Frage von DerChacker, 139

Was ist eine Kraft?

Im physikalischen Sinn. Ich meine ich kann eine Kraft nicht anders erklären, als zu sagen es wirkt eine Kraft, die bewirkt dass...

Doch was genau ist denn nun eine Kraft? Woher kommt sie, aus was besteht sie? Was versorgt sie mit Energie, bzw. braucht sie zum wirken überhaupt Energie?

Messbar ist sie im Grunde genommen auch nicht, denn was wir messen können in Newton usw. sind ja im Grunde nur Auswirkungen, Begleiterscheinungen, Resultate.

In meinen Augen ist eine Kraft ein unsichtbarer Platzhalter für ich sage mal Gott, also etwas was der Mensch nicht erklären kann.

Letztendlich wissen wir über Kräfte doch nichts, außer dass sie da sind und wir Ihre (Aus)wirkung  messen können

Oder?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Ottavio, 35

Ich denke, dass Du Recht hast. Ich kann Deine Frage nicht wirklich beantworten. Wenn der Stein, den ich loslasse, herunterfällt, macht es keinen großen Unterschied, ob ich sage, die Ursache sei die Schwerkraft, oder die Ursache sei Gottes Wille. Beides ist nur ein Name für eine Größe, deren Wesen nicht kenne.

Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik, der letztlich identisch ist mit dem stochastischen Gesetz der Großen Zahl, sagt aus, dass alle Energie das "Bestreben" hat, sich gleichmäßig im Raum zu verteilen. Energie ist letztlich die Substanz, aus der die Welt besteht. Ich würde Kraft erklären als einen energiereichen Zustand  in Verbindung mit diesem "Bestreben".

Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik mag für Physiker eine Sache der Beobachtung sein, aber das beinhaltet ja noch keine Begründung. Die kann das Gesetz der Großen Zahl liefern: Wenn ein Kleinkind sein Spielzeug nur oft genug hin und ´her wirft, verteilt es sich gleichmäßig im Raum. Auch das ist eine Sache der Beobachtung und nicht wirklich ein mathematischer Beweis.

Wie sagte Professor Dombrowski in seiner Stochastik-Vorlesung ? Glaube, Liebe, Hoffnung ...

Kommentar von weckmannu ,

Die Thermodynamik ist ein völlig anderes Gebiet und macht keine direkten Aussagen über die Kräfte. Die in einem Akku gespeicherte Energie z.b. hat nur wenig mit Kraft zu tun, während dein Smartphone die Vorräte allmählich 'verbraucht'.

Kommentar von Ottavio ,

Ehre den Physikern, sie wissen so viel! Meine Mutter war Physikerin, mein Vater war Physiker, ich bin's nicht, das gebe ich ja zu. Mathematiker, ja, Lehrer der Philosophie, ja, aber Physiker eben nicht. Ich weiß nur, dass ich nichts weiß ...

DerChacker hat die Fähigkeit, eine Frage zu stellen, die scheinbar geklärt ist, weil so viel Aussagen über die Oberfläche gemacht werden können, die in Wirklichkeit aber noch völlig ungeklärt ist, weil wir des Pudels Kern nicht kennen. Das qualifiziert ihn zu philosophischem Denken.

Ein Smartphone habe ich nicht. Aber ich weiß, dass die in einem Akku gespeicherte Energie einem Elektromotor die "Kraft" verleiht, ein Gewicht hochzuziehen (E=sF) oder ein Bootsmodell über den See zu treiben (E=mb). Dieser Zusammenhang mag dem einen wenig, dem anderen aber viel bedeuten.

Den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik interpretiere ich verallgemeinert so: Alle Energie hat das "Bestreben", sich gleichmäßig im Raum zu verteilen, bis sie sich endgültig in Wärme verwandelt hat und gleichmäßig im Weltall  Grad Kelvin herrschtverteilt hat (in dem dann eine gleichmäßige Temperatur von 2). Das leitet sich ab aus dem mathematischen Gesetz der Großen Zahl. 

Im Kleinen heißt das: Unterschiedliche Energiepotentiale haben das "Bestreben", sich anzugleichen. Man könnte keine Dampfmaschine betreiben, wenn im Wasserkessel dieselbe Temperatur herrschte wie in seiner Umgebung. Direkt oder nicht, diese Erkenntnis ist aussagereich zum Thema Kraft.

Wenn ich viele verschiedene Einzelerscheinungen kenne, insofern ich sie beschreiben und berechnen kann, habe ich das Wesen dessen doch noch nicht erkannt, was sie vorgeblich oder tatsächlich zu einer Gesamterscheinung macht. Danach muss ich suchen, und manchmal bin ich versucht zu behaupten, ich hätte es gefunden. Ich argwöhne allerdings, dass die Physiker, die das tun im Hinblick auf "Kraft" etwas voreilig sind.

