Was ist los in meinem Kopf oder auch: sollte ich mir weiterhin Sorgen machen?

... komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Das klingt sehr nach Schulphobie. 

Hast du eine Uni in der Nähe?

Dort gibt es meist Kurse und Beratungen zu Prüfungsangst. Auch wenn du kein Student bist, könntest du dort vielleicht mal hingehen und nach Tipps oder Ansprechpartnern fragen (meines Wissens wird da nie nach Studienbescheinigungen gefragt).

Andere Möglichkeit wäre eine Verhaltenstherapie gegen Angst. Aus meiner Sicht hast du dich jetzt so konditioniert, dass du komplett blockierst, wenn du in einer Schulsituation bist. Die Frage ist, warum. Darüber würde ich mal nachdenken. Gab es einen Auslöser? Mitschüler? Versagensangst? Wenn ja, wovor konkret?

Wenn du sagst, dass du in der RS nie lernen musstest, und trotzdem gute Noten geschrieben hast, spricht das dafür, dass du ziemlich intelligent bist, ein gutes Gedächtnis hast und auch die FOS locker schaffen solltest - allerdings mit Lernen. Eine Möglichkeit wäre evtl. auch, Nachhile zu nehmen (jetzt), nicht um Stoff aufzuholen, sondern um das Lernen zu lernen und in einen Lernrhythmus reinzukommen. Also jemanden zu finden, der mit dir unbekannten Stoff lernt, und dabei herausfindet, wie du den am effektivsten lernst und dir  Tagesaufgaben gibt, die du auch täglich übst, damit du in einen für dich vernünftigen und effektiven Lernrhythmus kommst.

Ich würde dir folgendes empfehlen:

Gedächtnistraining anfangen (Forum Brainboard und Seite memocamp zum Üben): Routen erstellen und wirklich jeden Tag üben! Wenn du die Techniken kannst, kannst du schnell Stoff behalten, der erst mal keine innere Logik für dich hat (Fachbegriffe, Formeln, Daten usw.).

Ich würde dir empfehlen, jeden Tag in die Bücherei oder Unibibliothek (da kann man auch einfach so reinspazieren, wenn man keinen Ausweis hat) zu gehen und zu lesen. Erst mal solltest du alle möglichen Bücher zum Thema Lernen, Zeitmanagement und ähnliche Themen (vielleicht einfach mal in der Psychologieabteilung und Pädagogikabteilung stöbern) durchschauen und nach Tipps für deine Situation suchen. Im Brainboardforum werden auch gute Bücher empfohlen. Gewöhne dir an, jeden Tag zur gleichen (frühen) Zeit dorthin zu gehen, damit du einen Schulrhymthmus hast. Lerne jeden Tag ein bisschen (Abschnitt eines Buches, einer Webseite, eines Wikipdeiaartikels - Hauptsache, du bleibst im Training). Nicht zu viel! Nicht den ganzen Wikipediaartikel von mehreren Seiten etc.! Schreibe dir auf, was du die Woche gelernt hast und wiederhole es am Wochenende. Inhalte sind erst mal zweitrangig, es geht ums Lernen lernen! Überlege dir Inhalte, die du gern wissen würdest und suche dir Quellen (Webseiten, Bücher) darüber.

Versetze dich immer mal wieder in Gedanken in die Schulsituation: Stelle dir vor, wie du zur Schule gehst, ins Klassenzimmer kommst, was du dort hörst, siehst, riechst, wie der Unterricht und die Pausen ablaufen. Stelle dir das bewusst so vor, dass du keine Angst in der Situation hast, sondern entspannt durch den Tag gehst. Wenn du es dir oft genug vorgestellt hast, kann es sein, dass du auch in der echten Situation entspannter wirst.

 Frage ggf. mal bei der Krankenkasse nach Kursen für Entspannung und gegen Angst. Manchmal wird so etwas angeboten. Alternative: Schau bei der VHS nach passenden Angeboten.

Wenn du noch Kontakt zu ehemaligen Lehrern hast, maile sie an und bitte sie um Tipps. Vielleicht hatten sie schon Schüler mit dem Problem und können dir helfen oder dir Ansprechpartner nennen.

Führe eine Liste mit Dingen, die dir gut tun, sowohl zur reinen Entspannung als auch beim Lernen. Was ist effektiv? Wie kannst du am besten abschalten, am besten entspannt durch Stresssituationen gehen, am besten/ schnellsten lernen, am besten einen Inhalt durchdenken/ diskutieren, um verschiedene Aspekte kennenzulernen, am besten Stoff abrufen/ merken usw. Wie kannst du am besten mit plötzlich auftretender Angst umgehen?

