Frage von mit1002, 87

Was ist ein Sozialistisches Bildungssystems?

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Antwort
von voayager, 34

Ein sozialistisches Bildungssystem ist eines, das hohe Ansprüche an die Schüler richtet, ihr Niveau also stetig steigert, sich nicht mit bloßem Halbwissen oder ausschließlichen Fachdetails abspeist, sondern bevorzugt Zusammenhänge in den Vordergrund stellt, allen voran die der Ökonomie und deren Gesetzmäßigkeiten. Im politischen Bereich steht die Klassenanalyse ganz Oben auf der Agenda, einschließlich der Kalssenkämpfe in der Geschichte der Menschheit allgemein und die des jeweiligen Landes insbesondere.

Die Schulfächer sind so aufgebaut, dass sie den Gesamtzusammenhang aller Wissenschaften hervorhebt, dies möglichst auf anschauliche Weise und durch Praxis vertieft. Dazu gehört auch der Unterricht in Polytechnik, sowie die Einführung in die sozialistische Produktonsweise in Betrieben, mit simultaner theoretischen Aufarbeitung. Überhaupt gilt der altrömische Grundsatz "theoria cum praxi", als das Verbinden von Theorie und Praxis, etwas was es hierzulande nicht oder nur rudimentär gibt. Damit nicht genug, die Theorie knüpft auch an den Alltag an, also keine bloße sterile Vermittlung, wie bei der bürgerlichen Schulbildung, zumindest hier im Gesamtdeutschland und in der alten BRD, wo so die Weltfremdheit gefördert wird.

Sozialistische Bildung beinhaltet auch eine kollektive Bewußtseinsbildung zu förern, also dem bürgerlichen Individualismus ade sagen. Die Förderung der weltweiten Solidarität gehört auch dazu.

Dann gehört zu einer sozialistischen Bildung natürlich dazu, den Sozialismus zu vermitteln und ihn dann zu vertiefen. Auch der Frieden als ein sehr kostbares Gut wird vermittelt sowie eine entschieden antifaschistische Haltung, sprich eine Haltung gegen Rassismus, Sexismus und Nationalismus.

Nicht nur für den Geist sorgt eine soz. Bildung, auch die körperliche Ertüchtigung genießt eine hohe Priorität, was ja auch dem sozialistischen Ideal, die allseitige Entwicklung der Persönlichkeit entgegenkommt.

Abschließend sei noch erwähnt, dass zur Effizienzsteigerung und Wohlbefinden eine kleine Klassenstärke angesteuert wird, sowie für ausreichend und moderne Lehrmittel gesorgt ist.

Die DDR besaß ein recht gutes Schulsystem, - bei dem übrigens 10 Schuljahre Pflicht waren, ( bei Nordkorea sind es gar 11 Schuljahre als Pflicht) - daher hatte der finnische Staat in Vielem dieses zum Vorbild genommen, mit der Maßgabe, dass dieses Land stets sehr gut bei den PISA-Studien abschneidet. Kuba, das gleichfalls über ein ausgeprochen gutes Schulsystem verfügt, sucht Seinesgleichen auf dem ganzen amerikanischen Kontinent. Etliche lateinamerikanische Menschen beneiden daher diese Karibikinsel, um ihre Errungenschaft. Die Mehrheit der jungen Kubaner besucht oftmals 12 Jahre die Schule.

Kommentar von zetra ,

 Kuba bezahlt seine Rechnungen, Oel u.A. mit dem Wissen seiner Aerzte und Lehrer, die in ganz Suedamerika, eine hervorragende Rolle spielen. 

Die Frage ist auf billige Polemik aus, somit muss man relativieren.

Antwort
von alexklusiv, 49

Der Schwerpunkt liegt dabei darin, den Schülern Kameradschaft und ein Gefühl für das Kollektiv zu vermitteln, einerseits ist es natürlich die Botschaft, dass man sich als Individuum bei dem Kollektiv hinten anzustellen hat, andererseits aber auch, dass niemand das Recht hat, dich zu etwas zu zwingen oder dir etwas zu verbieten, weil alle Menschen gleich an Rechten geboren sind.

Es ist eine erfolgreiche Lebensphilosophie. Wenn eine ganze Nation sie annimmt, kann kein Terror der Welt sie wieder herausbekommen, wie man an zahllosen Beispielen sehen kann.

Kommentar von Fuchssprung ,

Ja, stimmt! Genau so war die Utopie gedacht. Nur hat es nicht funktioniert. Bisher nirgendwo in der Welt.

Kommentar von voayager ,

Behaupte nicht einfach was tapferer Bundesbürger, der du die erfolgreiche Bildung in Kuba übersiehst.

