Was ist eure Meinung zum Schulsystem?

... komplette Frage anzeigen

14 Antworten

Meine Meinung zum Bildungssystem ist mit den Jahren immer schlechter geworden.. Früher, als kleines Kind, hatte ich den Sinn des Lebens darin gesehen, immer wieder etwas neues zu lernen und sich anzueignen.. ^^

Naja, ab da an, habe ich viel in Sachen Schule erlebt und gerade das letzte Jahr war die Hölle (13. Klasse FOS in Bayern mit psychischen Störungen wie Sozialphobie und Depression).

- Man lernt so viel Zeug, dass man nie wieder braucht. Allein schon in Mathe.. all das was man in der FOS in Mathe gelernt hat, braucht man so gut wie nie. Bei einem Thema hatten wir unseren Lehrer gefragt, wo man dieses Wissen braucht und er hat uns einmal fürs Studium gesagt und dann nur noch einen einzigen Beruf nennen können, in dem man das wissen muss.

- So vieles wird nicht gelernt. Vor paar Jahren ging ein Facebook-Post in den Medien umher, in der ein Mädchen auf dem Gymnasium schrieb, dass sie in mehreren Sprachen ein Gedicht interpretieren kann, aber keine Ahnung von einer Steuererklärung hat. Ja! Man lernt so viel, aber das wichtigste nicht. Wie überlebt man nach der Schule? Man weiß nichts über Verträge, über Kredite auch nur wenig, was macht man bei speziellen Problemen wie einem Rohrbruch in der Wohnung, wie macht man eine Steuererklärung?
Ich wünschte mir auch, dass in der Schule mehr über psychische Störungen und Behinderungen aufgeklärt wird. Ich kenne mich damit gut aus, weil ich selbst von dem ersten betroffen bin und zu beiden Themen in meinem Zweig (Sozialer Zweig mit dem Fach Pädagogik/Psychologie) etwas gelernt habe. Dennoch ist das meiste Wissen nur aus der eigenen Erfahrung und dem Internet entstanden. Tag täglich liest man hier Fragen zu psychischen Störungen. Jugendliche sind hilflos und wissen nicht, wohin sie sich wenden sollen. DAS kann man mal in der Schule thematisieren. Man kann erreichen, dass psychische Störungen und Behinderungen kein Tabu-Thema in der Gesellschaft mehr sind!

- Das Notensystem.. das letzte Jahr war die Hölle.. ich hatte zu viel Stress und habe mich immer angestrengt, aber die Noten sind deutlich schlechter geworden. Ab der 7. Klasse oder so wurden meine Noten immer besser und ich hatte die 12. Klasse mit einem 2,0 - Schnitt abgeschlossen. In der 13. Klasse hatte ich dann 2,7 oder so. Immer noch okay, aber das war ich nicht gewöhnt.. Allein die Seminararbeit hat mich so geschlaucht.. Ich habe mich echt angestrengt, viel daran gearbeitet. Die Lehrer hatten Probeseiten von mir gelesen und wussten mein Thema.. dann habe ich für so viel Arbeit und Energie, was ich da rein gesteckt habe, eine vier gekriegt.. wow, ich war enttäuscht. Sie haben so viel über meine Arbeit gewusst und zu den größten Kritikpunkten hat gehört, dass mein Beispiel für das Thema nicht gut war. Sie wussten aber schon zu Anfang, dass ich das Beispiel nehme und hatten mir das abgesegnet. Man hat von den Lehrern null Hilfe bekommen.. aber für diese Seminarfach hat man ein eigenes Fach - wozu, wenn man nur sinnlos rumsitzt und keine Hilfe bekommt? Die Seminararbeit macht man, weil man das als Probe für das Studium sieht und nicht, weil man die ahnungslosen Schüler schon da etwas auswischen will (ist nicht nur meine Meinung, sondern die von vielen in meiner alten Klasse).

Man wird nur nach Noten bewertet.. und gerade in der Oberstufe hat man Notenpunkte (von 0 - 15).. dann ist eine 2 nicht mehr eine 2, sondern man weiß genau, ob das jetzt eine 2+ oder 2- ist. Das erhöht den Druck.. Man ist selbst mit einer eins nicht mehr zufrieden, weil man bei 13 Punkten genau weiß "es wäre noch besser (15 Punkte) gegangen".