Antwort
von gfntom, 44

Messbar ist sie im Grunde genommen auch nicht, denn was wir messen
können in Newton usw. sind ja im Grunde nur Auswirkungen,
Begleiterscheinungen, Resultate. 

Das gilt für (fast?) alle physikalischen Größen und ist sozusagen das Grundprinzip der Physik: der kausale Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung.

Letztendlich wissen wir über Kräfte doch nichts, außer dass sie da sind und wir Ihre (Aus)wirkung  messen können

Blödsinn. Wir können Sie theoretisch genau so erfassen, wie sie praktisch auftreten. Wir können sie korrekt berechnen und vorhersagen. Wir würden nicht in Flugzeugen fliegen, in Schiffen fahren oder in Häusern wohnen, wenn das nicht so wäre. Wir könnten keine beweglichen Maschinen erdenken, konstruieren und bauen, wenn du recht hättest - wir wären allain darauf angewiesen, dass "zufällig" in einer bestimmten Konstellation etwas Nützliches für uns entsteht.

Es ist ja manchmal ganz nett,  vor sich hin zu philosophieren, ein wenig Grundverständnis für Physiksollte man aber schon haben, wenn man hier zu Themen aus dem Bereich schreibt:

Es ist ja nicht falsch, eigene Ideen zu haben und diese auch weiterzuspinnen. Aber die eigenen Hirngespinste und Gedanken ungeprüft und unhinterfragt als Fakten darzustellen ist schon sehr dreist!

Antwort
von Grautvornix16, 21

Hi, natürlich arbeiten wir nur mit Beschreibungen: Energie ist die Fähigkeit Arbeit zu verrrichten und Arbeit ist Kraft mal Weg. Daraus entsteht Leistung als Kraft mal Weg durch Zeit.

Somit kann man sagen, dass Kraft der Ausdruck eines Wirkungsvermögens resultierend aus einem energetischen Potential ist.

Ein energetisches Potentiel ist wiederum eine (Potential-) Differenz. Der Begriff der Spannung (Volt) ist m.E. ein gutes Beispiel.

Kraft entsteht letztlich also aus einem Potentialgefälle also einer (Energie-) Differenz zweier Ereignisse oder Zustande die zu einer Ausgleichsreaktion führen.

Kraft wäre letzlich also ein Wirkungsimpuls, der aus eine Potentialdifferenz von zwei Zuständen entsteht, die zueinander in einem energetischen Austauschzusammenhang stehen.

Die Frage die übrig bleibt wäre dann nicht "was ist Kraft" sondern warum genau diese Zustände oder Ereignisse miteinander in einem Wirkungsverhältnis stehen und nicht mit anderen. Das würde dann auch den Kraftbegriff klären. - Also z. B. was ist "Gravitation" oder "Strom", etc. pp. ... 

Kommentar von Grautvornix16 ,

Ansonsten beschreibst du nur ein Problem, das so alt ist wie die Philosophie - nämlich, dass der Begriff nicht das "Ding an sich" ist sondern eben nur eine "Vorstellung".

Antwort
von grtgrt, 30

Man könnte sagen:

Unter Kraft (ebenso wie unter Druck) versteht man ein Energiepotential, welches darauf drängt, sich zu entladen (also Zustandsänderung zu bewirken).

Kraft unterscheidet sich von Druck nur dadurch, dass sie eine bestimmte Richtung hat. Druck dagegen wirkt gleich stark in alle Richtungen.

Energie ist die Möglichkeit, auf Zustandveränderung hinzuwirken.

Antwort
von dompfeifer, 28

Kraft ist ein grundlegender Begriff in der Physik. In der klassischen Physik versteht man darunter eine Einwirkung, die einen festgehaltenen Körper verformen und einen beweglichen Körper beschleunigen kann. Die Kraftwirkung bedarf keiner Energie. 

Expertenantwort
von Hamburger02, Community-Experte für Physik, 38

In der klassischen Physik versteht man unter Kraft eine Einwirkung, die einen festgehaltenen Körper verformen und einen beweglichen Körper beschleunigen kann.

In meinen Augen ist eine Kraft ein unsichtbarer Platzhalter für ich sage mal Gott, also etwas was der Mensch nicht erklären kann.

