Frage von Fabian2800, 34

Was ist meine Bestimmung in diesem Leben?

Hey Leute, das klingt vielleicht etwas dumm und eingebildet, aber mir ist dieses Thema sehr ernst, deshalb bitte ich auch um ernste Antworten.

Eigentlich bin ich in den Augen der anderen ein durchschnittlicher Typ. Etwas übergewichtig, fange viele Sachen an, die ich nicht zu Ende bringe und habe auch noch nichts besonderes geleistet (zumindest in meinen Augen). Vielleicht wirke ich auf einige auch eher etwas zurückhaltender und schüchtern, bzw. wie ein Einzelgänger.

Aber dennoch habe ich das Gefühl, etwas "besonderes" zu sein. Ich frage mich, warum ausgerechnet ich 'Ich' bin, warum ich, obwohl ich eigentlich "normal" bin, andauernd das Gefühl habe, 'das kann es nicht gewesen sein, ich muss zu höherem bestimmt sein' und warum ich jetzt da bin, wo ich bin. Dabei denke ich über diese Sachen meistens sogar nicht direkt nach, es ist eher wie ein Gefühl, wie Liebe, Wut etc.

Und was kann dieser Gedanke und die Träume, von einer äußerst großen schwarzen Raubkatze mit schwarzen Flügeln, welche Feuer speiht und welche in diesen Träumen/Gedanken immer ich bin, damit zu tun haben. Immer wenn ich mich in dieser Form wiederfinde, dann fungiere ich als Beschützer, aber nicht einzelner Personen, sondern eher wie man sich einen Gott vorstellt. Ich bin immer und überall und beschütze alle die ich liebe, aber richte auch die, welche dem Gesamtwohl der Menschheit schaden wollen.

Was hat das alles zu bedeuten, es verwirrt mich sehr? Bitte nehmt diese Frage wirklich ernst.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von 2012infrage, 25

Auf der einen Seite bist Du etwas Besonderes, auf der anderen Seite bist Du Nichts. Beides hat seinen Platz. Dieses "Gott" ist ALLES und NICHTS zugleich. Wenn Du hinter Dein Ich schauen könntest, dann würdest Du sehen, dass Du auch Alles und Nichts bist, in diesem Sinne überall und nirgends. Du denkst und fühlst also in gewisser Weise schon "richtig". 

Deine Bestimmung im Leben hast Du allerdings schon erfüllt. Du lebst. Das Leben lebt für sich selbst, nicht für Dich oder mich. Dass man lebt, erscheint einem "Ich" viel zu simpel und übersieht es deshalb glatt, und all sein Streben richtet sich auf das WIE man lebt. Dorthin geht unsere ganze Energie und unser ganzes Denken. 

Unser Denken richtet sich sehr oft nach unbewussten Glaubenssätzen, und wir denken und handeln VON ihnen aus, ohne diese wirklich ansehen oder bewusst wahrnehmen zu können. Deine Gedanken sind einfach nur Gedanken, denen Dein Ich eine Bedeutung zumisst. Das ist nicht gut, das ist nicht schlecht, das ist einfach. Du glaubst, dass Deine Gedanken Dir gehören, aus Dir kommen und deshalb nimmst Du sie ernst. 

Wenn Du Dich hinsetzt und mal ein paar Minuten die Augen schließt und versuchst Deine Gedanken wahrzunehmen, dann wirst Du merken, dass wir eine unheimliche Menge "Müll" denken, womit wir uns gar nicht identifizieren, aber andere Gedanken wiederum, an die heften wir uns (unbewusst) ran und glauben sie. Und daraus wird ein Leben, Dein Leben.

Deine Phantasie sagt vielleicht "nur" etwas über Dich aus, dass Du ein Beschützer-Typ bist, vielleicht auch ein Kontroll-Freak (?), vielleicht auch ein Rechthaber (?), weil Du richtest, vielleicht dieses, vielleicht jenes. 

Ein sinnvolles Leben kann sein, dass man versucht, frei nach dem Orakel von Delphi ", sich selbst zu erkennen". Das ist eine Lebensaufgabe und alles zeigt Dir, wer Du bist. Wenn Du weißt, wer oder besser was Du bist, dann (er)kennst Du auch alle(s) andere. 