Bei uns wurde mal ein 1A Referat gehalten und die Person hat nur eine zwei gekriegt.. Die Begründung der Lehrerin "Eine eins vergebe ich nur dann, wenn ich der Meinung bin, dass ich selbst das nicht besser machen hätte können" Ernsthaft? Wir sind Schüler! Müssen wir genauso gute Leistungen abliefern wie eine Lehrerin? Das steigert die Motivation sehr..
Auch bei Chemie/Biologie-Abfragen (bei uns wurde in jeder Bio/Chemie-Stunde abgefragt! und das bei einem sehr strengen Lehrer vorne an der Tafel...).. auch bei den Abfragen gab es kaum eine eins.. Ich hatte oftmals wirklich gut alels erklärt und wusste bis auf die letzte harte Frage alles.. selbst meine Mitschüler hätten mir da locker eine eins gegeben (haben sie gesagt) und ich habe nur eine zwei gekriegt.. Der Lehrer stellt am Ende eine Denkfrage, die wir so auch noch nicht im Unterricht behandelt haben.. die wissen die Schüler oftmals gar nicht. Nach solchen Maßstäben wird man bewertet, super.

Also im Endeffekt: Man wird nur nach Noten bewertet, man muss nur Leistungen bringen und mit einer psychischen Erkrankung ist man echt hilflos. Man will diese Schwäche nicht zugeben und auch nicht den Lehrern sagen.. Es ist immer noch ein Tabuthema. Mit einem gebrochenen Arm sieht jeder dass du nichts tragen kannst und drückt dir nichts schweres in die Hand. Mit einer psychischen Störung sieht das keiner und dir wird trotzdem die Last des Lebens aufgetragen..

Und dann muss man sich von der Psychologie-Lehrerin (!) Kritik anhören. Ich bin für Kritik schon zu haben, aber wegen meiner Vorgeschichte muss man Kritik bei mir immer behutsam verpacken.. die meinte auf alle Fälle, dass ich ja Probleme bei Referaten habe und wir uns mal treffen können, und uns darüber unterhalten könnten. Klingt doch erstmal gut ja? Was sie nicht weiß: Ich habe schon mehrere Stunden in der Therapie über dieses Problem und die Angst vor Referaten geredet und schon da habe ich Lösungsvorschläge gesammelt, wie ich die Angst vermindern kann. Als ob mir das nicht auffällt, dass ich Angst vor Referaten habe.. Dann meinte die Lehrerin auf alle Fälle noch, was ich denn arbeiten möchte? Und sie hat mir geraten, dass ich nicht in einen Beruf gehe, in dem ich viel reden muss, weil ich das ja nicht hinkriege. Nein.. danke für den Rat. Ich wäre natürlich sofort auf die Idee gekommen und hätte mir einen Beruf ausgesucht, in dem ich viel reden muss, weil das ja meine Stärke ist.
Naja.. kommt hier sicherlich nicht so rüber, aber sie hat mit der Wortwahl und ihrer Mimik und den Ton ihrer Stimme diese Kritik nicht behutsam rübergebracht. Sie hat mich sehr verletzt und ich war fast den Tränen nahe.. Das alles, obwohl sie Psychologie-Lehrerin ist.

Dann bei einer Gruppenarbeit in Sozialkunde/Geschichte wurde ich zum Gruppenchef ernannt.. Super.. Ich kann kaum reden und habe totale Probleme zu sagen, wo es lang geht. Da war ich schon geknickt, überfordert und verzweifelt. Ja, das auf alle Fälle noch hingekriegt. Bei der nächsten Gruppenarbeit beim gleichen Lehrer, hat er mich wieder als Gruppenchef ernannt -.- Alle anderen mussten es nicht zweimal machen, ich schon. Er will immer, dass man über seinen Schatten springt. Ja, super.. für psychisch labile ist das ein großer Schatten. Das hat mir gereicht und ich bin erstmal weinend aus dem Klassenzimmer gerannt..

