Frage von Sylvestra, 166

Was ist EURER MEINUNG NACH "Sünde"?

Hallo Leute, für eine soziologisch-theologische Hausarbeit würden mich verschiedene Statements interessieren, was der einzelne von euch unter dem Begriff "Sünde" versteht.

Es geht mir weniger um theologische Konzepte, die kann ich selber nachlesen, sondern darum, was ihr ganz persönlich und aus eurem Lebensalltag heraus als "Sünde" empfindet (und ggf. was nicht). Danke schonmal!

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 49

Ich bin Buddhist und für mich gibt es das religiöse Konzept der "Sünde", im Sinne einer Übertretung göttlicher Gebote nicht, da ich auch nicht an einen Gott glaube.

Meiner Meinung nach gibt es lediglich "Fehlverhalten", mit dem man sich selbst, oder anderen Wesen, auf irgendeine Weise Leiden zufügt.

Wäre ich ein Raucher, würde ich mir selbst Leiden zufügen. Im Fall von Untreue würde ich auch meiner Partnerin Leiden zufügen.

Auch durch unkontrolliertes Konsumverhalten verursacht man anderen Wesen auf unterschiedliche Weise Leiden.

Das sind Beispiele von Fehlverhalten, die ich jedoch nicht als "Sünden" bezeichne.

Antwort
von RobinsonCruesoe, 29

Sünde ist für mich die Absonderung des Menschen von Gott. Dass der Mensch von Gott getrennt ist, bezeichnet gewissermaßen den Naturzustand des Menschen und wird in biblischer Terminologie durch die "Erbschuld" ausgedrückt: Von sich aus kann der Mensch keine Gemeinschaft mit Gott oder dem Göttlichen herstellen. Jeder Versuch, dies durch eigene Anstrengungen zu erreichen, verweist ihn nur wieder auf sich selbst zurück.

Für mich ist weniger das Konzept Sünde elektrisierend, sondern vielmehr der Glaube daran, dass Gemeinschaft mit Gott durch die Gnade Gottes möglich ist, eben die Vergebung der Sünde(n), mithin die Erlösung: Das Ende von allem eigenen Bemühen, über sich hinauswachsen zu wollen und sich selbst übertreffen zu müssen. Ruhe.

Antwort
von RobinsonCruesoe, 24

Sünde hat für mich nicht so sehr etwas mit individuellem Fehlverhalten zu tun, sondern mit einer existenziellen Grundausrichtung des Menschen. Für individuelle Fehler oder einzelne gute Vorsätze gibt es die Ethik, die niemals religiös begründet sein darf, sondern immer durch Vernunft.

Antwort
von nobytree2, 36

Wenn ich gegen etwas handele, was ich für gut empfinde, also mich gehen lasse und Hass, Wut und Zerstörung an anderen auslebe, meinen destruktiven Vernichungswillen nicht bremse, mich nicht beherrsche, sondern zur persönlichen Pseudo-Erleichterung freie Fahrt lasse. Das ist dasjenige, was ich als Sünde empfinde, wenn meine negativen Emotionen nicht kontrolliert werden, sondern andere schaden.

Sünde ist auch, wenn ich erkenne, dass etwas falsch ist, und ich diese Erkenntnis verdränge, mich belüge, mit mir selbst argumentiere, bis meine Erkenntnis benebelt ist, dass ich falsch von wahr nicht mehr unterscheiden kann, um befreiten Gewissens dasjenige zu tun, was mein Gewissen mir vergällen wollte.

Im Prinzip: Immer gegen das als wahr und gut erkannte zu handeln (subjektive Sünde).

Antwort
von Eselspur, 37

Wenn man weiß, etwas ist falsch und es trotzdem tut. 

Wenn wir zu wenig uns bemühen, zu wenig lieben.

Antwort
von rolfmengert, 14

"Sünde" ist für mich ein Konstrukt speziell der Priester, um Menschen in ein Schuldgefühl zu lancieren, so dass sie sich erlösungsbedürftig fühlen. Eben dies Gefühl ist für den Priester günstig, weil er dann seine Forderungen anbringen kann, um den Menschen von seinen Schuldgefühlen zu befreien. Er gewinnt dadurch Macht und Einfluss.

Man kann also sagen, dass durch die Konstruktion der Sünde ein Bedarf erzeugt wird, mit dem sich eine Berufsgruppe ihre Daseinsberechtigung sichert. 

Unabhängig davon gab und gibt es natürlich das gemeinschaftsschädigende Verhalten. Schon immer standen der Raub, die Tötung des Gruppenmitglieds oder die eigennützige Lüge auf der Liste der zutiefst abgelehnten und geächteten Verhaltensweisen. Aber die Sünde ist eine rein religiös eingeführte Größe, die die Schuldzusprechung gegenüber der Gottheit etabliert, die folglich besonders verwerflich ist und das "Seelenheil" des jetzt als Sünder deklarierten Menschen massiv in Frage stellt.

