Frage von Mauggsen, 160

Was ist schlimm daran eine Prostituierte zu sein?

Ich hatte gerade eine Diskussion darüber. Und ich finde es ja nicht schlimm. Das einzigste was mir gesagt wurde war, dass 98% aller Prostituierten Zwangsprostituierten sind. Aber stimmt das überhaupt?

Antwort
von RFahren, 50

Das immer wieder zitierte "das sind doch alles Zwangsprostituierte" und "keine Frau würde diesen Job freiwillig machen" basieren oft auf einem bunten Strauß aus Vorurteilen - eventuell gepaart mit einem flüchtigen Blick in die Randbereiche der Branche. Die traurigen Gestalten auf dem Drogen-Straßenstrich sind nicht repräsentativ für den Beruf der Sexworkerin!

Tatsächlich gibt es Frauen, die schon als Kind/Teenager von diesem Beruf fasziniert waren, der ja in manchem Spielfilm als durchaus glamourös dargestellt wird. So hat es mir jedenfalls eine Frau erzählt, die inzwischen einem "seriösen" Beruf nachgeht, aber doch noch hin und wieder wehmütig an ihre "andere Karriere" zurückdenkt. Aber auf die Top-10 der Berufswünsche dürfte es "Prostituierte" trotzdem nicht schaffen, da es für die Meisten ein für ein paar Jahre vorgesehener Weg ist um zu einem finanziellen Polster zu kommen.

Wie man in die Branche kommt? Aktuell stammt die Mehrzahl der Sexworkerinnen aus Rumänien, dicht gefolgt von Bulgarien. Dabei handelt es sich meiner Erfahrung nach allerdings nicht um die häufig zitierten "Armutsprostituierten", die angeblich ja "gar keine andere Wahl haben", sondern eher um Bequemlichkeitsprostituierte. Der Durchschnitts-Monatslohn in Rumänien beträgt laut statistischem Bundesamt weniger als 400 Euro - da verdient eine Frau in einem FKK-Club an einem einzigen Tag meist mehr und Einige kommen durchaus auf ein 5stelliges Monatsgehalt, was in Rumänien ein kleines Vermögen darstellt. "Warum soll ich für 50 Euro pro Woche in Rumänien als Krankenschwester arbeiten, wenn ich das hier in einer halben Stunde verdienen kann?" habe ich mehr als einmal gehört... . Die meisten Frauen empfinden eine Tätigkeit als z.B. Altenpflegerin, bei dem man dann einem Demenzkranken die Exkremente aus der Arschritze kratzen muss, während einen dieser mit Beschimpfungen und Schlägen eindeckt, als wesentlich unangenehmer als mit einem zärtlichen und respektvollen Mann Sex zu haben. Dies um so mehr, als dass die Pflegerin einen unangenehmen Kunden - im Gegensatz zur Prostituierten - beim nächsten Mal nicht einfach ablehnen kann!

Wenn ein solches Mädel beim Heimaturlaub dann mit Markenklamotten, Designer-Schuhen, teurem Schmuck, iPhone und Laptop auftaucht, den Eltern ein Apartment kauft und Bilder vom letzten Luxusurlaub zeigt, wird die eine oder andere Freundin schnell neugierig und fragt, ob sie denn nicht auch in Deutschland arbeiten könnte. Viele Girls geben im Monat mehr Geld für Taxi, Klamotten, Schuhe und "Party" aus, als zwei Verkäuferinnen verdienen. Die Mädels, die ich kennengelernt habe (und das sind ein paar hundert) wussten auch konkret, wie diese "Arbeit in Deutschland" aussieht - "glaubst Du wir sind doof in Rumänien und haben dort kein Internet?!" bekommt man auf Nachfrage schnell um die Ohren... .

Dabei braucht es auch keine Zuhälter und Menschenschmuggler, denn als EU-Bürger brauchen sie keinen Schleuser und dürfen hier arbeiten. Ihre Arbeit ist in Deutschland (und anderen EU-Ländern) legal und darf beworben werden, daher brauchen sie auch keinen "Beschützer" oder jemand der sie "versteckt" und "Kunden besorgt". Gefährlicher sind da die sog. "Loverboys", die einem Mädel die große Liebe vorgaukeln, aber "leider" einen "Berg Schulden" haben, die sie helfen soll abzutragen damit man endlich heiraten kann... . Wenn solchen Typen ein Mädel mal ein paar Jahre ihr Geld anvertraut hat, lässt dieser sie fallen und sucht sich das nächste Opfer...

Wenn Dich das Thema wirklich interessiert und Du Dich nicht nur mit Hilfe von medienwirksam in Szene gesetzten Leidensgeschichten informieren möchtest, dann lies mal "Wir sehen uns im Puff!" (Amazon) - da werden all Deine Fragen ausführlich behandelt.

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

Antwort
von priesterlein, 59

Es muss nicht schlimm sein, aber es wird kaum ein Beruf mit Zukunft sein und dann muss sie sich etwas anderes suchen, was sie bisher versäumte. Das zu erwartende Geld könnte die Scham und den aufkommenden Ekel bei manchen fetten und riechenden Kunden durchaus mildern, falls sie nicht sowieso schon reich ist und nicht auf jeden angewiesen ist.