Ich habe mich vor dem allem nicht gedrückt.. ich habe alle Referate gehalten, hatte nur einen Nachmittag in der Schule gefehlt, habe die Gruppenarbeiten mitgemacht etc. Es war alles nur sehr hart :/

Und ja, die Lehrer wussten nichts von meinen psychischen Problemen und können das auch nicht riechen.. aber dennoch: Für psychische Störungen ist in der Schule kein Platz und auch nicht für Introvertierte. Bei Referaten heißt es, dass man deutlich und laut reden muss.. dass man aus sich herauskommen soll. Und man kriegt dann eine gute mündliche Note, wenn man sich oft meldet. Als Introvertierter verhält man sich aber da bisschen anders.. auch da wird in der Schule nicht Rücksicht genommen :/ Da wird gesagt "du kannst nicht aus dir herauskommen", anstatt zu akzeptieren, dass die Persönlichkeit des Menschen halt so ist :/

LG.. sorry, musste Dampf ablassen. Ich habe mir oft gedacht, warum ich dieses Jahr noch gemacht habe :/ Das hat mir leider gar nicht gut getan, weil ich echt lang sogar Burnout-Symptome hatte.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von JanfoxDE
17.09.2016, 22:12

Man kann erreichen, dass psychische Störungen und Behinderungen kein Tabu-Thema in der Gesellschaft mehr sind!

Das versuchen die gerade... irgendwie.

Ich hab in Kunst folgende Aufgabe: Mache eine Collage (das heißt, nur Auschneiden... wow...) über Behinderte im Verkehr. (dann noch viele Einschränkungen, wie man das Plakat gestalten kann) und alle Beispielsplakate waren (wenn wir mal die schlechten Collage-Artsystle nicht noch dazubewerten) schlecht. Die Autos haben die (behinderte)Leute überfahren...

(...)und mit einer psychischen Erkrankung ist man echt hilflos. Man will diese Schwäche nicht zugeben und auch nicht den Lehrern sagen.

v/ Richtig.

Hmm. Ich bin Einzelgänger (beispielswiese würde ich gerne so wenig sprechen wie möglich - gar nicht) 

Und die Zeichen eines Burnouts sind auch langsam immer mehr zutreffend, oder verwechsele ich hier eine Depressionen?

Ich habe mal hier meine Erfahrungen und Meinungen geschrieben:

https://www.gutefrage.net/frage/findet-ihr-dass-die-schule-noch-genug-lehren?foundIn=list-answers-by-user#answer-219792771

https://www.gutefrage.net/frage/was-ist-eure-meinung-zum-schulsystem?foundIn=list-answers-by-user#answer-222036396

https://www.gutefrage.net/frage/wo-finde-ich-noch-menschlichkeit/2

0

Positiv am deutschen Schulsystem ist folgendes:

Man kann auch nach der Hauptschule noch ein Abitur anstreben. Und wenn man etwas Glück hat mit der Schule und den Lehrern, bekommt man einiges an Allgemeinwissen. Es gibt Praktika und man wird darauf vorbereitet, Bewerbungen usw zu schreiben.

Allerdings gibt es weitaus mehr verbesserungswürdige Punkte:

Man sollte die Schulsysteme vereinheitlichen (ich kenne nur das System in Nrw). Des weiteren ist eine Trennung nach der 4. Klasse nicht sinnvoll - Man kann zwar später noch zu einer anderen Schulform wechseln, aber dabei lässt man dann Freunde zurück und seien wir mal ehrlich: Niemand ist gerne "der Neue" - also warum nicht den Kindern mehr Zeit lassen bis es sich besser rauskristallisiert?

