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Was ist seit heute anders mit den Raubkopien?

gefragt von peterplastikpeterplastik am 01.01.2008 um 21:51 Uhr

Habe am Rande gehört, dass es ein neues Gesetz wegen Raubkopien gibt, aber ich hab das nicht recht kapiert. Kann mir jemand den Inhalt kurz klar machen?

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UlfDunkel
beantwortet von UlfDunkel am 2. Januar 2008 08:20
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Raubkopien gibt es m.E. gar nicht, sofern nicht ein physikalisches "Rauben" stattfindet. Landläufig gemeint sind "Schwarzkopien", die nicht legal sind.

Das war schon vor dem 1.1.2008 so und wurde jetzt nur etwas verschärft, damit gewisse Rechtsunsicherheiten aufgrund veralteter Gesetze (vor allem des Urheberrechts) den neuen Gegebenheiten angepasst sind.


MathiasMuench
beantwortet von MathiasMuench am 2. Januar 2008 02:16
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Seit 1.1.08 ist - untechnisch gesprochen - das Weiterkopieren von Raubkopien illegal und strafbar. Bekanntlich sind private Kopien urheberrechtlich geschützter Werke legal. Auch der Download von urheberrechtlich geschützter Musik in privaten Tauschbörsen war bislang jedenfalls nicht strafbar.

Das gilt seit gestern nicht mehr für das Kopieren bzw. den Download von offensichtlich rechtswidrig hergestellten Vorlagen.

Die Bundesregierung will damit Hunderttausende junger Menschen kriminalisieren, die in Tauschbörsen privat Musik herunterladen. Dabei ist dem Gesetzgeber aber vermutlich ein grober, handwerklicher Patzer unterlaufen: Wenn eine legale Privatkopie in einer Tauschbörse angeboten wird, ist sie m.E. KEINE rechtswidrig hergestellte Vorlage, erst recht keine offensichtlich rechtswidrig hergestellte Vorlage, sondern eine völlig legale Vorlage. Deshalb kann der Download in privaten Tauschbörsen - entgegen dem gesetzgeberischen Willen - auch nach dem neuen Urheberrecht nicht illegal sein.

Das ist aber, wie gesagt, meine persönliche Rechtsauffassung. Die Rechtssprechung wird sich hierzu sehr bald äußern.

Kommentar von 304c9c2bc0e059c4ee7068a62717e3d4smallUlfDunkel am 2. Januar 2008 08:18

Hallo Mathias.

Deine Ansicht über das Anbieten "legaler Privatkopien" in Tauschbörsen beruht auf einem Irrtum.

Kommentar von Simple_avatar4smallMathiasMuench am 2. Januar 2008 10:36

Na ja, das ist eben umstritten. Ich bin nicht der einzige, der das so sieht. Erst ein höchstrichterliches Urteil wird endgültige Klarheit schaffen.


anonym
beantwortet von TaVoda am 18. Juni 2008 22:42
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Zu diesem Thema empfehle ich den Artikel "Strafbarkeit der Privatkopie von offensichtlich rechtswidrig hergestellten oder öffentlich zugänglich gemachten Vorlagen" von Tobias Reinbacher in GRUR 2008, Heft 5, Seiten 394-401.

Der Artikel ist zu umfangreich, um hier eine kurze Inhaltsangabe anzugeben, aber:

Was mich gewundert hat, ist, dass selbst das Umgehen des Kopierschutzes toleriert wird (es ist also nicht erlaubt, aber es juckt keinen Richter), wenn das zu Kopierende legal hergestellt worden ist. (Das, was illegal ins Netz gestellt worden ist, ist natürlich etwas illegal Hergestelltes.)


Bibo1527
beantwortet von Bibo1527 am 1. Januar 2008 21:57
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Ich kann Dir nur erklären, dass Raubkopien weiterhin RAUBkopien sind!


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Das illegale Tauschen von Musik über das Internet galt lange Zeit quasi als Volkssport. 7,5 Millionen Deutsche gehörten nach einer Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung gfk noch 2006 zu den regelmäßigen Nutzern von Internet-Tauschbörsen. Diese Zahl dürfte nun drastisch sinken. Das geänderte Urheberrecht, das seit Jahresanfang in Kraft ist, lässt keinen Spielraum mehr für Ausreden wie „Ich hab’ doch nur …“. Wer sich weiterhin mit illegalen oder offensichtlich rechtswidrigen Musikstücken oder Filmen eindeckt, riskiert noch schneller Geld- oder Freiheitsstrafen und muss sich zudem auf happige Schadenersatzforderungen der Rechteinhaber einstellen.




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