Frage von DBKai, 130

Was ist ein "Nichtsnutz"?

Was macht einen Nichtsnutz aus? Warum ist jemand ein Nichtsnutz? Ist es gut ein Nichtsnutz zu sein? Wie geht man mit Nichtsnutzen um? Kann ein Nichtsnutz ein Vielnutz werden? Ist es gut von Nutzen für irgendetwas zu sein?

Antwort
von Thather, 58

Das ist ein alter Begriff.

Ein Nichtsnutz ist eine Person, die zu nichts nutzbar ist und somit der Familie, der Gesellschaft eine Last ist. 

Meist hat man dies als Antrieb (verbale Peitsche) für Kinder verwendet. Die Vorstellung zu nichts zu gebrauchen zu sein sollte Ansporn sein, seine Einstellung zu ändern.

Es war also etwas schlechtes.
Zu unterscheiden waren die Nichtsnutze, die von Ihrer Einstellung nichts machen wollten und die, die nicht konnten, weil Sie tollpatschig oder dümmlich sind.

Wenn es eine Einstellungssache ist, dann ist es relativ einfach ein "Vielnutz" zu werden. Bei Einschränkungen im Körperlichen oder Geistigen muss die Gesellschaft eine Position schaffen, an der dieser Mensch sich dann einbringen kann.

Ich glaube, das ein Gefühl wertlos und ohne Nutzen zu sein schlecht ist. Seinen Job oder eine Aufgabe z.B. in der Familie oder einem Verein gut zu machen gibt Befriedigung und deshalb ist es gut, von Nutzen für andere zu sein.

Kommentar von DBKai ,

Sehe ich so wie du.

Antwort
von Wuestenamazone, 65

Den kann man für nichts gebrauchen

Antwort
von TheAllisons, 64

Ein Nichtsnutz ist für nichts zu gebrauchen, oder stellst sich so an, dass er zu nicht zu gebrauchen ist.

Antwort
von Schnoofy, 50

Es gibt keinen Nichtsnutz.

Jeder ist zu etwas nütze - im Extremfall zwar nur als abschreckendes Beispiel, aber immerhin ist das doch auch etwas sehr Nützliches.

Kommentar von DBKai ,

Stimmt auch wieder - in jedem Verhalten kann man auch irgendetwas Nützliches erkennen... wenn jemand nichts kann - wie ein Baby z. B. - dann kann es immer noch dafür gut sein, dass man nicht alleine ist und so ein Baby kann einen auch sehr glücklich machen - einfach nur weil es das Baby gibt...

Wenn die Umstände aber hart und schlimm sind, dann wird das gemeinsame Leben mit einem Baby nicht so wunderschön verlaufen können, wie man das vielleicht gerne hätte...

Das Wort Nichtsnutz könnte sich ja auch nur auf die Menschen beziehen, die einfach nichts können... nichts wissen.. und sich auch von selbst kaum weiterentwickeln... die jemanden brauchen, der ihnen da weiterhilft...

Kommentar von AnjaS89 ,

Ich muss Schnoofy absolut zustimmen. Jeder ist für irgendwas nützlich.

Kommentar von Schnoofy ,

Danke.

Antwort
von Machtnix53, 35

Der Nutzen eines Nichtsnutz ist es, nützlichen Menschen, die sich des Sinns ihrer Nützlichkeit nicht ganz sicher sind, Sicherheit und das Gefühl moralischer Überlegenheit zu geben.

Kommentar von Luise ,

Lol. Sehr gute Antwort. :-)
Hab vor vielen Jahren mal diesen Spruch gelesen und den mag ich sehr:
"Keiner ist unnütz. Er kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen."

Ich denk immer, dass jemand der ähnlich wie "Unkraut" sich in seiner eigenen Weise und inneren Kraft den Weg bahnt, ein ungewohnter "Störenfried", der eingefahrene Sichtweisen aufbricht, ist, wahrhaft bereichernd, wunderbar ist. Ein Kunstwerk in der grauen Eintönigkeit.
Es gibt gar niemanden, der wirklich niemandem nützt.

Und man kann jemanden auch gar nicht nach dem "Nutzwert" beurteilen. Es gibt dazu noch ganz andere Kriterien, die die "nützlichen" Menschen oftmals total vergessen.

Kommentar von DBKai ,

Welche Kriterien wären das denn? Sag doch mal.. Irgendeinen Nutzen kann man sicher jedem Menschen zuschreiben - das glaube ich eh gleich... Kann ja kaum sein, dass irgendetwas da ist, was auch nicht aus irgendeinem Grund da sein soll... kann ich mir so nicht vorstellen... 

Kommentar von DBKai ,

Wobei so ein Mensch auch ohne den Nichtsnutz auskommen könnte... während der Nichtsnutz umgekehrt eigentlich nicht Leben kann ohne Menschen, die von Nutzen sind...

Vielleicht geht es auch gar nicht um das "von Nutzen sein" - sondern darum das bestmögliche Leben unter den vorhandenen Umständen führen zu können... wenn das Nötige zum Leben nicht getan wird, muss man ja eben sterben... meist früher als notwendig wäre, wenn man sich bereits ein wenig auf der Welt auskennt und sich selbst auf gute Weise zu helfen weiß...

Aber es stimmt schon - dadurch, dass es Wesen gibt, die nix können, fällt einem erst auf, was man selber schon alles gut kann... ein Baby kann nicht alleine leben... es ist vollständig auf Hilfe angewiesen... ein Erwachsener kann sich in einigen Situationen schon besser zurecht finden... 

Und vielleicht sind Nichtsnutze auch dafür da, dass man nicht nur immer nach Leuten sucht, die man benutzen und ausnutzen kann... 

