Frage von TVDFan2, 142

Was ist gemeint mit "Homosexuelle drücke einem ihre Homosexualität auf"?

Also man hört ja mal so hin und wieder was wie "Homosexuelle drücken einem ihre Homosexualität voll auf!"

Was soll das bedeuten? Inwiefern tun wir das anders, als heteros? Und was könnte mit diesem Satz gemeint sein:

PS: Es interessiert kein A*sch, was du privat in deinem Schlafzimmer machst, oder machen willst. Wenn du das öffentlich raus trägst, dann erwarte nicht, dass es dafür Beifall gibt! Oder ließt du hier im Forum was Ufti mit seiner Frau für Vorlieben haben? Oder was ich so privat mache? Das interessiert keinen, also zwing das nicht jemanden auf! Es gibt genug Homosexuelle, die ganz normal mit ihren Partnern leben und es nicht an die große Glocke hängen. Dann kommt höchstens mal eine Antwort auf die Frage der Beziehung, dass die einen gleichgeschlechtlichen Partner haben und dann war es das schon. Da fragt höchstens jemand mal nach, den es wirklich interessiert. Aber die reiben es nicht anderen unter die Nase!

Danke schonmal für die Antworten. :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Nashota, 78

Wer sowas von sich gibt, fühlt sich unangenehm berührt, wenn sich beispielsweise zwei Männer in aller Öffentlichkeit küssen oder Händchen haltend laufen. Wenn das zwei Heteros tun, ist das aber was anderes.

In meinen Augen sind viele Leute sehr verheuchelt.

Und was das hier angeht:

Oder ließt du hier im Forum was Ufti mit seiner Frau für Vorlieben haben?

Und ob Heteros ihre Vorlieben anderen mitteilen. Allein dieses Forum ist doch eine große Tummelwiese. Da werden sich sogar Tipps geholt, was sie sonst noch miteinander veranstalten können.

Es braucht keiner mit der Trommel durchs Haus laufen, mit wem er liiert ist. Aber wenn es mal zu gewissen Liebesbekundungen in der Öffentlichkeit kommt, müssen keine Unterschiede in der Betrachtungsweise oder Toleranz/ Akzeptanz gemacht werden.

Kommentar von TVDFan2 ,

Dazu sollte ich wohl sagen, das Zitat stammt aus dem Forum eines Minecraft-Servers von einem Admin, der meinte, ich habe mich ach so falsch verhalten, weil ich mich von Moderatoren nicht angreifen lassen wollte (bin normaler Spieler) und die falsche Behauptung, Homosexualität sei eine Entscheidung, habe versucht zu wiederlegen, durch Argumente, die dann aber ignoriert wurden... Also der Punkt war, es kommt nicht von hier. ^^

Also sind es Kommentare vermeintlicher akzeptanter Menschen, die sich aber unangenehm fühlen, wenn sie ein homosexuelles Paar sehen und es deshalb quasi schlecht reden? (Also auch die Leute, die sich zT homophob äußern, einen aber angehen, wenn man sagt, dass die Äußerung homophob war.)

Ich verstehe halt nicht, was wir vermeintlich anders machen, als heteros... wir tun doch sogar weniger (außer bei unseren Parades und die sind ja nur ein paar Tage im Jahr). Ich will doch auch nur genau das tun können, was jedes Paar kann: Hädchen halten mit meiner Freundin, sie küssen, zeigen, dass sie meine Freundin ist...

Kommentar von Nashota ,

Meine langjährige Erfahrung mit diesem Thema: Fange nie mit jemandem an zu diskutieren, der Angst vor Homosexualität hat. Du wirst nie gewinnen.

Wo der Spruch gebracht wurde, ist egal. Ich habe schon in vielen Foren diese Worte gelesen und mir manchmal fast die Finger wundgeschrieben beim Versuch, normal nachvollziehbare Argumente zu bringen. Wer in Homosexualität was Anormales sieht, wird von seiner schrägen Argumentation keinen Millimeter weichen.

Alleine die Frage, ob man in einem Notfall, wo nur ein Homosexueller Hilfe geben könnte, weil nur er/sie vor Ort wäre, sich helfen lassen oder lieber sterben würde, bekam nie eine Antwort.

Oder all die Diskussionen, wenn das eigene Kind mitteilt, dass es homosexuell ist. Oder wenn man plötzlich erfährt, dass der Arbeitskollege oder Sportfreund "vom anderen Ufer" ist. Das war für so viele der wahre Weltuntergang.

Wer als Hetero sagt, er hat nichts gegen Homosexuelle, sich aber gleichzeitig über öffentliche Liebesbekundungen aufregt, der widerspricht sich selbst. Das ist dasselbe, als würden sie sagen, sie haben nichts gegen die Sonne, aber wenn sie scheint, ist sie unangenehm warm.