Lehrer haben zu viel Bestimmungsrecht. Natürlich sollten sie Schülern, die sich nicht benehmen können Strafen geben - aber keine Kollektivstrafen! Das ist nicht fair und säht Zwietracht. Die Strafen sind wenn dann zu lasch. Meistens wird nur gedroht und wenn der Schüler die Strafaufgabe nicht macht, wird mit Eltern gedroht - Es braucht nicht lange bis die Schüler merken, dass das keine echten Strafen sind. Bei den Dingen die sich einige Lehrer erlauben, könnte man denken man hat Unterricht bei Professor Umbridge aus Harry Potter! Eine Lehrerin meinte doch tatsächlich sie hätte das Recht uns das Trinken zu verbieten - egal wie warm. Bedauerlich dass
keiner von uns dehydriert umgekippt ist! Dann gibt es noch die Geschichten von Sportlehrern, die Mädchen zwingen wollen Tampons zu nutzen, damit sie mitschwimmen können. Es sollte strengere Richtlinien geben und entsprechende Konsequenzen für solche Aktionen von Lehrern!

Außerdem finde ich Unterrichtskontrollen sollten immer unangekündigt stattfinden: In meiner Schule war erst vor einigen Monaten die Qualitätsanalyse, die vorher groß angekündigt wurde, sodass die Lehrer uns vorher sagen konnten, was wir in den Stunden machen, damit wir auch
ja gut mitarbeiten können. Die Stunden waren ganz und gar anders als sonst, vollkommen geschauspielert und nicht repräsentativ für den Schulalltag.

Weiterhin sollte man keine unnützen Vertretungsstunden geben, wo dann eh nur Ecken-Rechnen oder Hangman gespielt oder ein Film geguckt wird. Auch EVA (Eigen-verantwortliches-Arbeiten) in der Oberstufe ist kompletter Schwachsinn, da kaum jemand in diesen Stunden die Aufgaben erledigt und sowieso keine Arbeitsatmosphäre herrscht. Warum müssen wir in der Schule sitzen, obwohl wir dort nicht arbeiten können und dürfen nicht nach Hause gehen? Vermutlich, weil die Statistik der ausgefallenen Stunden dann ziemlich schlecht aussieht...

G8 sollte wieder abgeschafft werden. Außerdem sollte kontrolliert werden, wofür die Schule Gelder einsetzt und ob das tatsächlich Sinn macht. Auch die Lehrpläne könnten besser sein - nicht unbedingt in Fächern wie Biologie, aber in den Gesellschaftswissenschaften. Es sollte mehr Platz sein für aktuelle Themen (vielleicht sollten auch die Schüler dabei mitentscheiden)!

Die Richtlinien für die Fächerwahl sind nicht optimal, es wird einem viel zu viel aufgezwungen. Du musst unbedingt dies und das machen - obwohl du von vornherein weißt du wirst dich durchquälen, weil du einfach schlecht in Naturwissenschaften (/...) bist.

Sportunterricht ist natürlich wichtig - zumindest der Sport-teil, aber warum ein paar Wochen Volleyball, dann Fußball, dann Ausdauer? Wäre es nicht besser, wenn man sich für zwei Sportarten entscheidet und diese dann tatsächlich lernt und nicht nur so macht, dass die Sportler ihre eins kriegen und die Unsportlichen die Basics mäßig können? So hätte jeder die Chance in Sport eine gute Note zu bekommen ohne in seiner Freizeit sich damit zu beschäftigen. (Zumal Sportlehrer eine Vorliebe dafür haben sich nur die Guten anzugucken anstatt denen, dies offensichtlich nicht können zu helfen...)

Jetzt noch ein paar persönliche Kritikpunkte: Schule ist blöd, wenn man introvertiert ist. In jeder Klasse und jedem Kurs wirst du ein paar extrovertierte Leute haben gegen die du nicht ankommst und du wirst mündlich schlecht sein und dir die Noten in sämtlichen Fächern versauen. Man müsste diesbezüglich mehr auf die individuellen Schüler eingehen, ich weiß, das ist extrem schwierig, aber auch notwendig.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich finde, dass die ganzen Schulsysteme (oder die gesamte Bildungspolitik) schonmal grundsätzlich völlig daneben sind. Es sollte ein Schulsystem für ganz Deutschland geben. Das ist doch viel besser für alle. Wenn Familien z.B. umziehen ist es heute äußerst schwer wieder in den Schulalltag zurückzufinden. Dieses Problem wäre so gelöst. Außerdem wenn man mit anderen Schülern aus anderen Bundesländern redet, dann weiß ich nicht mal von was die reden, weil deren Schulsystem so anders ist. Diese 16 System sind einfach der völlig falsche Weg. 

