Frage von duckman, 74

Was ist falsch an unserem Bildungssystem?

Hallo zusammen, jetzt wo ich meine Ausbildung als Bürokaufmann nach jahrelanger Schulzeit erfolgreich absolviert habe, fange ich mir wirklich an Gedanken zu machen... Ich habe ganz unten angefangen... Grundschule, Hauptschule, Realschule, Gymnasium und letztendlich die Berufsschule mit meiner Ausbildung...

Wenn ich an all die Jahre denke, dann ist es klar, dass man den ganzen Schulstoff breit Fächern muss um alle teilnehmenden Schüler auch in allen Bereichen des Lebens vorzubereiten. Schlüsselfächer wie z.B. Mathematik, Deutsch, Erdkunde, Englisch und Sozialkunde sollte selbstverständlich in keinem Unterricht fehlen!

Fragt man heute einen Neuntklässler, was er denn mal später arbeiten will, wird meist nur spröde mit den Axeln gezuckt. Er hat meist keine Ahnung wie man z.B. eine Bewerbung schreibt, wie sich seine Steuern mal zusammensetzen werden oder wie man einen Vertrag richtig abschließt.

Die wesentlichen Dinge des Lebens sollten meiner Meinung nach ein größerer Aspekt im Unterricht sein als in der neunten Klasse den Satz des Pythagoras zu büffeln...

Habt ihr Erfahrungen mit Schulen, die die Schüler schon in den niedrigen Klassen nach Berufsgruppen sortiert? Wir hatten damals die Möglichkeit Französisch mit Musik, Biologie mit technischem Zeichnen oder Englisch als Wahlpflichtfach zu wählen.

Würde es denn nicht mehr Sinn machen, die Schüler in den wichtigen Dingen zu fördern wie z.B. ein eigener Kurs in dem verschiedenste Berufe vorgestellt werden?

Zum Thema Schulnoten möchte ich mich im Moment überhaupt nicht äußern, da dies einfach immer noch die größte Frechheit ist. Man soll also ab der Grundschule mit 6 Jahren sein Leben in die richtige Richtung lenken? Hast du in der Grundschule versagt, so stehen dir nur noch in der Hauptschule die Türen auf ? Natürlich kann man sich dann von Schule zu Schule hoch arbeiten..... Ein paar damalige Freunde von mir haben es allerdings nicht geschafft. Es waren 2 nette Persönlichkeiten, die als sie jung waren allerdings alles andere als lernen im Kopf hatten. Die Grundschullehrerin meinte zu den Eltern auf einer Hauptschule wäre es für den Anfang leichter für die beiden. Was passiert? Die Eltern schicken die Kinder auf die Hauptschulen und dort verderben Sie dann an Kindern aus Brennpunktfamilien und werden mit 13 zu Drogendealern weil sie an die falschen Leute geraten.

Einfach mal ein bisschen Frust abladen.. ich glaub ich könnte da Stundenlang drüber diskutieren und wollte einfach mal breit gefächert eure Meinungen über dieses Thema hören. Sorry für den Roman

gespannt auf eure Antworten! Gruß Duckman

Antwort
von superkeks888, 18

Ja darüber habe ich mit Freunden schon so oft diskutiert. Wir haben es meistens nur angeschnitten, weil es wirklich eine Frechheit ist und weil man eh nichts ändern kann.

Zu deinen Freunden erstmal: Es muss auch an den Eltern liegen, die darauf aufpassen, das die eigenen Kinder in kein schlechtes Umfeld geraten. Und die Eltern können die Kinder immer noch in der 6. Klasse auf die Regelschule schicken. An der Stelle würde ich eher den Eltern die Schuld geben, anstatt dem Bildungssystem. Schließlich können die Eltern nicht  den 11 jährigen Kindern jegliche Verantwortung übertragen. In dem Alter braucht man Eltern die auf einem aufpassen. Gerade auf einer Hauptschule!

Das mit der Steuererklärung und dem allen, hast du aber recht. Ich bin 19 gerade mit dem Abi fertig und habe keinen Dunst davon.
Wir brauchen Fächer wie Geometrie, Biologie.. damit wir Allgemeinwissen haben und durch das Leben kommen. Aber warum müssen wir Definitionen der Bodenarten auswendig lernen oder wie eine Kurvendiskussion geht. Seit der 10. Klasse habe kein Chemie mehr. Ich habe Chemie nie verstanden. Nie. Ich habe nichts aus 4 Jahren Chemie mitgenommen. Und ich kam sehr gut durchs Leben. Das war also ein sehr sinnloses Fach für mich. Ich habe auch noch nie mit Freunden oder Verwandeten eine Diskussion über Chemie gehabt :D

Ich denke man kann das wichtige, was man im Leben braucht bis zur 7-8 Klasse lernen, wenn man es wirklich auf das wesentliche reduziert. Aber da man ja noch sehr Jung zum arbeiten oder sonstigem ist, nimmt man halt auch andere sinnlose Sachen durch wie ein kompletter Zellenaufbau von zig verschiedenen Zellenarten (oder so :D).

