Frage von Luca9975, 189

Was ist mit besonders gefährdete Personen können einen Waffenschein bekommen gemeint?

Szenario: Person A besitzt eine WBK und möchte einen Waffenschein (WBK z. B. als Jäger). Welche Voraussetzungen muss er jetzt für einen Waffenschein erfüllen? Wie gefährdet muss er sein um einen zu bekommen? Danke für eure Antworten (Frage aus reinem Interesse gestellt)

Antwort
von Kronos007, 133

Letztendlich ist das immer eine Einzelfallentscheidung.

Aber mal so als Zahlen: Es gibt etwa 1,5 Millionen Besitzer einer Waffenbesitzkarte in Deutschland (Jäger, Sportschützen und Sammler).

Dagegen gibt es nur etwa 18 000 Waffenscheininhaber.
Von diesen 18 000 entfallen meines Wissens ein großer Anteil auf Berufswaffenträger (Geldtransporte, etc.). Daher ist die Anzahl der berechtigten Privatpersonen sehr überschaubar.

Dementsprechend reicht es nicht beispielsweise mal überfallen worden zu sein, oder ähnliches, sondern man muss schon im öffentlichen Interesse stehen. Es gilt bei unseren Waffengesetzen das Dogma: So wenig Waffen in der Bevölkerung wie nur möglich. Berechtigt sind z.B. Politiker im Bundestag oder in Landesregierungen (Ulrich Gol hatte mal einen) und auch manche Mitglieder des Zentralrates der Juden haben teilweise Waffenscheine.

Antwort
von Zooth, 129

Siehe: http://thegeek.de/das-bedurfnis-und-die-erlaubnis-im-waffenrecht-naher-beleuchte...

Wenn wir vom Waffenrecht sprechen, fallen immer wieder bestimmte Wörter, wie Sachkunde, Zuverlässigkeit, Aufbewahrung und eben auch das Wörtchen „Bedürfnis“. Die unterschiedlichen Bedürfnisse definieren sich im Waffengesetz durch den § 8 „Bedürfnis, allgemeine Grundsätze“:

Der Nachweis eines Bedürfnisses ist erbracht, wenn gegenüber den Belangen der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung

1. besonders anzuerkennende persönliche oder wirtschaftliche Interessen, vor allem als Jäger, Sportschütze, Brauchtumsschütze, Waffen- oder Munitionssammler, Waffen- oder Munitionssachverständiger, gefährdete Person, als Waffenhersteller oder -händler oder als Bewachungsunternehmer, und

2. die Geeignetheit und Erforderlichkeit der Waffen oder Munition für den beantragten Zweck glaubhaft gemacht sind.

Aus diesem ziemlich trocken und allgemein formulierten Paragraphen leiten sich in der Praxis verschiedene Dinge rund um das Bedürfnis Waffen legal zu erwerben ab. Aber erstmal die verschiedenen Bedürfnisse im einzelnen erklärt. 

Jäger

Es dürfte klar sein, dass ein Jäger Schusswaffen benötigt, um die Jagd ausüben zu können, denn was viele nicht wissen: Die Jagd mit Pfeil und Bogen, oder mit der Armbrust ist in Deutschland in der Regel nicht möglich, da das Strafgesetzbuch die „nicht waidgerechte“ Jagd unter Strafe stellt. Waidgerechtigkeit bedeutet, dass ein Tier beim Erlegen nicht leiden darf, weswegen ein Schuss angestrebt wird, der für das Tier sofort tödlich ist. Jäger trainieren dazu übrigens ähnlich wie Sportschützen auf speziellen Schießständen, die bestimmte Jagdsituationen (laufender Keiler, Tontauben) simulieren.

Sportschützen

Bei den sportlich interessierten Schützen ergibt sich das Bedürfnis für den Waffenbesitz durch die Ausübung des Schießsports. Das Bedürfnis wird in der Praxis nur anerkannt, wenn die Schützin oder der Schütze mindestens 18 Mal im Jahr schießt, dies über ein Schießbuch nachweist und mindestens seit 12 Monaten Mitglied in einem Sportschützenverein ist. Das Bedürfnis für den Erwerb einer Waffe ergibt sich dann aus den sportlich geschossenen Disziplinen, die über das Kaliber definiert sein können (aber nicht müssen).