Im Spielcasino fragt ein Mann eine Frau: "Würden Sie für eine Million Euro mit mir schlafen?" Darauf die Frau: "Für eine Million? Gerne!" Da fragt der Mann erneut: "Würden Sie auch für 50 Euro mit mir schlafen?" Darauf wieder die Frau: "Nein, wofür halten Sie mich!" Schließlich wieder der Mann: "Fein, das Grundsätzliche haben wir also geklärt. Jetzt geht es nur noch um den Preis..." 

Antwort
von pauline404, 70

Naja, die Frage ist ja wohl, was man darunter versteht. Wenn man einfach nur keinen Job hat, aber Geld braucht, ist man dann auch Zwangsprostituierte/r?  ich würde sagen, von Zahlen stimmt das nicht, einige sind auch einfach nur call girls/boys. ich finde da auch nichts schlimmes daran, so lange man das selber will und einem das auch nichts ausmacht...

Kommentar von RFahren ,

Laut vielen Prostitutionsgegnern ist bereits die Notwendigkeit Geld verdienen zu müssen "Zwang" - demnach wären wir dann wohl alle "Zwangsarbeiter", denn ich gehe auch nicht ins Büro weil mir zuhause langweilig ist!

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

Antwort
von Soeber, 29

Ich denke die Prozente 98 sind zu hoch geschätzt! Es gibt sehr wohl Frauen die diesen Beruf freiwillig ausüben! Natürlich gibt es auch leider Frauen die dazu gezwungen werden, jedoch basieren die 98 % auf reine Vorurteile. Woher hast Du bitte die Prozente aufgegriffen? Man sollte nicht immer alles glauben.

Gruß

Antwort
von Akainuu, 60

Sind halt ein paar Prostituierte, die ihren Körper für ein paar Papierfetzen eintauschen. 

Das viele es nicht freiwillig tun, ist schließlich nicht wichtig, nicht wahr? Und das viele indirekt dazu gezwungen werden ebenso nicht.

Man sollte dieses ganze "Geschäft" dem Erdboden gleich machen - samt dem Abschaum, der es finanziert.


Antwort
von Schwoaze, 61

Also... ich kann mir gut vorstellen, dass die sich nicht aussuchen können, von wem sie sich begrabschen lassen wollen. Ob der Mundgeruch hat oder fette, schuppige Haare...igitt!... das darf keine Rolle spielen. Und DAS sind noch die geringsten Probleme.

Wer tut sich schon freiwillig so einen Job an?

Kommentar von priesterlein ,

Ich kannte drei, die das freiwillig machten.

Kommentar von Schwoaze ,

Ja, ok. 2 von... 3      oder 2 von 2000? Ist halt nicht immer leicht nachzuweisen, dass die gezwungen werden, vor allem die Damen aus Osteuropa etc.

Antwort
von carnival, 50

Hallo zusammen, die meisten Frauen die in seriösen Clubs arbeiten wie z.b. im PASCHA in Köln freiwillig. Die Zahl 98% halte ich für unwahrscheinlich. Es gibt bestimmt illegale Clubs wo es Zwangsprostituierte und Kinder Prostitution. Einige Damen finanzieren sich ihr Studium in solchen oder ähnlichen Clubs. Wenn man damit klar kommt ist das schnell verdientes Geld. LG Carnival

Antwort
von Ringoscarlett, 60

Das mit den 98% ist wohl sehr schwer zu überprüfen. Aber generell ist doch nix dabei, wenn Frauen gegen Geld mit Männern schlafen. Nicht jeder verbindet Sex mit Liebe und wenn beide Parteien sich einig sind, warum nicht? 

Antwort
von JapaneseBoy, 42

Ich finde es schlimm, wenn Menschen dazu gezwungen werden. Wenn es jemand freiwillig macht, dann kann er es ja gern. Und dann hat keiner das Recht zu sagen, dass er das nicht soll, immerhin ist es deren Leben.

Antwort
von margarete80, 62

Ich denke nicht das das mit den 98% stimmt.

Letztendlich verkauft sich doch jeder für Geld ... auch wenn man einem "normalen" Beruf nachgeht, verkauft man sich doch jeden Tag aufs Neue . Oder nicht?

Kommentar von Schwoaze ,

Jaja, ist ja total das gleiche! Was hast Du denn für einen Beruf?

Kommentar von margarete80 ,

ist doch uninteressant welchen Beruf ich habe.

Viele Menschen "bücken" sich indirekt jeden Tag aufs Neue vor ihren Vorgesetzten, "kriechen ihnen in den Allerwertesten" und verkaufen stückweit ihre Seele. Da sind mir offene P-r-o-s-t-i-tuierte um Längen lieber !

Kommentar von Schwoaze ,

Nicht gut argumentiert!!! :-) Du lieferst mir Munition ohne Ende. Aber ja gut, wenn Du meinst, ich mag heute nicht streiten. Tschüss!

Kommentar von margarete80 ,

Du, es geht hier nicht um deine potentiellen "Argumente". Das ist meine Meinung PUNKT. Deine Meinung interessiert mich im übrigen nicht.

Kommentar von pauline404 ,

Seh ich auch so. Prostitution heißt im Grunde auch nur, dass mein seinen Körper verkauft oder eben bestimmte Tätigkeiten. Models sind demnach auch Prostituierte und da juckts auch keinen

Antwort
von michele1450, 44

nein die zahl ist blödsinn mit etwas Recherche im Internet findet man die richtige zahlen 

Antwort
von klugshicer, 30

Ich denke es gibt schlimmere Jobs wie z.B. als Kommisionierer bei Amazon oder Zusteller bei bei einem Paketdienstleister

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