Was ist er Unterschiede beim Reiten mit Gebiss und Gebisslos?

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Gebissloser Zaum 100%
Knotenhalfter 0%

8 Antworten

Man probiert normal nicht einfach aus, sondern wählt mit Bedacht das, dessen Einwirkung man im jeweiligen Moment benötigt.

Gebisslose Trensen gibt es nicht, kann es nicht geben, denn die Trense ist das Gebiss. Der Zaum, in den man Gebisse der Bauart Trense einhängen kann, heißt eben wegen seiner Eignung dafür Trensenzaum - im Gegensatz zum Kappzaum, dem Kandarenzaum und vielen anderen Zäumen, die teilweise das Wort "Zaum" im Namen führen oder eben auch nicht (Sidepull heißt Sidepull und ist in dem Fall keine ignorante Abkürzung für Sidepullzaum). komisch eigentlich, dass keiner zum Kappzaum "Kapp" sagt, aber alle zum Trensenzaum "Trense" sagen. Haben wir in der heutigen Gesellschaft keine Zeit mehr für diese eine Silbe?

Wenn man weiß, welche Zäumung wie einwirkt, kann man auswählen, welche grade zum Ausbildungsstand von Pferd und Reiter passt und welche Wirkung man braucht, um nichts zu verschlechtern sondern immer weiter zu verbessern. Wenn man das nicht kann, lässt man sich am besten von seinem Trainer beraten, denn von der Ferne könnte man vielleicht theoretisch die Wirkungsweise erklären, aber man weiß nicht, an welchem Punkt das Paar grade ist und was ihm grade gut tut.

Knotenhalfter mit seitlichen Ringen ... nur, weil Du erwähnst, dass unter anderem ein Knotenhalter vorliegt ... ist übrigens eher Käse. Ich weiß nicht, wer drauf kam, aber am Knotenhalfter kann ich nicht seitwärts einwirken ohne das Pferd durch ungenaues Gezerre zu verärgern, entsprechend ist es besser, wenn ich gar nicht erst verführt werde. Also muss einem bewusst sein, dass die Zügel immer in die Schlinge des Diamantknotens gehören, auch wenn irgendein Ahnungsloser sich irgendwann mal gedacht hat "da mach ich Ringe hin, dann kann ich damit auch reiten" ... leider wurde das vom Markt direkt aufgegriffen.

Mit Knotenhalfter darf man somit nur dann reiten, wenn das Pferd ohne Anlehnung permanent in korrekter Traghaltung läuft und man per Neckreining oder gar nur über Sitz und Schenkel zu stellen und zu biegen weiß. Ansonsten läuft das Pferd in schädlicher Art und Weise, was wir ja hoffentlich alle nicht wollen.

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Gebissloser Zaum

Ich reite oft und gerne mit einem Sidepull, für mich das Nicht-Gebiss der Wahl. Allerdings mit einem sehr weichen Sidepull, mit dem man auf Dauerkontakt reiten kann und an dem sich das Pferd anlehnen kann. 

Mit dem Knotenhalfter reitet man nur einhändig am langen Zügel über Neckreining. Das Knotenhalfter ist sehr scharf weil es nur wenig auflagefläche hat, daher gibt man damit nur minimale Impulse. Und lenken kann man damit auch nicht, es verzieht bei einseitigem Zug nur den Zaum und das ganze kann u.U. ins Auge gehen (wortwörtlich). Wenn dein Pferd immer am langen Zügel brav und zuverlässig geht und die Zügel nur benötigst um das Pferd zum Nachgeben im Genick zu bewegen und nicht zum lenken oder bremsen, dann geht ein Knoti. Aber sonst nicht und so weit sind einfach die wenigsten Reiter 

welchen Gebisslosen Zaum hast du denn zur Verfügung gestellt bekommen? Je nachdem welcher es ist, wirkt er auch anders. 

Das LG und sämtliche Nachahmungen davon sind äußerst scharf und wirken wie eine Kandare. Wer nicht mit normaler Kandare reiten kann, der sollte es auch mit LG nicht tun. 