Man muss aus den besten Schulsystemen heute und mit Lehrervertretungen und Schülervertretungen demokratisch an einem neuen Schulsystem arbeiten. Dieses muss vor allem flexibler auf neue Inhalte und Erkenntnisse reagieren können und den Unterricht modernen gestalten, damit beim Schüler Interesse geweckt wird. Diese Overheadprojektor oder wie die Dinger heißen sind der größte Mist und die Lehrer haben absolut keine Ahnung von Beamern oder Computern bei uns. Das ist einfach peinlich. Alles sollte etwas technischer werden und zukunftsweisender werden. Aber mit Technik waren wir in Deutschland schon immer hinterher. 

Allgemein finde ich, dass die Eltern oder man selber sich nicht nach der vierten Klasse entscheiden muss, ob man nun 12/13 Jahre in die Schule geht oder 10 Jahre. Das sollte man erst aber der 8. oder 9. Klasse entscheiden können, weil man da schon besser weiß in welche Richtung man später mal gehen möchte und man kann ab da dann z.B. für das Abitur tiefer in die Materie eindringen für die letzten paar Jahre. 

Die Schulen an sich sollten auch demokratischer werden. Im Moment ist es eher ein autoritäres diktatorisches System, wie ein Überbleibsel aus dem alten Preußen oder ähnliches. Da ist der Fortschritt irgendwie stehengeblieben. 

Ich habe hier jetzt mal kurze Anhaltspunkte zu meiner Denkweise gegeben und es gibt sicher noch viel mehr zusagen aber das sollte erst mal grob ausreichen. ;)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von don2016
18.09.2016, 13:20

@randomhuman...bin zwar kein Kenner der Materie, aber deine Vorschläge hören sich vernünftig an, vor allem auch wenn auf Bundesebene alles einheitlich wäre; das ist schon fast so, wie Staaten im Staat (eigentlich kein Zeichen für eine Einheit im eigenen Land); liebe Grüße zum (nicht mehr) so sonnigen Sonntag

1

Ich habe in Bayern mein Abitur gemacht (G8) und muss sagen, dass kaum ein Tag meiner Schulzeit vergangen ist, an dem ich mich nicht über das Schulsystem aufgeregt habe. Obwohl ich zum Glück einer der Schüler war, der nie Probleme mit schlechten Noten hatte, hat mich die Schule doch in vieler Hinsicht stark eingeschränkt. In der Unter- und Mittelstufe war es mir wenigstens nach halbwegs möglich, meinen Hobbys nachzugehen. Doch spätestens ab der Oberstufe war dies fast kaum mehr machbar. Wenn man fast jeden Tag um 6 Uhr außer Haus geht und Abends um 18 Uhr heimkommt (und dann ja noch Hausaufgabe + Lernen vor sich hat) bleibt einfach nicht viel Zeit für andere Dinge. Dabei finde ich gerade wenn man jung ist, ist es doch wichtig seine Freiheiten zu haben, sich mit Freunden zu treffen, in einem Verein Mitglied sein, Sport machen und so weiter. Dass ist meiner Meinung nach wesentlich wichtiger für die Entwicklung junger Menschen, als nur vor Büchern zu hocken. Natürlich ist es notwenig ein bestimmtes Wissen zu vermitteln, aber irgendwann geht es einfach zu weit und man wird so mit Wissen überschüttet, dass man es gar nicht mehr richtig aufnehmen kann und spätestens nach der Prüfung eh wieder alles vergessen hat. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von MrAskMe
18.09.2016, 19:14

Kann ich absolut nachvollziehen.
Die einen werden sagen: Das Leben ist halt kein Wunschkonzert, die anderen:
Das System ist das was uns krank macht.

0

Unser Bildungssystem hat Stärken und Schwächen. 

Ich hab mich von einem Hauptschulabschluss bis zum Fach-Abitur, welches ich grade mache, hocharbeiten können, das ist in anderen Ländern nicht so einfach. Unser Bildungssystem bietet viele Möglichkeiten und Fachrichtungen wenn man nicht vom allgemeinen Abitur oder so ausgeht, da ist alles sehr genormt. Mittlerweile ist sogar das Fach-Abitur genormt in den ganzen Fächern aber man kann wenigstens sich sein "Fach" aussuchen. 