Du kannst also versuchen, einen Blick hinter Dein Ich zu werfen oder Du lebst Dein Ich und versuchst Dich gesellschaftlich oder sonst wie zu betätigen, eine Beschäftigung, die Dir persönliche Befriedigung verschafft. Dazu musst Du allerdings auch ein kleines bisschen Dich selbst kennen.

LG und ich hoffe, es war nicht zu wirr.

Kommentar von Fabian2800 ,

Nein, es war nicht zu wirr, ich verstehe dich voll und ganz :D

Kommentar von 2012infrage ,

Gut. Ich hab noch einen Lieblingsspruch dazu:

„Mache ich mir Gedanken, oder machen die Gedanken mich?“ Prof. Dr. med. Gerhard Uhlenbruck

oder

„Das Leben eines Menschen ist

das, was seine Gedanken daraus machen.“ Marc Aurel

oder

„An sich ist nichts weder gut noch böse, das Denken macht es erst dazu.“ Shakespeare

 

Kommentar von 2012infrage ,

Ich danke Dir für Dein Feedback und wünsch Dir für Dein Leben die "richtigen" Gedanken, sprich alles Gute!

Lg

Antwort
von Suboptimierer, 32

Es kommt auf deinen Blickwinkel an. Aus einem bestimmten Blickwinkel bist du alles, aus einem anderen nichts. Aus einem hast du die Kontrolle über dein Leben, aus einem anderen wirst du kontrolliert.

So wie du als schwarze fliegende Katze stellen sich bestimmt nicht viele Gott vor :P, aber es gibt bestimmt viele, die ihre Liebsten beschützen wollen und viele, die finden, dass vieles auf der Welt ungerecht ist und dies gerne mit möglichst wenig Aufwand begradigen wollen.

Deine Motivation, Gutes vollbringen zu wollen, ist vorbildhaft.
Das Problem ist, dass der Traum, Gott sein zu wollen, Wunschdenken ist. Dieser Wunsch entspringt wahrscheinlich daraus, dass du einen Mangel hast. Du bist "zuwenig" Gott. Du hast einen geringen Entscheidungsspielraum und machtlos gegenüber Taten anderer.

Deine Träume bringen nichts ohne Taten. 

Versuch, Einfluss zu gewinnen, zum Beispiel politisch und füge deinen Tropfen Menschlichkeit der Suppe hinzu.

Kommentar von Fabian2800 ,

Danke, die Antwort war sehr hilfreich :)

Kommentar von Suboptimierer ,

Bitteschön!

Kommentar von Fabian2800 ,

Aber..

Ich sehe Gott nicht als schwarze Katze, ich sehe mich in dieser Rolle. Ich habe auch nicht das verlangen Gott zu sein, vielleicht habe ich mich da etwas falsch ausgedrückt ^^.

Ich habe nämlich eine ganz andere Sichtweise zu "Gott".

Ich glaub beim besten Willen nicht an Gott und die Kirche, das einzige worange ich glaube ist, dass es etwas gottähnliches gibt, was nur für uns existiert. Das begründe ich ganz einfach damit, dass ich selber ein sehr großer Skeptiker bin, dennoch kann mir selbst der größte Skeptiker nicht erzählen, dass es nichts gibt, zu dem er tief in seinen Gedanken spricht.

Ich hoffe du verstehst wie ich das meine :)

Kommentar von Suboptimierer ,

Einem Skeptiker ist überhaupt immer schwer, etwas zu erzählen ;)

Skeptisch zu sein ist einfach. Sobald man mit seiner Skepsis andere berühren möchte, muss man seine Skepsis begründen können. Das aber nur am Rande.

Antwort
von Gronkor, 14

Ich steure hier noch mal einen Link bei, in dem eine Übung zum Finden der Lebensaufgabe beschrieben wird.

http://mymonk.de/wie-man-seine-lebensaufgabe-in-30-minuten-finden-kann/

Vielleicht hast Du Lust, das mal auszuprobieren.

Bei mir hat es funktioniert.