Kommentar von Luise ,

Du hast es schon selber angesprochen: Auch wenn jemand nicht "von Nutzen ist", selber nichts beiträgt auf der Sachebene, so kann er doch etwas in uns berühren und in uns bewirken, was mit Nützlichkeit, mit Nutzen vordergründig nichts zu tun hat. Beispiel Baby, Beispiel Haustier, Beispiel hilfsbedürftiger Mensch. Sie "nützen" auch als "Nichtsnutz", indem sie uns helfen, an uns selber zu arbeiten und etwas in uns berühren und entwickeln helfen, was auf anderer Ebene ist. Auf Herzensebene, auf Seelenebene. Oder sogar ganz rationell auch dadurch, dass sie uns keine Konkurrenz sind, wir nicht in Wettstreit mit ihnen gehen müssen und uns trotzdem "groß, nützlich, wertvoll, hilfreich, gut..." fühlen können.

Der Dalai Lama hat mal das gesagt:

Menschen wurden erschaffen um geliebt zu werden.
Dinge wurden geschaffen um benutzt zu werden.
Der Grund warum sich die Welt im Chaos befindet,
ist weil Dinge geliebt werden und Menschen benutzt werden.

Antwort
von Undsonstso, 35

Was  ein Nichtsnutz ist...? Ganz einfach:  unnütz

Ist der Taugenichts eigentlich eine Art Verwandter des Nichtsnutz...?


Antwort
von Fotografin1958, 62

Ein Nichtsnutz taugt nur nur als schlechtes Vorbild für seine Umwelt.

Expertenantwort
von earnest, Community-Experte für Sprache, 31

Ergänzung:

Ein Nichtsnutz wird sich kaum als solcher bezeichnen, denn er wird aus seiner von anderen als solcher bezeichneten Nichtsnutzigkeit seinen Nutzen ziehen - wie immer dieser aussehen mag. 

Mit anderen Worten: "Nichtsnutzigkeit" ist eine Frage der Definition.

Gruß, earnest

Antwort
von Skibomor, 33

Nicht jeder muss irgendwie von Nutzen sein, deshalb haben auch Nichtsnutze eine Existenzberechtigung. Falls so ein Nichtsnutz mir nicht schadet, behandle ich ihn genauso wie andere Menschen auch.

Kommentar von DBKai ,

Ein Baby ist ein Nichtsnutz... wobei auch ein Baby einen Menschen glücklich machen kann, weil man dann nicht so allein ist... was ja auch irgendwie schon wieder ein Nutzen ist...

Aber jemand der nichts gut kann und sich noch nicht selbst erhalten kann, ohne dabei anderen zu schaden... der lebt halt noch auf Kosten anderer und braucht Unterstützung... lernen kann man ja theoretisch alles... man braucht nur Zuwendung, Zeit und Geduld...

Nicht jeder muss von Nutzen sein - doch wenn jemand erwachsen ist, wäre es schon gut, wenn die Person mal lernt für sich selbst zu sorgen... denn wenn alle Menschen nicht dazu in der Lage wären, dann bringen sich am Ende alle gegenseitig um, was ja auch in meiner Augen eher suboptimal ist... wo ich mir eine schönere Art zu leben vorstellen kann...

Ich streite Nichtsnutzen/Babies ihre Existenzberechtigung nicht ab... nur bin ich dafür, dass die Menschen eben schon lernen sollten für sich selbst zu sorgen, da sonst eine negative Entwicklung gefördert werden würde und sich am Ende alle gegenseitig platt machen... während - wenn die Leute immer besser lernen für sich selbst zu sorgen, eine schöne Zukunft für alle möglich werden kann! Außerdem sollten nur Menschen Kinder bekommen, die auch für diese sorgen können... diesen etwas beibringen können.. für diese da sind und auch die nötigen Mittel haben um für so ein Kind aufkommen zu können... sonst geht es auch in der Familie bald drunter und drüber und keinem geht es dann gut - weder Kind noch Eltern... das kann auch nicht der Sinn davon sein - ein glückliches Familienleben wird so unmöglich...

Falls so ein Nichtsnutz mir nicht schadet, behandle ich ihn genauso wie andere Menschen auch.

So ist es bei mir auch.

Antwort
von Beutelkind, 41

Das ist ein abwertender Begriff der Gesellschaft für einen Menschen, der sich den gesellschaftlichen Anforderungen (aus welchen Gründen auch immer) widersetzt...^^

Kommentar von DBKai ,

Wenn die Gesellschaft böse ist/böses will, dann ist es ja z. B. gut, wenn man sich widersetzt bei so etwas mitzumachen...

Wenn die Gesellschaft gut ist/gutes will, dann wäre es etwas seltsam und man müsste der Sache eben auf den Grund gehen... Wo liegt das Problem?

Kommentar von Beutelkind ,

Wer definiert von welchem Standpunkt aus "gut" und "böse" ?

Dort liegt meines Erachtens nach das "Problem"...^^

Kommentar von DBKai ,

Gut und böse ist sehr einfach zu definieren.

Gut ist alles, was dem Gemeinwohl global und einer positiven Entwicklung dienlich ist... was dem Leben dient... sozial... alle guten Eigenschaften, die es gibt... Gesprächsbereit sein... Kritikfähig sein... Ein Gespräch zu Ende führen - sich jede Seite anhören... 

Böse hingegen ist alles, was ausschließlich der eigenen Bereicherung AUF KOSTEN anderer Menschen dient... asozial... alle negativen Eigenschaften... Sklaverei... Mobbing... Gewalt... keine Gespräche auf Augenhöhe führe... Unterdrückung...

Kommentar von Beutelkind ,

Wer bestimmt, wer der Gemeinschaft angehört und wer außen vor zu bleiben hat? Und mit welchen Mitteln geschieht dies?

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