Frage von tommy40629, 130

Was ist nur mit dem deutschen Bildungssystem los?

Hey!

Ich mache ja aktuell einen Grammatik & Rechtschreibkurs für Deutsche, weil durch das Studium das alles extrem unter die Räder gekommen ist.

Gestern hatten wir etwas Zeit und die Dozentin, die auch Lehrerin ist hat uns etwas über die 1. und 2. Klasse erzählt.

Ich war entsetzt, was die Dozentin erzählt hat.

Die kleinen Kinder, die können 2 Jahre lang schreiben wie sie wollen.

Da wird dann der "Vater" als "Fater" geschrieben oder auch "Father".

Der "Vogel" wird zum "Fogel".

Sie hat noch mehr erzählt und sie fand das auch sehr schrecklich.

Also lachen konnte ich über die Fehler, die an der Tafel standen nicht mehr.

Die Dozentin hat dann noch erzählt, dass im aktuellen Abitur die Rechtschreibung und Grammatik so gering in die Endnote eingeht, dass die Abiturienten extrem viele Fehler machen müssen, damit die Note in den Keller geht.

Ich hatte zu Beginn das Abis ständig eine 4 in Deutsch, weil meine Rechtschreibung schlecht war, am Ende hatte ich dann eine 3+.

Wo liegt denn der Sinn, dass man Menschen erschafft, die sehr schwach in Deutsch sind?

Will man aussortieren, d.h. wer auf eine staatliche Schule geht, der hat halt Pech, nur wer dafür bezahlt, der lernt auch was?

Es ist ja nicht nur in Deutsch so, in Mathe ist es ja auch eine Katastrophe, es sitzen wirklich Leute im Mathestudium, die haben Probleme Gleichungen zu lösen, ganz normale Gleichungen.

Das kann doch ein Versehen mehr sein!

Expertenantwort
von MeRoXas, Community-Experte für Mathematik, 64

Dass im Abitur die Rechtschreibung keinen sehr großen Wert hat, kann ich nicht unbedingt bestätigen. Ich schildere dir mal, wie es bei uns abläuft. Ob die Abiturbedingungen auch so sind, weiß ich nicht, da ich erst nächstes Jahr mein Abitur absolviere.

Bei uns in Deutsch zählt z.B. der sprachliche Teil ~1/3 der Gesamtpunktzahl, kann also gut und gerne mal ein paar Notenstufen kosten. Theoretisch gesehen könnte man aber auch alles falsch schreiben, solange es jedoch verständlich und richtig ist, erhält man inhaltlich volle Punktzahl und demnach keine 0 Notenpunkte, jedoch auch keine 14 oder 15. Ob der Lehrer sich dann nicht doch entscheidet, 0 Punkte zu geben (und ob er das darf/muss) weiß ich nicht - kam noch nie vor.

In anderen Fächern wie z.B. der Mathematik werden wir bei erheblichen sprachlichen Mängeln (nicht nur fachsprachlich, sondern allgemein) bis zu zwei Notenpunkte abgewertet. Hier sind es also nicht so große Abstufungen, aber trotzdem natürlich ärgerlich, wenn es passiert.

Kommentar von tommy40629 ,

So kenne ich es auch vom Abitur.

Aber das ist ja von den Bundesländern aus verschieden.

Kommentar von MeRoXas ,

Das stimmt wohl, wohne in NRW. Kann mir vorstellen, dass es anderswo anders geregelt wird.

Kommentar von tommy40629 ,

Ich habe es auch in NRW gemacht, Sachsen wäre besser gewesen, was die in Mathe machen, das hatten wir bis heute nicht im Studium. Die DDR hatte ja auch eines der besten Schulsysteme auf der Welt.

Kommentar von Pudelcolada ,

@ tommy: Sehr spannender Kommentar, danke dafür!
Wusstest Du, dass Schweden und Finnland das DDR-Konzept der polytechnischen Schule 1:1 übernommen und um die Inklusion und altersgemischten Klassenverbände erweitert haben?

Darin liegt das ganze Geheimnis ihres Bildungserfolges, und wir wurschteln dröge mit Benotungssystemen und Dreiwegesortierung herum und kriegen nicht mal eine flächendeckende integrative Gesamtschule hin...

