Frage von Hausmeischda, 193

Was ist eine Gegenüberstellung nach Unfall, Kind hat Stein auf mein Auto geworfen.?

Hallo,

ein Kind (4 Jahre) hat auf mein vorbeifahrendes Auto einen Stein geworfen wodurch ein Sachschaden in Höhe von 2000 Euro entstanden ist. Habe bei einer Werkstatt einen Kostenvoranschlag machen lassen und den an die Versicherung der Mutter des kindes geschickt. Das war vor 1 Monat. Jetzt hat mich die Versicherung der Mutter angerufen (Haftpflicht) sie wollen eine "Gegenüberstellung"

Was ist das? Habe sowas noch nie gehört, da normal die Versicherung den Schaden doch übernehmen muss?!

Kind war alleine Unterwegs ohne Aufsichtsperson. Dazu noch gefährlicher Eingriff in den Strassenverkehr.

Muss ich zu dieser Gegenüberstellung hin oder nicht? Brauche ich einen Anwalt?

Antwort
von Achim19651, 90

Moin,

nun ja, offenbar ist dem Versicherungs-Sachbearbeiter, der den Fall nur vom Schreibtisch kennt, die Sache nicht klar. Eine Gegenüberstellung bedeutet hier dann wohl nichts weiter, als am Ort des Geschehens den Sachverhalt zu überprüfen, sicher mit einem Sachverständigen der Versicherung. Im Rahmen der Prüfung der Eintrittspflicht durch den Versicherer. Vielleicht gibt es an Deinem Auto auch Vorschäden.

Du kannst Dir jetzt überlegen, ob Du dies wahrnimmst oder nicht. Wenn der Versicherer daraufhin die Regulierung verweigert, wird es eine solche Gegenüberstellung wohl spätestens in einem gerichtlichen Verfahren geben. Das ist dann bloß ein dreiviertel Jahr später. Und Dir obliegt auch im gerichtlichen Verfahren der Nachweis des Schadens.

Wenn aus Deiner Sicht der Sachverhalt schlüssig ist, spricht nichts dagegen, an der Schadenaufklärung mitzuwirken. Klagen kannst Du ja immer noch.

Gruß

Kommentar von Hausmeischda ,

ja das stimmt. Habe keine Probleme damit hinzugehen, nur kommt es mir sehr seltsam vor da der Fall eigentlich offensichtlich ist. Wie gesagt ich habe das Gefühl dass die Versicherung den Schaden nicht oder zumindest nicht ganz übernehmen will.

Werde nach dem Termin wieder berichten. Danke soweit für die ausführliche Antwort.

Kommentar von Achim19651 ,

... für Dich mag der Fall klar sein. Aber Du warst auch dabei. Du weist aber nicht, ob der Schaden überhaupt, und wenn ja, was gemeldet wurde. Der Sachbearbeiter der Versicherung kann da durchaus "zwischen zwei Stühlen sitzen" und will es einfach nur geklärt haben. Du kennst ja auch nicht den Deckungsumfang der Versicherung und weißt strenggenommen noch nicht einmal, ob das überhaupt ein versichertes Ereignis ist.

Warte einfach ab, was dabei rauskommt.

Kommentar von KfzSVnrw ,

habe das Gefühl dass die Versicherung den Schaden nicht oder zumindest nicht ganz übernehmen will.

Genau davon gehe ich auch aus

Antwort
von KfzSVnrw, 41

Muss ich zu dieser Gegenüberstellung hin oder nicht? Brauche ich einen Anwalt?

Ja, du benötigst dringend anwaltliche Hilfe!

Bei einer Gegenüberstellung würde korrekterweise überprüft, ob die Beschädigung  an z.B. zwei beteiligten Fahrzeugen von dem besagten Unfall herrühren kann.

Sehr oft versuchen die gegnerischen Versicherungen jedoch unter dem Vorwand eine Gegenüberstellung durchführen zu wollen, das geschädigte Auto selber zu besichtigen um Einfluss auf die Schadenssumme nehmen zu können. Da die gegnerische Versicherung kein grundsätzliches Besichtigungsrecht hat wird so versucht dieses dennoch zu erreichen.

Wenn ein vierjähriges Kind mit Steinen auf ein Auto geworfen hat, ist es sicherlich nicht erforderlich dieses Kind bei einer Gegenüberstellung  (Auto und Kind) nochmals an die gleiche Straße zu stellen und zu überprüfen ob es das geschädigte Auto an den beschädigten Stellen getroffen haben kann.

Bei einem Schaden von 2000 € wäre es auch sinnvoller gewesen, wenn du direkt selber ein unabhängiges Gutachten bei einem Kfz-Sachverständigen deines Vertrauens in Auftrag gegeben hättest. Das Recht dazu hättest du gehabt bzw. hast du immer noch. Jetzt solltest du die weitere Vorgehensweise umgehend mit einem guten Fachanwalt für Verkehrsrecht absprechen und vorher keine fremde Besichtigung zulassen.

