Was ist schmerzhafter Kaiserschnitt oder normale Geburt?

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5 Antworten

Beides schmerzt!

Bei einer Spontangeburt hast du ein paar Stunden Schmerzen mit Pausen und sehr guten Möglichkeiten der Schmerzlinderung.

Dabei bringt dich jede Wehe näher zu deinem Kind, es ist also ein "positiver" Schmerz und nicht ein sinnloser aufgrund z.B. einer bösartigen Erkrankung. Zudem bist du fit, wenn dein Kind dich braucht.

Der Kaiserschnitt selbst ist nahezu schmerzfrei. Aber wie nach jeder anderen großen Bauch-Op hast du nachher über Tage bis hin zu Wochen ohne Pause Schmerzen und liegst zunächst platt und bist auf Hilfe angewiesen, wenn dein Kind dich braucht.

Theoretisch gibt es keine ICD Diagnose "Wunschkaiserschnitt", die die Krankenkasse bezahlt. Die (Mehr-)Kosten müssten also von der Patientin selbst getragen werden. In der Praxis "findet" aber fast jede Klinik eine "medizinische" Notwendigkeit (und damit die Abrechnungsmöglichkeit mit der Kasse) um die Patientin als Kundin zu binden, in dem Wissen: "Wenn wir es nicht machen, macht es die nächste Klinik".

Auch wenn die modernen Techniken und der hohe Hygienestandard den Kaiserschnitt zu einem relativ problemlosen Routineeingriff hat werden lassen, gibt es Nachteile und Risiken gegenüber einer Spontangeburt:

Das Kind wählt seinen Geburtstag nicht selbst, kein Geburtserlebnis, Wund- und Narbenschmerzen nach der Operation (bis zur vollständigen Heilung vergehen rund sechs Wochen), rund einen Tag lang nicht aufstehenkönnen, auf Hilfe angewiesen sein bei der Versorgung des Babys, Urin-Katheter und eventuell eine Drainage für die Narbe, längerer Klinikaufenthalt.


Es besteht ein höheres Risiko für eine Thrombose oder Embolien. Das häufigste Problem nach der Operation ist eine milde Darmträgheit, gelegentlich gibt es Probleme bei der Entleerung der Blase, eventuelle Blasenentzündungen müssen behandelt werden, nach einer Operation kann es zu Wundinfektionen kommen.
Eine weitere, seltene Gefahr ist ein möglicher hoher Blutverlust bis hin zur Gebärmutterentfernung, in seltenen Fällen werden während der Operation andere Organe wie die Blase oder der Darm verletzt, was eine weitere Operation nach sich ziehen würde.

Als mögliche Spätfolgen nach einem Kaiserschnitt sind wie nach jeder Operation die Risiken von Wucherungen und Verwachsungen gegeben, die zu ständigen Unterbauchschmerzen führen können.

Die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Kaiserschnittes, einer Plazenta praevia oder einer manuellen Plazentalösung in der nächsten Schwangerschaft ist höher.

Gelegentlich wird das Kind beim Kaiserschnitt verletzt und hat häufiger Atem- und Anpassungsstörungen. Kaiserschnitt-Kinder von Müttern mit bekannten Allergien haben ein siebenfach erhöhtes Risiko, ebenfalls eine Allergie zu haben. Außerdem stärkt die natürliche Geburt das Immunsystem des Kindes, da der Darm des Babys, der bis zur Geburt keimfrei ist, dabei (im Gegensatz zum Kaiserschnitt) mit immunologisch wichtigen Bifidus- und Lactobazillen aus dem Geburtskanal der Mutter besiedelt wird. Neue Studien belegen, dass Kinder, die per Kaiserschnitt zur Welt kamen, ein mehr als doppelt so hohes Risiko für Typ 1 Diabetes haben als Kinder, die spontan entbunden wurden.

Schau auch mal unter

http://www.frauenarzt.de/1/2008PDF/08-06/2008-07-06-schneider.pdf


Aus ganzheitlicher Sicht wird vom Kaiserschnitt abgeraten, da man die Wehen als Vorbereitungsphase für den Eintritt ins Leben sieht.

Der Kaiserschnitt ist eine sehr gute Alternative für Notfälle unter der Geburt, wenn Gefahr für Mutter oder Kind besteht. Die WHO schätzt, dass dies in etwa 10 bis 15 Prozent der Schwangerschaften zutrifft und hält deshalb eine Kaiserschnittrate in dieser Höhe für vertretbar.

Anscheinend muss man Frauen nur lang genug einreden, dass sie nicht gebären können, denn in Deutschland schwankt die Kaiserschnittrate der einzelnen Kreise zwischen 17 und 51 Prozent (im Schnitt kommt also fast jedes dritte Kind per Kaiserschnitt auf die Welt).

Alles Gute für dich!

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Bei der Spontangeburt (vaginal) hat man ggf. Wehenschmerzen (muss aber nicht, das ist sehr vom persönlichen Empfinden und auch der Einstellung abhängig) und der Moment, in dem das Kind rauskommt, tut schon ziemlich weh. Das ist aber sofort vorbei, sobald das Kind geboren wurde.

Bei der Sectio (Kaiserschnitt) selbst hat man im Normalfall keine Schmerzen, da man ja entsprechend narkotisiert wird (entweder per rückenmarksnaher Narkose oder per Vollnarkose, falls die Lokalanästhesie nicht anschlägt oder es sehr schnell gehen muss). Dafür hat man die Schmerzen dann danach, da ein Kaiserschnitt immerhin eine große Bauch-OP ist. Du hast dann Wundschmerzen und kannst dich die ersten Tage kaum ohne Hilfe um das Baby kümmern.

So gesehen, sind beide gleich schmerzhaft, wobei man bei der Spontangeburt mit guter Vorbereitung (Erlernen entsprechender Atemtechniken und Erarbeiten einer positiven Einstellung) den Schmerz sehr gering halten kann. 

Zudem gibt es noch die Möglichkeit, wenn es gar nicht anders geht, Schmerzmittel und Lokalanästhesie zu erhalten.

LG

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Du bekommst einen Kaiserschnitt nur, wenn er medizinisch erforderlich ist. Daher erübrigt sich die Frage.

Weh tut beides.

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Allgemein hat man nach einem Kaiserschnitt länger schmerzen und bei einer vaginalen Geburt dafür intensiver.

Ist aber auch von Fall zu Fall sehr verschieden und kommt sehr darauf an, mit welcher Einstellung (Angst, negative Vorbelastung), Vorbereitung (Atemtechnik Ect) und Ausgangsposition(ausgeruht, entspannt, Position des Kindes...) du entbindest.

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In jedem Fall würde ich der Natur ihren Lauf lassen... 

Kaiserschnitt ist kein Friseurtermin... Hinterher liegt man im Bett mit Katheter und kann nicht mal sein Kind alleine wickeln anlegen etc... Nach einer normalen Geburt ist das ohne Probleme möglich und die schmerzen sind danach fast vergessen. 

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