Gehe ggf. auch zum Neurologen. Es gibt auch Medikamente gegen Angst, aber das sollte mMn der letzte Weg sein. 

Versuche einfach alles, um es dir zu ermöglichen, irgendwann doch noch entspannt in die Schule zu gehen. Bleibe am Ball, suche weiter Ansprechpartner, lies, übe/ teste, bleib auch in der Lernsituation.

Gib dich nicht auf. Die Angst wird immer wieder kommen, wenn du keine Strategien findest, wie du die Situation Schule so für dich verändern kannst, dass du sie ohne Angst durchstehen kannst.

Schaue auch mal links und rechts der offensichtlichen Themen, z.B. bei Themen wie Lernbehinderung, ADS, Hochbegabung (Betroffene haben manchmal "typische" Lernprobleme), Lernblockade, Underachievement (in diese Kategorie fällst du: Du leistest weniger, als du könntest, und musst den Grund dafür finden). 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Tasha
24.11.2016, 09:10

PS

Ein wichtiges Thema für dich ist Verhaltensänderung. Schau mal nach Büchern/ Webseiten zum Thema Prokrastination. Man kann sich selbst konditionieren, sein Verhalten zu ändern, indem man ca. 3 Monate lang jeden Tag oder fast jeden Tag das neue Verhalten übt (zwangsweise, dann wird der Körper es automatisch abfordern). Also z.B. wenn du jeden_Morgen_zur_gleichen_Zeit (!!!) duscht, wirst du es irgendwann automatisch tun/ wollen. Mache dir einen Plan, was geändert werden muss und übe jeden Tag eine kleine (!) Sache. Imme rein paar Tage eine Sache üben, dann eine zweite aufnehmen.

Z.B. Aufwachen zu einer bestimmten Zeit (Wecker), dann aufstehen innerhalb einer bestimmten Zeit (halbe Stunde), dann sofort nach dem Aufstehen Zähneputzen und duschen, dann nicht wieder ins Bett legen, sondern eine Aufgabe angehen (einmal rausgehen, etwas lesen, was auch immer dir sonst schwer fällt). Oder nimm dir eine kleine Morgenaufgabe: Aufstehen und Brötchenholen für alle oder dir zur Belohnung eine Kleinigkeit beim Bäcker kaufen. Dann kommst du nämlich wieder in die Routine: Aufwachen, aufstehen, duschen, anziehen, rausgehen. Und du hast einen Grund dafür.

Regel: Alles, was du in 2 min erledigen kannst, wird auch gemacht. Also: Man kann kurz aufstehen. Man kann kurz ins Bad gehen. Man kann kurz Zähne putzen. Man kann kurz unter die Dusche. Man kann sich kurz  Strümpfe anziehen, wo man schon mal dabei ist dann gleich auch die Hose, Schuhe anziehen dauert auch nicht so lange, man kann kurz zum Briefkasten gehen, und wenn man schon mal da ist, einmal zur Straßenecke usw. Irgendwann kommt man dann wieder in den Turn. Zu dem Thema gibt es auch viele Bücher, z.B. "The NOW-habit".

Mache dir pro Tag einen Minimalplan an Aufgaben, die abgearbeitet werden müssen, fange mit ganz kleinen (Aufstehen bis ___ Uhr, ins Bad gehen, Zähneputzen, duschen) an. Erweitere den Plan immer dann, wenn die vorherigen Aufgaben keine Mühe mehr bereiten. Belohne dich für jeden geschafften Schritt, notiere z.B. was gut ging, kaufe dir eine kleine Belohnung (dann bist du nämlich schon mal draußen) usw.

1

Hallo Panderos,

hört sich nach einer schweren Zeit an, die Du da hinter dir hast.
Der Übergang von Real auf FOS ist ja kein unwesentlicher, zum ersten Mal muss man sich über einen längeren Zeitraum in der echten Arbeitswelt beweisen (auch wenn's "nur" ein Praktikum ist, irgendwie steht man da doch auch auf dem Prüfstand). Da können leicht Versagensängste oder ähnliches aufkommen - die sich ja durchaus auch unbewusst abspielen können. Hier sähe ich dann auch eine gewisse Nähe zu den Prüfungsängsten, die Du beschreibst.