Antwort
von SebiMasterN7, 30

Wie LonelyBrain schon sagte ist der eigentliche Sinn nur sich fortzupflanzen und seine Gene weiter zugeben. 

Das muss dich aber nicht daran hindern etwa besonderes zu tun. Man weiß nie wer wann eine bedeutende Rolle spielt. Jeder Mensch denkt er ist besonders, du bist einzigartig, aber nicht besonders. 

Antwort
von IseeTTrueWorld, 21

Ich habe ein Zitat welches ich wahrscheinlich nicht wortwörtlich zitiere, jedoch ist sie sehr passend zu deiner verwirrten Lage.

,,Wir sehen das Leben und dir Welt wie wir sie in unseren  Gedanken formen, dein Leben hängt alleine davon ab wie du es siehst"

-Buddha 

Heißt wenn du tatsächlich immer diesen Traum hast und du dich als Beschützer wiederfindest dann solltest du deine Zukunft ja bereits kennen.

Antwort
von LonelyBrain, 34

Bitte erst über folgenden Punkt nachdenken bevor hier kommt "Blödsinn":

Die einzige Bestimmung, der einzige Sinn des Lebens ist:

Fortpflanzung - ohne die gäbe es bald kein Leben mehr welchen man zwanghaft Sinn andichten könnte.

Kommentar von Fabian2800 ,

Anhand der Tatsache,  dass du so schnell geantwortet hat, kann ich nicht glauben,  dass du den Text wirklich gelesen hast.

Was sagst du zu der Aussage, das Wissenschaftler der Quantenphysik sagen, dass die Geist die Materie bestimmt. Wenn man darüber nachdenkt, dann kann das ganze ja wohl nicht so einfach sein.

Kommentar von LonelyBrain ,

Ich habe deine Frage gelesen. Das reicht - formuliere sie anders dann antworte ich auch darauf.

Was ist meine Bestimmung in diesem Leben?

Kommentar von Fabian2800 ,

Von Leuten, die sich nur mit den Grundlegenden Aspekten der Wissenschaft auseinandersetzen, welche vor hunderten von Jahren durch die Feinde der Kirche den Ursprung ihrer Forschung hatten, muss ich mir keine Fragen beantworten lassen.

Ich bin auch kein Freund der Kirche und auch auf Seiten der Wissenschaften. Dennoch denke ich weiter und bin aus dem eingeschränkten Blickwinkel, welche den einzigen Sinn des Lebens in der Fortpflanzung sieht, ausgetreten, da es bei einer so komplexen Spezies, wie dem Menschen, noch weitaus höhere "Bestimmungen" gibt, als die Fortpflanzung. 

Kommentar von LonelyBrain ,

Na dann schauen wir doch mal wie lange es diese ach so komplexe Spezies Mensch denn noch gibt ohne Fortpflanzung. Was bringt einem da die Wissenschaft oder andere Bestimmungen?

Kommentar von Fabian2800 ,

Ich habe nie gesagt, dass die Fortpflanzung nicht ein wichtiger Bestandteil des Lebens wäre.

Aber dann frag ich dich mal was anderes:

Was ist denn dann für dich der Sinn der Fortpflanzung? Wenn jeder nur dafür lebt, damit man nachkommen zeugen kann, die sich wieder fortpflanzen, wofür sorgen wir dann denn damit? Was wollen wir dadurch sichern, wenn es keinen anderen Sinn im Leben gibt?

Kommentar von LonelyBrain ,

Lebenserhaltung

Kommentar von Fabian2800 ,

Aber wofür die Lebenserhaltung? Wenn wir uns fortpflanzen um unsere Spezies zu erhalten und unsere Spezies erhalten, nur damit wir uns fortpflanzen, dann ist das wie ein Unternehmer, der nur genau so viel einnehmen will, wie er ausgibt, also ohne weiteren Sinn dahinter, weshalb es auch keinen Sinn macheb würde die Spezies zu erhalten. Aber dennoch Pflanzen sich sogar die minderbemittelsten Lebewesen fort, was den Beweis bringt,  dass das Leben uns mehr bieten muss, als Fortpflanzung und Lebenserhaltung. 

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