Das BitlessBridle ist für viele Pferde sehr unklar, da es bei Zügelzug links den Kopf von rechts drückt (soll dann nach links bewegt werden. Der Zügel schiebt den Kopf quasi). Da viele Pferde aber auf Druck mit Gegendruck antworten und diese EInwirkung oft sehr schwammig und verspätet ankommt mögen ihn viele Pferde nicht. Außerdem läuft der Zügel über das Genick und viele Pferde mögen Druck im Genick nicht (außerdem sind da viele Akupunkturpunkte). 

Die mech. Hackamore wirkt wie das LG, s.o.

Das Bosal oder die normale Hackamore werden - wie das Knotenhalfter auch - nur einhändig und am langen Zügel geführt. Der Nasenriemen ist oft sehr hart und wirkt damit wirklich punktuell ein. Das ist nur was für sehr gute Reiter die zügelunabhängig reiten können und denen das Pferd auch zuhört. 

Daher mein Mittel der Wahl: Das Sidepull. Mit einem weichen und breiten Sidepull kann man auf Dauerkontakt reiten und das Pferd kann sich anlehnen. Diese Schnur-Sidepulls mit einer dünnen Schnur vorne dran sind sehr, sehr scharf und fallen unter die Rubrik (Bosal & Co). Wenn du bei deinem Pferd öfter mal anziehen musst vorne, dann sollte der Zaum einen Backenriemen haben, damit nichts ins Auge rutscht. Ich hatte das nicht, ziehe aber auch nicht seitlich an. Muss man selbst wissen und einschätzen. Bei steifen und harten Nasenteilen kannst du ebenfalls und Bosal & Co gucken. 

Wichtig ist einfach zu wissen, dass sich das Pferd dem gebisslosen Zaum nicht entziehen kann. Viele Reiter wissen gar nicht wie viel Druck sich das Pferd mit Gebiss selbst rausnimmt indem es die Zunge drüberlegt oder das Gebiss festhält. Die meinen, sie haben eine gute Reiterhand, dabei verpuffert das Pferd die grobe Hand nur selbst. Mit dem gebisslosen geht das nicht, das Pferd kann sich nicht wehren. Daher muss man sein Pferd sehr gut kennen und sofort erkennen, wenn etwas zu viel ist. 

Es ist essentiell, dass der Zaum korrekt verschnallt wird. Der Nasenriemen gehört zwei Finger unter das Jochbein, nicht höher und nicht tiefer. Wenn er zu tief liegt läufst du Gefahr das Nasenbein zu brechen. Liegt er zu hoch wirkt er falsch ein und drückt auf Nervenknoten, die Kopfschmerzen verursachen können. 

Im Gelände hast du u.U. gebisslos ein kleines Problem, denn die StVO verbietet gebissloses Reiten auf Straßen. Wenn du nur über Feldwege usw reitest und die Versicherung hat gebissloses Reiten eingeschlossen (!) dann mag das noch ok sein. Wenn du an der Straße entlang musst oder eine überquerst verstößt du gegen das Gesetz und wenn etwas passiert übernimmt das keine Versicherung, weder deine noch die des Pferdes. Und dann stehst du schnell mit 500.000€ Arzt- und Tierarztkosten da wenn das Pferd ins Auto rennt. 

Bei solchen Sachen kombiniere ich Gebiss und Gebisslos. Ich habe mir für ein paar Euro enen Zaum gemacht, welcher so klein und schmal ist, dass ich ihn unter das Sidepull legen kann. Dann reite ich eben mit zwei Zügeln, habe ich kein Problem mit. Die Gebisszügel liegen dann meist über der Galerie oder der Vorderzwiesel des sattels, in der Hand hab ich die vom Sidepull. Oder ich lasse die Gebisszügel wie bei der Kandarenführung zwischen Mittel- und Ringfinger hindurch laufen und den Sidepullzügle normal zwischen Ringfinger und kleinem Finger. Oder beide normal und den Gebisszügel länger. 

Mit der Methode kannst du dein Pferd im Maul weitestgehend in Ruhe lassen, hast deinen gebisslosen Zaum dran, bist StVO-gerecht unterwegs und zur Not hast du eine Notbremse dabei. 

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Kommentar von Kiwi543
31.01.2016, 10:39

eine Super Antwort Danke 😊

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Kommentar von GWIFACH
03.02.2016, 10:30

Die div. Zäumungsarten wurde hier recht gut erläutert. Allerdings braucht ein Pferd -im Gegensatz zu einigen wenigen Dressurübungen- auch im Gelände keine Anlehnung an die Zäumung, vielmehr einen freien Hals am lockeren Zügel, um selbst auf Geländeunebenheiten achten und sich ausbalancieren zu können.