Somit kann ein nicht gläubiger Mensch auch nicht sündigen, er kann nur verwerfliche Taten begehen, die ihm die Ablehnung seiner Mitmenschen eintragen.

Antwort
von AliceVonKrolock, 6

Als nicht wirklich gläubige Christin ist Sünde für mich schlicht und einfach das, was anderen Lebewesen willentlich Schaden zufügt. Ob das nun ein Mord ist oder "nur" Diebstahl, man sündigt meiner Meinung nach gegen die Moral und sich selbst.

Antwort
von Kheber, 15

Hallo Sylvestra

Deine Frage kann ich DIr ganz schnell beantworten.
Alles, was gegen G'ttes Wort ist, das ist Sünde. Hier lassen sich etliche Seiten schreiben, doch ich möchte es DIr nicht unnötig schwer machen

Ich wünsche Dir alles alles Gute

Antwort
von XNightMoonX, 52

Da wir weder an Gott glauben, noch kirchlich Interesse haben, gibt es sowas wie Sünde in unserer Familie nicht. Man macht eben, was man macht. Hauptsache man hat Spaß am Leben. ;-) 

Straftaten etc. sind gesetzliche Widrigkeiten, mehr nicht.

Antwort
von Zicke52, 24

Im eigentlichen Sinn ist Sünde alles, was Vertreter der jeweiligen Religionen als solche erklären. Ein Nichtgläubiger hat also keine Sünden

Allerding wurde die "Sünde" im übertragenen Sinn in den allgemeinen Sprachgebrauch aufgenommen, als Symbol für alles, wozu einem das Herz rät, wovon die Vernunft aber abrät. Jeder versteht den Ausdruck "dieser Mann/diese Frau ist eine Sünde wert".

Oder "es wäre eine Sünde, diesen Kuchen nicht zu essen". Wenn ich ihn esse, kann es aber auch eine Sünde sein - eine Diätsünde. Manchmal entkommt man der Sünde eben nicht, wenn sowohl eine Handlung als auch ihr Gegenteil "Sünde" (im symbolischen Sinn) ist.

Im symbolischen Sinn sündige ich öfters.

Antwort
von blechkuebel, 59

Ich glaube nicht an Gott,  und dementsprechend hat das Wort Sünde keine religiöse Dimension für mich. Sünde ist für mich zu übersetzen mit "unmoralische Tat". Oder auch "Fehler", also wenn ich denke, dass es ein Fehler war, etwas zu tun (und ich das gewusst habe), dann ist es eine Sünde für mich. 

Sünden sind z.B.:
- sinnlose Gewalt, sinnlose Restriktionen (z.B. ist es für mich eine Sünde, dass in vielen Ländern Homosexualität unter Strafe steht), kriminelle Dinge wie klauen, Steuerhinterziehung usw.
- Menschen ausnutzen (wobei "ausnutzen" ja schwer zu definieren ist, aber z.B. für einen Hungerlohn anstellen)

aber auch Dinge, die in den persönlichen Bereich fallen, können Sünden sein. z.B. Aufschieberitis.

Antwort
von realsausi2, 29

Man kann "Sünde" nicht aus dem theologischen Kontext lössen. Denn nur dort ist sie angesiedelt.

Sünden sind Verstöße gegen einen theistisch intendierten Normenkatatalog. Diese Normen werden i.d.R. durch sogenannte "Propheten" von einer höheren Macht aufgestellt und dürfen nicht in Frage gestellt werden.

Nur wer sich einem solch dogmatischen System unterwirft, kann auch im Sinne des Regelwerks Sünden begehen.

Ich als Atheist bin komplett ohne Sünde, weil mir all solche Regelwerke obsolet sind.

Von menschlichen Gemeinschaften gemeinschaftlich verfasstes Recht, das in Gesetzen Niederschlag findet und diversen Kontrollgremien unterliegt, ist etwas völlig anderes. Verstöße gegen diese Normen sind keine Sünden, sondern Vergehen.

Das gilt es auseinander zu halten.

Kommentar von Abahatchi ,

endlich mal ein sinnvoller Beitrag von Dir....äh.. ich meine, endlich mal wieder bzw. immer noch.

Kommentar von Respawn618 ,

Ich als Atheist bin komplett ohne Sünde, weil mir all solche Regelwerke obsolet sind.

So isses.

