Frage von skilla123, 60

Was ist mit Der Mensch ist verurteil frei zu sein gemeint?

Der Mensch ist verurteilt frei zu sein

Antwort
von Grautvornix16, 25

Hi,- aus meiner Sicht ist es die (unberechtigte) Negativ-Formulierung einer Erkenntnis, die als Slogan der Aufklärung durchgehen könnte und eigentlich dazu führen müßte, uns in Bescheidenheit stolz, mutig und unabhängig zu machen. Da fällt mir ein alter Song von Van Morrison ein: "No more Guru, no more teacher... . OK, über "Teacher" kann man reden, solange sie uns nicht das eigene Denken nehmen sondern beibringen wollen. :-))

Für mich ließt es sich als Aufforderung, das "Beste" aus dem "Wichtigsten" zu machen das uns gegeben wurde: Unser Verstand. Wir werden eben nicht wie andere Lebewesen in die selbstverständlichen Abläufe ihrer jeweiligen ökologischen Nischen geboren sondern mit der Aufgabe aber auch mit der Fähigkeit eine Welt erst schaffen zu müssen, die für uns wie für alle eine "gute" Welt ist. Das bedeutet vor allem Verantwortung im Umgang mit dieser Aufgabe und Fähigkeit und die mag der eine oder andere eben auch als Last oder "Verurteilung" empfinden aus der er sich lieber befreien würde. Da hilft dann eben auch kein Guru, keine Religion, keine Ideologie, kein Parteiprogramm oder irgendein liebgewonnenes Vorurteil oder was sonst noch... . Am Ende merken wir dann doch wenn wir faule Deals mit unseren Eigeninteressen oder Bequemlichkeiten machen. Tja,- dumm gelaufen ... :-)).

Gruß

Antwort
von berkersheim, 16

"Der Mensch ist zur Freiheit verdammt!" ist eine scharfe Formulierung des Atheisten und Existentialisten Jean-Paul Sartre (1905-1980), französischer Philosoph, Schriftsteller und politischer Journalist. Das ist die Konsequenz aus seiner Feststellung: "Die Existenz geht der Essenz voraus." Jeder Mensch erhält keine fertige Seele von einem Gott sondern wird als Wesen in die Welt geworfen (Heidegger) und steht der Herausforderung gegenüber aus diesem "in die Welt geworfen sein" etwas zu machen, sich eine Essenz, sich ein eigenes Wesen zu geben. Der Mensch ist nicht nur ein Wesen mit Bewusstheit, es ist auch ein Wesen, das vom Leben aufgefordert ist, Entscheidungen zu treffen und zu handeln. Der Mensch ist also nicht nur ein passives Wesen, eine Knetmasse für das Leben sondern er ist ein aktives Wesen, das sich und seine Umwelt mitformt. In allen Handlungen ist er immer wieder vor die Wahl gestellt, kann dieser Wahl nicht ausweichen. Auch wenn der Mensch ein aktives Handeln verweigert, wählt er, im Zweifel lässt er zu, was andere an ihm formen. Dieses sich aneinander reiben ist auch Thema der Theaterstücke, der Romane.

"Aber wenn wirklich die Existenz der Essenz vorausgeht, so ist der Mensch verantwortlich für das, was er ist. Somit ist der erste Schritt des Existentialismus, jeden Menschen in Besitz dessen, was er ist, zu bringen und auf ihm die gänzliche Verantwortung für seine Existenz ruhen zu lassen."

http://www.dober.de/religionskritik/sartre.html

Antwort
von julianjunity, 31

Jedem Mensch steht Freiheit zu.

Antwort
von tibunn, 8

Ich deute den Satz als Anspielung auf den Rauswurf aus dem Paradis.

Kommentar von Grautvornix16 ,

Jepp ;-) - Wobei die Frage wäre ob er jemals drin war. Aber zumindest träumt er davon.

Kommentar von tibunn ,

Stimmt. :)

Antwort
von ggmen, 16

Es ist nicht unbedingt ein Segen theoretisch alles machen zu können.

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