Antwort
von Schachpapa, 47

Ich habe drei Kinder, die 2006, 2008 und 2014 in die gleiche Grundschule eingeschult wurden. Alle drei haben auf verschiedene Art Lesen und Schreiben gelernt. Man sollte meinen, dass die Kulturtechnik Schrift, die ja immerhin schon 7000 Jahre alt ist, inzwischen mit bewährten Methoden unterrichtet werden kann. Tatsächlich wird alle paar Jahre etwas Neues ausprobiert. Der älteste hat auch die von dir oben beschriebene "frühe Verschriftlichung" genossen. Die Rechtschreibfehler, die er sich damals angewöhnt hat, macht er teilweise heute noch (Abi für 2018 geplant). Inzwischen ist man zumindest an dieser Grundschule klüger geworden. Ob das landesweit (NRW) so ist, weiß ich nicht.

Kommentar von tommy40629 ,

Das scheint schon von Schule zu Schule verschieden zu sein.

Bei uns waren zwischen den Lehrern schon extreme Unterschiede.

Unser Mathe LK hat weniger gemacht als der Mathe GK.

In Englisch hat der eine GK die Noten geschenkt bekommen wir haben das ganze Wochenende dagehockt und Englisch HA gemacht.

Ein zentral organisiertes Schulsystem wäre gut. 

Antwort
von Pudelcolada, 6

Deine Dozentin hat gnadenlos pauschalisiert und verallgemeinert, zumindest was den Grundschulbereich angeht.
Den Bereich Abiturprüfung kann ich nur bedingt beurteilen, weiß aber, dass in Hessen falsche Rechtschreibung und Zeichensetzung auch in naturwissenschaftlichen Fächern in die Benotung eingehen.

Ich kenne einige hessische Lehrer verschiedener Sekundarstufen und Schulformen, und sie alle berücksichtigen Rechtschreibung, Zeichensetzung und auch Stil bei der Benotung von Facharbeiten nicht nur beiläufig.
Es gibt dazu einen Erlass des hessischen Kultusministeriums; die sehr mathematische Berechnung wurde mir zwar erklärt, aber ich habe sie nicht verstanden.

Zur Grundschulbildung:
Die Verschriftlichung nach Gehör findet nicht als Ministerialerlass Anwendung, zumindest nicht in Hessen.
Richtig ist, dass an manchen Grundschulen nach diesem Konzept unterrichtet wird, aber nicht ausschließlich. Es wird unterschieden zwischen der Vermittlung von Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung einerseits und dem so genannten freien Schreiben andererseits. Während bei den Schreibübungen der normative Spracherwerb im Vordergrund steht, dreht sich beim freien Schreiben alles um Sprachstandsentwicklung, um Sprachgefühl und die Freude am kreativen Umgang mit Sprache: Hier werden etwa selbst erdachte Geschichten verschriftlicht; nicht die Fehlerfreiheit steht also im Vordergrund, sondern die Entwicklung von Ausdrucksmöglichkeiten. Deswegen sollen die Grundschüler ihre Fehler beim freien Schreiben nicht korrigieren (ob Fehler bei Schreibübungen zuhause korrigiert oder in der Schule besprochen werden, ist schul- und lehrerabhängig).
Es handelt sich also um zwei grundverschiedene Zugänge zur Schriftsprache.

Sämtliche Klassenarbeiten im Grundschulfach Deutsch behandeln Fragen der Rechtschreibung und Zeichensetzung, und die Benotung empfinde ich als äußerst hart.

Allerdings habe ich auch von Schulen gehört, in denen Rechtschreibung erst ab der dritten Klasse vermittelt wird, was ich ebenfalls als äußerst zweifelhaft ansehe: Wenn sich Fehler erst einmal manifestiert haben, wird eine nachträgliche Korrektur sehr mühsam für alle Beteiligten.

Antwort
von Wechselfreund, 55

Für Mathematik kann ich zur Klärung beitragen. Es werden immer früher Taschenrechner eingesetzt. Vergessen wird dabei, dass erst Routine kommen muss und man sich dann die Arbeit erleichtern kann. In der Oberstufe ist es das Gleiche: Graphische Taschenrechner werden benutzt, ehe das Grundverständnis gefestigt ist. In NRW hat man das inzwischen tatsächlich auch gemerkt: Ein Teil der Abituraufgaben 2017 wird hilfsmittelfrei bearbeitet werden müssen.