Allgemeinbildung ist ganz klar wichtig: Deutsch, Mathe, Englisch, Politik, Geschichte, Geographie, ... sind nicht ganz falsch. Ich denke mal das sich die Leute die diese Inhalte wählen sich schon was dabei denken. Meiner Meinung nach fehlen einige Dinge die vielleicht als Wahlpflichtfächer oder AGs angeboten werden.

Was ich eher Skeptisch sehe ist das die Bewertung genormt ist, denn wir sind nicht alle gleich und wir lernen nicht alle gleich. Ich kann mir vielleicht alle 17 Kinder vom Ludwig dem 14 merken und das sogar mit Namen, Geburtsdatum und Todesdatum, weil es mich vielleicht interessiert, ich kann auch eine 2 Stündige PowerPoint Präsentation darüber halten. Ein Anderer kann eher Biologie und den Aufbau von Zellen erklären weil er es interessant findet und es sich merken kann. Ich hab kein Kopf dafür aber ich muss es können, weil das irgendwelche Leute über 50 so wollen. Ich kann nicht für meine individuelle Leistung benotet werden weil ich irgendwas erfüllen muss. Ich sehe das Problematisch. Es macht Sinn das alle das gleiche lernen sollen (Im Grundsatz) aber die Leistung kann nun einmal nicht gleich sein. 

Im Schulsystem fehlen mir aber auch die Praktischen arbeiten, das hatte ich bis auf den Fach Schulen ansonsten kaum erlebt, die Möglichkeit zu sagen "wir wollen kein Test schreiben, wir wollen was anderes machen um eine Note zu bekommen". 

Allgemein gesehen finde ich das wir in dem Lehrplan zu wenig Zeit haben um alles zu lernen, zu verinnerlichen. Es geht oft einfach viel zu schnell und es heißt zu oft "das müsst ihr aber können" und man merkt oft das es nicht so ist. 

LG Roky

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Unsere Älteste geht seit letztem Schuljahr auf eine Waldorfschule. Ich weiß, nicht jede Waldorfschule ist gleich und, ja, es kommen bestimmt wieder völlig unqualifizierte Kommentare. 

Wir sind sehr zufrieden, es wird nicht nur stur gepaukt, sondern der Stoff wird aus anderer Perspektive beleuchtet, so, dass Kinder ihn gerne lernen können. Und durch unterschiedliche AGs und individuellen Unterricht werden die Stärken von Anfang an gefördert.

Dieses System ist ein großer Schritt in die richtige Richtung, schade nur, dass es nicht für alle erschwinglich ist.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Mehr schlecht als recht. Hat man keine einflussreichen/wohlhabende Eltern sondern ist ein Nichts oder gar "anders" als andere Schüler, hat man schon verschissen. Es genügt oftmals ein Lehrer der dir eine negative Note unfairerweise gibt damit du sitzenbleibst und deine Bildungskarriere und dein weiteres Leben ins wanken kommt. Wäre ich mal Bildungsminister würde ich alles sofort ändern :) .

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Man lernt so viel scheizze und wird so unnötig unter Druck gesetzt.. come on wir lernen grad Frisbee werfen in Sport, blöcke zeichnen in Kunst und kräfte in physik. Alter hört auf und lasst uns leben hahaha :D

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von highbae
17.09.2016, 22:48

aber man braucht ja einen guten abschluss um weiterhin ein tolles Leben zu führen. "sinn des lebens"

2

Ich halte nichts gutes vom Schulsystem.

Anfangs hatte ich noch irgendwo ne' Hoffnung, aber schon da hat man mir Unrecht getan (man hat mich 4 Jahre auf einer Sonderschule gesteckt, 3 3/5 Jahre Hauptschule und nun circa 9. Monate Realschule )

Und es wird immer furchtbarer und furchtbarer.

