Frage von Mega321, 54

Was ist parteienkrise und parteienverdrossenheit?

Hi Leute, Was bedeuten diese Begriffe?? Ich hab zwar was im buch dazu gefunden aber ich verstehs trotzdem nicht. MfG, Mega321

Expertenantwort
von Unsinkable2, Community-Experte für Politik, 52

Beide Begriffe beschreiben dasselbe Phänomen - nur aus unterschiedlichen Perspektiven.

Worum geht es? Immer weniger Menschen gehen wählen. Es gibt bereits Wahlen, an denen weniger als 50% der Wahlberechtigten teilnehmen. Das ist de facto nicht mehr demokratisch, denn "Demokratie" bedeutet "Mehrheits-Herrschaft". 

De jure mauschelt man es aber so hin, dass - wie beispielsweise in der Bundesrepublik - EINE EINZIGE gültige Stimme ausreichen würde, um eine gültige Wahl zu erreichen. 

Wenn also Frau Merkel der einzige Mensch wäre, der bei der nächsten Wahl seine Stimme abgeben würde, dann würde die CDU mit 100% der Stimmen und Sitze in den Bundestag einziehen. Dass 99,99% der Wähler sie gar nicht gewählt haben, würde dann einfach unter den Tisch fallen. Sie könnte nach geltendem Recht behaupten, sie habe die Vertretungs-Befugnisse von all den (Nicht-)Wählern erhalten...

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"Parteienkrise" ist die Sichtweise der politischen Parteien auf dieses Phänomen. Die SPD dümpelt bei 25% herum, die CDU kommt noch auf 36%. Und beide bezeichnen sich selbst als "Volksparteien", behaupten also, dass sie "das Volk vertreten". 

Mittlerweile ist es sogar schon so weit gekommen, dass es nur noch eine mögliche Konstellation für Wahlergebnisse gibt: SPD + CDU Nur zusammen können sie noch erforderliche Mehrheiten erreichen; und das, obwohl man bereits betrügt und belügt, dass sich die Balken biegen. 

... "Wählen" ist also reiner Zeitvertreib geworden.

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Und das führt zur "Parteienverdrossenheit", die die Sichtweise der Wähler auf das gleiche Problem darstellt. Sie können sich immer weniger mit den existierenden Parteien identifizieren. Sie lassen sich immer seltener von "ganzen Programmen" zur Wahl überzeugen; wohl wissend, dass diese Programme nicht das Papier wert sind, auf dem sie gedruckt werden...

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Dabei muss die "Parteienverdrossenheit" aber von "Politikverdrossenheit" abgegrenzt werden. 

Nicht jeder "Nicht-Wähler" ist automatisch auch "politik-verdrossen", möchte also gar nichts mehr von Politik wissen. Vielmehr sind darunter auch viele, die sich eine ANDERE Politik wünschen; nur wird diese eben nicht von den existierenden Parteien angeboten.

"Wählen" kommt eben von "Auswahl". Und für "Auswahl" braucht es "Vielfalt"...

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Politik, 35

Immerhin.

Was steht denn im Buch?

MfG

Arnold

Antwort
von atzef, 30

Entspann dich, die meisten, die mit diesen Beriffen jonglieren, verstehen sie auch nicht! :-) Das wirst du hier stehenden Fußes erleben...

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