Frage von TechPilot, 84

Was ist gemeint mit "vom Aussterben bedroht"?

Hey Leute,
Vorab: ich weiß natürlich was das heißt, wusste nur nicht wie ich meine Frage in der Überschrift formulieren kann. Also mit vom Aussterben bedroht meint man ja dass es nur noch wenige Tiere in freier Wildbahn gibt. Aber kann man denn nicht Tiere (Neugeborene) aus dem Zoo oder so in die Wildnis lassen? Natürlich ist das schwer wenn die Art ganz ausgestorben ist, aber ist sowas gar nicht möglich, aus welchen Gründen auch immer? Z.B gibt es unzählige Tiger und Löwen in Zoos, kann man denn keine in die freie Wildbahn lassen, oder in große Schutzgebiete, damit die sich vermehren?

Danke im Voraus

MfG

Antwort
von PicaPica, 39

Es hat ja seinen Grund warum diese Tiere in ihrem speziellen Gebiet vom Aussterben bedroht sind und da würde es wenig bis keinen Sinn machen, Tiere aus Nachzuchten, woher auch immer, in genau diesen Gegenden wieder auszuwildern.

Außer, man verändert, heißt verbessert die Bedingungen in diesen Gebieten, dann könnte man darüber nachdenken.

Wenn du z. B. Wölfe oder Bären, oder auch `nur´ den Luchs in Deutschland wieder auswildern würdest (Nationalparks ausgenommen, die aber eben auch nur eine gewisse Zahl an Tieren beherbergen können), würden diese Tiere spätestens an der nächsten Autobahn scheitern. Vermutlich aber bereits an der spätestens zweiten Landstraße.

Kommentar von TechPilot ,

Die Tiere sind sicherlich nicht einfach so ausgestorben, der Mensch spielt da auch ne Rolle, deshalb hab ich ja auch geschrieben: in Schutzgebieten.

Kommentar von PicaPica ,

Wie gesagt, ist eine Platzfrage. Du kannst z. B. in deinem Garten 10 Meisen-Nistkästen aufhängen, was sehr löblich wäre, aber es werden, je nach Größe des Gartens, dennoch nur zwei Meisenpaare da brüten. Hat mit deren Reviergröße zu tun.

Und dann erst bei Löwen oder Tigern. Auch in ein großes Schutzgebiet passt nur eine spezielle Populationsgröße dieser Arten. Wenn nun dieses Schutzgebiet noch dazu isoliert in einem vom Menschen übernutzten und besiedelten Gebiet liegt, kann auch kein Austausch der Arten untereinander stattfinden bzw. neue Exemplare zuwandern. Und du hast sehr recht - der Mensch spielt da eine entscheidende Rolle.

Antwort
von AstroSloth, 16

Es braucht eine gewisse Anzahl Tiere in einer geschlossenen Population, um die genetische Überlebensfähigkeit mittel- und langfristig sicherstellen zu können. Zu wenig genetische Vielfalt, und es kommt zu Effekten wie man sie auch beim Menschen z.B. in abgelegenen Bergregionen manchmal findet, genetische Erkrankungen werden häufiger. Diese Grenze variiert zwischen Tierarten und kann nur geschätzt werden; wenn sich der Bestand einer Art an diese Grenzen heranbewegt, dann spricht man in Abstufungen davon, dass die Art gefährdet, bedroht, oder vom Aussterben bedroht ist.

Was du vorschlägst wird teils gemacht; das geht aber nur bei Arten, bei denen "fremde" Individuen Anschluss finden, bei denen sich ausgewilderte Individuen auch behaupten können, und bei denen sich die Finanzierung findet, eine solche Aufzucht aufzubauen und zu betreiben; in Zoos kann man soetwas nicht leisten, wie soll man da eine Auswilderung vorbereiten, wenn es kein natürliches Habitat gibt?

Zoos haben darüber hinaus in vielen Fällen genug eigenen Bedarf und würden keine Tiere abgeben. Gerade stark bedrohte Arten pflanzen sich üblicherwiese nicht allzu schnell fort, und die Überlebenschancen sind (gerade bei Zootierlinien, die seit Generationen in Gefangenschaft leben) oft nicht besonders gut. Da ist man froh, wenn man den Nachwuchs zum Erhalt des eigenen Bestands nutzen kann.

Die einzige Option ist hier in absehbarer Zeit, Bestände und die natürlichen Lebensräume soweit zu erhalten und den Klimawandel soweit einzudämmen, dass natürliche Populationen die kritische Grenze der genetischen Überlebensfähigkeit nicht unterschreiten. Andernfalls stirbt die Art nach aktuellem Stand über kurz oder lang aus (selbst, wenn man kurzfristig einen Bestand von ein paar Tieren sichern kann).

Kommentar von lllATTIlll ,

Das stimmt nicht ganz. Viele zoologische Gärten beteiligen sich an Nachzucht- und Auswilderungsprogrammen, beispielsweise bei Wisenten, Wildkatzen oder Luchsen. Das ist auch eine der Hauptaufgaben von zoologischen Gärten.

Kommentar von AstroSloth ,

Ich sag ja, in vielen Fällen. Einen Panda wird kaum ein Zoo bereitwillig hergeben (dafür gibt es immerhin eigene Aufzuchten für Pandas), ähnlich bei Nashörnern.

Antwort
von Wiesel1978, 32

Schöne Idee, aber die meisten Tiger und Löwen in Zoo's stammen heutzutage nicht mehr aus einem Wildfang, wodurch sie sich in der Wildnis nicht zurecht finden würden. Aber Deine Idee wird für gewisse Tierarten schon praktiziert, eben weil die natürliche Geburtenrate zu gering ist, damit die Art erhalten bleibt.

Antwort
von Peterwefer, 30

Versuche dieser Art werden durchaus gemacht - mit nicht immer erfreulichen Ergebnissen.

Antwort
von Grautvornix, 30

Nein, die meisten Zootiere könnten nicht in freier Wildbahn überleben, da sie z.B. das jagen verlernt haben.

Kommentar von TechPilot ,

Ich hab geschrieben: neugeborene
In 2 Generation werden sich wohl nicht die ganzen Gene verändert haben, dass sie nicht mehr jagen können, oder?

Kommentar von Grautvornix ,

Von wem sollen die es denn lernen?

Vom Wärter nicht, und die Eltern jagen ja wohl auch nicht.

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