Außerdem braucht man extra Schuljahre (Hauptschulabschluss 9.; Regelschule 10. , ...) das man Unterscheiden kann, wer ausgewählt ist später mehr zu verdienen oder Erfolg zu haben. Was auch schon wieder Quatsch ist, da es Menschen gibt die einen Regelschulabschluss haben, eine Ausbildung machen, sich dann Hocharbeiten und weiterbilden und erfolgreicher sind als manche Pseudomenschen die Abitur machen, weil es alle machen und dann studieren, weil ja heutzutage alle studieren.

Antwort
von Schnoofy, 29

Bevor wir anfangen auf dem Schul- und Bildungssystem herum zu hacken sollten wir uns doch erst einmal darüber klar werden, was es aus Sicht der Gesellschaft, des Staates und jeden Einzelnen leisten sollte.

Genauso wichtig ist es zu definieren, was in die Eigenverantwortung (z. B. Eltern, Schüler) fällt und nicht durch die Schulen geleistet werden muss.

Wenn wir diese Ansprüche aus der Sicht aller Beteiligten geklärt haben können wir uns Gedanken darüber machen, wie wir das in die Praxis umsetzen, um allen gerecht zu werden.

Ohne das Ergebnis vorweg nehmen zu wollen - eine Patentlösung wird es nicht geben.

Antwort
von Nayes2020, 46

Soetwas gehört nicht in die Schule. Sondern muss privat erlernt werden. Allgemeinbildung nennt sich das.

Wenn wir den Schulstoff noch weiter kürzen hat man am Ende nur noch mehr Nullchecker

Kommentar von duckman ,

Hmm mit der Allgemeinbildung hast du selbstverständlich Recht.

Allerdings bringt es mir dann auch nix ein Studium zu absolvieren ohne danach auch nur den geringsten Sinn von all dem zu verstehen. Theoretisch kannst du dann mal ebne als Assistent vom Chef eine Firma leiten... hast aber in Wirklichkeit überhaupt keine Ahnung vom arbeiten.

Kommentar von Nayes2020 ,

dann wirst du das Studium nicht erfolgreich absolvieren. ganz einfach^^.

Alles was man wissen muss wird in einem Studiegang gelehrt. Die Efahrung und Praxis kommt dann natürlich erst mit der Arbeitszeit. aber das ist normal und schon in der Bedeutung enthalten.

Allgemeinbildung ist Allgemeinbildung. Die nichts in der Schule zu suchen hat sondern in den Alltag gehört

Kommentar von duckman ,

Also würdest du z.B. den Satz des Pythagoras (tolles Beispiel :P ^^ ) über ein Paar Unterrichtseinheiten zu Bewerbungsgesprächen setzen? Ich mein .... Bewerbungsgespräche braucht JEDER! Satz des P. brauchen vielleicht ein paar Prozent von allen, die es gelernt haben.

Kommentar von Nayes2020 ,

Nein eben nicht. der Satz des Phyt. ist ein elementarer Bestandteil der Geometrie und Aufbau sovieler weiterer Regeln. Cos./Sin usw. Ich kann garnicht soviel aufzählen was alles darauf aufbaut.

Den Satz des Phyt. Kann man im Alltag sehr oft gebrauchen. Sobald Geometrie eine Rolle spielt. Und die Welt besteht nunmal aus Formen

Kommentar von Nayes2020 ,

Bewerbungsgespräche muss jeder führen. Aber es ist nicht Aufgabe der Schule. Sondern z.b des Arbeitsamtes. Es gibt genug Workshops, Tipps, Literatur usw.

In Deutschland sind  Informationen in aller Regel kostenlos. Man muss nur sein Hintern hoch kriegen.

Außerdem gibt es sowas wie Arbeitslehre in der Schule.

Und ich sage ganz klar. wer nicht weiß wie der Satz des phyt. geht braucht sich einfach nicht für eine Stelle (außer vielleicht zum putzen) zu bewerben. da braucht er keine Bewerbungsgesprächtrainingsstunden.

Nullchecker bleiben Nullchecker.

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