Brauchtumsschützen

Ein Brauchtumsschütze ist zum Beispiel ein Salutschütze, oder jemand, der historisch korrekt gekleidet Vorderlader schießt, also ein bestimmtes Brauchtum pflegt. Der Unterschied zum Sportschützen ist hier, dass ein Brauchtumsschütze nicht Mitglied in einem Schießsportverein sein muss. Dies hat den Hintergrund, das Einzelvorderladerwaffen frei ab 18 Jahren zu kaufen sind. Zum Schießen wird der sogenannte „Pulverschein“ benötigt, der eine Erlaubnis nach dem Sprengstoffgesetz darstellt. Eine Waffenbesitzkarte benötigt der Brauchtumsschütze nicht, außer für Mehrlader (z.B. einen Vorderladerrevolver).
Ich hoffe ich habe das richtig erklärt, denn mit Brauchtumsschießen kenne ich mich nicht unbedingt so gut aus. Hilfreiche und korrigierende Kommentare nehme ich gerne entgegen!

Sammler

Ein Waffensammler ist jemand, der sich zum Ziel gesetzt zu einem bestimmten Thema eine Waffensammlung aufzubauen. Das Bedürfnis ergibt sich dabei aus dem Gutachten, dass der Sammler erstellen lassen muss und ihm bestätigt, dass es lohnenswert ist zu seinem gewählten Thema eine Sammlung aufzubauen. Mögliches Ziel einer Sammlung könnte zum Beispiel „Sammeln von Waffen der NVA“ sein. Ob eine solche Sammlung dann von historischer Bedeutung ist, klärt wie bereits erwähnt der Gutachter.
Bei Munitionssammlern ist das übrigens ebenfalls so, nur dass es nicht um Waffen, sondern um Munition geht.

Sachverständige

Ein Munitions- oder Waffensachverständiger kann verschiedene Aufgaben haben und Tätigkeiten ausführen. Da wäre einerseits die Beurteilung von Waffen, Waffensammlungen und Erstellung von Gutachten, aber auch die Durchführung von staatlich geprüften Sachkundelehrgängen ist typisch. Daneben können Waffensachverständig auch Waffenhändler schulen, damit diese eine Waffenhandelserlaubnis beantragen können. Ein Waffensachverständiger muss vor der IHK eine Prüfung ablegen.

Gefährdete Personen

Dieses Bedürfnis ist in Deutschland sehr selten, es handelt sich hier in der Regel um Personenschützer, Fahrer von Geldtransporten, oder Personen die anderweitig besonders gefährdet sind. Spitzenpolitiker zum Beispiel (kein Witz).

Waffenhersteller und -händler

Es gibt in Deutschland noch einige wenig sehr alte Büchsenmacherfamilien, die das klassische Büchsenmacher Handwerk ausüben und somit zu den Waffenherstellern zählen. Daneben gibt es noch die großen Firmen wie Heckler & Koch, Walther, oder auch mittelständische Unternehmen wie German Sportguns. Das Bedürfnis leitet sich bei Waffenherstellern und -händlern aus der Gewerbetätigkeit ab.

Bewachungsunternehmer

Die Bewachungsunternehmen sind noch mal ein Spezialfall. Ein Bewachungsunternehmen kann für die Mitarbeiter („gefährdete Personen“) eine Bedürfnis zum Führen von scharfen Waffen in der Öffentlichkeit geltend machen. Dies ist allerdings an sehr enge Bedingungen geknüpft.

Aus diesen grundlegenden Bedürfnissen scharfe Waffen erwerben und besitzen zu dürfen, ergeben sich verschiedene Kriterien die zum Waffenbesitz erfüllt sein müssen. Auch die Dokumente, die von den Waffenbehörden ausgegeben werden und die Einschränkungen, die ein Waffenbesitzer aufgrund eines bestimmten Bedürfnisses unterliegt, ergeben sich hieraus.



Kommentar von Luftkutscher ,

Du hast Dir ja viel Mühe gemacht und aufgelistet, wer alles mit Waffen zu tun hat. Allerdings ging es in der Frage nicht um Jäger und Sammler, sondern um den Waffenschein. Die allerwenigsten Jäger oder Sportschützen haben einen Waffenschein.

Antwort
von ES1956, 96

Das ist ja gerade die "Kunst" der Formulierung solcher Gesetzestexte. Der Bürger soll glauben er habe eine Chance, hat er aber nicht.

"Mehr als die Allgemeinheit" bedeutet letztendlich je mehr Bürger allgemein bedroht sind umso weniger Bürger sind mehr als andere bedroht.

