Was ist eine literatur?

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6 Antworten

Literatur: (lat.), Schrifttum; im´ weiteren Sinne  eine Gesamtheit von Schriften jeder Art, z.B. die jurist. oder medizin.  Literatur ( wissenschaftliche L.) , die Literatur über den Straßenbau (Fach-L.) , die Literatur über Goethes Werke (Sekundär-L.), oder die "Groschenhefte" (Schund-L.), i.e.S.  die Schöne Literatur(Belletristik), die dichterischen Sprachkunstwerke; auch die Unterhaltungs-L.(Trivial-L.).  Das Feld der Schönen-L. kann verschieden aufgeteilt werden, z.B. nach Epochen, nach Völkern( Nationalliteratur) oder nach Gattungen.  Von L. spricht man nur, wenn Sprachkunstwerke schriftlich fixiert sind; mündlich tradierte Werke gehören zwar zur Dichtung, ursprünglich aber nicht zur L.


Erklärung aus einem Bertelsmann- Lexikon

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Kommentar von Thelema
30.12.2015, 17:31

Altes Lexikon, oder ist Bertelsmann nicht up to date? Oder soll das kleine Wörtchen "ursprünglich" den sachlichen Rettungsanker darstellen?

Den letzten Satz würde man so wohl heute nicht mehr formulieren; etymologisch stimmt das zwar ("Literatur" kommt von lateinisch littera = Buchstabe), da aber immer das sprachliche Kunstwerk ("ursprünglich", mittlerweile ist ja jede Art von Text darunter gefasst) gemeint ist und auch schon immer war, ist man inzwischen (aber auch schon seit einigen Jahrzehnten ...) dazu übergegangen, jede Art von Erzählung etc. darunter zu fassen, egal in welchem Medium sie tradiert wird. Entsprechend spricht man auch in der Literaturwissenschaft und der Kulturanthropologie von "oraler Literatur", die in Nicht-Schriftkulturen im wesentlichen den Platz einnimmt, den tatsächlich in Buchstaben gefasste Literatur bei uns hat. Entsprechend sind beispielsweise die Märchen, die die Gebrüder Grimm gesammelt haben, natürlich auch vor der Verschriftlichung  vorhanden und in der Funktion von "Literatur" (hier im engeren Sinne) wirksam.

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Auszug aus Wikipedia zum Begriff Literatur:

Literatur ist seit dem 19. Jahrhundert der Bereich aller mündlich (etwa durch Vers­formen und Rhythmus) oder schriftlich fixierten sprachlichen Zeugnisse.

Literatur ist also all das, was geschrieben oder z. B. als Gedicht oder Lied mündlich überliefert wurde.

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Die Gesamtheit der veröffentlichten literarischen Werke.

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nur Literatur, ohne "eine"

"Das Wort Literatur ist eine erst in der Frühmoderne in Mode kommende Ableitung des lateinischen littera, der „Buchstabe“. Der Plural litterae
gewann bereits in der Antike eigene Bedeutungen als „Geschriebenes“,
„Dokumente“, „Briefe“, „Gelehrsamkeit“, „Wissenschaft(en)“. Im Französischen und Englischen blieb diese Bedeutung erhalten in lettres und letters als Synonym für „Wissenschaften“.

Das heutige Sprechen von Literatur entwickelte sich auf einem Umweg
über das Deutsche und seine Äquivalente für die französische Wortfügung „belles lettres“.
Im Laufe des 17. Jahrhunderts setzte sich die französische
Wortkombination für einen neuen Bereich eleganter Bücher auf dem
europäischen Markt durch. Die zeitgenössische deutsche Übersetzung war
hierfür „galante Wissenschaften“, was dem Publikumsanspruch Rechnung
trug wie dem modischen Geschmack: Leser beiderlei Geschlechts lasen
diese Ware und bestanden darauf, dass sie eine ganze eigene Wissenschaft
benötigte, keine akademische pedantische. Als mit dem frühen 18.
Jahrhundert das Wort galant
in Kritik geriet, setzte sich ein Sprechen von „schönen Wissenschaften“
durch, das im späten 18. Jahrhundert an Tragfähigkeit verlor, da es
hier zunehmend um Poesie und Romane ging, eine unwissenschaftliche
Materie. Das Sprechen von „schöner Literatur“ erlaubte es schließlich
das engere im weiteren Begriffsfeld zu benennen. Man sprach ab Mitte des
18. Jahrhunderts von „Literatur“ mit der Option, jeweilige Schwerpunkte
legen zu können. Mit dem Adjektiv „schöne“ wurde das Zentrum
bezeichnet, das Literatur im engeren Sinn wurde. Je klarer das Zentrum
definiert wurde, desto entbehrlicher wurde im 20. Jahrhundert die
weitere Verwendung des Adjektivs.

Aus dem Wort „belles lettres“ ging im deutschen Buchhandel das Wort „Belletristik“
hervor, das heute eine Nachbarstellung einnimmt. Der Buchhandel führte
die Verengung des Literaturbegriffs auf Dichtung der Nation, wie sie im
19. Jahrhundert geschah, am Ende nicht durch. Für Verlage ist der
internationale Markt unterhaltender Titel ein unverzichtbares
Geschäftsfeld. Man kann innerhalb der Belletristik ein kleineres Feld
der Klassiker der Literatur abgrenzen und dieses wiederum international
sortieren.

Das Wort Literatur hat seine zentrale Bedeutung in
Literaturgeschichten, Literaturzeitschriften, in der Literaturkritik und
Literaturtheorie. In all diesen Bereichen geht es deutlich darum,
Kontroversen über Literatur zu erzeugen. Mit der Belletristik wird im
Deutschen eher ein unkontroverses, uneingeschränktes Feld ohne eigene
Geschichte beibehalten. Es gibt bezeichnenderweise keine
„Belletristikgeschichte“, keine „Belletristikkritik“ und keine
nationalen „Belletristiken“, dafür jedoch „Literaturgeschichte“, und
„Literaturkritik“ wie „Nationalliteraturen“"

Viel mehr darüber findest du bei Wikipedia

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Literatur

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Kommentar von MatthiasHerz
29.12.2015, 17:12

Sehr hübsch zitiert (-:

Um dieses wunderbar ausformulierte Deutsch voller "Fachbegriffe" verstehen zu können, brauchst aber noch reichlich Literatur :P

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je nach Zusammenhang: alles Geschriebene; nur das hochwertig Geschriebene; nur das wissenschaftlich Geschriebene; gedruckte Noten

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Literatur ist ein Gattungsbegriff.

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