Kommentar von tommy40629 ,

Wir hatten nur den normalen TR. War aber in der Uni dann dumm für die Klausuren erst mal Bruchrechnen ohne TR zu üben.

Wir haben in der 4. Klasse in Mathe ausgerechnet, wie groß der Druck ist, denn eine Nadelspitze ausübt.

Das macht denke ich heute keiner in der 4. Klasse.

Da wird in der 6. Klasse der bestimmte und unbestimmte Artikel durchgenommen.

Antwort
von Dhalwim, 37

Schwer zu sagen, bin zwar kein Deutscher sondern aus Österreich, aber Ich kann verstehen was du meinst (bei uns ist es auch z. T. so.) Ich glaube eher das liegt daran, dass eine solch hohe Toleranz eingebaut wurde was "Noten" betrifft.

Man will die Kinder nurmehr mündlich bewerten und erst in der 4en Klasse gibt es sowas wie "Noten" und nicht früher. Jetzt kommt der Haken an der ganzen Sache, da die Kinder nicht darauf ausgerichtet werden auf etwas hinzuarbeiten, wird das sich auch dementsprechend in der Arbeitswelt auswirken.

Aber was soll man machen? Die Kinder herschlagen? Wenn sie nicht mal wirklich was dafür können?

LG Dhalwim

Kommentar von tommy40629 ,

Da können nur die Eltern die Kinder von den Schulen nehmen und sie ins Internat oder auf Privatschulen schicken, aber das können ja nicht alle Eltern machen.

Für die Kinder hat das System nicht wirklich Vorteile, Schule macht halt nicht immer Spaß, so ist das halt im ganzen Leben.

Essen macht Spaß, den Kram dann wieder sauber machen nicht.

Kommentar von Pudelcolada ,

Und genau das müsste eben nicht so sein!
Mir ist kein Naturgesetz bekannt, nach dem Schule und Geschirr spülen keinen Spaß machen dürfen.

Genau hier sollte mehr Wert auf moderne Pädagogik gelegt werden.
Aber solange in deutschen Schulen der muffige preußische Disziplingedanke in Verbindung mit völlig veralteten Lehrmethoden (Frontalunterricht) vorherrscht, kann Schule tatsächlich nur eine sehr spaßfreie Pflichtveranstaltung sein.

Es wäre durchaus möglich, die Schule so zu gestalten, dass Kinder mit Freude auf den Montag warten und sich auf dem Schulweg beeilen, weil sie fürchten, etwas Spannendes und Interessantes zu verpassen.

Und damit meine ich keinesfalls eine Art von Laissez-Faire-Haltung, sondern kindzentrierte Ansätze bei der Wissensvermittlung.

Kommentar von Pudelcolada ,

Das Benotungssystem hat mit erfolgreichem Bildungserwerb aber mal so gar nichts zu tun.

Pädagogisch gesehen wirkt sich eine Benotung im Grundschulbereich sogar hemmend auf die Entwicklung vieler Kompetenzen aus: In diesem Alter sollte nicht der Erweb von Fachwissen im Vordergrund stehen, sondern die Entwicklung der kognitiven Kompetenz ("Lernen lernen"), der sozialen Kompetenz (Ko-Konstruktion, Kooperation) und auch die Entwicklung von Freude am Lernen.
Eine zu frühe Benotung wirkt sich negativ auf die kindliche Neugier aus, zumal das Kind ja sowieso mit der gesamten Schulsituation des fremdbestimmten Lernens zurechtkommen muss. Und daran müssen viele ihr ganzes späteres Leben lang beißen.

Schule im deutschen Schulsystem wird von den allermeisten Kindern (und auch Eltern) als eine sehr zwanghafte und fremdbestimmte Erfahrung erlebt.
Ich halte sie für pädagogisch mindestens wertlos, wenn nicht sogar entwicklungshemmend, weil sie zum einen defizitorientiert und nicht ressourcenorientiert arbeitet und zum anderen durch das Benotungssystem von den Kindern als angstbesetzt erlebt wird.

Antwort
von archibaldesel, 50

Mit der Frage bist du in diesem Forum genau richtig. Es wimmelt hier förmlich von Exerten in Sachen Orthographie, Interpunktion und Grammatik.

Kommentar von tommy40629 ,

Da will ich mich nicht ausschließen.