Kommentar von Fuchssprung ,

Das die Bildung in Kuba sehr gut ist, bestreitet niemand. Es ist wohl die Beste in ganz Lateinamerika. Aber das bedeutet nicht, dass die Schüler dort frei ihre Meinung äußern dürfen. Denn wenn sie das tun sind sie die längste Zeit in die Schule gegangen. Dann lernen sie im Knast wie man Steine klopft.

Kommentar von voayager ,

Kommt drauf an, wie die Kritik ausfällt, wird der Sozialismus z.B. ins Lächerliche gezogen, oder der US-Imperialismus verherrlicht, dem Faschismus gefrönt, Schwarze verunglimpft usw., dann ist das klar ein No Go und das ist gut so, denn für Reaktionäre darf kein Platz in einer Schule sein. Wer von der Schule flog, hatte dann gewiß Probleme, ob ein solcher Mensch anschließend Steine klopfen mußte, ist reine Spekulation,es sei denn du kannst dies durch einen reputablen Nachweis untermauern, was ich jedoch bezweifle.

Im übrigen durfte ich einst als Schüler auch nicht alles frei und flott äußern, auch da gab es Grenzen.

Antwort
von Fuchssprung, 63

Wenn dir vorgegeben wird was du denken sollst. Wenn du in Schwierigkeiten gerätst, so bald du aussprichst was du wirklich denkst. Dann bist du Schüler in einem sozialistischen Bildungssystem. Dort wird dir nachhaltig beigebracht etwas ganz anderes zu sagen, als das was du denkst. Im Grunde lernst du dort zu Lügen. 

Kommentar von zetra ,

Sprichst du vom derzeitigem Zustand an unseren Schulen?

Vorgaben gibt es in jedem System, der Schueler hat sich zu fuegen, seine Meinung muss er zu hause lassen.

Beispiele dafuer haben wir hier bei GF.

Kommentar von Fuchssprung ,

Oh nein, das derzeitige Schulsystem kenne ich nicht. Ich rede von einer längst vergangenen Zeit. Außerdem denke ich nicht, dass man das heutige Schulsystem "sozialistisch" nennen kann. 

Kommentar von zetra ,

Nenne das Schulsystem wie du willst, allerdings sind alle Systeme an der jeweiligen politischen Ausrichtung angepasst. Aussenseiter bekommen ihre Ausfluege in andere Wahrheiten, per Zensur, zu spueren.

Wie sagte doch ein Schueler hier von seinem Lehrer: Er moechte keinen Negativbericht ueber die USA in Punkto Syrienkrieg zu Gesicht bekommen. Ist das eine eindeutige Aussage, oder nur eine Floskel?

Kommentar von Hegemon ,

Kann ich so nicht bestätigen. Und ich habe es erlebt - einschließlich abgeschlossener Lehre und Studium.

Und woher hast Du Deine Weisheiten? Erlebt, gehört oder angelesen?



Kommentar von Fuchssprung ,

Im Schulsystem der DDR.

Kommentar von Hegemon ,

Ach und da hat man Dich zum Lügen erzogen?

Welcher Zeitraum? Welche Gegend?

Kommentar von Fuchssprung ,

Nicht nur mich, sondern jeden der nicht mit dem System konform war. -Eine Stadt an der Ostseeküste in den sechziger und siebziger Jahren.

Kommentar von Hegemon ,

Hab ich so extrem, wie Du das schilderst, jedenfalls nicht erlebt. Auch in meinem damaligen Umfeld nicht. Mag vielleicht auch mit Herkunft und Sozialisierung zusammenhängen. Bei meinem Kumpel, der regelmäßig Führers Geburtstag feiert, und dessen Vater unter Adolf Berufssoldat war, kann ich mir das aber durchaus vorstellen.

Abgesehen davon ist es kein Alleinstellungsmerkmal sozialistischer Bildungssysteme, Schüler im Sinne der Staatsdoktrin zu beeinflussen. Ein Blick über den Tellerrand ist da ganz hilfreich.

Kommentar von Fuchssprung ,

Da hast du Recht, es ist kein Alleinstellungsmerkmal. Ich kann aber nur über das berichten, was ich selbst erlebt habe.

Kommentar von N0Nentity ,

@Fuchssprung

Bei dem Frust, den du hier über das Bildungssystem der DDR ablässt, kann ich mir gut vorstellen, dass du leistungsmäßig keine Leuchte warst und den Schuldigen dafür bei deinen Lehrern und dem Bildungssystem der DDR gefunden hast.

Das stellt dich natürlich weit abseits von denen, die eine sehr gute Bildung genossen und auf den Status des "Widerstandskämpfers"
verzichtet haben.
Irgendwie tust du mir leid.

Kommentar von Fuchssprung ,

Stell dir vor was du willst. 

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