Ich kann nur immer wieder allen homosexuellen Paaren raten, sich nicht zu verstecken und zu ihrer Liebe zu stehen, auch öffentlich.

Es gibt keinen Unterschied zwischen Küssen und Händchen halten, wenn es zwei Heteros oder zwei Homosexuelle tun. Da sind immer nur zwei Menschen, die sich lieben.

Kommentar von TVDFan2 ,

Es freut mich zu lesen, dass du es so siehst.

So ähnlich sah dann auch meine Antwort drauf aus: 

Also ganz ehrlich: egal was davon du meinst, Heterosexuelle reiben es einem sehr viel mehr unter die Nase: öffentliches rummachen, befummeln im schwimmbad, reden mit Kumpels über abgeschleppte Mädchen und was gemacht wurde (was dann auch die umliegenden hören), händchenhalten etc.
Egal wo man hinschaut wenn man ein heteropaar sieht sieht man auch immer dass sie irgendwas machen das zeigt dass sie einander lieben und falls ich dich grade richtig verstehe, sagst du ich soll das nicht, weil ich homosexuell bin?
Ich werde mich gewiss nicht verstecken oä, nur weil manche meinen ich reibe es ihnen unter die nase, dabei aber die ganzen heteros vergessen, die das selbe tun. Ich werde mir genau das erlauben, dass sich jeder andere Mensch auch erlaubt: der Welt zeigen, dass ich meine Freundin liebe und dass sie meine Freundin ist. Ich werde sie küssen, händchen halten, über sie reden und schwärmen, sie in den arm nehmen und mit ihr kuscheln, sie zu dates ausführen, irgendwo im Park rummachen etc. Genau das, was jeder hetero sich auch erlaubt, ohne dass ihm unterstellt wird, er würde seine heterosexualität anderen unter die Nase reiben.
Das lasse ich mir von niemandem nehmen, erst recht nicht von heteros, die das selbe tun.

Und dann kam die typische zickige Antwort, ich solle nichts in seine Worte hineinlesen, er erklärte aber nie, was er meinte...

Woher weiß man, dass jemand Angst vor Homosexuellen hat und wie bekämpfen wir die Intolerant, wenn die intoleranten so verbissen in ihrer Meinung sind? :(

Kommentar von Nashota ,

Angst erkennst du an Nicht-Zugänglichkeit gegenüber Argumenten. Wer meint, dass er Unterschiede machen und sehen kann, der wird wie gesagt nie auf eine andere Linie schwenken.

Intoleranz ist eine chronische Krankheit. Man kann nur immer wieder versuchen, ins Gespräch zu kommen. Und dafür sind CSD-Veranstaltungen gut geeignet.

Kommentar von TVDFan2 ,

Naja aber gehen homophobe (=intolerante ?) Menschen zum CSD?

Kommentar von Nashota ,

Nee, nicht wirklich. Aber ich habe trotzdem schon festgestellt, dass die Infostände rund um den CSD gut besucht werden. Mitunter sind da auch ein paar Leute dabei, die zwar skeptisch sind, sich aber doch mal aus erster Hand von ein paar Realitäten überzeugen lassen.

Kommentar von scorpion87 ,

Naja - nur ist der CSD als Fetischparade leider der schlechteste Ort überhaupt, um sich von "Realitäten überzeugen zu lassen"... Daher schließe ich mich den anderen Fragestellern gerne an: Man sollte sich nicht genieren, seine Liebe auch mal in der Öffentlichkeit  zu zeigen, denn so etwas wirklich mal zu sehen macht es für andere erst real, die Schwule sonst nur aus TV und vom CSD kennen. (p.s. will hier keine Diskussion zum Sinn oder Unsinn vom CSD in seiner aktuellen Form lostreten, das würde ausufern ;)

Kommentar von Nashota ,

In Leipzig ist das nicht der Fall. Dort gibt es viele Infostände und viele Diskussionsangebote, sowohl im Vorfeld, da der CSD eine Woche dauert, als auch zur großen Straßenveranstaltung.

Und was das Äußere der Teilnehmer angeht, sind insbesondere meine große Tochter und ich jedes Jahr davon begeistert. In meinen Augen ist das keine Fetischparade, sondern nur ein im wahrsten Sinne des Wortes bunter Haufen von gutgelaunten Menschen, die sowohl Spaß haben, als auch das Gespräch suchen.

Meine Töchter und ich passen uns gern dieser Sichtweise an. Wir haben extra für den CSD Shirts in Regenbogenfarben. Und dieses Jahr wollen wir Regenbogenbrot backen und da anbieten.