Kommentar von Schachpapa ,

Wobei auch Exerten sich nicht allzuweit aus dem Fenster lehnen sollten ;-)

Aber es stimmt schon, die meisten können es vermutlich nicht besser. Man kann es nicht immer auf die ausgeleierte Tastatur schieben.

Kommentar von tommy40629 ,

Spätestens beim Auswahltest für den Traumberuf wird man wieder nach Hause gehen dürfen, wenn man Fehler gemacht hat.

Und das sind dann heftige Konsequenzen.

Expertenantwort
von Joshua18, Community-Experte für Abitur & Schule, 28

Ich lese gerade den Roman "Junges Licht" von Ralf Rothmann (kommt jetzt in die Kinos !). Dort schreiben Hauptschüler aus Oberhausen-Sterkrade auf ein Schild an ihrem Baumhaus: "Wer hier reinget ist Tod" (S. 20).

Ganz so krass ist es hier im Thread dann doch nicht, aber viele habe enorme Defizite bei der Zeichensetzung, oft leider auch Gymnasiasten.

Kommaregeln kann man hier üben (ich bin leider auch noch nicht ganz perfekt!):

http://orthografietrainer.net/hilfe/kurzueberblick.php

Kommentar von tommy40629 ,

Danke für den Link!

Jurastudenten sind ein super Beispiel dafür, dass vor allem die Grammatik zu kurz kommt.

Viele haben Probleme bei einem längeren Satz die Satzteile zu bestimmen.

Und dann lernen sie wie sie Wahnsinnigen Auswendig, obwohl sie das gar nicht brauchten, wenn sie die Gesetze richtig zerlegen könnten, denn die Bücher dürfen sie in der Klausur benutzen.

Aber wenn man das lange Gesetz nicht in die elementaren Bestandteile zerlegen kann, dann muss man viel auswendig lernen.

Expertenantwort
von Willy1729, Community-Experte für Mathematik & Schule, 17

Hallo,

wie heißt es bei Hamlet:

Ist dies schon Wahnsinn, so hat es doch Methode.

Ein ungebildetes Volk läßt sich einfacher regieren. Für ein Kreuzchen auf dem Wahlzettel wird es allemal reichen.

Wir trampeln durchs Gemüse, wir trampeln durch die Saat -
hurra! wir verblöden - für uns bezahlt der Staat.

Herzliche Grüße,

Willy

Kommentar von Pudelcolada ,

Ich würde Dir ja so gerne widersprechen können...
:o(

Antwort
von knox21, 52

Man will den Kindern den Spaß am Lernen nicht durch ständige Misserfolge nehmen. So ähnlich ist jedenfalls die Begründung dieser hirnrissigen Vorgehensweise.

Kommentar von tommy40629 ,

Dann werden die ja bei den großen Firmen, die überall nur 1,0 haben wollen, kenne ich aus der Uni, super ankommen.

Kommentar von knox21 ,

Zum Glück geben viele Eltern inzwischen viel Geld aus, damit Nachhilfelehrer diesen Schwachsinn wieder ausbügeln können. Wie frustrierend das für die Kinder ist, fragt ja keiner von den Vollpfosten, die sich den Käse ausgedacht haben.

Kommentar von tommy40629 ,

Ich denke, dass ist schon so, wie ich im Soziologie LK gelernt habe.

Hier wird wird durch den Bildungssektor noch einmal richtig etwas für die soziale Ungleichheit getan.

Wir hatten in Deutsch Schreibhefte, da wurden die Wörter 10 mal oder so in Schönschrift aufgeschrieben, danach wusste man aber, wie man "Vogel" oder "vielleicht" schreibt.

Bei einigen Wörtern sehe ich heute noch, wie ich sie damals ins Heft geschrieben habe.

Es kann also nicht so falsch gewesen sein!

Kommentar von knox21 ,

Richtig - es macht keinen Sinn, wenn man etwas jahrelang falsch einübt. Umso schwerer gewöhnt man sich an die richtige Schreibweise. Das sagen auch schon fast alle Experten. Trotzdem rückt man von dem Unsinn nicht ab. Und wer genug Geld für gute Nachhilfe hat, verhilft auch dem dümmsten Spross zu einem Abschluss. Geld spielt also doch eine große Rolle, wenn die Bildung nicht mehr ausreichend in der Schule vermittelt wird.