Mag sein, dass eine Depression im engsten Sinne nicht in Betracht kommt, aber es gibt auch andere psychische Störungen, die mit einer depressiven Symptomatik einhergehen können, etwa eine Anpassungsstörung oder Ähnliches. Über eine mögliche Diagnose solltest Du Dir aber am besten keine Gedanken machen: Psychiatrische Diagnosen bilden lediglich ein typisches zusammenspiel von mehreren Symptomen ab - über die Probleme, aus denen diese Beschwerden erwachsen, sagen sie aber so gut wie gar nichts aus.

Für mich klingt deine Beschreibung so, als wäre es gut, mit einem Therapeuten darüber zu sprechen. Um den Platz solltest Du Dich gerade jetzt, wo es Dir gut geht kümmern, je nach Region kann man auch mal ein ganzes Jahr auf der Warteliste stehen, bevor eine Behandlung beginnen kann.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich kann mir das nur so erklären, dass die schulische Weiterbildung nicht dein Ding ist. Gibt es für dich Alternativen, v.a. mit praktischer Ausrichtung? Klingt für mich so, dass du einfach keinen Spaß an Schule hast.

Vielleicht musst du dir etwas anderes suchen oder probieren, was dir mehr liegt und deinem Typ entspricht, so dass es dir auch Freude bereitet...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Auf lange Sicht wirst du an dir arbeiten müssen.

Das kannst du aber nur, wenn du arbeitsfähig bist.
Und dazu musst du wahrscheinlich erst mal in eine Klinik.

Und wenn du dann arbeitsfähig bist, darfst du damit nicht zufrieden sein, du musst arbeiten.
Sonst wirst du zum Dauergast, weil letzlich nur die Arbeit an dir dein Grundproblem beseitigen kann, oder verkleinern.

Im Moment bist du nicht in der Lage, an dir zu arbeiten.
Du kannst ja nicht mal eine Frage stellen, die du so weit aufgearbeitet hast, dass sie verständlich wäre.
Du schilderst uns ungefilterte und unverarbeitete Fetzen von Fakten und Gedanken, mit denen keiner was anfangen kann.

Also lass dir von Profis helfen, bis du die selbst helfen kannst.
Und dann hilf dir auch selbst, indem du an dir arbeitest.

Und ja, einen "Psychodoc", und akut erst mal eine Psychoklinik.
Daran ist nichts schlechtes, es ist keine Schande, kein Makel, nichts zum Schämen.
Wer darüber lästert, gehört eigentlich am Ehesten dort hin. Die meisten schaffen es aber, das zu vermeiden, indem sie Böse Alte Menschen werden, oder Böse Junge Menschen.

Lass dir helfen! Im Moment zweifele ich sogar daran, dass du beurteilen kannst, wie es dir geht.
Und wenn du dich im Kreis drehst, musst du den Ausgang kennen/finden, und wenn du ihn nicht kennst/findest, lass ihn dir zeigen. Von Profis.
Und benutze ihn dann auch.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Dann solltest du trotzdem mal eine  Psychologen zu Rate ziehen. er kann dir helfen nicht wieder aufzugeben, wenn du vor der nächsten Schule stehst.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ja, gerade jetzt Hilfe suchen. Du kannst jetzt vorbauen und dafür sorgen, dass das Problem nicht mehr auftauchen wird. Wenn du erst mal mitten drin sitzt ist es wesentlich schwieriger wieder raus zu kommen ohne aufzugeben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Panderos
24.11.2016, 08:37

Aber schickt mich der Psychiater/Psychotherapeut(?) dann nicht einfach wieder nachhause, weil es mir gerade in dieser Zeit nicht viel schlechter geht als Leuten, die halt "einfach machen"?

Auf der anderen Seite steht durch das Abbrechen ein erneutes Wiederholen außer Frage, und das Abi will ich schon. Was soll ich denn meinem Hausarzt sagen, damit der mich "überweist"?

0

Eine Psychotherapie wäre sicherlich vonnöten. Du hast Angst - woher kommt die? Versagensangst? Wenn du in der Schule gut zuhörst, immer versuchst viel aufzuschnappen, dir Notizen machst und jeden Tag zu Hause wiederholst und übst, was ihr in der Schule gemacht habt, ist es doch gar kein Problem mitzukommen - kann jeder.

Mache mal einen "lernen lernen-Kurs", damit du Selbstsicherheit gewinnst.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung