Frage von DeliriumTremens, 120

Was ist für euch als Betroffene Autismus?

Meine Frage richtet sich primär an Mitmenschen im autistischen Spektrum.  

Was unterscheidet euch eurer Meinung nach von Menschen, die als neurotypisch deklariert sind? Wo seht ihr Gemeinsamkeiten? Mich interessieren besonders eure eigenen Worte für euer Erleben und eure Beobachtungen der Anderen, auch im Bezug auf die Diagnosekriterien für Autismus.

Und ist es eurer Meinung nach überhaupt möglich für einen NT, sich Autismus vorzustellen und umgekehrt? Kann man denn, wenn man nur eine Perspektive kennt, Unterschiede explizit formulieren? (Wie ihr lesen könnt, stellt das auch zu gleich meine eigene Frage wieder in Frage). 

Und woher kann man wissen, dass eine persönliche Eigenschaft, die man hat, im eigenen Autismus begründet liegt und nicht vielleicht einfach charakterbedingt und unabhängig davon ist? Analysiert man sich dann selbst nach den aktuellen Diagnosekriterien?

Ich kenne die aktuellen Diagnoserichtlinien wie auch einige Mitmenschen mit Autismus. Einige (die Meisten) dieser Menschen kann ich nicht persönlich fragen, sie können nicht sprechen oder aber meine Fragestellung nicht kognitiv evaluieren. Ferner gibt es gewisse Fragen, die mir selbst zu persönlich wären, wenn man sie mich unverhofft fragen würde (diese Frage hier gehört dazu) und ich finde es schwierig einzuschätzen, ob es dem Gegenüber unangenehm ist, das Thema zu behandeln.

Vielen Dank den Antwortenden 

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Antwort
von Ostsee1982, 65

Und ist es eurer Meinung nach überhaupt möglich für einen NT, sich Autismus vorzustellen und umgekehrt?

Ich glaube nicht. Meine Eltern tun sich bis heute schwer zu "verstehen". Sie nehmen die Lage wie sie ist aber können sich nicht einfühlen. Wir sind auf beiden Seiten auf permanente Kommunikation angewiesen, die ich mal mehr mal weniger umsetzen kann. Ich kann mich auch nicht in andere einfühlen die Erkrankungen haben aber das ist, denke ich mal, was anderes.

Und woher kann man wissen, dass eine persönliche Eigenschaft, die man
hat, im eigenen Autismus begründet liegt und nicht vielleicht einfach
charakterbedingt und unabhängig davon ist? Analysiert man sich dann
selbst nach den aktuellen Diagnosekriterien? 

Ich analysiere mich nicht nach den Diagnosekriterien. Es gibt soviele Unterschiede, verschiedene Schwerpunkte die in den Kriterien gar nicht oder nur grob erfasst sind. Welche persönlichen Eigenschaften im Autismus begründet sind, davon erfuhr ich auch erst beim Gutachter. Vorher war das für mich alles normal, die anderen waren alle komisch, böse, verstehen mich nicht, haben eine komische Art zu denken, sind einfältig etc aber nicht ich. Heute weiß ich es besser.

Ich bin so wie ich bin, entweder die anderen können damit umgehen oder haben Pech gehabt. Ich weiß wo meine Stärken und Schwächen liegen, die die darum wissen nehmen Rücksicht und alles andere interessiert mich nicht. Ich habe einen Mann, Eltern und solange in dem Rahmen alles funktioniert ist für mich die Welt in Ordnung.

Kommentar von DeliriumTremens ,

Vielen Dank für deine Antwort

Antwort
von Janardu, 43

Erst einmal freue ich mich, dass du dich für Autismus interessierst. Und das ohne, Autisten als gestört, behindert oder krank zu bezeichnen, was leider eine Seltenheit unter den NTs ist. (Ich gehe einfach mal davon aus, dass du neurotypisch bist.)

Autismus ist eine Neurodiversität, d.h. das Gehirn arbeitet anders. Dadurch haben Autisten eine andere Wahrnehmung und Denkweise. So finden sie zum Beispiel alternative Problemlösungen, an davor noch niemand gedacht hat. Es gibt zwar das Klischee, Autisten seien nicht kreativ, allerdings kann ich das nicht bestätigen. Sie haben nur oft eine andere Art von Kreativität, die leider viel zu oft übergangen wird. Autismus wird von einigen Nts auch "unsichtbare Behinderung" genannt, was in zwei Punkten falsch ist. Zum einen, wie schon oben erwähnt, ist das Wort Behinderung falsch. Zum anderen sehe ich das Wort "unsichtbar" kritisch. Denn wenn man einige Autisten kennt, am besten auch selber einer ist, kann man innerhalb weniger Minuten ziemlich sicher erkennen, ob ein Mensch Autist ist oder nicht, wenn man ihn/sie im realen Leben trifft und sich mit ihm/ihr unterhält. Typische Merkmale sind: Stimmmelodie, Gesprächsthemen, Gangart, Augenkontakt usw. Man darf sich allerdings nie zur sehr auf einzelne Merkmale fixieren. Es ist eher die gesammte Ausstrahlung einer Person, selbst wenn fast keine typischen Merkmale vorhanden sind. Dafür muss man einfach einige und möglichst verschiedene Autisten kennengelernt haben, um ein Gespür zu entwickeln, wer Autist ist und wer nicht.

Ich glaube schon, dass es auf eine gewisse oberflächliche Art und Weise schon möglich ist sich vorzustellen Autist bzw. NT zu sein. Allerdings kann man sich nur vorstellen, wie es wäre bestimmte Eigenschaften zu haben, die typisch für Autisten/NTs sind, z.B. gutes Gedächtnis, keinen Augenkontakt halten können, Probleme mit direkter Kommunikation, Geselligkeit usw. Die ganzen Klischees eben. Man muss sich, wenn schon, in eine einzelne Person versuchen hineinzuversetzen.

Im Grunde sind alle Eigenschaften von Autisten autistisch, da das Gehirn von Autisten einfach anders funktioniert und nicht nur bestimmte Teile des Gehirns. Genauso sind NTs komplett neurotypisch, und nicht nur bestimmte ihrer Eigenschaften.

Ich hoffe ich habe alle deine Fragen beantworten können. Mir sind diese Fragen überhaupt nicht unangenehm. Ich finde es sehr wichtig, dass diese Fragen gestellt werden, um Missverständnisse zu vermeiden, andere Menschen aufklären zu können und falsches Halbwissen zu vermeiden.

Kommentar von Janardu ,

PS: autismus-kultur.de ist eine gute Webside, auf der du dich informieren kannst.

Kommentar von DeliriumTremens ,

Vielen Dank für deinen Beitrag.

Allerdings kann man sich nur vorstellen, wie es wäre bestimmte Eigenschaften zu haben, die typisch für Autisten/NTs sind, z.B. gutes Gedächtnis, keinen Augenkontakt halten können, Probleme mit direkter Kommunikation, Geselligkeit usw. Die ganzen Klischees eben.

Interessanter Weise sind das alles Eigenschaften, die auch ein sehr introvertierter Mensch haben könnte. Ohne Autismus.

Fast das ganze Leben besteht daraus, sich hinter Höflichkeit und Regeln zu verstecken. "Die Menschen" sind Schauspieler, durch und durch. Ich würde fast behaupten, die "unsichtbare Behinderung" ist "die Maske", die man trägt. Sie mag das Sozialgefüge stärken und das "Rudelleben" ordnen, aber man kann auch in einer großen Gruppe Menschen einsam sein. 

Im Grunde sind alle Eigenschaften von Autisten autistisch, da das Gehirn von Autisten einfach anders funktioniert und nicht nur bestimmte Teile des Gehirns. Genauso sind NTs komplett neurotypisch, und nicht nur bestimmte ihrer Eigenschaften.

Das glaube ich nicht. Das Gehirn von Menschen mit Autismus und NTs ist identisch, nur die Verschaltung ist anders. Sicherlich kann man nicht Beides sein, aber ich glaube, die Summe der Symptome ergibt erst die Diagnose. Es gibt Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Wir sind alle Menschen. NT und A können sich treffen. Sie nehmen vielleicht unterschiedliche Wege, können aber beide am selben Ziel ankommen. Oder siehst du das anders? 

Kommentar von Janardu ,

Fast das ganze Leben besteht daraus, sich hinter Höflichkeit und Regeln zu verstecken. "Die Menschen" sind Schauspieler, durch und durch. Ich würde fast behaupten, die "unsichtbare Behinderung" ist "die Maske", die man trägt. Sie mag das Sozialgefüge stärken und das "Rudelleben"  ordnen, aber man kann auch in einer großen Gruppe Menschen einsam sein.

Da kann ich dir nur zustimmen. Wenn man jemanden fragt, wieso diese Regeln existieren hat er/sie keine richtige Begründung parat, und antwortet meist etwas wie "Das ist halt so.". Außerdem habe ich bemerkt, dass viele NTs wollen, dass alle Menschen gleich sind. Innoatives Denken kommt oft nicht gut an und vom gegenseitigen Ergänzen halten diese Menschen auch nicht viel. Dabei ist doch Individualität gerade das, was den Menschen ausmacht.

Das glaube ich nicht. Das Gehirn von Menschen mit Autismus und NTs ist identisch, nur die Verschaltung ist anders. Sicherlich kann man nicht Beides sein, aber ich glaube, die Summe der Symptome ergibt erst die Diagnose. Es gibt Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Wir sind alle Menschen. NT und A können sich treffen. Sie nehmen vielleicht unterschiedliche Wege, können aber beide am selben Ziel ankommen. Oder siehst du das anders?

Ich habe nicht gesagt, dass Autisten ein komplett anderes Gehirn haben als NTs. Es gibt viele Unterschiede aber auch viele Gemeinsamkeiten. Zwar haben die verschieden Gehirnareale bestimmte Aufgaben, trotzdem hängt alles eng miteinander zusammen und nimmt Einfluss aufeinander. Deshalb ist im Grunde alles autistisch an Autisten. Das heißt natürlich nicht, dass Autisten und Nts nicht am selben Ziel ankommen können. Denn schließlich sind wir alle Menschen und jedes Gehirn (wenn man von eineiigen Zwillingen absieht) funktioniert ein bisschen anders.

Antwort
von Aleqasina, 54

Ein schönes Experiment findest du in diesem Dialogblog, den du Stück für Stück von Anfang an (beginnend beim ältesten Beitrag) lesen solltest. Gibts auch als Buch.

https://seinsdualitaet.wordpress.com/idee/

Kommentar von DeliriumTremens ,

Vielen Dank. Der erste Eindruck verspricht Lesenswert. Ich würde aber das Buch vorziehen. 

Antwort
von Lea1984, 52

Um Deine Frage zu beantworten, müsste man einen Roman schreiben...

Wenn Du reale Erzählungen von Autisten möchtest, solltest Du die Bücher derer lesen, die über ihr leben vor, nach und mit der Diagnose geschrieben haben. Viele geben da Einblick über ihre Gedanken- Gedanken über sich selbst, über andere, über alltägliche Dinge.

Zum Nachempfinden: Ich denke nicht, dass man etwas nachempfinden kann, aber vorstellen schon... ich meine, mit viel Phantasie kann ich mir auch vorstellen, nackt auf dem Mond Tango zu tanzen ^^ Verstehst Du, was ich meine? Man bekommt Fakten dargelegt und das Kopfkino geht los. Wie realistisch der Film wird, hängt davon ab, wie gut man recherchiert hat.

Man kann Unterschiede auch klar formulieren, denn für eine Autismusdiagnose gibt es ja genug vorliegende Unterschiede- aber das würde hier den Rahmen sprengen, würde man hier auf alles eingehen- solche Fragen wären für Autismus-Foren besser geeignet, da man da mehr Platz hat für Antworten und sich viele Fragen von Dir auch durch stilles Mitlesen beantworten würden.

Ich bin kein NT, aber bei all den psychischen Krankheiten, Entwicklungsstörungen usw. denke ich, dass es nicht so viele NT's geben dürfte auf der Welt. Nicht-Autisten gibt es da schon deutlich mehr. Das macht es deutlich schwerer, sich in sein nicht-autistisches Gegenüber hineinzuversetzen.
Aber da ich kein NT bin bzw. kein NA (Nicht-Autist) und beides nie war, kann ich nur die bei mir vorliegenden Symptome (denn jeder Autist ist anders) ins Gegenteil umkehren und besonders die Negativaspekte des Autismus wegzudenken, die man jeden Tag hat.

Kann man sich vorstellen, blind zu sein, wenn man sich die Augen verbindet- ja und nein. Das Gehirn weiß, dass man nicht blind ist und die Restsinnesorgane laufen auch normal weiter. Man bekommt nur eine wage Vorstellung, wie es sein könnte, in völliger Dunkelheit zu leben.  Ähnlich wird es wohl sein, wenn sich unsereins vorstellt, NT/NA zu sein und umgekehrt.

Du fragst auch nach Unterschieden- schreibst aber auch, die Diagnoserichtlinien zu kennen- reicht das mit all dem, was man sich z.B. in wenigen Minuten ergoogeln kann nicht aus? Dann kannst Du z.B. auf aspies.de im Forum mitlesen. Bereiche wie "Autistischer Alltag und Überlebensstrategien" dürften da sehr interessant für Dich sein.

Zur Frage über die Eigenschaften- ich sehe im Autismus mit all den bei mir vorliegenden Symptomen keine "Eigenschaften". Atmen ist auch keine- so auch nicht die Unfähigkeit, Blickkontakt zu halten, meine motorische Ungeschicktheit usw.
Analysiert man sich, ich für meinen Teil kann es mit einem klaren Ja beantworten. Nicht immer/ständig, aber nach der Diagnosestellung und wenn man seine Vergangenheit aufarbeitet und nach/während Problemsituationen.

Daher lässt sich einiges klar abgrenzen, was definitiv zum Autismus gehört und was nicht. Vielleicht solltest Du da klarer formulieren, was Du mit "Eigenschaften" meinst.

Kommentar von DeliriumTremens ,

Erstmal vielen Dank auch dir für deine Antwort.  


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Mit Eigenschaften meinte ich im klassischen Sinne die Eigenschaften deines Wesens, des Charakters, markante Merkmale, die deine Person ausmachen, aber auch Eigenarten. 

Ich gebe ein Beispiel, das möglicherweise sehr klischeehaft erscheint: Manche Menschen sagen, dass Menschen mit Autismus sprachlich pedantisch sein können. Lassen wir das mal so stehen.

Als NT-Beispiel nehme ich meine Bekannte, die sich nicht scheut, einen fremden Menschen im Restaurant, der gerade zu einer weiteren anwesenden Person sagt "Bitte ess jetzt mal deinen Teller leer", verbal anzufahren und laut zu sagen: "Das heißt iss!". 

Wäre meine Bekannte autistisch, würde man direkt da, vom Klischee oben, sowie hinsichtlich Verhalten in sozialer Situation etc. ausgehend, die Ursache und Begründung suchen. Bei ihr ist es aber nur eine Eigenart (weil NA). Wie weiß ich bei einem Mensch mit Autismus da zu differenzieren - Das war mein Gedankengang... Ich kenne viele in meinem Beruf, die so gut wie alles an einer Person auf die Diagnose schieben, was mich stört. 

Ich habe keine Ahnung, ob ich das jetzt verständlich machen konnte. 


Du fragst auch nach Unterschieden- schreibst aber auch, die Diagnoserichtlinien zu kennen- reicht das mit all dem, was man sich z.B. in wenigen Minuten ergoogeln kann nicht aus? 

Ich wollte vermeiden, dass mir hier jemand ICD 10 84.ff herunterbetet. Die Seite von Aleqasina (siehe unten) kannte ich noch nicht. Dafür aber gefühlt alles, was Google in wenigen Minuten zum Thema Autismus ausspuckt. Inklusive dem ganzen Blödsinn bis hin zur Wunderheilung mit Chlorbleiche. Und ich bin müde zu lesen, dass "alle Autisten" ja hochbegabt sind, einem nicht in die Augen sehen und in der Kindheit ihre Bauklötzchen nach Farben sortiert haben. Deswegen habe ich die Frage gestellt, um neue Impulse zu bekommen -  und ganz persönliche Eindrücke/Meinungen von Autismus - ohne Google.


Kommentar von Lea1984 ,

Wie weiß ich bei einem Mensch mit Autismus da zu differenzieren - Das war mein Gedankengang... Ich kenne viele in meinem Beruf, die so gut wie alles an einer Person auf die Diagnose schieben, was mich stört.    

Das meinst Du also damit...  das kann man kaum beantworten, vor allem hier nicht mit den zur Verfügung stehenden 5000 Zeichen. Es ist auch kaum wissenschaftlich möglich, da zu differenzieren... aber man kann darüber philosophieren- was Dich kaum weiter bringt, wenn Du klare Antworten suchst.

Wenn ein HFA-Kind, welches ja eher zur Echolalie neigt zeitlebens verbal herablassend und lautstark auf eine korrekte Aussprache hingewiesen wird, könnte sein späteres Korrigieren anderer auch darin zugrunde liegen... man kann nicht alles erklären oder beweisen...

Ist es die Prägung durch den Vater, nur der Autismus- oder begünstigt das Eine das Andere...

Die Autisten, die Du (vielleicht wegen der Arbeit?) kennst und Deine Fragen weder verstehen noch beantworten können, sind sicher Kanner-Autisten, MFA und LFA- richtig?
Du bist engagiert, willst mehr erfahren und offen für Meinungen... aber Deine Kollegen sind unabhängig von ihrem Fachwissen vielleicht einfach nur sture Arbeiter, denen es schlichtweg egal ist, ob ein Autist um sich schlägt, weil es eben zum Autismus dazu gehört oder er sich verzweifelt wehrt, weil er zu grob von dessen eiskalten, nach Zigaretten stinkenden Händen berührt wird- kommt das in etwa hin?

Deswegen habe ich die Frage gestellt, um neue Impulse zu bekommen - und ganz persönliche Eindrücke/Meinungen von Autismus - ohne Google.

Aber dann solltest Du eher solche Fragen auf aspies.de stellen und auch erklären, warum Du Meinungen statt Fakten suchst. Bringe da mehr Beispiele- deine Fragen sind zu offen- denn auch wenn man bei aspies.de beinahe Romane antworten könnte, wäre es doch schön, Deine Fragen so zu stellen, dass man kürzer antworten kann.

Wir sind mehr als die Ansammlung und individuelle Ausprägung sowie die Eigen- und Fremdwahrnehmung unserer Symptome. Auch wir werden geprägt von allem, was uns vor der Geburt beeinflusst und danach... und von den Restgenen in uns. Aber Autismus ist präsent. Man kann ihn nicht mal eben ausschalten und abwarten, ob man dann noch immer andere kritisiert... ;)

Autismus ist da so wie für andere Blindheit da ist.

Und ist es eurer Meinung nach überhaupt möglich für einen NT, sich Autismus vorzustellen und umgekehrt?

Dazu ist mir heute etwas eingefallen- Du kennst vielleicht auch solche Ansagen von Eltern, wenn die Kinder nicht so wollen wie sie sollen:

"Wir hätten uns früher gefreut, wenn wir das bekommen hätten, wir hatten nämlich NICHTS!"

Es ist Kindern schon nicht möglich, sich in Eltern oder Großeltern hineinzuverstezen, ihre Lebenserfahrungen praktisch zu verstehen, sie nachzufühlen oder sich alles vorzustellen, wie es ist/war, wenn diese z.B. Nutella ablehnen und Billig-Schokocreme in den Einkaufswagen stellen oder noch schlimmer- stattdessen nur Äpfel ^^

Wenn sich aber tatsächlich an Autismus interessierte die Diagnosekriterien hernehmen, dazu weitere Fachbücher lesen, Autisten-Biographien lesen, in Foren lesen, können sie sich ein klareres Bild machen. Google und Wikipedia bringen einen freilich nicht weiter ^^

Wie ein mir unbekannter (vermute mal Autist) NT's einschätzt (Achtung, es ist Humor):

Das neurotypische Syndrom ist eine neurobiologische Störung.
Die Symptome sind: Übertrieben geselliges Verhalten, Überlegenheitswahn, und eine Fixierung auf Konformität.
NTs(NT=neurotypisch) sind oft intolerant.In Gruppen agieren NTs
zwanghaft und bestehen oft auf funktionsgestörten, destruktiven
und sogar unmöglichen Ritualen, nur um die Gruppenidentität aufrecht zu erhalten. NTs haben ein Problem direkt zu kommunizieren und lügen viel
mehr als Personen aus dem autistischem Spektrum.
Tragischerweise haben 9625 von 10.000 Menschen NT.

(Verfasser unbekannt)

Kommentar von DeliriumTremens ,

Die Autisten, die Du (vielleicht wegen der Arbeit?) kennst und Deine Fragen weder verstehen noch beantworten können, sind sicher Kanner-Autisten, MFA und LFA- richtig? 

Richtig. Auch wenn ich oft den Eindruck habe, dass ich verstanden werde. Wie kann man bei jemandem, der nicht spricht, lesen oder schreiben kann, sicher feststellen, wie Intelligent derjenige ist... sicherlich währen meine Fragestellungen hier zu komplex, man kann nicht abstreiten, dass bei meinen Klienten eine Entwicklungsverzögerung vorliegt. Wenn man aber den ganzen sprachlichen "Müll" weglässt und präzise wird, kann man gut zusammen arbeiten. 

Des weiteren mag ich die Einteilungen nicht (LFA, MFA, HFA). Meiner Meinung nach kategorisiert es schlicht den Wert des betroffenen Menschen. Und es wäre gelogen, zu Behaupten, in unserer Gesellschaft ginge es nicht um Funktionsfähigkeit und Wert. 

Du bist engagiert, willst mehr erfahren und offen für Meinungen... aber Deine Kollegen sind unabhängig von ihrem Fachwissen vielleicht einfach nur sture Arbeiter, denen es schlichtweg egal ist, ob ein Autist um sich schlägt, weil es eben zum Autismus dazu gehört oder er sich verzweifelt wehrt, weil er zu grob von dessen eiskalten, nach Zigaretten stinkenden Händen berührt wird- kommt das in etwa hin?

Ich hoffe nicht, dass es jemandem egal ist, aber ich weiß es nicht. Ich sehe die Schwierigkeiten eher in der Unfähigkeit, sich in andere Wahrnehmungen reinversetzen zu können zuzüglich einer eventuellen Uninformiertheit über Autismus. Hinzu kommt, dass es eine riesen Arbeit ist, geschlagen zu werden und professionell zu sein. Spätestens, wenn der Schlag richtig weh tut ist die Ursache erstmal egal. Professionell ist es, im Nachhinein Fehleranalyse zu betreiben, zu lernen und den Mensch nicht deswegen zu verlassen. 

Das neurotypische Syndrom ist eine neurobiologische Störung.Die Symptome sind: Übertrieben geselliges Verhalten, Überlegenheitswahn, und eine Fixierung auf Konformität. NTs(NT=neurotypisch) sind oft intolerant.In Gruppen agieren NTszwanghaft und bestehen oft auf funktionsgestörten, destruktivenund sogar unmöglichen Ritualen, nur um die Gruppenidentität aufrecht zu erhalten. NTs haben ein Problem direkt zu kommunizieren und lügen vielmehr als Personen aus dem autistischem Spektrum.Tragischerweise haben 9625 von 10.000 Menschen NT.



Ich kenne dieses Zitat bereits :D. Ich fürchte, auch wenn es nicht auf alle zutrifft, ist es größten Teils wahr. Man muss aber kein Autist sein, um das zu erkennen. Ich erkenne mich darin nur bedingt wieder. Gerade die NT-Kommunikation und die Sozialrituale sind, schlicht gesagt, zum ko tzen. Man wird angelächelt und denkt sich, Lächeln = freundlich, wie man es gelernt hat, aber in Wahrheit will dir dein Gegenüber eigentlich am Liebsten mit dem gestreckten Bein ins Gesicht springen, ist kalt, manipulativ oder berechnend. Und keiner will die Wahrheit hören, sagst du sie dennoch, bist du alleine, komisch oder unhöflich, selbst wenn der Gegenüber weiß, dass du eigentlich recht hast. Schlimmstenfalls bekommst du es sogar physisch zurück. Und Menschen wollen sich permanent unterhalten. Man kann nicht mal zum Briefkasten, ohne das man angequatscht wird. Wenn man irgendwo in einer Gruppe oder zu zweit sitzt und sich irgendwas in der Umgebung ansieht, wird man gefragt "was denn los sei" und ob man traurig/sauer/beleidigt ist. 

Es ist wie ein Teufelskreis. Man ist ständig mit Erwartungen konfrontiert, wie man sich zu benehmen hat. Es ist einfach nur anstrengend. 

Kommentar von Lea1984 ,

Teil 1

Das mit der Kommentarfunktion klappt nicht so gut, daher schreibe ich Deinen Text fett, meinen normal, OK?

Auch wenn ich oft den Eindruck habe, dass ich verstanden werde. Wie kann man bei jemandem, der nicht spricht, lesen oder schreiben kann, sicher feststellen, wie Intelligent derjenige ist...

Geistig behindert zu sein bedeutet auch nicht, komplett "hirnlos" zu sein. Wie stark die mentale Retardierung ausfällt ist IMMER individuell, egal bei welcher Diagnose! Und, geistig behinderter Autist zu sein bedeutet nicht, das man gar nichts versteht!!!

Es gibt auch geistig behinderte Savants, Du hast das Thema angerissen im Bezug auf Hochbegabung- bei Inselbegabung sind die Klischees bei uns Autisten ja noch extremer. Aber wie Du weißt gibt es circa 100 diagnostizierte Savants, davon sind etwa 50 Autisten. Auf einem Gebiet sind diese Menschen wahnsinnig intelligent, können aber weder sprechen, noch sich selbst versorgen, nicht mal alleine Essen uns benötigen lebenslange Betreuung. 

Dann- definiere Intelligenz. Dann- selbst wenn Deine Klienten einen Test machen würden und die Ergebnisse zwischen 50 und 80 liegen, was nutzt Dir dieses Wissen?

sicherlich währen meine Fragestellungen hier zu komplex, man kann nicht abstreiten, dass bei meinen Klienten eine Entwicklungsverzögerung vorliegt. Ja, sie ist HIER zu komplex. Du willst Kommunikation mit Autisten, dann geh in Foren, wo Autisten sich aufhalten- vor allem mehr Autisten als hier und- wo man freier schreiben kann und nicht an 5000 Zeichen gebunden ist und dadurch immer massiv eingeschränkt!

Aber was bitte hat Diene zu komplexe, eher philosophische Fragestellung hier an uns mit Deinen Klienten zu tun?

Hier bestreitet doch keiner, dass sie eine Entwicklungsstörung haben- ja, Störung, eine Entwicklungsverzögerung ist etwas anderes. Entwicklungsverzögerungen sind erworben, Traumata, Hirnhautentzündungen bei Babys, Sauerstoffmangel bei der Geburt, Frühgeburten, Schädigungen des ungeborenen während der Schwangerschaft, ... all das ist keine Ursache für Autismus!

Des weiteren mag ich die Einteilungen nicht (LFA, MFA, HFA). Meiner
Meinung nach kategorisiert es schlicht den Wert des betroffenen
Menschen.

Du solltest hier vorsichtig sein mit Deiner Meinung! Das sind Diagnosen, die Menschen haben! Es wertet sie nicht auf oder ab, sondern bezeichnet ihren Zustand. Wenn, tust Du es bewusst oder unterbewusst und hasst dich vielleicht für Diese Gedanken und anstatt Dich zu ändern sind die Formen des frühkindlichen Autismus "Schuld". Ergibt keinen logischen Sinn!
Magst du dann auch nicht die weiteren Einteilungen des Autismus nicht? Asperger Syndrom und a-typischer Autismus?
Autisten ist es jedenfalls wichtig zu wissen, was sie haben.

Man sollte hier sachlich bleiben. Wenn einer Menschen anhand der Diagnose auf oder abwertet, hat es nichts damit zu tun, welche Diagnose er hat, dass es diese Diagnose gibt, man sie unterteilt- sondern es liegt immer an dem, der bewertet. Solche Menschen findest Du überall.

Es soll auch Lehrer geben, die beim Nahmen Kevin und Chantalle an klassische HartzIV-Kinder denken, die dumm und unerzogen sind und sie anders behandeln als eine Emma und einen Jakob.
Braunharige Frauen werden anders behandelt als Blondinen. Deutsche anders als Ausländer. Man kann diese Liste durch unzählige Beispiele fortsetzen- es bewerten Menschen andere Menschen, egal wie die "Schublade" heißt!

Und es wäre gelogen, zu Behaupten, in unserer Gesellschaft ginge es nicht um Funktionsfähigkeit und Wert.

Und- wo ist da Dein Problem? Wenn jemand nicht funktioniert, hat das Ursachen. Ich bin froh, dass ich in dieser Zeit leben darf, wo man weiß, dass ich durch mein Asperger Syndrom will- aber nicht alles kann! Dass Menschen mit Depressionen krank sind- und nicht faul! OK, das wissen nicht alle, aber Behörden wissen das- notfalls hilft ein Anwalt bei gesicherten Diagnosen, deren Verständnis voranzutreiben. Innerhalb von Familien usw. gibt es durch Unwissenheit noch immer Probleme, was nicht schön ist, aber auch verständlich.

Es gibt eine Norm und Normabweichungen!

Und- auch wenn es grausam ist, der Wert gesunder Menschen ist höher! Früher wurden behinderte und kranke, alle die irgendwie anders waren getötet! Selbst bei Primaten werden sie getötet oder aus der Gruppe verbannt.

Heute werden behinderte so gut es geht integriert in der westlichen Welt und in Heimen versorgt. Aber das geht nur, wenn genug da sind, die funktionieren! Denk mal darüber nach...

So, Ende Teil 1, Zeichenanzahl zu Ende. Das hier ist kein guter Ort für Kommunikation zu diesem Thema!!!!!

Kommentar von Lea1984 ,

Teil 2

Ich sehe die Schwierigkeiten eher in der Unfähigkeit, sich in andere Wahrnehmungen reinversetzen zu können zuzüglich einer eventuellen Uninformiertheit über Autismus.

Es ist aber keinem Menschen möglich, sich in andere Wahrnehmungen so hineinzuverstezen, dass er den anderen absolut versteht!

Was vielen fehlt ist Fachwissen und Verständnis für bekannte, googelbate Fakten. Das erlebe ich jeden Tag als Autistin. Ich brauche keinen, der mir vorbetet, dass er es versteht, wie sich für mich ein Rempler im Supermarkt anfühlt. Ich brauche keinen, der den Schmerz nicht selbst hat- aber zu wissen glaubt, wie es für mich ist, wenn ich zu grelles Licht sehe, zu grelle Farben usw.- das ist unwichtig! Die meisten bekommen dann Mitleid und das ist das Letzte!

Dann- Jeder Autist ist anders, ein Individuum. Zur jeweiligen Diagnose hat man Diagnosekriterien, die Du ja kennst. Ab wann man von AS spricht und nicht mehr von HFA weißt Du ebenso wie der Unterschied zu MFA und a-typischer Autismus.

Man orientiert sich anhand der Symptome, die nicht einmal alle vorhanden sein müssen und bei jedem unterschiedlich stark ausgeprägt sein können und auch gegenteilig vorhanden sein können z.B. gibt es Autisten, die oberflächlich extrovertiert sind, viel reden und nahezu jedem von ihren Spezialinteressen erzählen, andere reden kaum.

Bei allem Respekt- wenn einer Autismus studiert und wirklich alle Informationen hätte, alle wahren, würde er dennoch nicht mit jedem Autisten auskommen!

Autismus verläuft heterogen! Jeder ist anders- so wie ihr Nichtautisten euch trotz vieler Gemeinsamkeiten voneinander unterscheidet!!!

Deine Kollegen haben sicher eine Ausbildung gemacht- wenn sie diese bestanden haben, wird ihr Fachwissen wohl ausgereicht haben. Wenn sie dennoch Probleme haben in ihrem Beruf, muss es nicht zwingend an deren Mangel an Fachwissen liegen oder weil sie sich nicht in andere hineinversetzen können oder wollen- sondern einfach, weil sie der Beruf überfordert. Nicht jeder, der in einem beruf arbeitet, ist geeignet, aber wer gesteht sich denn das groß ein, wer gibt einen sicheren Job mit unbefristetem vertrag auf, riskiert eine Sperre vom Amt, wenn man kündigt... und es gibt nicht wenige in Berufen wie deinem (Altenpflege, Betreuung behinderter Menschen, Kinderheim, ...), die da ihren Frust an denen auslassen, die sich nicht wehren und ihnen bewusst Schaden zufügen- oder unterbewusst wegen eigener, psychischer Probleme.

Löse Dich von den Gedanken, dass alles besser wird, wenn Du nachempfinden kannst, wie etwas für uns Autisten ist. Betrachte Autismus nicht als Entwicklungsverzögerung, die Du vielleicht heilen kannst, wenn Du einen Draht zu uns findest- irgendwie drängt sich der Gedanken bei mir auf, dass Du da vielleicht glaubst, ein Autist ist in einer Mauer gefangen und Du/generell irgendeiner muss nur herausfinden, wie man da rein kommt und ihn rausholt und dann ist alles wieder gut... doch so ist das nicht.

Hinzu kommt, dass es eine riesen Arbeit ist, geschlagen zu werden und professionell zu sein. Spätestens, wenn der Schlag richtig weh tut ist die Ursache erstmal egal. Professionell ist es, im Nachhinein
Fehleranalyse zu betreiben, zu lernen und den Mensch nicht deswegen zu verlassen.

Stopp- also soll eine Frau, die von ihrem Mann geschlagen wird, der Alkoholiker ist, erst Fehleranalysen durchführen, anstatt ihn zu verlassen?

Sollten sich Mütter, die ihre schwerst-behinderten Kinder zu Hause pflegen halbtot schlagen lassen, wenn diese aus unerfindlichen gründen ausrasten...

Es gibt Grenzen, die gelten für Angehörige und auch für angestelltes Pflegepersonal!

Was das mit der Professionalität angeht, hast Du recht. Man darf sich in dem Beruf nicht durch die selbe Gewalt wehren. Wer das nicht kann, hat den falschen Beruf gewählt. Dass das passieren kann, dass man geschlagen wird, verbal beleidigt usw., sollte jedem klar sein- wer das nicht will, sollte einen anderen Beruf erlernen.

Fehleranalyse- das mag in der Pflege zutreffen, aber wenn ein behinderter Mensch dazu neigt, kann man es bei lebenswichtigen oder notwendigen Dingen nicht vermeiden, immer das zu tun, was zur Gewalttat führte!
Eure Fehleranalyse ist und bleibt Spekulation, weil ihr vielleicht zu sehr auf die Diagnose fixiert seid, wenn eine Autistin einen Pfleger schlägt, der sie wäscht. Ob die Frau vielleicht in der Nacht vom Hausmeister oder dem Pfleger der Nachtschicht missbraucht wurde, könnt ihr nicht wissen und analysiert euch dadurch zu Tode...

Finde Dich damit ab, nicht alles wirst Du herausfinden können.

Mein Rat- geh zu aspies.de und beschreibe anonymisiert tatsächliche Probleme Deiner Klienten und Autisten, die kommunizieren können, können Dir dann helfen, diese Probleme vielleicht zu lösen.

Meine Zeichen sind wieder aufgebraucht und ich kann hier dadurch nicht frei schreiben. Auf weiteren Austausch verzichte ich hier daher!

Kommentar von DeliriumTremens ,

Ich kann verstehen, dass der GF-Editor einen frustriert. Die Zitatfunktion geht bei mir nicht immer. Da deine letzten 2 Kommentare hier nun aber für jeden lesbar stehen, werde ich hier auch antworten. Das musst du, wie du es bereits sagtest, nicht mehr tun, aber deine 2 Kommentare beinhalten Dinge, die ich so nicht stehen lassen kann. 

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Textstelle von mir: Richtig. Auch wenn ich oft den Eindruck habe, dass ich verstanden werde. Wie kann man bei jemandem, der nicht spricht, lesen oder schreiben kann, sicher feststellen, wie Intelligent derjenige ist... sicherlich währen meine Fragestellungen hier zu komplex, man kann nicht abstreiten, dass bei meinen Klienten eine Entwicklungsverzögerung vorliegt. Wenn man aber den ganzen sprachlichen "Müll" weglässt und präzise wird, kann man gut zusammen arbeiten. 

Ich habe in diesem Textabschnitt gemeint, dass ich mir einen guten Kommunikationsweg mit meinen Klienten erarbeitet habe. Meine Fragen (hier oben in der auf GF gestellten Frage) wären zu komplex für sie, da man nicht abstreiten kann, dass sie entwicklungsverzögert (und von mir aus "entwicklungsgestört", wenn dich das glücklich macht, da hast du völlig recht) sind und sie diese nicht verstehen würden. Mit "hier" meinte ich die Fragen, nicht GF. Nachfolgend ist es nett, dass du über geistige Behinderung, Intelligenztests etc. sprichst:  

Geistig behindert zu sein bedeutet auch nicht, komplett "hirnlos" zu sein. Wie stark die mentale Retardierung ausfällt ist IMMER individuell, egal bei welcher Diagnose! Und, geistig behinderter Autist zu sein bedeutet nicht, das man gar nichts versteht!!!   

Aber:     

Glaubst du wirklich, ich denke, dass geistige Behinderung "hirnlos" bedeutet, dass es bei Behinderung keine Individualität gibt und ein geistig behinderter Autist nichts versteht? Ernsthaft? Ich habe diese Fragen hier nicht gestellt, damit mir jemand meinen Beruf noch mal neu erklärt und mich gleichzeitig für dumm. Und die vielen Ausrufezeichen machen das ganze auch nicht besser. 

Du solltest hier vorsichtig sein mit Deiner Meinung! Das sind Diagnosen, die Menschen haben! Es wertet sie nicht auf oder ab, sondern bezeichnet ihren Zustand. Wenn, tust Du es bewusst oder unterbewusst und hasst dich vielleicht für Diese Gedanken und anstatt Dich zu ändern sind die Formen des frühkindlichen Autismus "Schuld". Ergibt keinen logischen Sinn! 
Magst du dann auch nicht die weiteren Einteilungen des Autismus nicht? Asperger Syndrom und a-typischer Autismus? 
Autisten ist es jedenfalls wichtig zu wissen, was sie haben.

Ich habe eigentlich gegen Diagnosen erstmal überhaupt nichts und empfinde sie gelegentlich als sehr hilfreich. Es ging explizit um die Bezeichnungen niedrig, mittel und hochfunktional im wörtlichen Sinne  und nicht um die Menschen, die diese Diagnosen haben. Und ich finde, dass die Zustandsbewertung diskriminierend sein kann. Weiter oben schriebst du:  "Dann- definiere Intelligenz. Dann- selbst wenn Deine Klienten einen Test machen würden und die Ergebnisse zwischen 50 und 80 liegen, was nutzt Dir dieses Wissen?"  Was nutzt mir das wissen der Funktionalität? Letztendlich genau dasselbe und eben doch nichts. Jemand kann in Teilgebieten sehr leistungsstark und "funktionierend" sein, wie du weißt.    

Autisten ist es jedenfalls wichtig zu wissen, was sie haben.

Allen Autisten? Einerseits bist du sehr präzise beim lesen meines Textes und dann ebenso pauschal im Ausdruck wie augenscheinlich ich. Was machen denn "die Autisten" wenn die Bezeichnung AutismusSpektrumStörung im ICD11 kommt? Wo liegt denn das Problem? In der Funktionalitätsdefinition? Oder will "der Asperger" aus Stolzgründen nicht mit "den Frühkindlichen" genannt werden? ... 

Löse Dich von den Gedanken, dass alles besser wird, wenn Du nachempfinden kannst, wie etwas für uns Autisten ist. Betrachte Autismus nicht als Entwicklungsverzögerung, die Du vielleicht heilen kannst, wenn Du einen Draht zu uns findest- irgendwie drängt sich der Gedanken bei mir auf, dass Du da vielleicht glaubst, ein Autist ist in einer Mauer gefangen und Du/generell irgendeiner muss nur herausfinden, wie man da rein kommt und ihn rausholt und dann ist alles wieder gut... doch so ist das nicht.

Nein. Ich löse mich nicht von dem Gedanken, dass mich Einblicke und Empathie da im professionellen Sinne weiterbringen.   

Wie kommst du auf den absurden Gedanken, dass ich irgendwen heilen will? Wo steht das? Ganz im Gegenteil, ich habe einen sehr akzeptierenden und verständnisvollen Ansatz. Ich sehe mich nicht (bildlich und im Scherz) auf einem weißen Pferd und in Rüstung in meine Einrichtung reiten und "die ganzen Autisten" von ihrem "schrecklichen Schicksal" erlösen.... und ich weiß gerade auch nicht, ob ich über diese Vermutung lächeln soll, oder ob sie mich aufregt. 

Kommentar von Lea1984 ,

Ich kann auch einiges hier nicht so stehen lassen, werde aber aus Platzgründen nicht auf alles eingehen können!

Und ich finde, dass die Zustandsbewertung diskriminierend sein kann.

Das mag für bestimmte Menschen auch so sein, aber eine Zustandsbezeichnung ist nicht diskriminierend- sie ist neutral und sachlich! Zumindest für mich- aber gegen Deine persönliche Bewertung/emotionale Reaktion kann man nichts machen. Ich betrachte es neutral/wissenschaftlich. Das sollte jeder tun. Wenn auch Du das so siehst, solltest Du Dir weniger Gedanken darüber machen, was andere beim Lesen denken (könnten).

Die 3 Ausrufezeichen sind ein Überbleibsel eines Problems (siehe letzte Frage von mir hier auf GF). Eines war beabsichtigt. Ich habe in dem Text viele gelöscht und lange an der groß- und Kleinschreibung gebastelt und einiges überlesen. Wenn Du hier noch mehr findest, behalte die Sonderzeichen usw., freiwillig hätte ich keinen platz verschwendet.

Glaubst du wirklich, ich denke, dass geistige Behinderung "hirnlos" bedeutet, dass es bei Behinderung keine Individualität gibt und ein geistig behinderter Autist nichts versteht?

Nein, aber Du betonst, dass Deine Klienten Deine Fragen hier nicht verstehen würden, wohl aber Dich verstehen würden und Du Kommunikationswege gefunden hast- Dich aber zeitgleich fragst, wie intelligent sie sind, obwohl sie weder lesen oder schreiben noch sprechen können.

Weiter unten schreibst Du, dass Du dir nicht sicher bist, ob Dich mein Verdacht, Du würdest Deine Klienten heilen wollen aufregt oder ob Du lächeln sollst- vielleicht geht es mir mit der Art, wie Du fragst ähnlich. Vielleicht verstehe auch ich Deine Fragen nicht und eine Intelligenzminderung ist ausgeschlossen lt: Diagnostikerin. Das Gegenteil sei der Fall gewesen, aber ich wollte das Ergebnis nicht wissen, wenn die zahl gerade ist. Netterweise schwieg sie. Aber da sie nicht hochintelligent- nur überdurchschnittlich intelligent- sagte, weiß ich, es ist unter 130. Letztlich ist so ein Ergebnis auch unwichtig, da man mich das nie bei Vorstellungsgesprächen fragte.

Was nutzt mir das wissen der Funktionalität? Letztendlich genau dasselbe und eben doch nichts. Jemand kann in Teilgebieten sehr leistungsstark und "funktionierend" sein, wie du weißt.    
Das nutzt Dir eine ganze Menge, unabhängig davon, ob jetzt einer schön malen kann oder musikalischer ist als jeder, den Du kennst. Die jeweilige Diagnose ist auch von der Intelligenz abhängig- nicht nur von der Sprachentwicklung. Daher kann man eingrenzen, wie intelligent einer in etwa ist. Das aber weißt Du ja, da Du die Diagnosekriterien kennst. Es gibt auch hochintelligente, die sich nicht selbst versorgen können. Die Funktionalität ist entscheidender- vor allem für das Umfeld (Familie, Pflegepersonal, Partner, Lehrer, ....). 

Du aber fragst Dich und somit uns hier, wie Du herausfinden kannst, wie intelligent sie sind, Deine Klienten... was macht es für einen Unterschied, ob einer im Test 72 oder 69 als Ergebnis hat. Die ganzen Fragen in diesen Tests sind wie Rätsel... nur, dass man sie unter Zeitdruck macht. Zu wissen, wie intelligent sie sind bedeutet nicht, dass sich etwas ändert oder sie besser funktionieren, wenn Du ein Ergebnis bekommen würdest.

Du suchst nach Meinungen, ob Autisten glauben, ob es möglich ist, sich vorzustellen, NA zu sein (ich wähle Nicht-Autist, da es sonst bei all den Diagnosen den Rahmen sprengen würde) oder umgekehrt.

Du willst wissen, ob wir uns Gedanken darüber machen bzw. ob man erfahren kann, ob bestimmte Eigenschaften etc. nur zum Autismus gehören oder auch so da wären.

In einem Kommentar fragst Du Dich, ohne das Ziel anzugeben:
Wir sind alle Menschen. NT und A können sich treffen. Sie nehmen vielleicht unterschiedliche Wege, können aber beide am selben Ziel ankommen.

Ich treffe jeden Tag viele Nichtautisten und einige davon sind sicher NT's. Was ist das Ziel? Scherzhaft könnte ich jetzt erwähnen, dass ich die einzige Autistin in meiner Firma bin, jeder durch unterschiedliche Wohnorte unterschiedliche Wege (Arbeitswege) hat, man sich aber unvermeidbarer Weise an der Stempeluhr trifft...

Was ist Dein "gemeinsames Ziel", was alle Autisten und alle NT's bzw. NA's haben sollen?

Du schreibst, die Fakten zu kennen, scheinst sie aber abzulehnen und sie mitunter diskriminieren zu empfinden wegen einzelner Worte.

Du gehst philosophisch an die Sache heran- und da soll man nicht der Verdacht hegen, dass da einer auf einem weißen Gaul reitet? Sei mir nicht böse, aber den Eindruck hatte ich durch die Art, wie Du hier schreibst.

Autisten ist es jedenfalls wichtig zu wissen, was sie haben.

OK, dann korrigiere ich mich, allen Autisten, die ich kenne (viele im Internet), denen war es wichtig zu wissen, ob ihr Autismusverdacht zutrifft und welche Diagnose sie haben. Sicher gibt es auch welche, denen es egal ist. ich wollte ja mein IQ-Test-Ergebnis auch nicht wissen, wenn die Zahl gerade ist- anderen geht einer ab, wenn ihr Ergebnis über 130 liegt.

Kommentar von Lea1984 ,

Teil 2:

Was machen denn "die Autisten" wenn die Bezeichnung
AutismusSpektrumStörung im ICD11 kommt? Wo liegt denn das Problem? In der Funktionalitätsdefinition? Oder will "der Asperger" aus Stolzgründen nicht mit "den Frühkindlichen" genannt werden? ... 

Mit Stolz hat das nichts zu tun und wenn Du so denkst, tust Du mir Leid! Vielleicht solltest Du nochmals überdenken, ob Du die Unterschiede (begründet u.a. in der Funktionalität) zwischen den Diagnosen bzw. der genaueren Untergliederung des Kanner-Syndroms richtig verstanden hast... ich kenne einige frühkindliche Autisten und mag sie! Wir sind Autisten. Aber jeder besteht auf seine Diagnose, weil man sich damit erklären kann und auch sich selbst versteht.

Die Diagnosen wird es sicher weiter geben, auch wenn die Bezeichnung selbst sich ändert... aber jede Diagnose hat spezielle Therapien- auch das weißt Du ja, die für die jeweils anderen Autisten völlig sinnlos und schädlich sind- und damit meine ich keine grausamen Einläufe oder so.

Dann- was passiert, wenn es im ICD-12 wider so wird wie beim ICD-10? oder man für die fließenden Übergänge zwischen den Autismusdiagnosen neue Namen findet... nämlich für HFA (durch späte Sprachentwicklung) mit den für Asperger-Autisten typischen, motorischen Störungen...

Oder was passiert, wenn man beim ICD-13 Autismus oder wie auch immer ,am es dann nennt abschafft... Spekulation.

Was "die Autisten" machen weiß ich nicht, frage sie- aber dann in Autismusforen und nicht hier, wenn Du regen, flexiblen Austausch wünscht, der übersichtlicher ist als in diesen Kommentaren...

Aber- ich mache nichts! Was soll ich auch tun? Meine Diagnose abgeben, die neue beantragen? Viele, die ich kenne machen auch nichts.

Wo dann das Problem liegt?

Wenn man alle und alles unter einen Kamm/einen Diagnose-Überbegriff schert, führt es zu Chaos, Fehlinformation, Vorurteilen.

Für mich ist es ein Rückschritt. Aber- auch hier gibt es wieder Schwergerade, die man bzw. Du diskriminierend finden könnte.

Es ändert sich einiges- aber letztlich nichts.

Kommentar von DeliriumTremens ,

Ich verwende jetzt deine "Zitattechnik"-es funktioniert gerade überhaupt nicht mehr mit dem Editor.

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Das mag für bestimmte Menschen auch so sein, aber eine Zustandsbezeichnung ist nicht diskriminierend- sie ist neutral und sachlich! Zumindest für mich- aber gegen Deine persönliche Bewertung/emotionale Reaktion kann man nichts machen. Ich betrachte es neutral/wissenschaftlich. Das sollte jeder tun. Wenn auch Du das so siehst, solltest Du Dir weniger Gedanken darüber machen, was andere beim Lesen denken (könnten).


Ich denke, beide Betrachtungsweisen haben ihre Daseinsberechtigung. Ich denke aber auch, dass es mir nicht schaden würde, den emotionalen Part etwas runterzufahren. Ich sehe in Diagnosen die Gefahr der Stigmatisierung. Bei dem Zusatz "LFA" schwingt für mich eben die Aussage "nur bedingt alleine lebensfähig und unter gesellschaftlichen Aspekten eher nicht verwertbar" mit. (So hört es sich für mich an, es ist nicht meine Meinung. Auch wenn es von mir interpretativ und emotional ist und vielleicht nicht die Absicht hinter der Bezeichnung - auch wenn es Menschen gibt, die durchaus diese Meinung haben.) 

Nein, aber Du betonst, dass Deine Klienten Deine Fragen hier nicht verstehen würden, wohl aber Dich verstehen würden und Du Kommunikationswege gefunden hast- Dich aber zeitgleich fragst, wie intelligent sie sind, obwohl sie weder lesen oder schreiben noch sprechen können.

Die Frage war eher rhetorischer Natur. Es ging mir darum, dass es bei Menschen, die nicht sprechen, lesen oder schreiben können wohl eher nicht möglich ist, ihre ganze Intelligenz zu ergründen. Sie dann aber per Beobachtung einzuschätzen und niedrig einzustufen, erscheint mir dreist, dies ist bei manchen meiner Klienten der Fall, aber wenn man sich Mühe gibt, alternativ zu kommunizieren erkennt man in vielen Situationen die wahre Auffassungsgabe und man wird auch verstanden.

Weiter unten schreibst Du, dass Du dir nicht sicher bist, ob Dich mein Verdacht, Du würdest Deine Klienten heilen wollen aufregt oder ob Du lächeln sollst- vielleicht geht es mir mit der Art, wie Du fragst ähnlich. Vielleicht verstehe auch ich Deine Fragen nicht und eine Intelligenzminderung ist ausgeschlossen lt: Diagnostikerin. Das Gegenteil sei der Fall gewesen, aber ich wollte das Ergebnis nicht wissen, wenn die zahl gerade ist. Netterweise schwieg sie. Aber da sie nicht hochintelligent- nur überdurchschnittlich intelligent- sagte, weiß ich, es ist unter 130. Letztlich ist so ein Ergebnis auch unwichtig, da man mich das nie bei Vorstellungsgesprächen fragte.

Ich fühle mich eben an manchen Stellen unserer Kommunikation fehlinterpretiert und/oder missverstanden. Das impliziert aber nicht, dass du hier an dieser Stelle deine Intelligenz thematisieren musst. Es steht für mich außer Frage, dass du intelligent bist. Und zwar von meinem persönlichen Empfinden her. 

Die ganzen Fragen in diesen Tests sind wie Rätsel... nur, dass man sie unter Zeitdruck macht. Zu wissen, wie intelligent sie sind bedeutet nicht, dass sich etwas ändert oder sie besser funktionieren, wenn Du ein Ergebnis bekommen würdest.

Ich habe selbst schon einen IQ-Test gemacht und habe ihn als sehr stressend und unangenehm empfunden. Und du hast recht, man ist nach wie vor dem Test die selbe Person.

In einem Kommentar fragst Du Dich, ohne das Ziel anzugeben: Wir sind alle Menschen. NT und A können sich treffen. Sie nehmen vielleicht unterschiedliche Wege, können aber beide am selben Ziel ankommen.

Das empfinde ich jetzt als aus dem Kontext gerupft... es ging um Gemeinsamkeiten, im Allgemeinen. Das ist das Synonym für Ziel. Auch wenn ich selbst sehe, dass das sehr unpräzise und bildhaft formuliert war und man da im übertragenen Sinne "den weißen Gaul traben hören könnte", was ich gerade sehr lustig finde :D 

Du gehst philosophisch an die Sache heran- und da soll man nicht der Verdacht hegen, dass da einer auf einem weißen Gaul reitet? Sei mir nicht böse, aber den Eindruck hatte ich durch die Art, wie Du hier schreibst.

Ich kann nur betonen, dass ich keine "Ich bin der Erlöser!"-Fantasien hege.


Kommentar von DeliriumTremens ,

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Mit Stolz hat das nichts zu tun und wenn Du so denkst, tust Du mir Leid! Vielleicht solltest Du nochmals überdenken, ob Du die Unterschiede (begründet u.a. in der Funktionalität) zwischen den Diagnosen bzw. der genaueren Untergliederung des Kanner-Syndroms richtig verstanden hast... ich kenne einige frühkindliche Autisten und mag sie! Wir sind Autisten. Aber jeder besteht auf seine Diagnose, weil man sich damit erklären kann und auch sich selbst versteht.

Das mit dem Stolz war eine Frage. Ich zitiere mich mal selbst: " Ich habe eigentlich gegen Diagnosen erstmal überhaupt nichts und empfinde sie gelegentlich als sehr hilfreich."  Dem ist auch so. Dennoch regen mich an Diagnosen auch gewisse Dinge auf, aber das hatten wir jetzt zur Genüge. Ich hätte kein Problem damit, wenn es bei frühkindlichem und "wasweißich" für Autismus bleiben würde. Ich musste nur immer wieder feststellen, dass die Übergänge der Diagnosen real zerfließen und vielen Menschen einfach nicht gerecht werden. 

Kommentar von Lea1984 ,

Ich denke, beide Betrachtungsweisen haben ihre Daseinsberechtigung.

Sicher haben sie das- aber ich bin eher sachlich und neutral und werte nicht.

Ich denke aber auch, dass es mir nicht schaden würde, den emotionalen Part etwas runterzufahren.

Ja, denn Du hast ja explizit um den Austausch mit Autisten gebeten- und man kann den Autismus beim Schreiben nicht abstellen. Autisten haben eine sehr direkte und sachliche Kommunikation- aber das weißt Du ja.

Ich sehe in Diagnosen die Gefahr der Stigmatisierung. Bei dem Zusatz "LFA" schwingt für mich eben die Aussage
"nur bedingt alleine lebensfähig und unter gesellschaftlichen Aspekten eher nicht verwertbar" mit.

Nun Deine erste Erläuterung stimmt, ein Mensch mit LFA braucht lebenslang Hilfe. Das ist ein Fakt. Zumindest weiß ich von keinem, der ohne Hilfe selbstständig, ohne jede Unterstürzung leben kann. Das muss man nicht bewerten.

Mich stört da das Wort "verwertbar", es ist hart- aber so grausam es sein mag, unter bestimmten Betrachtungswinkeln trifft es zu. In der Natur, würden Tiere so eingeschränkt geboren, würden sie nicht bzw. nicht lange überleben.

Welchen "Wert" hat ein behinderter Mensch, ein arbeitsloser, ein pädophiler, kriminelle, religiöse, andersdenkende, welchen Wert haben Flüchtlinge... Du findest immer Menschen, die Vertreter dieser und aller anderen Gruppen für weniger wertvoll oder verwertbar erachten- denke nicht darüber nach. Es bringt nichts, ändert nichts und macht nur wütend oder traurig.

Die Frage war eher rhetorischer Natur. Es ging mir darum, dass es bei Menschen, die nicht sprechen, lesen oder schreiben können wohl eher nicht möglich ist, ihre ganze Intelligenz zu ergründen.

Du kommunizierst mit Autisten- versuche das so direkt und klar wie möglich- oder schreibe dazu, wenn Fragen rhetorisch sind.

Sie dann aber per Beobachtung einzuschätzen und niedrig einzustufen, erscheint mir dreist, dies ist bei manchen meiner Klienten der Fall, aber wenn man sich Mühe gibt, alternativ zu kommunizieren erkennt man in vielen Situationen die wahre Auffassungsgabe und man wird auch verstanden.

Ich denke, da können einige mehr aber man hat wohl weder Zeit, noch Personal, noch Geldmittel, jede nur erdenkliche Möglichkeit, gestützte oder teil-gestützte Kommunikation oder die PC-Kommunikation (Kamera registriert Blicke auf Buchstaben, Symbole usw.) mit jedem nicht-kommunizierenden Autisten durchzuprobieren und wenn das scheitert- mit wechselnden Personal wegen möglicher Abneigungen... nur um herauszufinden, dass einer von 5, von 10 oder 300 oder unter noch mehr vielleicht loslegt und kommunizieren kann. Macht man nicht- ist tragisch, aber es wird vieles nicht gemacht, obwohl man es tun müsste.

Wenn Du es noch nicht kennst: http://www.ebay.de/itm/like/311709106644?lpid=106&chn=ps&ul_noapp=true

Das Buch erzählt die Geschichte von Zwillingen, beide Autisten, die nicht verbal kommunizieren, später durch gestützte Kommunikation sich mitteilen konnten.

Ich fühle mich eben an manchen Stellen unserer Kommunikation fehlinterpretiert und/oder missverstanden.

Nun, wie schon erwähnt gibt es Probleme bei der sozialen Interaktion, Kommunikation usw.- daher ist und bleibt Autismus auch bei Aspergern eine Behinderung.

Das impliziert aber nicht, dass du hier an dieser Stelle deine Intelligenz thematisieren musst.

Ich habe versucht, Dir zu verdeutlichen dass ich als Mensch mit nachgewiesener Intelligenz Deine Fragen auch nicht verstehe- was, wie Du erklärt hast, daran lag, dass Du nicht direkt kommuniziert hast, sondern ohne es vorab zu kennzeichnen Rhetorik usw. eingebracht hast. Ich ging davon nicht aus, weil Du ja erwähnt hast, Dich auszukennen- auch mit den Diagnosekriterien und so weiter- da dachte ich du weißt von dem Problem, dass (viele) Autisten damit massive Probleme haben. Im Forum aspies.de sind deshalb auch Redewendungen als solche zu kennzeichnen. Wei man vieles wörtlich nimmt, ernst.

 

Kommentar von Lea1984 ,

Ich musste nur immer wieder feststellen, dass die Übergänge der Diagnosen real zerfließen und vielen Menschen einfach nicht gerecht werden. 

Ja, das stimmt. Aber ich denke, eine Diagnose nicht zu bekommen ist bei "besser-funktionierenden" schlimmer als für vornherein als schwerbehindert diagnostizierte.

Gerade AS, HFA- das fällt auf den ersten Blick nicht als Behinderung oder als Autismus auf... weil man spricht. Bei AS mitunter überdurchschnittlich früh, bei HFA eben etwas später... und dadurch müssen manche Menschen 50 Jahre alt oder noch älter werden, bis sie die AS-Diagnose bekommen... da hatte ich mit 24 noch Glück...

Schlimm ist es für die, die z.B. AS haben und bei der Diagnostik wegen 3 Punkten an der Diagnose vorbeischlittern und sie deshalb nicht bekommen- trotz Elterngespräch und sämtlichen Symptomen in der frühen Kindheit. Die gelten weiter als "normal", als behandelbar/therapierbar und werden in Therapien gesteckt und vollgepumpt mit fragwürdigen Medikamenten... um wieder funktionsfähig gemacht zu werden.

Ich gehe von mir aus- wäre ich jetzt niederfunktionale Autistin, wäre es mir sicher egal, ob ich am Übergang zur mittelfunktionalen Autistin bin. Ich denke, wenn ich mich jetzt nicht alleine waschen könnte, würdest Du es als meine Pflegerin morgen mit der neuen Diagnose auch noch tun. Es hätte weniger Konsequenzen.

Bekommt jetzt ein tatsächlicher Asperger die Diagnose nicht, hätte das schlimmere Folgen. Denn da ist wider die Gesellschaft, die das Funktionieren erwartet...

Das empfinde ich jetzt als aus dem Kontext gerupft... es ging um Gemeinsamkeiten, im Allgemeinen. Das ist das Synonym für Ziel. Auch wenn ich selbst sehe, dass das sehr unpräzise und bildhaft formuliert war und man da im übertragenen Sinne "den weißen Gaul traben hören könnte", was ich gerade sehr lustig finde :D 

Ich habe mir schon alles durchgelesen und dennoch nichts verstanden. Synonyme für Ziel sind für mich eher das- an Gemeinsamkeiten hätte ich nie dabei gedacht: http://synonyme.woxikon.de/synonyme/ziel.php

Ich sende den Link, weil es leichter ist als die Worte hinzuschreiben- ich bin etwas faul und meine Finger tun etwas weh von der Arbeit.

Viele Autisten- so auch ich- nehmen (fast) alles wörtlich, bedenke das. Vor allem, wenn ich Redewendungen nicht kenne, wird das lustig- aber eher für alle anderen drumherum ^^ Versuche so direkt wie möglich zu kommunizieren, dann versteht man Dich besser.

Kommentar von DeliriumTremens ,

Ja, denn Du hast ja explizit um den Austausch mit Autisten gebeten- und man kann den Autismus beim Schreiben nicht abstellen. Autisten haben eine sehr direkte und sachliche Kommunikation- aber das weißt Du ja.

Ich weiß das vom Prinzip her durchaus. Aber ich kann mich auch nicht so einfach abstellen, da hilft offenbar auch kein Fachwissen. :)

Ich habe zum Beispiel versucht, auf gewisse sprachliche Stilmittel zu verzichten. Ich bin ein sehr ironischer Mensch und ich spreche sehr gerne in Bildern.  Ich weiß nicht, ob mir das gelungen ist, ich lese das noch mal nach.

Ich kenne auch durchaus aspies.de, auch wenn ich dort nie schrieb -  und z.B. die Kennzeichnung (RW) etc. ist mir dort schon aufgefallen. 

Ich hatte tatsächlich überlegt, ob ich gewisse sprachliche Besonderheiten ähnlich wie auf aspies.de kennzeichnen sollte (ich habe zum Beispiel versucht, mit Anführungszeichen zu arbeiten) aber das würde von vorne herein bedeuten, dass ich dem Leser/dir unterstelle, dass du das nicht kannst. Deswegen war ich zurückhaltend. Nicht jeder A hat da die gleichen Schwierigkeiten. Einer meiner Klienten zum Beispiel versteht keine Ironie, keine Redewendungen und es gibt Hinweise, dass er mit Mimik nahezu nichts anfangen kann, aber er hat sehr viel Humor und er merkt es immer direkt, wenn ich mal etwas nicht ernst meine und mit ihm gezielt einen Scherz mache. Das mache ich aber auch nur genau deswegen- weil er es merkt und er es mag. Er kennt mich aber auch schon eine Weile. 

Ich habe viel über unsere Kommunikation nachgedacht und habe mich gefragt, was explizit auf die unterschiedlichen Kommunikationsweisen von A und NA zurückzuführen ist. 

Mir ist aufgefallen, dass ich zu sprachlicher Schwammigkeit neige und du auf einzelne Worte sehr viel Fokus gelegt hast. Auch ist mir durchaus deine eher sachliche Orientierung aufgefallen, wenn gleich ich dich beim lesen nicht durchweg als unemotional empfinde, was aber auch rein interpretativ sein kann.  

Lustiger Weise (ich nehme es einfach mal mit Humor, aber auch zur Selbstreflektion) habe ich quasi an der Basis meines Berufs, besser gesagt, bei dem, was sonst meistens funktioniert, versagt. Auf der Arbeit überlege ich oft, wie ich etwas sage. Für jeden einzelnen meiner Klienten individuell. Das klappt natürlich nicht immer. Gleichzeitig möchte ich auch nicht meine Natürlichkeit verlieren, weswegen nicht jeder Satz "konstruiert" ist, aber wenn es z.B. darum geht, den Gegenüber zu informieren, seine Selbstbestimmung zu ermöglichen oder zu etwas aufzufordern, dann schon. 

Ich denke, da können einige mehr aber man hat wohl weder Zeit, noch Personal, noch Geldmittel, jede nur erdenkliche Möglichkeit, gestützte oder teil-gestützte Kommunikation oder die PC-Kommunikation (Kamera registriert Blicke auf Buchstaben, Symbole usw.) mit jedem nicht-kommunizierenden Autisten durchzuprobieren und wenn das scheitert- mit wechselnden Personal wegen möglicher Abneigungen... nur um herauszufinden, dass einer von 5, von 10 oder 300 oder unter noch mehr vielleicht loslegt und kommunizieren kann. Macht man nicht- ist tragisch, aber es wird vieles nicht gemacht, obwohl man es tun müsste.

TEACCH ist insgesamt (so mein persönlicher Eindruck) in vielen Einrichtungen sehr beliebt. (Besonders Kommunikation mittels Bild/Foto/Symbolkarten). Ich habe aber gelegentlich den Eindruck, dass dieses Programm dann nur halbherzig verfolgt wird oder auch nur prätentiös eingesetzt wird, was am Zeitfaktor/Aufwand/Wissen/Einstellung/Personal liegt - und es so schön inklusiv wirkt. Ein individueller Test mit jedem nichtsprechenden Mitmenschen erscheint mir auch daher leider absolut utopisch, auch wenn es fatal ist. 

Das Buch erzählt die Geschichte von Zwillingen, beide Autisten, die nicht verbal kommunizieren, später durch gestützte Kommunikation sich mitteilen konnten.  

Ich wusste nicht, dass es darüber ein Buch gibt. Ich habe mal einen Artikel über die Beiden gelesen, der mich zum Thema  "Sprache = Intelligenz?" sehr bereichert hat. Ich schreib es mal auf meine Bücherwunschliste, Danke. 

Ich habe versucht, Dir zu verdeutlichen dass ich als Mensch mit nachgewiesener Intelligenz Deine Fragen auch nicht verstehe- was, wie Du erklärt hast, daran lag, dass Du nicht direkt kommuniziert hast, sondern ohne es vorab zu kennzeichnen Rhetorik usw. eingebracht hast. 

Diese Verdeutlichung habe ich zum Beispiel nicht verstanden. Mir war überhaupt nicht klar, dass du mit dieser Textstelle darauf hinaus willst und ich hatte schon Sorge, ich hätte irgendwie den Eindruck erweckt, ich würde dich für blöd halten, weswegen du das Intelligenz-Thema ansprechen musstest. Es lag an dem Wort "Vielleicht", weswegen ich es für ein theoretisches Szenario hielt. 

Ich habe dieses Kommentar hier mehrfach überarbeitet/umgeschrieben und hoffe, es passt jetzt so. 

Kommentar von DeliriumTremens ,

Ich gehe von mir aus- wäre ich jetzt niederfunktionale Autistin, wäre es mir sicher egal, ob ich am Übergang zur mittelfunktionalen Autistin bin. Ich denke, wenn ich mich jetzt nicht alleine waschen könnte, würdest Du es als meine Pflegerin morgen mit der neuen Diagnose auch noch tun. Es hätte weniger Konsequenzen.

Würde ich. Wir ermitteln den Hilfebedarf sowieso nicht an der Diagnose, sondern schauen, welche Kompetenzen der Mensch hat - und wo man ihn eben unterstützen muss. Ganz individuell. Ich bin übrigens keine Pflegerin.

Bekommt jetzt ein tatsächlicher Asperger die Diagnose nicht, hätte das schlimmere Folgen. Denn da ist wider die Gesellschaft, die das Funktionieren erwartet...

Sagst du jedem, dass du Autismus hast? Oder noch mal weitergehend gefragt: in wie weit nimmt die Gesellschaft denn Rücksicht auf Menschen mit Autismus? (Damit meine ich nicht die Option auf einen Behindertenausweis, mehr Urlaubstage oder ähnliches, sondern ganz praktisch - im Alltag.) Bringt man dir Verständnis und Rücksicht entgegen? 

Ich habe mir schon alles durchgelesen und dennoch nichts verstanden. Synonyme für Ziel sind für mich eher das- an Gemeinsamkeiten hätte ich nie dabei gedacht:

Ach verdammt -.- ok, tut mir Leid. Schon wieder ungenau/unpräzise von mir. 

Zitat von mir: "Es gibt Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Wir sind alle Menschen. NT und A können sich treffen. Sie nehmen vielleicht unterschiedliche Wege, können aber beide am selben Ziel ankommen. Oder siehst du das anders?" 

Zusammengefasst wollte ich darauf hinaus, dass NA und A trotz unterschiedlicher Vorgehensweisen/ Herangehensweisen/ Denkweisen aber auch Handlungen  ( -->"unterschiedlicher Wege") 

zum gleichen Ergebnis, zu etwas Gemeinsamen  (--> "Ziel") kommen können. (-->"Sich treffen können")

 Sei es z.B. bei einer Problemlösung oder einfach nur auf zwischenmenschlicher Ebene. 

Noch mal präziser (wie ich hoffe) formuliert: ich glaube daran, dass A und NA zusammenfinden und zusammen leben  können. Das Bild mit "den weißen Gaul traben hören" ... damit wollte ich andeuten, dass das möglicherweise wieder sehr romantisch und verträumt klingen könnte. 

Ist das jetzt verständlicher oder habe ich es noch schlimmer gemacht?   

Kommentar von Lea1984 ,

Ganz individuell. Ich bin übrigens keine Pflegerin.

Habe ich mir fast gedacht, aber ich wählte den Pflegerberuf auch mehr als Beispiel.

Sagst du jedem, dass du Autismus hast?

Nein. Ich weiß, Du meist mit jeder nicht die fast 7,5Mrd Menschen... aber auch so renne ich nicht durch meine Heimatstadt und brülle lauthals, dass ich Autistin bin.

Ich entscheide, wann ich es wem sage. Das ist situationsabhängig.

Aber- es ändert wenig, da kaum einer sich auskennt- was verständlich ist, da sich normale Menschen selten mit sämtlichen Normabweichungen menschlichen Seins befassen und daher auch nicht begreifen, was es bedeutet, wenn ich sage, ich bin Autistin, ich habe AS. Erwarte ich auch nicht.

in wie weit nimmt die Gesellschaft denn Rücksicht auf Menschen mit Autismus?

Wer ist die Gesellschaft... Behörden, Familie, ... die Frage ist zu schwammig. 

Aber, da jeder Autist anders ist und andere Bedürfnisse hat, kann die Gesellschaft auch keine klaren Richtlinien entwerfen. Wir brauchen nicht wie Rollstuhlfahrer Rampen oder Blindenschrift oder Gehörlosenuntertitel... bei unsereins ist es komplexer.

(Damit meine ich nicht die Option auf einen
Behindertenausweis, mehr Urlaubstage oder ähnliches, sondern ganz praktisch - im Alltag.

Das ist aber wenigstens ein Anfang. 5 Tage mehr Urlaub- vorausgesetzt man bekommt sie auch, sind wichtig- egal welche Behinderung man hat. Mein derzeitiges Unternehmen gewährt sie mir.

Sonst bekam ich entweder nicht mal meinen normalen, regulären Urlaub, welcher auch nicht ausbezahlt wurde... oder im letzten Unternehmen musste ich dann auf Druck des Betriebsrates den Resturlaub im Folgejahr nehmen (Mobbing durch Schichtleiter).

Im Alltag- jemand der meine Fenster putzt wäre OK. ;)

Ich hatte Glück und bei allem bisher Unterstützung durch Freunde oder habe mich alleine durchgeboxt und es manchmal geschafft, manchmal auch nicht und eben aus Erfahrung gelernt...

Aber sonst... ich komme soweit klar und wenn andere Asperger Begleitung benötigen (Behörden, Ärzte, ...) bekommen sie diese. Es gibt betreutes Wohnen. Für stärker eingeschränkte Autisten gibt es von häuslicher Pflege durch Eltern bis hin zu Heimen alles.

Bringt man dir Verständnis und Rücksicht entgegen? 

Kann man nicht pauschal beantworten. Unterschiedlich. Manche tun es, andere nicht, andere manchmal. Jeder definiert Verständnis und Rücksicht auch anders und hat ein anderes Grundwissen zu AS- andere haben gar keins. Daher kommt es auch vor, dass man bei der Aussage, man sei Autistin/schwerbehindert auch mal gesagt bekommt, dass man das nicht merken würde und dann erwarten die noch, dass man das als Kompliment auffasst- andere fangen auch nach längeren Gesprächen spätestens da an, komisch zu reden, Babysprache, schlechte Grammatik... andere unterstellen einem, man lügt weil man spricht...

Das Problem ist, man spricht und ist intelligent. Da erwarten alle, dass man funktioniert... man soll sich mehr Mühe geben, nicht so anstellen, zusammenreißen... wenn man dann selbst bei Bezugspersonen sagt, dass es nicht geht, bekommt man unterstellt, das müsste man aber können oder sich langsam mal merken können...

Man selbst ist aber auch im Bezug auf Bedürfnisse von Nichtautisten zurückweisend und kann bei einem Overload, Meltdown usw. auch die Gefühle anderer verletzen, weil man gereizt ist.
Manche Autisten neigen zur Selbstverletzung oder schlagen um sich und verletzen andere...
Das- im Bezug auf Dein verträumtes Zusammenleben von Autist und NA ist in den meisten Fällen untragbar. Man kann keinen zwingen... vor allem, da die meisten Autisten doch lieber allein sind.

zum gleichen Ergebnis, zu etwas Gemeinsamen  (--> "Ziel") kommen können. (-->"Sich treffen können")

Wenn man zufällig das selbe Ziel hat... aber jeder hat doch andere Ziele- nicht?

Sei es z.B. bei einer Problemlösung oder einfach nur auf zwischenmenschlicher Ebene.

Aber nicht jeder Autist und jeder NA. Was für Probleme sollen gelöst werden- wenn es einfache Aufgaben sind, wie das hier: https://www.amazon.de/Postkarte-Sudoku-f%C3%BCr-M%C3%A4nner/dp/B005H9JFXW

Könnte jeder halbwegs intelligente NA und Autist die Aufgabe/das Problem lösen. Aber komplexere Probleme löst doch jeder anders. Hier ist es immer abhängig davon, worum es geht!

Und zwischenmenschlich- das geht auch nicht immer gut.

Noch mal präziser (wie ich hoffe) formuliert: ich glaube daran, dass A und NA zusammenfinden und zusammen leben  können. Gemeinsam zusammenleben- möglich ja, aber nicht für alle und jeden. Nicht jeder Autist kann und will mit Nichtautisten leben und umgekehrt ist es nicht anders.
Es harmoniert ja nicht mal zwischen Autist und Autist, nicht mal unter Aspergern und bei der Scheidungsrate harmonieren NA's auch nicht so gut untereinander. Da verallgemeinerst Du vielleicht zu sehr oder romantisierst es, wenn Du es auf alle überträgst.

Auf diesem Planeten leben wir bereits alle zusammen.

Kommentar von DeliriumTremens ,

Wer ist die Gesellschaft... Behörden, Familie, ... die Frage ist zu schwammig.

Ich hatte "die Gesellschaft" von dir aufgegriffen.  
"Denn da ist wider die Gesellschaft, die das Funktionieren erwartet..."

Aber, da jeder Autist anders ist und andere Bedürfnisse hat, kann die Gesellschaft auch keine klaren Richtlinien entwerfen. Wir brauchen nicht wie Rollstuhlfahrer Rampen oder Blindenschrift oder Gehörlosenuntertitel... bei unsereins ist es komplexer.

Vielleicht wäre die richtige Aufklärung gut. Im Zuge meiner Recherchen über Autismus bin ich oft auf Fernsehbeiträge, Videos oder Artikel gestoßen, die schlicht falsch waren. (Von den 3 Grunddiagnosepfeilern bis hin zu Pauschalisierungen über autistische Verhaltensweisen). 

Im Alltag- jemand der meine Fenster putzt wäre OK. ;)

:D   

Ich hätte gerne jemanden für meinen Papierkram.  

Aber sonst... ich komme soweit klar und wenn andere Asperger Begleitung benötigen (Behörden, Ärzte, ...) bekommen sie diese. Es gibt betreutes Wohnen. Für stärker eingeschränkte Autisten gibt es von häuslicher Pflege durch Eltern bis hin zu Heimen alles.

Heime (ich arbeite in einem) sind oft nicht darauf ausgerichtet, sich explizit um die Bedürfnisse des Einzelnen zu kümmern. Es sind leider oft zu viele Leute auf zu wenig Personal. Es müsste noch viel mehr Angebote geben. Aber es ist, denke ich, wie so oft eine Geldfrage. 

Daher kommt es auch vor, dass man bei der Aussage, man sei Autistin/schwerbehindert auch mal gesagt bekommt, dass man das nicht merken würde und dann erwarten die noch, dass man das als Kompliment auffasst- andere fangen auch nach längeren Gesprächen spätestens da an, komisch zu reden, Babysprache, schlechte Grammatik... andere unterstellen einem, man lügt weil man spricht...

Wenn man als Autist den Anspruch an sich selbst hat, möglichst angepasst zu sein (an das vermeindliche NT) könnte es ein Kompliment für einen selbst sein. 

Das mit der Babysprache ist auch bei körperlich behinderten Menschen ein Problem. Da kann jemand im Rollstuhl sitzen, der zwei Doktortitel hat- und wird sprachlich dennoch erstmal behandelt, als sei er schwer geistig behindert. 

Umgekehrt sieht man auch geistige Behinderung oft nicht. "Die Leute" erwarten dann meistens, dass der betreffende Mensch mindestens "sabbern" muss und irgendwie "schief" schaut. 

 Interessant finde ich auch die Reaktion, wenn man jemandem erzählt, dass man mit Menschen mit geistiger Behinderung arbeitet. Es ist unfassbar oft der gleiche Satz, den man dann zu hören bekommt: "ich könnte das nicht!" - und das, obwohl die meisten Menschen (und auch die Leute, die diesen Satz sagen) in ihrem Leben nie großartig Kontakt mit Menschen mit Behinderung hatten, also kaum Erfahrungswerte. Viele sind einfach überfordert. Wissen nicht, wie sie dem Mensch im Rollstuhl oder einem geistig Behinderten begegnen sollen. Wissen nicht, ob sie genauer nachfragen dürfen, was man explizit hat oder was man mit "dem Behinderten" anfangen soll. Wo man hinsehen soll. Manche starren den Mensch an, andere irgnorieren ihn. Andere entwicklen dann das von mir so getaufte "Mutti-Syndrom"-Das intensive Bedürfnis, sich zu kümmern, zu pflegen, zu verhätscheln oder haben auf einmal Mitleid, was genauso herablassend sein kann, denn der Mensch mit Behinderung leidet ja nicht zwangsweise. 

Ich denke, diese Unsicherheit ist es dann auch, die zu sonderbaren Reaktionen führt, wenn du sagst, du seist Autistin. 

wenn man dann selbst bei Bezugspersonen sagt, dass es nicht geht, bekommt man unterstellt, das müsste man aber können oder sich langsam mal merken können...

Weil man es sich so schwer vorstellen kann, was in einem anderen Menschen vor sich geht. Ein Grund, warum ich hier die Frage gestellt habe. 

Manche Autisten neigen zur Selbstverletzung oder schlagen um sich und verletzen andere... 
Das- im Bezug auf Dein verträumtes Zusammenleben von Autist und NA ist in den meisten Fällen untragbar. Man kann keinen zwingen... vor allem, da die meisten Autisten doch lieber allein sind.

Ich weiß. Das ist Teil meiner Arbeit. Aber mich verschreckt das nicht.  Oder ehrlicher gesagt... manchmal habe ich Angst. Aber jeder Mensch hat positive und negative Seiten. Wenn man die guten Seiten nicht aus dem Blick verliert, kann man die schlechten besser verarbeiten.

Kommentar von DeliriumTremens ,

Gemeinsam zusammenleben- möglich ja, aber nicht für alle und jeden. Nicht jeder Autist kann und will mit Nichtautisten leben und umgekehrt ist es nicht anders. 
Es harmoniert ja nicht mal zwischen Autist und Autist, nicht mal unter Aspergern und bei der Scheidungsrate harmonieren NA's auch nicht so gut untereinander. Da verallgemeinerst Du vielleicht zu sehr oder romantisierst es, wenn Du es auf alle überträgst. 

Auf alle übertragen ist immer schlecht, so meinte ich das auch nicht. Ich meinte, dass ich nicht glaube, dass es durch die Unterschiede zwischen A und Na eine unüberwindbare "Mauer" gibt und es überhaupt nicht möglich ist. Dass nicht jeder das will, ist klar. 

Und ich glaube, einen Menschen, mit dem man wirklich harmoniert, zu finden, ist wirklich sehr schwer. 

Kommentar von Lea1984 ,

Bekommt jetzt ein tatsächlicher Asperger die Diagnose nicht, hätte das schlimmere Folgen. Denn da ist wider die Gesellschaft, die das Funktionieren erwartet...

Damit meinte ich vorrangig Behörden, Arbeitgeber, Familie- wenn man behindert ist, wird es zumindest teilweise anerkannt. Manche müssen es, die Familie usw. sollte es.

Vielleicht wäre die richtige Aufklärung gut. Im Zuge meiner Recherchen über Autismus bin ich oft auf Fernsehbeiträge, Videos oder Artikel gestoßen, die schlicht falsch waren.

