Eleana88 am 31.10.2009 um 17:16 Uhr
frage steht oben :)

Allegorie -> Form indirekter Aussage, in der Bibel sind damit meistens Gleichnisse gemeint.
Grundsätzlich bedeutet es, dass man die Worte der Bibel auf reale Ereignisse, oder aktuelle Geschehnisse bezieht. Also Normen, Regeln, Gesetze, Gebote, Dogmen und natürlich Gleichnisse.
Die Bibel ist demnach sowas wie eine praktische Handlungsanleitung, die auf die Realität bezogen werden kann.
heureka47 am 1. November 2009 18:32 Wie wäre es mit einem Beispiel?
Oh, ich nehme an, einen für das alte Testament wäre die Abraham-Isaak-Geschichte wohl sehr treffend für eine Allegorie. Bloß das mag ich nicht vertiefen, da es da Experten gibt, die das sicher besser können als ich * g *
Oh, ich nehme an, einen für das alte Testament wäre die Abraham-Isaak-Geschichte wohl sehr treffend für eine Allegorie. Bloß das mag ich nicht vertiefen, da es da Experten gibt, die das sicher besser können als ich * g *
heureka47 am 3. November 2009 23:03 Mir wird nicht deutlich, was du in deiner Antwort vom 31.10. meinst: >dass man die Worte der Bibel auf reale Ereignisse, oder aktuelle Geschehnisse bezieht. Also Normen, Regeln, Gesetze, Gebote, Dogmen und natürlich Gleichnisse<: Gleichnisse sind also allegorisch bzw. symbolisch zu deutende Geschichten. Was ist mit den anderen Dingen, die du nennst?
In der christlichen Tradition hat sich die Vorstellung vom mehrfachen biblischen Schriftsinn entwickelt, wonach der biblische Text einerseits einen historisch wahren oder als fiktional (Parabel) einzustufenden wörtlichen Sinn besitzt ('sensus litteralis') und andererseits in mehrfach gestufter Bedeutung auf historisch nachzeitige (typologischer Sinn), moralische (tropologischer Sinn) oder eschatologische Dinge (anagogischer Sinn) auszulegen ist. Allegorese wurde schon früh auch für die christliche Bibel praktiziert. So deutet der jüdisch-hellenistische Apostel Paulus die Söhne der Hagar und der Sarah als Altes Testament und Neues Testament (Gal 4,24). Origenes bezieht das Hohelied des Alten Testaments auf die Liebe zwischen Christus und der Seele des Gläubigen. Augustinus prägte über das Mittelalter hinaus die christliche Allegorese. Zur allegorischen Deutung der Hl. Schrift forderte er vom Interpreten Kenntnisse in Grammatik, Rhetorik, Linguistik sowie umfassendes Wissen über die Dinge der Natur, über Zahlen und Musik, nicht aber über heidnische Mythen und heidnische Mantik oder Astrologie.[2]
Luther schätzte allegorische Deutungen von Bibeltexten nicht und machte sich über Origenes lustig. Andererseits verwendete er Allegorien in seinen Tischreden und Predigten, da sie zwar dem Zuhörer nicht rationale Erkenntnis des historisch geschehen Mysteriums ermöglichten, aber doch sein Anspiel (allusio) und natürliches Ergriffensein.
heureka47 am 1. November 2009 18:33 Quelle: Wikipedia?
Wie wäre es mit einem griffigen Beispiel?

die bibel an sich ist nicht allegorisch.die parabeln,gleichnisse darin sind es.
heureka47 am 1. November 2009 18:34 Und woran erkennt man die Texte, die allegorisch zu deuten/verstehen sind?

"Allegorische" Figuren stellen etwas dar. Beispiel: Die Figur der Justitia.
Erstens: Sie trägt eine Augenbinde.
Das ist symbolisch dafür, daß ohne Ansehen der Person befunden und geurteilt wird.
Zweitens: In der einen Hand hält sie eine Waage. Symbol für das sorgsame Abwägen.
Drittens: In der anderen Hand hält sie ein Schwert. Hier sind zwei Deutungen möglich: Direkte Deutung: Symbol für die Autorität, für das (Ver-)Urteilen, Richten. Indirekte Deutung: Symbol für das Erkenntnisvermögen, für die Fähigkeit / Begabung / Kompetenz, die Wahrheit zu finden.
Weder tritt die Person (Justitita) real irgendwo im Gerichtswesen auf, noch werden die o.g. Gegenstände benutzt. Hat also von daher keinen Bezug zur Realität. Es geht nur um geistige Dinge, um Bewußtsein(e) und Haltung(en).
Ähnlich in vielen Bibelgeschichten. Allegorisch kann Adam als allegorischer Darsteller eine ersten Menschen-Typs, mit einer besonderen Vweränderung seines Bewußtseins verstanden werden - und nicht konkret historisch als allererster Mensch.
Analog kann Jesus als allegorischer Darsteller eines Menschen verstanden werden mit einem wiederum deutlich weiterentwickelten Bewußtsein.
Während Adam der erste Mensch ist, der der Verführung durch das "Böse" und der Angst erliegt, ist Jesus der Mensch, der die Angst überwindet und - wieder - zu Gott und zur bedingunglosen Liebe findet.
Wie erkennt man die Gleichnisse?
Gleichnisse sind Geschichten, mit denen Jesus versucht, den Leuten einen tieferen Sinn, bzw. die Folgen ihres Handelns zu verdeutlichen. Wenn es dich näher interessiert, berühmte Gleichnisse sind zB: Die Geschichte vom verlorenen Sohn, die vom barmherzigen Samariter oder die vom Senfkorn.
Danke. Aber wie erkennt man sie "von außen"? Sind sie irgendwie kenntlich gemacht?