Man sollte den CSD so annehmen, wie er ist und was er ist: Politische Statements, interessante Gespräche und nicht zuletzt geile Party ;-))

Kommentar von TVDFan2 ,
Wir haben extra für den CSD Shirts in Regenbogenfarben. Und dieses Jahr wollen wir Regenbogenbrot backen und da anbieten.

Awwwww

Antwort
von SarcasticSard, 52

Übersetzt heißt das: "Ich bin homophob".

Ganz einfach. Solche Leute nennen dann als Beispiel, dass Homos ihre Sexualität ja angeblich so offen zeigen. Tatsächlich ist es doch so, dass wir Heteros das viel offener zeigen- Männer und Frauen, die sich küssen, umarmen oder ein bisschen kuscheln, gehören zum normalen Stadtbild.

Da beschwert sich niemand. Aber wenn Schwule und Lesben das machen, werden sie dafür angefeindet. Das sind homophobe Doppelstandards, sonst nichts. 

Kommentar von Lennister ,

Schön zusammengefasst, genauso ist es! 

Antwort
von Fragant1995, 50

Da gibt es viele Ansichten von homophoben, aber auch toleranten Menschen: CSD, Fernsehen, Coming Out, Homosexuellen-organisationen/-bars/-treffpunkte/-gruppen, homosexueller Promis/Politiker etc.. Trotzdem quatsch, da Homosexualität nicht aufgedrückt wird, dies wird jeglich nur öffentlich propagiert, damit es mehr akzeptiert wird. Wenn wir es aufdrücken würden, täten wir Dummes, da man uns erst recht haten würde.

Antwort
von Solenostemon, 20

Die Heteros sind noch viel Penetranter mit ihrer Sexualität, gerade wenn das Wetter freundlicher wird kann man nirgendswo hingehen ohne mit Heterosexualität konfrontiert zu werden, da gehen Homosexuelle deutlich dezenter mit ihrer Sexualität um.

Kommentar von TVDFan2 ,

Seh ich auch so, danke. Selbst in Kindergeschichten findet sich Heterosexualität überall (Hauptfigur zB hat Mutter und Vater), in den Werbungen, in Filmen erst Recht etc

Antwort
von scorpion87, 14

Ich finde den Satz eigentlich gut verständlich. 

Es gibt durchaus immer mal Schwule, die stellen sich vor mit: "Hallo ich bin XY und ich bin schwul.", und dann gibt es kein anderes Thema mehr. Selbst toleranten Heterosexuellen und anderen Schwulen geht so etwas auf den Senkel. Ich kenne die Vorgeschichte nicht, aber auf so etwas möchte der Zitierte wohl hinweisen. 

Kommentar von TVDFan2 ,

Naja zum Zitat, ich habe mich in dem Forum nie irgendwie so geäußert, sondern bei Gesprächen halt, wenn es um Themen wie Partner ging oder man fälschlicher Weise annahm, ich habe einen Freund, gesagt, dass ich eine Freundin habe oder mich im Chat/Forum drüber gefreut, dass meine Freundin und ich schon zB 1-jähriges haben oder dass ich gleich off muss, weil ich mit meiner Freundin telen will oä. - Machen heteros die ganze Zeit...

Gut, es mag Homosexuelle geben, die sich tatsächlich so vorstellen und in manchen Situationen ist das mMn auch verständlich, zB wenn ein Mädchen von dem Typen schon vorher so angeguckt werde und merkt, er macht sie gleich an und will nich nur n normales Gespräch (selbiges beim Schwulen, der vom Mädchen schon so angeguckt/angetanzt/angeflirtet wurde, oder einfach als Icebreaker nach dem Motto "Ich bin XY und ich mag Pferde", da sagt man ja auch nicht, die Pferdeliebhaber drücken das einem voll auf.
Und das ist sicher nervig auf Dauer, aber das ist ein kleiner Teil der Community, der das macht. Zum größten Teil gehen wir mit unserer Sexualität nicht so offen um, wie Heteros und müssen uns dann trotzdem sowas anhören...

"Gut verständlich" mag er sein, es ging mir auch nicht darum, was die Worte bedeuten, sondern was eben gemeint ist, da ich das einfach nicht nachvollziehen kann...

Antwort
von crypunktcom1, 65

der spruch soll heißen, dass homosexuelle, andere dazu verleiten homosexuell zu werden. stimmt meiner meinung nach nicht, aber gut.

Kommentar von TVDFan2 ,

Aber inwiefern? Verleiten dann nicht auch blonde andere zum blond sein?

Wenn man nicht homosexuell ist, wird man es auch nie sein, wo ist also das Problem?

Kommentar von crypunktcom1 ,

das ist ein total sinnloser spruch, da das nicht stimmt. homosexuelle 'verleiten' andere nicht zu irgendwas.

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