Ja wunderbar. Damit ist dann dieser Gott mit den Naturgesetzen berechenbar. Schon seit Jahrtausenden wird Gott als Lückenbüßer überall verantwortlich gemacht für das, was man sich nicht erklären kann. Früher machte er sogar noch Blitz und Donner persönlich, heute wissen wir es besser. Ein solcher Lückenbüßergott ist einfach nur ein armes Würstchen, der immer kleiner wird, je mehr die Wissenschaft erklräen kann, weil die Lücke des unerklärlichen dadurch immer kleiner wird. Tröstlich bei diesem Gedanken ist, dass dieser Lückenbüßergott eines Tages ganz verschwinden wird, spätestens dann, wenn man auf anderen Planeten Leben entdeckt oder wenn die Entstehung des Lebens erklärt werden kann.

Kommentar von DerChacker ,

Das ist schön philosophiert, aber keine Antwort auf meine Frage

Kommentar von Hamburger02 ,

Der erste Satz ist die korrekte Antworet aus Sicht der Physik.

Messbar ist sie im Grunde genommen auch nicht, denn was wir messen können in Newton usw. sind ja im Grunde nur Auswirkungen, Begleiterscheinungen, Resultate. 

Die Wirklichkeit kann immer nur dadurch festgestellt werden, in dem man Wirkungen misst. Das liegt in der Natur der Sache und ist auch sehr erfolgreich, wie die Wissenschaft beweist.
Hierin unterscheidet sich Wissenschaft auch völlig von Religion und Glauben, denn dort wird eine Wirklichkeit behauptet, von der man bislang nicht eine einzige Wirkung objektiv feststellen konnte.


Antwort
von weckmannu, 9

Anstelle der 'hilfreichsten' Erklärung gibt es durchaus mehr zu sagen, was die Physik über Kräfte weiß:Mein weiß bei vielen Kräften, unter welchen Bedingungen sie auftreten, wie stark sie sind und in welcher Richtung sie wirken. Man kann dafür genaue Formeln angeben, die das Kraftfeld beschreiben.Beispiel die Gravitation, es gilt kugelsymmetrisch für die Kraft zwischen zwei Massen:K = g*m¹*m²/r²

Die Wirkung dieser Kraft wird durch die Newton'schen Gesetze der Trägheit und der Beschleunigung beschrieben.Ähnliche Formeln gelten auch für elektrostatische Kräfte.Man kann also nicht sagen, dass man über Kräfte nichts wüßte, auch wenn mit den Formeln noch nicht das Wesen der Kraft beschrieben ist. Man kennt aber ihre Wirkung. Mehr will die Physik auch gar nicht erreichen.

Kommentar von DerChacker ,

Das Wesen interessiert mich aber, alles andere ist langweilig, da wir ihre Wirkung wie gesagt kennen

Kommentar von weckmannu ,

Die Physik beschreibt die Wirkung. Aussagen über das Wesen machen Philosophie oder Esoteriker. Ob das wirklich interessant ist, ist Geschmackssache.

Antwort
von LetalisAffectus, 36

Für die Kraft hat Newton drei Gesetze bestimmt:

1. Das Trägheitsprinzip

Eine Kraft wirkt bei einer positiven wie auch negativen Beschleunigung.
Bei einer Konstanten geradlinigen Geschwindigkeit wirken somit keine Kräfte.
(Luftwiderstand, Gravitation usw nicht berücksichtigt) 

2. Das Aktionsprinzip
Eine Kraft wirkt bei Änderung einer Bewegung.

Fährst du zB mit dem Auto konstante 100 km/h wirken erst Kräfte wenn du die Bewegung durch Lenken änderst.

3. Kraft-Gegenkraft Prinzip (Aktion-Gegenaktion.
Die Kräftesumme ist immer 0

Beispiel: Du drückst mit 100 N gegen eine Wand. 
Die Wand drückt mit 100 N zurück

Beispiel: Ein Ball fliegt gegen eine Wand und Prallt von der Wand ab.

Antwort
von RabbytJ, 41

Es gibt ja so viele verschiedene Kräfte.

Physikalische Kräfte oder z.B. Muskelkraft.

Jetzt gibt es ja verschiedene Physikalische Kräfte. z.B. die Antriebskraft (Beispiel: Fahrzeuge) bei jener Kraft wird ja der Motor benötigt, um das Benzin, welches mit Sauerstoff gemischt wird und zur Explosion gebracht wird, diese antriebskraft zu erzeugen.

Kommentar von DerChacker ,

Ja und weiter?

Kommentar von LetalisAffectus ,

Stimmt bis auf das mit der Muskelkraft. Das ist keine Kraft :D

Kommentar von RabbytJ ,

Physikalisch nicht :D

Antwort
von achimhausg, 9

"Kraft" steht für     "Kraft Foods Group"   und hat mit Physik garnichts zu tun !

https://de.wikipedia.org/wiki/Kraft_Foods_Group

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