Antwort
von Hdamngirl, 74

Im Alltag ja zb. Wenn man was in einem Laden klaut oder andere anlügt

Antwort
von DerBuddha, 29

sünde ist dass, was menschen aus ihrem weltbild, ihren moralischen vorstellungen und ihrer, meist intoleranz zu anderen dingen, als sünde betrachten.......sünde in diesem sinne gibt es also nicht, da es nur begriffe von menschen sind, um dinge betiteln oder einteilen zu können und wie schon geschrieben, dass geschieht dann immer nur aus deren gesichtspunkten, ist also realtiv..........:)

beispiel:

selbstbefriedigung ist im religiösen glauben eine sünde, in wahrheit jedoch völlig normal und sogar gesund................*g*

Antwort
von X3nox, 48

Ich bin Christ und denke dass Sünde alles ist, was wir tun und es danach bereuen. Also sozusagen im unbewussten tun!

Antwort
von nowka20, 16

Röm. 7,7
Was sollen wir nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde hätte ich nicht erkannt als nur durch Gesetz. Denn auch von der Begierde hätte ich nichts gewußt, wenn nicht das Gesetz gesagt hätte: "Du sollst nicht begehren

Röm. 3,20
Darum: aus Gesetzeswerken wird kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden; denn durch Gesetz Erkenntnis der Sünde

Antwort
von Augenwischer, 60

Ich gönne vielen Menschen nichts und wünsche mir oft, dass es ihnen schlecht geht. 

Kommentar von SafeG ,

Hast du Depressionen?

Kommentar von Augenwischer ,

Nö! Ich sehe es nur nicht ein, dass es manchen Leuten besser ergeht als mir, obwohl es die größten ... sind. Und trotzdem sehe ich ein, dass dieser Gedanke schlecht ist. 

Kommentar von SafeG ,

Ok das is einleuchtend

Antwort
von Bolonese, 18

Sünde ist für mich einfach alles was Sünde ist, als Christ sehe ich das automatisch so wie Gott es sieht, ich kann es ja nicht anders, auch wenn es nicht einfach ist alles immer zu befolgen, klar, das geht uns allen so :)

Antwort
von pauwal, 40

Eine Sünde ist für mich, wenn ich etwas tue, wovon ich weiß, dass es falsch ist. Ganz unabhäng, ob religiös oder weltlich...

Kommentar von DerBuddha ,

das wäre keine sünde sondern einfach nur dumm..........*g*

Kommentar von pauwal ,

dann scheint ja jeder "dumm" zu sein, denn du kannst mir nicht erzählen, dass es jemanden gibt, der nocht nie so gehandelt hat, wie ich es oben beschrieben habe...

Antwort
von najadann, 27

Mit sogenannten Sünden, profitierten in erster Linie die Päpste in Rom aus der Renaissancezeit.
Der Sünden-Ablass-Handel (von Sünden freikaufen) schwemmte den Päpsten in Rom aus ganz Europa beträchtliche Geldsummen in die Kasse.

Gesellschaften funktionieren durch Gesetzesvorschriften und Rechte, wo Fehlverhalten entsprechend geregelt wird. 


Sünden sind religiöser Humbug.

Hier im Forum kann man sehr gut beobachten wie heute immer noch sehr viele Menschen zu Sünden-Fragen sehr verunsichert sind. 
Speziell in der Islam-Ecke gibt es die verrücktesten Fragen.
Zähne putzen ohne Wasser bei Ramadan, Muslimin darf keine Banane essen in der Öffentlichkeit, ............

Homosexualität, Masturbation, usw, ....nichts weiter als verkorksten Moralvorstellungen, von naiven Religonen geprägt.

Antwort
von PasswortxD, 34

Für mich ist Sünde jeder Fehltritt gegen die 10 Gebote. (Ja, ich bin Christin... xD) Aber die größte Sünde ist für mich Gott zu vergessen oder gegen Jesus' Gebot: "Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst." zu verstoßen.

Ich weiß, das ist jetzt sehr theogloisch, aber es ist mein empfinden.

Kommentar von DerBuddha ,

1. sind die 10 gebote schon mal NICHt von einem märchengott, sondern uralte gebote, die das leben innerhalb eienr sippe, eines clans garantieren soltlen...........:)

2. sind die gebote nur RELATIV.......... denn es kommt immer auf verschiedene faktoren an, die dann für den betroffenen "sünde" wäre...........selbstbefriedigung z.b. ist KEINE sünde, sondern NATÜRLICH und gesund............ das gebot, dass man nicht stehlen soll, ist in vielen ländern keine sünde, sondern lebensnotwendig..........so kann man es ewig weiterführen...............selbst serienmörder haben ihren eigenen speziellen grund, für sie ist es keine sünde, sondern oft sogar eine von gott oder wem auch immer befohlene glaubenstat................:)

Antwort
von Internetzugriff, 58

Für religiöse Menschen sind Sünden dann Sünden, wenn man etwas tut, was im der jeweiligen Religion verboten ist.

Kommentar von Internetzugriff ,

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