Kenne ich. Nur ganz wenige Dinge finde ich gut. Auf dem alten PC hatte ich sie mit Links gespeichert, auf dem sind sie nicht und googeln würde zu lange dauern- aber es gibt doch hin und wieder einige, gute Sachen.

Das macht es für am Thema interessierte Menschen schwer, sich zu informieren...

Aber- Aufklärung? Dann müsste man alles und jeden aber auch über alles und jeden aufklären- über depressive, magersüchtige, a-sexuelle, Menschen mit sozialer Phobie, Zwängen, ... und das ist unmöglich.

Autisten selbst ist es auch nicht direkt möglich in 1:1-Gesprächen, Dialogen, weil die Probleme in der sozialen Interaktion nicht abstellbar sind.

Weil man es sich so schwer vorstellen kann, was in einem anderen Menschen vor sich geht. Ein Grund, warum ich hier die Frage gestellt habe.

Hier muss ich mich übrigens korrigieren, es gibt auf dieser erde doch zwei Menschen, die nachfühlen können, was der zumindest jeweils andere fühlt und denkt: http://rtlnext.rtl.de/cms/siamesische-zwillinge-verblueffen-die-welt-541920.html

Sonst ist es aber für alle anderen nahezu unmöglich, außer man macht es über eigene Erfahrungen und Fachwissen usw.. Aber diese Mädchen haben es gut... bei der Abschlussprüfung teilen sie sich die Fächer auf und können so die Antwort der anderen lesen und müssen diese nur umformulieren, damit es nicht auffällt ^^

Heime (ich arbeite in einem) sind oft nicht darauf ausgerichtet, sich explizit um die Bedürfnisse des Einzelnen zu kümmern. Es sind leider oft zu viele Leute auf zu wenig Personal.

Ja, weil diese Leute da nur untergebracht werden- so wie alte Menschen in Altenheimen. Ich denke, daran wird sich so schnell nichts ändern, eher wird sich der Jetztzustand verschlimmern, da man immer unterbesetzt ist, man teilweise zu wenig verdient und viele Überstunden ohne Ende aufbauen. Meine Mutter, Dauernachtwache im Altenheim, hat schon Überstunden im vierstelligen Bereich angesammelt im laufe der Zeit...
Viel wichtiger ist, dass die Menschen wenigstens gut versorgt werden und nicht misshandelt, missbraucht oder ähnliches. Skandale gab es ja einige...

Wissen nicht, wie sie dem Mensch im Rollstuhl oder einem geistig Behinderten begegnen sollen. Wissen nicht, ob sie genauer nachfragen dürfen, was man explizit hat oder was man mit "dem Behinderten" anfangen soll. Wo man hinsehen soll. (...)

Das stimmt, aber verhindern kann man das auch durch Aufklärung kaum. Selbst wenn man bei Sendungen im Fernsehen 10 erreicht, die sich dann angemessener verhalten (was schon utopisch hochgegriffen ist), sehen Millionen die Sendung. Alle denken dann, wie schlimm die doch sind, die das tun, aber wenn der nächste ihnen auf dem Gehweg entegenhumpelt, sehen sie verlegen weg oder schütteln mit dem Kopf und tuscheln, wenn sie Kinder mit Downsyndrom sehen "sowas kann man heutzutage doch verhindern"- das höre ich, und das Kind steht zwischen mir und den tuschelnden Menschen. Mutter und Kind hören es. Ich habe neulich zu solchen Leuten gesagt, dass es der Gesellschaft* besser täte, ihre Eltern hätten sie verhindert- oder besser gesagt- mal verhütet.

*Da meine ich das ganze Miteinander

So, ich belasse es heute dabei. Aber auch so strengt es mich sehr an, hier über Kommentare mich auszutauschen. Kannst mir eine Freundesanfrage senden und eine Mail. Aber ich bin hier oft wochenlang, monatelang inaktiv. Dann checke ich mal wieder meine Mails und lese dann, dass es hier fragen zu meinen Themen gibt. ich antworte und ziehe mich mal wider zurück.
Ich bin ja eher bei aspies.de regelmäßig aktiv.

Hier werden Mails gelöscht nach einer Zeit, ich kann aber versuchen, regelmäßiger hier zu sein. Aber versprechen kann ich es nicht. Ich arbeite in Vollzeit, ich habe nicht immer Zeit und Kraft.

Antwort
von Revic, 35

Was unterscheidet euch eurer Meinung nach von Menschen, die als neurotypisch deklariert sind?

Die Schwierigkeiten und Vorteile, die sich aus meinem Autismus ergeben und die Art, wie ich der Welt begegne.

Wo seht ihr Gemeinsamkeiten?

Wir sind alle Menschen. Wir alle müssen essen und schlafen, haben Wünsche und Bedürfnisse und leben bis zum Tod.

Mich interessieren besonders eure eigenen Worte für euer Erleben und
eure Beobachtungen der Anderen, auch im Bezug auf die Diagnosekriterien
für Autismus.

Ich erlebe es als Belastung. Etwas, dass mir dabei im Weg steht, meine Träume zu verwirklichen. Es macht ihn nicht unpassierbar, aber steinig. Ich muss für das gleiche Stück Strecke viel länger laufen als NTs, doch das macht mich auch ausdauernder und stärker. Ich weiß nicht, ob das verständlich ist, aber ich kann es nicht anders ausdrücken.

Und ist es eurer Meinung nach überhaupt möglich für einen NT, sich Autismus vorzustellen und umgekehrt?

Ich denke nicht, dass es möglich ist, den jeweils anderen vollständig zu verstehen. Es ist wie mit dem Mitgefühl. Wenn ein Bekannter verstorben ist weiß man, dass seine Familie traurig ist, aber nicht, wie sie diese Trauer erlebt. So ungefähr stelle ich es mir auch bei NTs  und Autisten vor.

Und woher kann man wissen, dass eine persönliche Eigenschaft, die man hat, im eigenen Autismus begründet liegt und nicht vielleicht einfach charakterbedingt und unabhängig davon ist?

Bei mir ist es so, dass ich mein Verhalten meist nur dann auf meinen Autismus zurückführe, wenn ich mich dewegen anderen erklären muss. Wenn ich meinem Gesprächspartner nicht in die Augen sehe und er fragt mich warum, dann schiebe ich es meinem Autismus zu, aber ich denke nicht, während ich keinen Augenkontakt halte, dass dies gerade autistisch ist. Bei charakterspezifischem Verhalten ist es irgendwie umgekehrt. Da brauche ich mich nicht erklären, aber ich denke selbst darüber nach, ärgere oder freue mich insgeheim darüber.

Alles sehr gute Fragen. Ich habe die Antworten der anderen noch nicht gelesen, aber es interessiert mich selbst, wie andere "Gleichgesinnte" dazu stehen.

Kommentar von DeliriumTremens ,

Vielen Dank für deine Antwort. Diese Zeilen

Etwas, dass mir dabei im Weg steht, meine Träume zu verwirklichen. Es macht ihn nicht unpassierbar, aber steinig. Ich muss für das gleiche Stück Strecke viel länger laufen als NTs, doch das macht mich auch ausdauernder und stärker.

gefallen mir wirklich sehr gut. Sie sind verständlich.  

Ich hoffe auch, dass sich hier noch mehr Leute dazu äußern werden. 

Antwort
von Kaeempferherz, 20

Hallo,
ich kam nur durch Zufall auf deine Frage.
Aber schön, dass du dich für das Thema interessierst.
Wie soll ich anfangen?
Ich war schon immer irgendwie anders. Ich hatte das Gefühl, ich gehörte nirgendswo dazu. Das begriff ich relativ früh.
Alle in meinem Alter schienen so, jung. Ich war schon relativ reif für mein Alter, damals in der Grundschule. Ich habe die anderen nicht verstanden. Und sie mich nicht.
Die Diagnose bekam ich allerdings relativ spät, da ich im Grundschulalter Epilepsie diagnostiziert bekam. Und man das Ganze nicht auseinander halten konnte.
Allerdings wurde ich auch schon sehr früh als hochbegabt eingestuft, so dass ich viel mit meinem Leben anfangen konnte. Tatsächlich ist es so, dass sich bei mir einige Inselbegabungen aufweisen.  Aber soziale Kontakte knüpfen, und generell so etwas kann ich bis heute sehr schwer, oder gar nicht.

Ich kann dir nur die Bücherreihe von Daniel Tammet empfehlen.

Kommentar von DeliriumTremens ,

Danke für deine Antwort. 

Aber soziale Kontakte knüpfen, und generell so etwas kann ich bis heute sehr schwer, oder gar nicht. 

Was sind beim knüpfen von Sozialkontakten die Schwierigkeiten für dich persönlich ?  

Kommentar von Kaeempferherz ,

Ich kann nicht auf Leute zugehen. Wenn man mich irgendwie kennenlernen möchte, dann soll niemand erwarten, dass ich sie zuerst anspreche, oder dergleichen. Wenn man es dann irgendwie geschafft hat, mit mir ein Gespräch zu führen, fällt es mir sehr schwer die Konversation aufrechtzuerhalten, bei Menschen, die mir fremd sind. Ich bin schweigsam. Und einsilbilg. Wirke oft kalt, auch wenn ich es gar nicht möchte. Wenn man es dann geschafft hat, sich mit mir zu treffen, dann sollte man mit mir möglichst die Menschenmassen meiden, sonst werde ich nicht reden. Weil ich alles andere um mich herum deutlich präziser wahrnehme als andere.

Kommentar von Kaeempferherz ,

Und vor allem bewusster wahrnehme. Die Reize,, die mich umgeben, drosseln sozusagen auf mich ein. Alle aufeinmal.

Kommentar von DeliriumTremens ,

Lese ich das aber korrekt aus deinem Kommentar heraus, dass du durchaus Sozialkontakte möchtest, sie nicht ablehnst, aber nicht weißt, wie man sie beginnt und weiterführend gestaltet?   

Wie schützt du dich vor diesen Reizen? Meidest du Orte/Situationen mit vielen Geräuschen oder sind sie eine Weile ertragbar? 

Kommentar von Kaeempferherz ,

Es gibt noch Unterschiede von sozialen Kontakten, die ich möchte und von welchen, die ich nicht möchte. Beispielsweise möchte ich den Kontakt zu Freunden und Familie. Ich selber kann ihn aber nicht beginnen, oder nur mäßig bis gar nicht aufrechterhalten. Kontakt zu Fremden, versuche ich aber zu vermeiden. Natürlich gelingt mir das nicht. Aber ich vermeide Körperkontakt zu solchen Menschen, da ich einer Schlange nicht die Hand gebe.

Ich meide Orte, bei denen die Menschenmassen zu groß sind. Ich ziehe mich gern zurück und bin für mich allein.

Kommentar von DeliriumTremens ,

Aber ich vermeide Körperkontakt zu solchen Menschen, da ich einer Schlange nicht die Hand gebe. 

Was meinst du mit Schlange? 

Kommentar von Kaeempferherz ,

Ich weiß nicht, ob ein Mensch ehrlich ist, wenn ich ihn nicht kenne. Also gebe ich ihm nicht die Hand. Das ist mit Schlange gemeint.

Kommentar von DeliriumTremens ,

Ok, verstanden. Danke 

Antwort
von WPOAS, 43

gehe auf meine Website [+++ durch Support editiert +++] , dort findest du die Antworten. Genauso kannst die Websites anderer Betroffenen lesen, denn alles wir dort schreiben ist öffentlich zugänglich. 

Allerdings möchte ich dich bitten, bei Zitaten und Verwendung von Dokumenten das Urheberrecht (c) zu beachten. 

Danke!

Kommentar von DeliriumTremens ,

Danke WPOAS für deine Beteiligung an meiner Frage. Ich kenne deine Website bereits aber werde sie gerne noch mal lesen. Ich finde dort durchaus das, was ich suche. 

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