Beim Knotenhalfter ist durchaus seitliche Einwirkung möglich - leider ist die Anpassung vielen Anwendern nicht geläufig, was schon beim häufig fehlerhaften Verschlussknoten ersichtlich wird. Wichtig auch zu wissen, dass ein Knotenhalfter keine Sollbruchstelle hat und somit niemals zum Anbinden verwendet werden darf.

In den Ausführungen falsch ist, dass die StVO gebissfreie Zäumungen auf der Straße verbieten würde - nachzulesen in  § 28
Außerdem gilt die StVO auch auf Feldwegen ;-)

Langjährige Recherchen unserer Gruppenmitglieder (FB-Gruppe simply fair / gebisslos reiten)  ergaben, dass es keinen einzigen Fall gab, bei dem rein aufgrund gebissloser Zäumung ein negatives Urteil gefällt wurde, weil andere Begleitumstände wesentlich wichtiger für die Beurteilung waren - trotzdem versuchen immer wieder Leute aus eigenen nur für sie selbst geltenden Ängsten heraus, zwischen den Zeilen des Gesetzes etwas zu lesen, was da definitiv nicht steht und merken gar nicht, dass sie sich bzw. anderen Reitern durch Verbreitung solchen Unsinns selber schaden, indem sie evlt. Entscheidungsträgern in den Mund legen, worauf diese gar nicht selbst gekommen wären. Und je mehr solche Vermutungen in Umlauf gebracht werden, desto mehr wird verdrängt was tatsächlich im Gesetz steht !  Auch gibt es jede Menge Fälle in denen Versicherungen trotz gebissfreier Zäumung gezahlt haben - keinen einzigen bislang jedoch, wo dies abgelehnt worden wäre!

Ein Gebiss hat bereits durch die bloße Anwesenheit als Fremdkörper bereits "Einwirkung" - auch ohne jeglichen Zügelzug. Besser also, das Pferd auf eine Zäumungsart samt zugehörigen feinsten Hilfen zu konditionieren, damit es weiß, welche Reaktion im Fall x erwünscht ist und es nicht durch übereinander gebastelte Zäumungen mit unterschiedlichen Wirkungsweisen zu verunsichern.

Wer im übrigen ein Gebiss als Notbremse erachtet, saß vermutlich noch nie auf einem durchgehenden Pferd ;-)  Denn Durchgehen ist Panikverhalten bei dem das Pferd den kompletten Halsbereich versteift und selbst mit einem Messer im Maul nicht stoppbar wäre.

In einem solchen Fall hilft neben Ruhe bewahren ausschließlich im Vorfeld eine fundierte Ausbildung bei der auch das Reagieren auf Stimme mit trainiert wird - infolgedessen dann beruhigendes Einreden und im passenden Moment ein sog. One-Rein-Stop per Kopf auf eine Seite rübernehmen um die Vorwärtsbewegung zu stoppen, sobald der Halsbereich etwas lockerer wurde. Durch Impuls-Zügelzug auf einer Seite kann der richtig Zeitpunkt von erfahrenen Reitern leicht festgestelltt werden.

Pferde sind zwar Fluchttiere - regelmäßig an div. seltsame Dinge im Gelände gewöhnt besteht jedoch kaum noch Grund zur Flucht. Weit wichtiger ist für die Tiere der Herdentrieb, beieinander bleiben zu wollen - dies wird bei div. Befürchtungen gerne vergessen ;-)




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Grundlegender Unterschied ist, dass beim gebisslosen Reiten vorrangig die sog. Signalreitweise angewandt wird, d.h. ohne dauernde Einwirkung mittels Spannung am Zügel, da dauerhafter Druck auf der Nase abstumpft bzw. unangenehm fürs Pferd ist.

Je nach Zäumungsart wird einhändig das sog. Neckreinig praktiziert oder es ist z.B. beim Sidepull auch beidseitiger Zügeleinsatz möglich - jedoch immer nur zur kurzfristigen Korrektur der Biegung.  Egal welche der zahlreichen Zäumungvarianten -> macht euch bitte vor Anwendung mit der Wirkungsweise und Anpassung vertraut - am besten mit einem entsprechenden Trainer, der darin Erfahrung hat.