Z. B. Wenn du als Einziger eine böse Ehefrau hast, bist du schlimmer dran als die Allgemeinheit. Sind aber viele Ehefrauen böse, so bist du nicht schlechter gestellt als die Allgemeinheit.

Antwort
von FloTheBrain, 88

Viele jüdische Mitbürger in gehobenen Positionen haben in Deutschland einen Waffenschein. Den bekommen sie auch ohne Probleme, als einzige Gruppe der Privatpersonen in Deutschland.

Dann lass dir mal die Löckchen wachsen und heirate entsprechend. Dann klappt es.

Sonst ist niemand (außer Personen des öffentlichen Lebens wie Politiker) so gefährdet und hat keine Chance auf einen Waffenschein.

In Deutschland haben nur kriminelle Gewalttäter Waffen, die ungestört über ihre unbewaffneten Opfer herfallen können. Und das will der schlaue Deutsche so. Schließlich würden ja mehr Waffen im Volk mehr Verbrechen verursachen, obwohl das gar nicht stimmt und sich auch nicht mit den "amerikanischen Verhältnissen" belegen lässt. Ebenso immer die Hinweise der Polizei, niemals den Helden zu spielen, obwohl es viele Studien gibt, die belegen, dass wehrhafte Opfer eine größere Überlebenschance haben (Vorsicht mit einer Pauschalisierung an dieser Stelle).

Kommentar von ChiliWolf ,

Das hat den Hintergrund, das israelische Staatsbürger als besonders gefährdete Gruppe in Deutschland einen Waffenschein beantragen und auch bewilligt bekommen (sofern keine Vorstrafen etc.). Also zum Judentum konvertieren reicht nicht für den Waffenschein.

Kommentar von Luftkutscher ,

Leider gibt es eine Korrelation zwischen der Anzahl von Waffen in einer Bevölkerung und der Anzahl von Verbrechen und Unfällen mit Schusswaffen. Dies wird von vielen Waffennarren zwar gerne verdrängt, ist aber so.

Kommentar von FloTheBrain ,

Stimmt.

In den USA ist mit Ausnahme von Texas in jedem Bundesstaat die Gewaltrate immer dann niedrig, wenn die Waffengesetze und der legale Waffenbesitz weit verbreitet sind. Dort aber wo die Waffengesetze streng sind, wie in New York und Washington, ist die Mordrate viel höher.

Ebenso explodierte die Schusswaffenmordrate nach dem Waffenverbot von GB 1998 und ebenso stiegen die tödlichen Gewaltverbrechen nach dem Waffenverbot von 1996 in Australien. Eben weil Verbote immer nur die Opfer entwaffnen, nie aber die Täter, die sich nie an Verbote halten.

Wie kommst du denn darauf, dass Waffennarren diese Zusammenhänge verdrängen würden???

Kommentar von Luftkutscher ,

Du solltest die Statistik nicht nur auf Überfälle und Einbrüche mit einem Waffeneinsatz durch solche Straftäter beschränken, sondern alle Todesfälle und schweren Verletzungen mit einbeziehen, die sich durch den privaten Waffenbesitz ereignen. Da sieht die Sache nämlich schon bedeutend anders aus. In Deiner Statistik sind die Todesfälle bei denen ein Familienvater den eigenen Sohn erschießt, weil er ihn für einen Einbrecher hielt oder weil jemand bei Streitigkeiten ausrastet und zur Waffe greift nicht berücksichtigt. Von den vielen Todesfällen und schweren Verletzungen beim unsachgemäßen Umgang mit Schusswaffen ganz zu schweigen. Selbst die vermeintlich so sichere Schweiz steht wegen ihres liberalen Waffenrechts sehr viel schlechter da als Staaten, in denen der private Waffenbesitz sehr viel strenger reglementiert ist. Schusswaffen sollten in privaten Händen nichts zu suchen haben! Es sollte reichen, wenn staatliche Organe wie Polizei und Militär sowie menschen mit einer besonderen Gefährdung oder mit einem besonderen Aufgabenbereich wie Sicherheitsbedienstete Waffen haben.     

Kommentar von FloTheBrain ,

Dann zeig mir doch mal diese Statistiken bitte.

Kommentar von FloTheBrain ,

Und das Schusswaffen nichts in Privathand zu suchen haben, da stimmen dir sämtliche Diktatoren dieser Welt vollumfänglich zu.

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