Kommentar von tommy40629 ,

Ich habe auch schon gesagt, Kinder gibt es erst, wenn beide Elternteile genug verdienen.

Wir haben im Sozi LK einen Film gesehen, "Von Anfang an Elite", da sieht man das Gegenteil, wenn Kinder mit 3 Jahren als Fach Marketing und Englisch u.a. haben.

Kommentar von Pudelcolada ,

Der ganze Frühförderwahn entbehrt jeder pädagogischen Grundlage.
Hier wird mit der Sorge der Eltern Geld verdient, nicht alles beste für den Nachwuchs zu tun.
Die einzige Frühförderungen, die tatsächlich zu Ergebnissen führen, sind die musikalische und die motorische im Rahmen von Gruppenspielen sowie die Sprachfrühförderung auf spielerischer Grundlage.
Schon das Montessori-Konzept ist m.M.n. viel zu verschult und fremdbestimmt.

Und ganz gruselig wird es bei der Betrachtung der verschulten Frühförderung. Kinder im Vorschulalter sind schon rein körperlich nicht zu einer längeren Konzentration als 10, höchstens 15 Minuten fähig, weil Gehirn und Denken sich in alle Richtungen entwickeln.
Diese Unterrichtseinheiten dauern in der Regel jedoch 30 bis 45 Minuten, beinhalten also nicht nur Überforderung, sondern auch Zwangssituationen.
In meinen Augen grenzen sie an Misshandlung.

Zudem beurteile ich den "Lernerfolg" als sehr fragwürdig, denn eine rein reproduktive Inhaltswiedergabe ist kein Indiz dafür, dass die Inhalte tatsächlich verstanden wurden.
Frühförderung, überhaupt jede Art von Förderung sollte sich an den kognitiven Fähigkeiten des Geförderten orientieren.
Z.B. ist es völlig sinnlos, einem Vorschulkind abstrakte Begriffe und Vorgänge vermitteln zu wollen, weil es sich auf einem ganz anderen Entwicklungsstand befindet.
Alleine die Vermittlung von Globus, Kontinenten und Ländern ist zuviel verlangt.

Außerdem sind die allermeisten Frühförderangebote unnötig und gehen am kindlichen Bedürfnis vorbei. Kinder wollen zwar unbedingt lernen, sie können auch gar nicht anders, allerdings lernen sie im Vorschulalter ganz andere Dinge, die für die Lebenstauglichkeit wesentlich wichtiger sind als etwa Marketing.

Antwort
von ThomasAral, 41

im gymnasium wird analytisches denken gefördert ... nicht auswendig lernen.  für deutsch heisst das:  themen erörtern, nicht rechtschreibung.  für mathe = beweise führen, nicht multiplizieren

Kommentar von tommy40629 ,

Ihr macht in Mathe Beweise! Das ist ein Fortschritt, oder Ihr habt Glück mit dem Lehrer.  Wir hatten genau 2 Beweise in Mathe LK:

Summenregel und Produktregel beim Ableiten.

An der Uni kam dann der große Hammer für ca. 90% und das alle halbe Jahre wieder.

Kommentar von Wechselfreund ,

Ihr macht in Mathe Beweise!

Dürfte die Ausnahme sein.

An der Uni kam dann der große Hammer für ca. 90% und das alle halbe Jahre wieder.

Kann ich nur unterstreichen!

Kommentar von Wechselfreund ,

Ich unterrichte seit mehr als 30 Jahren Mathematik. Das Beweisen hat im Vergleich zu früher deutlich an Raum eingebüßt... Statt analytischem Denken müssen die Schüler lernen, welche Tastenfolgen den GTR zum gewünschten Ergebnis führen...

Kommentar von tommy40629 ,

Leider leben die Matheprofs. immer noch in dem Zeitalter, wo sie Abitur gemacht haben, entsprechend hoch sind die Anforderungen.

Ein Prof. hat einmal zu mir gesagt, dass er keine Rücksicht darauf nehmen kann, dass man das in der Schule nicht mehr lernt.

Und so fallen jedes halbe Jahr 80 bis 90% bei ihm durch.

Wir hatten einen Prof. der wurde mittlerweile entlassen, da sind 100% durch die Klausur gefallen.

Kommentar von Schachpapa ,

Professoren sind idR Beamte auf Lebenszeit. Die kann man nicht entlassen, weil die Studis zu doof sind.

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