Was ist für euch Würde?

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Würde hat etwas mit Wertschätzung und Achtung und Respekt zu tun. Alle drei haben unterschiedlich stark zu tun mit dem Individuum selbst und mit der Gemeinschaft der Menschen und dem zwischenmenschlichen "Gerangel". Das Zwischenmenschliche ist ja nichts Fixes, sondern eher ein Spiel um Grenzziehungen und -überschreitungen. Hat eine Person keine Selbstwertschätzung und kann sie auch nicht ausstrahlen, ist sie - bei allen abstrakten Proklamationen zur allgemeinen Menschenwürde - im zwischenmenschlichen "Gerangel" immer eher auf der Verliererseite. In der Praxis der zwischenmenschlichen Wertschätzung und Achtung und Respekt ist das nicht selten auch an Rollen geknüpft. In manchen Gesellschaften haben eben Frauen nicht generell einen in der Würde minderen Status wie Männer, sondern es kommt auf die Rolle an. Adlige Frauen standen über nicht-adligen Männern. Je nach Gesellschaftsverfassung kann das Verständnis und Zugeständnis von Würde verschieden sein.

Allgemein gilt: Würde geben wir uns als Menschen gegenseitig. Würde als Wert ist ein Ausdruck unserer Weltsicht und unseres Wertekosmos. Je allgemeiner wir uns gegenseitig als Menschen Würde zugestehen, desto größer ist im Gegenzug der gegenseitige Schutz vor willkürlicher Missachtung. Kant hat das ausgedrückt, dass wir uns gegenseitig nicht als Mittel zur Verfolgung eines Zwecks benutzen dürfen. Das ist ein Schutzwall gegen Willkür. Der funktioniert aber nur dort, wo er auch in praktischem Handeln anerkannt ist. Beim IS, die Menschen als Sklaven verkaufen, funktioniert der Schutzwall "Würde" nicht, weil sie keine allgemeine Würde des Menschen anerkennen. Menschen, die nicht ihres eingeschränkten Glaubens sind, betrachten sie als "unter ihrer Würde" und verfahren mit ihnen manchmal schlimmer als mit Tieren.

Ein wichtiger Grund für Staaten und Staatengemeinschaften ist eben nicht nur die Ökonomie. Es ist vor allem auch die Frage der gemeinsam geteilten und geschützten Werte, deren grundlegender die Würde ist. Deswegen wundert es mich sehr, dass Menschen schäl angesehen werden, die in Deutschland kritisch fragen, ob all die Menschen, die jetzt zu uns kommen, auf Zukunft nicht das uns wichtig gewordene Gefüge der Werte und der Würde aus dem Lot bringen. Dabei ist sehr wohl zu unterscheiden, ob in politisch-gehobenen Reden ohne Wert groß von der allgemeinen Menschenwürde getönt wird, während sich in den Vorstädten die Würde der Person nach dem Rang des Stärkeren ausrichtet, nach dem Geschlecht, nach seiner Clan- oder Cliquenzugehörigkeit und Stellung darin und nach seinem Glauben. Intellektuell abgehobenes Geschreibsel ist wertlos in einer Gesellschaft, in der a) nicht mehr gelesen wird, und b) Gelesenes ohne Wert ist, weil die brutale Alltagspraxis regiert, die man hat aus dem Ruder laufen lassen, was durch hochtrabendes Geschwätz nur verdeckt wurde.

Wieviel Glaubwürdigkeit hat eine Gesellschaft, die mitmenschliche Werte dem relativistischen Verfall preisgibt und in Festreden von der allgemeinen Menschenwürde posaunt? Was ist Würde noch wert, wenn in einer Gesellschaft selbstbezügliche Freiheit und Rechteanspruch groß geschrieben werden und Selbstbindung und Rechtspflichten den empörten Aufschrei auslösen? Wenn Würde nur noch nach persönlichem Bedarf in den Einkaufskorb kommt, darf man sich nicht wundern, wenn sie in der Regalen für Festtagsreden verschimmelt. Da Menschen durch die Bank keine Selbstläufer-Heilige sind, bedeutet Menschenwürde, dass sie immer wieder diskutiert und gefordert wird gemeinsam mit Werten, die wie ein schützender Kranz um sie herumstehen wie Respekt, Rücksicht, Vertrauen, Achtung, Empathie. Darum ist es gut, wenn Würde nicht nur in Festtagsreden vorkommt sonder auch in Fragen, wie unser alltäglicher Umgang miteinander aussehen soll.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das mit der Würde ist eine schwierige Angelegenheit und ich denke darüber könnte man Stunden lang philosophieren. Grundlegend würde ich die Würde eines Menschen als Prinzipien ansehen, die jeder Mensch für sich selbst festlegt. Natürlich gibt es auch einen festen Wert "Die Menschenwürde" die definitiv respektiert und eingehalten werden sollte. Also könnte man annehmen, dass "Würde" im Sinne von Taten die wir ausüben und gleichzeitig empfangen eine art persönliche Messlatte sind, die für ein normales zwischenmenschliches Leben von höchster Bedeutung sind. Hoffe du kannst mit meinen Gedanken etwas anfangen :)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Würde ist laut meiner Definition selbst gut mit sich klar zu kommen, sich nicht gedemütigt zu fühlen und immer im Einklang mit der Welt zu sein.

Da kommen noch ein paar Ginge dazu, aber das sind wohl die Hauptelemente.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Artikel 1 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland:

Die Würde des Menschen ins unantastbar.

--> Die Würde ist der innere Wert eines Menschen.

--> Für mich hat Würde etwas heiliges. 

--> Würde ist resistent.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung