Frage von Interessiert100, 244

Was ist eine Fremdenlegion und was sind die Vorteile und Nachteile?

Bitte einfach erklärt.. ich habs gegoogelt aber verstehe es immer noch nicht ganz.. Vorteile? Nachteile?

Antwort
von Jurius, 196

Ich weiß nicht wie oft man es wiederholen muß:

Fremdenlegionäre sind KEINE Söldner. Die Fremdenlegion ist offizieller Teil der französischen Streitkräfte und somit "normale" französische Soldaten nach der Genfer Konvention und der Haager Landkriegsordnung. Sie werden heute grds. auch wie normale Soldaten besoldet.

Völliger Unsinn ist auch, dass es bei der Fremdenlegion keine offiziellen Verlustlisten gibt und dass für gefallene Legionäre kein Staatsbegräbnis stattfindet. Es findet genauso statt wie für gefallene Angehörige anderer Armeeteile (oder eben nicht, je nach Todesumstand). Auf dem Bild unten sieht man z.B. den Staatsakt für 2 Fremdenlegionäre, die in Ex-Jugoslavien gefallen sind, darunter der Deutsche Ralph GÜNTHER aus Thüringen.

Ansonsten müsste man für die Beantwortung der Frage erst mal wissen, aus welcher Sicht die Vor- und Nachteile beurteilt werden sollen?? Aus Sicht von jemandem der der Legion beitreten will, oder aus Sicht des französischen Staates?



Kommentar von Militaerarchiv ,

Kämpfer die von einem Staat nicht durch Wehrplicht oder sonstige Gesetzte verpflichtet werden können sondern nur für Geld, sind und bleiben Söldner

Kommentar von chris1717 ,

Söldner sind völkerrechtlich Nichtkombattanten. Soldaten sind Kombattanten. Legionäre sind Kombattanten.

Es geht darum, in wessen Auftrag sie agieren. Für eine PMC zum Beispiel: Söldner. Für einen völkerrechtlich anerkannten Staat: Soldaten.

Legionäre tragen ja schließlich auch die Waffen offen im Angriff, sie tragen Uniform und Hoheitsabzeichen, sie haben eine Hierarchie, ihre Handlungen sind staatlich legitimiert.

Kommentar von Jurius ,

So ist es ...

Kommentar von Jurius ,

Kämpfer die von einem Staat nicht durch Wehrplicht oder sonstige
Gesetzte verpflichtet werden können sondern nur für Geld, sind und bleiben Söldner

Nach welchem Gesetz können denn z.B. Staatsangehörige von Großbritannien verpflichtet werden? Oder sind alle Angehörigen der Royal Army/Navy/Air Force Söldner?

Antwort
von kittyro, 161

Die Erklärung kannst Du ja bei Erklaerbaer17 lesen.

Vorteile:

  • Keine Staatstrauer
  • Keine offizielle Verluste
  • Man kann seine Vergangenheit hinter sich lassen


Nachteile

  • Krieg 
  • Menschen sterben etc.
Kommentar von LeonArdoni ,

Was bedeutet keine Staatstrauer? Und offizielle Verluste sind Legionäre auch.

Antwort
von Erklaerbaer17, 176

Das sind Söldner. (Bezahlte Soldaten) Frankreich benutzte früher die Fremdenlegion um ihre vielen Kolonien zu bewachen.

Der Name rührt daher das auch Männer aus anderen Nationen dort Soldat werden können. Meist junge Männer die sonst keinen Fuß ins Leben bekommen haben, oder ihre Dunkle Vergangenheit hinter sich lassen wollen.

Allerdings sind die Auswahlkriterien sehr sehr schwierig. Von 10 Bewerbern schaffen es meist nur 3 genommen zu werden.

Früher haben es auch oft Männer die was auf dem Kerbholz hatten sie benutz um unter zu tauchen. Da dies den Ruf der Fremdenlegion sehr geschadet hat haben solche Männer kaum noch Chancen bei ihr unter zu tauchen.

Heute versucht die Fremdenlegion sich als Friedensgruppe. Hat aber im Internationaler ansehen an Bedeutung verloren.  

Kommentar von LeonArdoni ,

Legionäre sind keine Söldner.

Antwort
von Jurius, 122

@interessiert100

Aus welcher Sicht möchtest Du denn die Vor- und Nachteile wissen?

Meinst Du die Vor- und Nachteile, die der franz. Staat durch die Fremdenlegion hat?

oder

Interessierst Du Dich selbst für die Fremdenlegion und willst wissen, was für einen Legionär die Vor- und Nachteile sind?

Kommentar von Interessiert100 ,

eigentlich interessiert mich beides, ich hab auch gehört wenn du da beitrittst kannst du danach nicht mehr ins Heimatland zurückkehren und giltest da als "Verräter" oder sowas..

Kommentar von Jurius ,

Nein, das ist totaler Unsinn. Man ist wie gesagt ganz normal Angehöriger der französischen Streitkräfte. Das ist genauso, als wenn Du bei irgendeiner anderen Firma in Frankreich arbeiten würdest.

Ansonsten Vorteile:

Die Legion nimmt halt grundsätzlich jeden, der nicht nicht vorbestaft ist (von Kleinigkeiten abgesehen) und der die Eignungstests besteht, die relativ schwer sind. Du brauchst aber keine Schuldbildung oder sonst irgendwas als Voraussetzung dafür. Also auch keine militärische Ausbildung. Deswegen ist die Legion -da haben die anderen schon Recht- besonders interessant für Leute, die es bisher im Leben zu nichts oder nicht viel gebracht haben. Weiterhin gibt es nach mindestens 17,5 Jahren Dienst eine "Sofort-Rente". Je länger man dient (und je höher der Dienstgrad ist, den man zu Schluss hatte), desto höher ist sie. Wenn man z.B. im Alter von 18 zur Legion geht und man nach 20 Jahren z.B. im Dienstgrad Adjudant-Chef (das ist sowas wie der Stabsfeldwebel bei der Bundeswehr) ausscheidet, ist man gerade 38 Jahre alt und bekommt vom franz. Staat jeden Monat eine Pension ausbezahlt, von der es sich gut leben lässt. Man müßte also nicht mehr unbedingt arbeiten, wenn man nicht wollte. Ich kenne einige deutsche EX- Legionäre, die sich nach Ihrer  Zeit z.B. in den französischen Überseegebieten (franz. Polynesinen Südsee, oder Neukaledonien) niedergelassen haben und dort von Ihrer Pension gut leben können (zumal es dort noch Zuschläge gibt). Man sieht viel von der Welt, kommt (auf Übungen, Einsätzen) dahin, wo kein "Normalbürger" hinkommt. Für Nicht-EU-Bürger ist es auch ein Vorteil, dass sie nach einigen Jahren die franz. Staatsbürgerschaft bekommen können, wenn sie wollen. Das ist für viele überhaupt der wichtigste Grund zur Legion zu gehen.

Nachteile:

Man ist halt Soldat in einem Staat, der nicht so lange fackelt Kampftruppen irgendwo hin zu schicken, wie Deutschland das tut. Und die Einheiten der Legion sind da meist vorne dabei. Wenn man also in einer Kampfkompanie Dienst tut (es gibt auch andere Tätigkeiten bei der Legion, wo man nicht oder nur selten in echte Einsätze geht, aber das entscheidet alleine die Legion) nimmt mal auch relativ oft an Einsätzen ein, wo "scharf geschossen" wird, wo man also in der Gefahr ist, sein Leben zu verlieren und andererseits selbst in der Situation ist, Menschen erschiessen zu müssen. Verletzt man sich in den ersten Dienstjahren außerhalb eines Einsatzes (z.B. bei einer Übung, oder beim Sport) so schwer, dass die Legionskarriere beendet ist, ist die staatliche Versorgung nicht so gut, wie z.B. bei der Bundeswehr. Ist man länger dabei, sieht es wieder anders aus. Die ersten Dienstjahre sind relativ hart. Du mußt die ersten 4-5 Jahre innerhalb der Kaserne wohnen, darfst die ersten 1-2 Jahre keinen Urlaub ausserhalb Frankreichs machen (bzw. nur mit Erlaubnis der Vorgesetzen). Also kein Vergleich zur Bundeswehr. Der gesamte "Umgangston" und die Behandlung  ist bei der Legion wesentlich rauher.

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