olympia waren außer Sportereignissen die korrupteste und verlogenste Veranstaltungen seit langem. Die einen (nicht selten mit sozialem Aushängeschild) haben kräftig mitverdient und veschoben und die anderen werden abgezockt und müssen leiden. Aber es ist ja nicht neu, dass diese Länder innerlich so marode sind, zerfressen von Korruption und Gewalt. Da hilft dann auch der Sport nur als Feigenblatt den Absahnern.

Kommentar von Aemil ,

Danke für deine Antwort

Kommentar von Maxieu ,

"D.h. deutsche Steuerzahler finanzieren hintenherum die spanischen Millionäre!"

Ich sympathisiere ja eher mit deinem moralischen Impuls.

Dennoch:

Kannst du diesen Vorgang etwas detaillierter beschreiben?
Wieviel Steuergelder sind wann geflossen?

Und: Handelt es sich dabei um Steuergeschenke, wie dein Ton nahelegt, oder vielleicht doch nur um Kredite im Rahmen des EFSF (des europäischen Rettungschirms)?

 

Antwort
von Ysosy, 157

Nichts Unterscheidet diese Clubs. Ob Barca nun Milliarden von Nike bekommt, Bayern Milliarden von Adidas, Leverkusen Millionen von Bayer oder Leipzig Millionen von Redbull macht genau 0 Unterschied.

Ach ja... es gibt Leute, die Tatsächlich glauben das Mateschitz, Leipzig vorgibt / vorschreibt was der Verein machen soll. Mateschitz Sponsert nahezu Alle X-Games, 2 Formel 1 Teams und einige Fußball Vereine. Und da Vermuten einige er würde das Tagesgeschäft von Allem leiten... absurd. Er / Redbull benutzt die Sportveranstaltung als Werbeplattform. Genauso wie, Nike, Adidas, Bayer, Mercedes, Audi, Telekom, Rewe u.s.w..

Antwort
von kami1a, 74

Hallo! Nichts - nur der Neid der Gegner. Ist aber bei Bayern München nicht anders.

Ich wünsche Dir alles Gute.

Kommentar von Aemil ,

Danke .. dir auch xD

Antwort
von Norbert19800, 133

Das

ist der Neid der etablierten Mannschaften. Dann kommen die noch aus

dem Osten, das ist für einige zu viel.

Jetzt

kommt das Schärfste, jetzt RB Leipzig auch noch Tabellenführer und

haben die Bayern verdrängt.

Ich denke, die Spitzenleute, die akzeptieren RB Leipzig.

Kommentar von Maxieu ,

"Ich denke, die Spitzenleute, die akzeptieren RB Leipzig."

Ja, weil auch die in erster Linie Geschäftsleute sind.

Antwort
von Maxieu, 104

Bist du ein Automat, der diese Frage einmal pro Monat stellt?

Am 24.10. gab es auf eine praktisch identische Frage bereits diese Antwort:


Am 19.9. 2016 hat hier jemand die Frage gestellt:

"Was ist an RB Leipzig so schlimm?"

Wenn du wirklich an einer Antwort interessiert bist und nicht nur deine
eigene als Frage getarnte Meinung platzieren willst, warum nutzt du
nicht die Suchfunktion?

Antwort
· 19.09.2016 ·  


Dieser "Verein" ist kein wirklicher Verein.


Er hat, wenn ich recht informiert bin, ganze 17 Mitglieder: Alle sind
Angestellte des Unternehmens RB. M. a. W.: Nicht einmal die bei RB
Fußball spielenden Jugendlichen sind stimmberechtigte Mitglieder.

Insgesamt ist RB ein Unternehmen, das zu Werbezwecken Sportaktivitäten betreiben lässt und auch Sport"vereine" hält, während z. B.  Werder ein Verein ist, der aus Gründen der Konkurrenzfähigheit (und, um den Verein im
Fall der Insolvenz zu verschonen) eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert
hat.

Bei Hoffenheim liegt der Fall so, dass ein ehemaliger Spieler und nostalgischer Fan der TSG es zum Milliardär gebracht hat undsich und der Region einen Traum erfüllt.

Bayer Leverkusen ist seit 1904 eine Betriebssportgemeinschaft (Werkself).

Beim VfL Wolfsburg verhält es sich ähnlich. VW ist seit 1952 Hauptsponsor
und war zu Oberligazeiten Hauptarbeitgeber der Spieler, als deren Profi-Status noch verschleiert werden musste.

Schalke hat bis heute das wesentliche Geschäft nicht in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert.

Also:

Auch bei den anderen ist einem Traditions-Fan wie mir vieles unsympathisch.

