Frage von Tomi123007, 29

Was ist eine vertragstheorie?

Hallo,

Ich muss in der Berufsschule ein Referat über die Vertragstheorie halten. Ich habe schon im Internet dazu gesucht aber es werden mir immer hauptsächlich irgendwelche historischen verstorbenen Männer als Ergebnis ausgegeben und ich verstehe nicht was diese mit der vertragstheorie zu tun haben

Das liegt wohl daran dass ich nicht verstehe: was ist eine Vertragstheorie

Ich hoffe jemand kennt sich aus und kann es mir erklären

Ich bin erst 17 Jahre alt und hoffe jemand kann es verständlich erklären.

Vielen Dank

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Antwort
von berkersheim, 28

Unter Vertragstheorie versteht man eine Theorie, in welchem Ausmaß ein geordnetes gesellschaftliches Zusammenleben in einem Staat auf gemeinsamer Übereinstimmung über Grundwerte und Grundgesetze beruht, die wie eine Art Gesellschaftsvertrag aufgefasst werden können. Die erste ausführliche Formulierung dazu stammt von Epikur und ist später ab der Renaissance wieder aufgegriffen worden, speziell von Rousseau, Hobbes und den französischen wie englischen Aufklärern. Dazu kannst Du auch mal "Gesellschaftsvertrag" googeln.

Genau besehen und speziell aus dem Blickwinkel von Juristen ist jede Gesellschaft ein Geflecht von Verträgen, von gegenseitigen Abmachungen auf freiwilliger Basis. Entfällt die freiwillige Basis, sprechen wir von Erpressung, Gewalt, Zwang. Gesellschaftlich ist möglich, dass Mehrheiten Regelungen vereinbaren, die für Minderheiten nicht zustimmungsfähig sind. Wer einmal in einer juristischen Bibliothek über die Meter von Regalen geschaut hat, die allein das aktuell geltende Recht vom Grundgesetz bis zum Erbrecht fassen, dem geht auf, wie sehr unser Zusammenleben von Rechtsbeziehungen, letztlich von Verträgen geprägt ist. Wer den Führerschein macht, ein Auto kauft und den Verkehr verunsichert tritt (meist ohne, dass ihm das bewusst ist) in die vertraglichen Verpflichtungen des umfassenden Verkehrsrechts ein. Die Gemeinden oder Städte halten dann für ihn noch weitere Verträge bereit, denen er mit Nutzung seines Autos zustimmt, wie z.B. Regelungen zum Parken oder wo und wie er sein Auto waschen darf.

Dass ein Bürger automatisch z.B. mit Führerschein und Erwerb eines Autos in solche vertraglichen Rechtsverhältnisse eintritt ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein, wird bereits von Epikur in der Antike angesprochen, wenn auch nicht gerade für Autos. Diesbezüglich ist die epikureische Grundauffassung des Gesellschaftsvertrags noch heute gültig.

Kommentar von Tomi123007 ,

vielen Dank für diese sehr hilfreiche Antwort Sie konnten mir das Thema etwas näher bringen

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