Was ist eure Meinung zu Gerechtigkeit?

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5 Antworten

Da ist mir fast alles zu allgemein ausgedrückt. "Sinn des Lebens" für wen? Für das Leben? Welches Bewusstsein hat LEBEN, dass es einen Sinn zuweisen könnte? Leben allerding bezeichnen wir als eine Realität vielfältiger Vernetzung und Interaktion der einzelnen Träger. Auch wenn der Löwe eine Gazelle schlägt und das Rudel sie frisst, ist das ein ganzes Bündel von Interaktionen, wenn auch mit unterschiedlichen Rollen. Aber Gerechtigkeit spielt dabei keine. Du wechselst unversehens die Kategorie, ohne es wohl zu bemerken. Denn Gerechtigkeit ist ein Wertbegriff bei zwischenmenschlichem Verhalten. Ursprünglich, ob im Alten Testament oder den Gesetzen des Hammurabi oder den Polisgesetzen der alten Griechen galt sie nur innerhalb sehr begrenzter Gruppen und nicht leichtfertig verallgemeinert im grandiosen Überschwang des Idealismus. Dieser aufgeblähte Allgemeinbegriff, den jeder gern zu seinem Recht und seiner politischen Ideologie beschwört aber selbst nicht gegenüber anderen umsetzt ist ein Popanz, verkommen zu einem politischen Schlagwort.

Epikur hat interessanterweise gesagt, dass es zum gelingenden Leben in einer Gemeinschaft gehört, "gerecht zu sein", und zwar einer gegenüber dem anderen, sich selbst eingeschlossen. Da fällt dieses unbestimmt Aufgeblähte und man ist selbst gefordert. Verhälst Du Dich anderen gegenüber gerecht? Oder lässt Du mal hier oder da auch den kleinen Betrug zu, die kleine üble Nachrede, die Dich selbst in ein gutes Licht rückt usw.. Das ist doch die Verlogenheit dieser verbreiteten Beliebigkeitsideologie: Es ist immer ein Schlupfloch da, das kleine, eigene ungerechte Verhalten abzunicken, gegenüber der kleinen eigenen Vorteilnahme gnädig zu sein oder sie aus Gewohnheit erst gar nicht mehr wahrzunehmen. Grün wählen, eine "sozialistische Gesinnung" vor sich hertragen und billig bei Lieferando De bestellen und dann online den Billigurlaub in der Dominikanischen Republik zu buchen. Ja, da ist es der böse Kapitalismus, der die Arbeitsplätze vernichtet, nicht ich, wenn ich mein Taschengeld maximiere, auch wenn im Nebeneffekt dabei Arbeitsplätze "gespart" werden. Wie gesagt, den meisten Gerechtigkeitsfans fällt das gar nicht mehr auf.

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Kommentar von SiehDa24
23.04.2017, 11:01

Sehr interessant! Das Bewusstsein ist es nicht, was den Sinn eines Gegenstandes oder Phänomens schafft. Wenn man aber nach einem solchen Sinn sucht, verwendet man automatisch seine eigene Logik, ja, sein eigenes Bewusstsein. 

Abgesehen davon, dass es im für uns Absurden gar keinen Sinn gibt, vorausgesetzt, wir können so darüber reden, da dieses Absurde überhaupt mit dem Zustand des Seins arbeitet, was ja eigentlich nicht sein kann, da es schließlich das Absurde ist. So können wir also beherzt davon ausgehen, dass wir zumindest gegen Nichts des Absurden verstoßen können, sondern nur dazu in der Lage sind, das Ganze zu ergänzen, wenn wir denken. 

Also denke ich und frage: Ist das gelingende Leben in einer Gesellschaft nicht der Sinn des Lebens?! Erst durch die Interaktion zweier Subjekte werden diese zu Objekten und damit relevant. Diese Relevanz steigert sich mit der Interaktion. Mit einer Relevanz geht eine Wichtigkeit einher und diese Wichtigkeit bedeutet, dass es nicht egal ist, was passiert. Folglich gibt es einen Wunsch an die weitere Entwicklung, also einen Sinn. 

Der Sinn des Körpers ist - etwas zum Vergleich abgestumpft - das Leben. Der Sinn des Lebens ist eine Stufe höher, das Umfeld dieses Lebens, welches mit ihm interagiert. Die alles entscheidende Frage ist, was dann der Sinn unserer Logik ist, denn bislang war der Sinn immer durch die Interaktion begründet. 

(Daher stellt sich die Frage, mit was unsere Logik interagieren kann. Mit ihrem Gegenstück, dem Absurden? Wahrscheinlich! Demnach wäre unsere Logik sinnlos, wenn es nicht auch das Absurde gäbe. Und das gibt es, sobald es eine Logik, ein Bewusstsein, gibt. Demnach würde das Bewusstsein keinen Sinn zuweisen, dafür aber unterstützen.)

Um wieder zurück zur Gerechtigkeit zu gelangen: Eine anhaltende Interaktion als Sinn des Lebens würde also bedeuten, dass keine Seite irgendwann versagt. Es bedarf also eines Gleichgewichts.

Bitte um Antwort ;D

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Erst einmal müsste man klären, was man unter "Gerechtigkeit" überhaupt verstehen will.

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Gerechtigkeit wurde von uns Menschen geschaffen und wird über deine persönlichen moralischen Ansichten geprägt, welche wiederum von der Gesellschaft in der du lebst und deinem privaten Umfeld geprägt. Du kannst z.B eine ganz andere Vorstellung von Gerechtigkeit haben als ich. Und ja, wenn du der Meinung bist dass der Sinn des Lebens darin liegt zu leben und es zu genießen oder so zu leben wie du willst (was ich persönlich glaube), dann kannst du theoretisch einen f*ck auf Gerechtigkeit geben und nur machen was du willst und für richtig hälst. Allerdings solltest du im Hinterkopf behalten wie die Welt wäre, wenn das jeder tun würde. Jemand findet das Auto schön das du dir gekauft hast und nimmt es sich, weil er es haben will. Für dich wäre das ungerecht, du hast ja dafür gearbeitet. Ihm ist es egal, weil für ihn der Sinn des Lebens ist, möglichst viel Spaß zu haben, egal wie es anderen dabei geht. Willst du so Leben? Wie immer musst du dir einen eigenen Weg suchen zu leben. Fazit: Ja Gerechtigkeit wäre nach deiner Ansicht vom Sinn des Lebens unwichtig für dich persönlich, aber du wirst so behandelt werden wie du andere behandelst.

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Gerechtigkeit ist ein beliebter, gleichwohl problematischer Begriff, weil sich schlecht eindeutig definieren läßt, was Gerechtigkeit ist. Solche Begriffe gibt es viele, schön zum Fabulieren, aber ohne Nährwert. 

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Gerechtigkeit ist leider kein Grundprinzip des Universums, das Universum ist vollkommen gleichgültig.

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Kommentar von SiehDa24
23.04.2017, 11:04

Warum gleich des Universums? Wieso nicht einfach der Welt? Und warum gleich Grundprinzip? Wieso nicht einfach Prinzip, Sinn, Wunsch?

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