Antwort
von DerHans, 68

Ein vierjähriges Kind ist nicht deliktfähig und haftet folglich nicht. 

Du musst schon gegen die Eltern wegen Verletzung der Aufsichtspflicht vorgehen. Das müsste dann aber letztlich ein Gericht entscheiden.

Die private Haftpflicht der Eltern tritt hier als Rechtsschutz für ihren Versicherungsnehmer auf.

Kommentar von Pfaffenhofener ,

Läuft doch alles schon...

Expertenantwort
von ronnyarmin, Community-Experte für Auto, 23

In einem deiner Kommentare hast du bereits selbst deine Frage, was eine Gegenüberstellung ist, beantwortet:

...die wollen den Schaden begutachten und den Tathergang nachstellen.

Grundsätzlich vorauszusetzen ...da normal die Versicherung den Schaden doch übernehmen muss?! ist der falsche Denkansatz. Woher weisst du, dass der Schaden, so, wie du ihn gemeldet hast, überhaupt versicherungsfähig ist?

Sicherlich kannst du dir vorstellen, dass überprüft werden soll, ob ein 4-jähriges Kind einen Stein bisher unbekannter Größe so auf ein vorbeifahrendes Auto werfen kann, dass bei der von dir angegebenen Geschwindigkeit der gemeldte Schaden entstanden sein kann.

Du würdest dir keinen Gefallen tun, nicht zu der Gegenüberstellung zu erscheinen.

Wie du dir sicherlich auch vorstellen kannst, wird die Versicherung die Schadensregulierung ablehnen, wenn für sie nicht nachvollziehbar ist, dass der Schaden wie von dir berichtet entstanden ist.

Mit etwas Nachdenken hättest du darauf aber auch alleine kommen können.

Antwort
von Joergi666, 71

Unter einer Gegenüberstellung versteht man in dem Kontext i.d.R. keine personelle Gegenüberstellung- sondern die Unfallgegenstände werden gegenübergestellt (z.B. zwei Autios). Bei dem Termin will die Versicherung wahrscheinlich irgendwie prüfen, ob der Schaden tatsächlich von dem Stein verursacht worden sein kann.

Antwort
von nutzernaemchen, 92

Mit der Gegenüberstellung ist gemeint, dass du das Kind  als Schadensverursacher auch identifizieren musst. Ist sehr wichtig, dass du da hin gehst. Mag sein, dass die Mutter gegenüber der Versicherung behauptet hat, es sei nicht ihr Kind gewesen, sondern ein anderes.

Antwort
von Sunnycat, 72

Wenn die Versicherung das von dir fordert, würde ich schon hingehen und schauen, was dann passiert. 

Antwort
von rbeier, 78

Eine Gegenüberstellung kenne ich nur bei der Polizei. Dort stehen dann mehrere Personen, meist hinter einem speziellen Spiegel der nur nach einer Seite durchsichtig ist, und der Zeuge bzw. der jenige der die Tat gesehen hat muss dann den Täter identifizieren.

Kommentar von Kleckerfrau ,

Du schaust zu viele Krimis

Kommentar von rbeier ,

Nein, ich sehe kaum Fernsehen. Da war ich schon mal live dabei und musste jemanden identifizieren. Hier läuft das noch so ab!

Kommentar von DerHans ,

Da wird dann wahrscheinlich der halbe Kindergarten hinter der Scheibe stehen. In welchem Film bist du denn?

Antwort
von Smexah, 70

Hast du die Versicherung mal angerufen und nachgefragt was die vorhaben?

Kommentar von Hausmeischda ,

ja die wollen den Schaden begutachten und den Tathergang nachstellen. Warum auch immer? Die Versicherung ist doch keine Polizei?! Ich habe das Gefühl die Versicherung will nicht bezahlen.

Kommentar von Smexah ,

Wollen sie nie....

Das Gefühl hab ich aber auch, Rechtsberatung kann nicht schaden denk ich.

Kommentar von DerHans ,

Es liegt an dir, den Eltern eine Aufsichtspflichtverletzung zu beweisen. Das Kind ist sowieso außen vor.

Wer eine Forderung hat, muss sie beweisen. Nicht umgekehrt.

Kommentar von RudiRatlos67 ,


ja die wollen den Schaden begutachten und den Tathergang nachstellen.
Warum auch immer? Die Versicherung ist doch keine Polizei?! Ich habe das
Gefühl die Versicherung will nicht bezahlen
.

Das ist in diesem Fall sehr naheliegend, da ein Kind nicht deliktfähig ist und damit kein versicherter Schaden bzw. überhaupt kein Delikt vorliegt. Wenn die Mutter ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt hat bleibt Dir nichts anderes überig als den Schaden hinzunehemen und aus eigener Tasche zu bezahlen oder durch die Vollkasko Versicherung unter Abzug der Selbstbeteiligung und gegen Rückstufung der SF Klasse regulieren zu lassen. Ob sich das lohnt halte ich allerdigns für sehr fragwürdig.

Kommentar von Hausmeischda ,

Mutter war nicht da , Vater war hinterm Haus im Garten. Kind war alleine auf der Strasse unterwegs. Hatte Zeugen im Auto dabei.

Antwort
von schelm1, 68

Sie sollten einen Anwalt mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen beauftragen.

Antwort
von tryanswer, 67

Das kannst du dir alles sparen, siehe § 828 BGB: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__828.html

Kommentar von Joergi666 ,

blödsinn- das Kind kann nicht persönlich haftbar gemacht werden, nichts desto trotz gibt es ja genau für solche Fälle eine Versicherung. Darüber hinaus können Eltern auch für unter 7jährige in die Haftung genommen werden, wenn sie grob gegen ihre Aufsichtspflicht verstoßen. Ein 4jähriger hat alleine im öffentlichen Raum noch nix zu suchen- da würde man die Eltern diesbezüglich ganz schnell belangen können.

Kommentar von tryanswer ,

Eine Versicherung übernimmt lediglich die Zahlungsverpflichtungen. Da das Kind keine hat, wäre die Sache damit erledigt.

Natürlich kann man nun versuchen die Eltern wg. Verletzung der Aufsichtspflicht zu verklagen - viel Vergnügen, das dürfte in einem solchen Fall scheitern. Den natürlich darf sich ein 4 jähriges Kind allein im öffentlichen Raum bewegen - zumindest gibt es kein Gesetz, was das verbietet.

Kommentar von Smexah ,

Das Kind ist doch bei den Eltern mitversichert. Gegen wen auch immer die Forderungen gehen, die Versicherung müsste den Schaden begleichen. Die können dann die Eltern verklagen und sich das Geld zurück holen.

Kommentar von DerHans ,

Die normale private Haftpflichtversicherung der Eltern wird hier genau deswegen nicht zahlen, weil der Geschädigte ZUERST diese Aufsichtspflichtverletzung NACHWEISEN muss

Kommentar von Hausmeischda ,

kann ich nachweisen, da die Mutter nicht da war und der Vater hinterm Haus am arbeiten. Kind war alleine auf der Strasse unterwegs. Hatte sogar Zeugen im Auto dabei.

Also Verletzung der Aufsichtspflicht sowie gefährlicher Eingriff in den Strassenverkehr.

Kommentar von tryanswer ,

Wen der Vater in der Nähe gearbeitet hat, stehen deine Chancen denkbar schlecht. Die Verletzung der Aufsichtspflicht ist etwas anderes als eine kurze Unaufmerksamkeit.

Kommentar von DerHans ,

Die Eltern haben keinen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr begangen. Wenn überhaupt, ist nur die Aufsichtspflichtverletzung von Belang.

Kommentar von franneck1989 ,

Gegen wen auch immer die Forderungen gehen, die Versicherung müsste den Schaden begleichen.

Nein, eine Haftpflichtversicherung tritt selbstredend nur ein wenn eine Person haften muss. 

Die können dann die Eltern verklagen und sich das Geld zurück holen.

Vollkommener Unsinn

Kommentar von Joergi666 ,

also meine Haftpflichtversicherung deckt solche Schäden ab- mein Sohn ist ebenfalls vier Jahre alt. Ansonsten kenne ich mich berufsbedingt  ganz gut in der Kinder- und Jugendhilfegesetzgebung aus- da kann man ziemlich schnell herleiten, dass ein vierjähriger sich nicht alleine im Straßenverkehr bewegen kann, da seine kognitiven Fähigkeiten das noch nicht wirklich zulassen- mit fünf wäre das schon grenzwertiger- ich wette aber, dass jeder gute Anwalt hier eine Vernachlässigung der Aufsichtspflicht nachweist.

Kommentar von DerHans ,

Die Mitversicherung deliktunfähiger Kinder ist keineswegs standardmäßig im Vertrag enthalten. Wozu sollten Leute, die gar keine Kinder haben, dafür bezahlen?

Kommentar von DerHans ,

Ein vierjähriges Kind muss man keineswegs 24 Stunden am Tag an der Hand halten.

Eine Gerichtsentscheidung in diesem Bereich ist IMMER eine absolute EINZELFALLENTSCHEIDÙNG

Kommentar von RudiRatlos67 ,

In dem Zusammenhang stellt sich die Frage, in welchem Verkehrsraum sich das Schadensereignis ereignet hat. Bei einer Verkehrsberuhigten Straße oder Spielstraße sowie im Bereicch von Schulen und Kindergärten dürfte es schwierig werden eine Verletzung der Aufsichtspflicht zu unterstellen.

Kommentar von DerHans ,

Trotzdem ist es vollkommen egal wo, IMMER eine Einzelfallentscheidung. Das kann jedes Gericht anders beurteilen.

Antwort
von Philsenator, 37

Blöde Frage jetzt.. Wie soll ein 4-jähriges Kind einen Schaden in Höhe von 2000€ verursachen mit einem Stein? 

Kommentar von Smexah ,

Porsche Scheibe zB.

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