RB hat in der Perversion des Fußballvereinssports aber ein
Alleinstellungsmerkmal. Man hätte dieses Unternehmen m. E. gar nicht in
den DFB aufnehmen dürfen. 

Kommentar von Ysosy ,

Du machst es also davon abhängig Welche und seit Wann eine Firma sein Geld in ein Sportverein investiert. Und wenn das erst seit Jüngerer Vergangenheit geschieht dann ist es pervers. Klingt etwas unseriös. Um es mal höflich auszudrücken.

Es gibt in der Ersten und in der Zweiten Liga Kein Verein der Ohne Werbegelder auskommt. Es gibt kein Verein dessen Trikot Werbefrei ist.

Selbst Rummenigge, Allofs und Klopp haben RB L zugestanden zurecht in der Ersten Liga zu sein. Und warum... Ja man siehe auf die Tabelle. Der Platz wurde nicht gekauft. Diesen Platz hat RB L nur aufgrund einer Soliden Leistung im Sport.

Bayern gibt 582 Mio. > Dortmund > Bayer > Schalke > Wolfsburg > Gladbach >Hoffenheim > Mainz > RB L magere 82 Mio. aus.

Wenn RB L zum Saison ende auf Platz 9 stehen, haben sie ihrem Geld entsprechende Leistung gebracht.

Kommentar von Maxieu ,

"Du machst es also davon abhängig Welche und seit Wann eine Firma sein Geld in ein Sportverein investiert."

Versuch's mal mit Lesen statt mit freier Assoziation.

Weder hat bei mir das Datum ("wann") noch der Name des Unternehmens ("welche Firma") eine Rolle gespielt, sondern u. a. - aber nicht nur - die Art, der Charakter der Entstehung.

Willst du hier wirklich erzählen, der RB Leipzig sei als Leipziger Betriebssportgemeinschaft entstanden?

Findest du nicht, dass ein "Verein" (wenn auch juristisch sauber ein e. V.), der darauf achtet, möglichst keine neuen Mitglieder über die weniger als 20 hinaus zu haben,  die von der Konzernzentrale geschickt worden sind, ein merkwürdiger "Sportverein" ist?

Jedenfalls hat er mit dieser Besonderheit ein Alleinstellungsmerkmal im deutschen Fußball und wird ja auch strukturelle oder zumindest personelle Schönheitskorrekturen vornehmen müssen, sobald die Aussicht besteht, dass er im Europa-Pokal auf die Salzburger Konzernabteilung treffen könnte.

Kommentar von KrizKey ,

Du sagst es doch selber: Der Verein ist "juristisch sauber ein e.V.". Kurz vorher behauptest du, der Verein sei kein wirklicher Verein. Fußballvereine werden in Deutschland allgemein unter dem gesetzlich festgelegten Vereinswesen behandelt. Es bedarf nicht viel um einen Verein zu gründen, eine Mindest-Mitgliederzahl ist eine der Hürden... und ob das nun Spieler, eine Familie, wo sogar das neugeborene Baby als Mitglied zählt, oder Strohmänner einer Firma sind, ist vollkommen ohne Belang.

RB Leipzig geht hier einen neuen Weg: Es kann eben nicht jeder gleich Mitglied werden. Bei anderen Vereinen reden viel zu viele Leute/Mitglieder rein, die keine Ahnung von Zahlen haben, da hört man meistens nur "Wir gehören da nicht hin", "Wir müssen wieder dorthin wo wir waren"... hey, RB bleibt im kleinen Kreis für Belange wie diese, sie können in Ruhe arbeiten, und nachdem sie derzeit vom Platz an der Sonne grüßen, machen sie ja eigentlich viel richtig. Fans sollen ihre Lieblingsmannschaft am
TV/im Fanblock unterstützen, dafür sind sie doch da, der Verein soll auf dem Platz Spaß machen und von den Fans nach vorne gepeitscht werden. Aber mitreden über Internas... da fehlt die Kompetenz. Und das meine ich NICHT negativ. Deshalb finde ich diesen Weg von RBL nicht mal so schlecht.

Was haben Mitglieder von Profi-Teams denn so tolles geschafft in den letzten Jahren außer das Logo des VfB Stuttgart zu ändern... Hätten dann wenigstens die Fans von Eintracht Frankfurt sein sollen... dort ist das alte Logo wenigstens auch schöner als das Neue.

Ist dir eigentlich bewusst, dass z. B. die als sympathisch angesehenen internationalen Vereine FC Watford, Granada CF und Udinese Calcio auch demselben Mann gehören? Gut, Watford hat er mittlerweile an seinen Sohn weitergegeben... macht das die Sache besser? Chelsea und ZSKA Moskau und und und.

Warum schreit man in Deutschland eigentlich gleich immer Skandal...

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