Grundlage ist - wie beim Reiten mit Gebiss eigentlich auch - dass das Pferd nicht nur per Zügel gelenkt wird, sondern auf die Körperhilfen fein reagiert. Auch sollte nicht dauernd die Zäumung gewechselt werden - wenn ihr eine gefunden habt, die für euch passt, dann bleibt bei dieser.

Zahlreiche Tipps bekommst du von über 10.000 Mitgliedern der Seite https://www.facebook.com/groups/simplyfair.reiten/ die gebissfrei in allen Varianten rund ums Pferd erfahren sind.  Dort sind auch Infos zu finden, was alles zu beachten ist und welche Regeln wirklich gelten - nicht was jemand vermutet/meint/befürchtet ;-) 

Denn dass die StVO das gebissfreie Reiten auf Straßen verbieten würde ist z.b. definitiv falsch - wird aber von FN-Mitgliedern -mangels echter langjähriger Eigenerfahrung im gebissfreien Pferdeumgang- gerne zwischen die Zeilen interpretiert um ihre "war schon immer so"-Gebissnutzung nicht infrage stellen zu müssen.  Der entsprechende Paragraph 28 fordert in der Tat ausreichende Einwirkung, deren Basis in erster Linie eine fundierte Ausbildung ergänzt mit zur Ausbildung zugelassener Zäumung ist - und dazu gehören sämtliche Reit-Zäume, auch gebissfreie. Nahezu alle Versicherungen machen daher keinerlei Einschränkungen zur Zäumungsart. Lediglich führen mit Halfter auf der Straße wird als fahrlässig angesehen, da es für Einwirkung zu locker sitzt und wie der Name schon sagt, als Stallhalter mit Sollbruchstellen und nicht als Zäumung konstruiert ist.

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Ich reite meine Reitbeteiligung nach Horsemanship nur mit Knotenhalfter! Und auch nur im Gelände. Am Anfang kannst du Trense und Knotenhalfter anziehen und nur die Zügel vom Knotenhalfter benutzen. Wenn es zu einer Situation kommt, wo sie ohne Gebiss nicht reagiert, kannst du die anderen Zügel von der Trense nehmen und mit Gebiss weitermachen. So habe ich angefangen und es super geklappt! Ich hoffe, dass ich dir helfen kann :)

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Was ist es denn für eine Gebisslose Zäumung? Mit Knotenhalfter kannst du nicht auf Anlehnung Reiten, damit kannst du nur Impulse geben da es sonst schnell Scharf wirkt!

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Weder noch - du solltest dir einen Trainer holen, der dir die verschiedenen Wirkweisen erklärt und euch berät, was sinnvoll ist und was nicht. 

Knotenhalfter solltest du aber völlig weglassen, das ist sehr scharf und zugleich schwammig, weil es stark rutscht, sobald du mit den Zügeln arbeitest. 

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Ich enthalte mich hier der Abstimmung - möchte dir bzw. der Pferdehalterin nur dringend ans Herz legen, euch bzgl. der Haftpflicht- bzw. Fremdreiterversicherung (die hoffentlich vorhanden ist) gründlich zu informieren. Sollte nämlich ein Unfall passieren - was trotz größter Sorgfalt geschehen kann - verweigern viele Versicherungen bei gebissloser Zäumung die Kostenübernahme. Erst recht, wenn man ins Gelände reitet. Darüber solltet ihr unbedingt vorher sprechen.

Ich wünsche dir und deiner RB allzeit viel unfallfreie Freude und Harmonie miteinander...

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Ich enthalte mich ebenfalls - und weise dich lediglich darauf hin, dass du fragst, welche gebisslose Zäumung du nehmen sollst - ohne überhaupt zu wissen, was für Unterschiede es zur normalen Trense gibt. Reite nie mit Ausrüstung, deren Zweck und Wirkungsweise du nicht verstehst.

Informiere dich zuerst und triff dann eine Entscheidung. 

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Kommentar von Kiwi543
31.01.2016, 09:27

eine meiner Fragen sind was die Unterschiede sind aber trotzdem danke

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Kommentar von Kiwi543
01.02.2016, 06:24

Ja Oke Wenn du es so Formulierst Dann Stimme ich dir Zu und möchte mich Nocheinmal Entschuldigen

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