Ich habe immer mehr Wut auf diese ganzen Leute. Sei es die Lehrer oder irgendeine Staatliche Behörde, die dafür sorgt, das ich zur >dieser< Schule und >diesem< Schulsystem ein Sklave bin, ich kann nämlich nicht fliehen. Etwa die hälfte meiner Freizeit wird "gestohlen" und nur ein sehr kleiner Teil wird ersetzt durch nützliches Wissen, der Rest bleibt genommen. Diesen, den ich nützlichere Dinge widmen könnte, beispielsweise meine Fähigkeiten zum Zeichnen zum verbessern.

Ich habe mich schon öfters mit Schule Gedanklich und auch per Beitrag auf Gutefrage.net beschäftigt:

Neueste:

https://www.gutefrage.net/frage/findet-ihr-dass-die-schule-noch-genug-lehren?foundIn=list-answers-by-user#answer-219792771 (zweite Antwort, also meine, wie Gutefrage es anzeigt) 

2. Neuest:

https://www.gutefrage.net/frage/wo-finde-ich-noch-menschlichkeit/2 (2. Antwort, also meine... wie gutefrage es anzeigt)


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich finde unser Schulsystem super, ich weiß gar nicht was alle immer haben. Bei uns hat zum beispiel jeder die Chance ein Abitur zu machen, sogar wenn man auf der Hauptschule war. 

Außerdem können deine Stärken erst gefördert werden, wenn du weißt was deine Stärken sind!

Bei mir war es so: 1.-6. Klasse hatten alle den selben Unterricht und dann konnte man zwischen sozi, Wirtschaft und Technik wählen. Und dann in der 11. Klasse auf der Fos wieder, also bei mir wurden die Stärken einwandfrei gefördert. Und Facher wie Religion, Geschichte, Erdkunde ist Allgemeinwissen.

lg Agnes

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von TheTrueSherlock
17.09.2016, 21:35

Ja, der erste Punkt finde ich auch super.
War auch auf der FOS :)
Aber naja.. zum Rest, du kannst ja mal meine Antwort überfliegen ^^ Vielleicht kannst du dann nachvollziehen, warum man es nicht ganz so gut findet.

0

Die Stärken werden gefördert. Allerdings erst später Richtung Oberstufe, wenn du irgendwann LKs und so hast. Es gehört zur Schulbildung dazu, das System in Frage zu stellen, das nennt man Meinungsbildung und wird ca in Klasse 8 begonnen und soll von Lehrern begünstigt werden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich persönlich fand den Schulunterricht während meiner Schulzeit größtenteils voll langweilig.

Gründe dafür waren -->

- Unterricht zu theoretisch, kein / kaum Praxisbezug

- Die Frage "Wozu kann ich das verwenden ?" blieb nahezu immer unangesprochen bzw. wenn wir diese Frage stellten, dann kam da nichts sinnvolles bei heraus.

Allerdings war die Schule, wo ich mein Abitur nachgeholt hatte, echt zum kotz*

- Informatikunterricht wurde nach dem 1-ten Halbjahr der 11-ten Klasse komplett und ersatzlos gestrichen.

- Kein Kunstunterricht

- Kein Musikunterricht

- Kein Werkunterricht

- Im Chemieunterricht wurde überhaupt nichts praktisches gemacht

- Überhaupt kein Unterrichtsfach mit Praxisbezug, außer dem Sportunterricht, wo wir aber auch nicht selber entscheiden durften was gemacht wird.

- Keinerlei Angebote außerhalb der  regulären Unterrichtszeit

Da war die Realschule, wo ich war bevor ich mein Abi nachholte, in der Hinsicht viel besser.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich mag das deutsche Schulsystem überhaupt nicht.
Es fördert weder die Schwachen noch die Starken, presst nur darauf den Stoff so schnell wie möglich in die Gehirne der Schüler zu bekommen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

veraltetes schulsytem aber was will man erwarten von leuten wo über 50+ sind. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Abc123defgh
17.09.2016, 21:13

Man bräuchte echt mal Reformen. Deutschland ist so ein reiches Land, aber die Bildung wird einfach wie ein lästiges Laster vernachlässigt. Selbst unsere Lehrer nervt das schon.

2