Was ist ein Emo heutzutage wirklich?

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6 Antworten

Ein "Emo" ist eigentlich erst einmal jemand, die sich der gleichnamigen Szene zugehörig fühlen. 

"Emo" ist erst einmal nur die Kurzform von "Emotional" und hat einen Bezug zum Musikgenre "Emotional Hardcore" - ein Subgenre des Hardcore-Punks. Das musikalische Subgenre unterscheidet sich vom "großen Bruder" durch die emotionalen Texte, es geht also vermehrt um persönliche Gefühle und Emotionen. 

Ein Bruch mit dem früheren Selbstverständnis der Szene und daher die Einordnung als eigenständiges Subgenre.

Wer also primär diese Musik hört, Fan des Genres ist, wäre dann, ganz versimpelt, ein "Emo" - so wie der Metalhörer "Metaller" ist, Rave Besucher "Raver" sind et cetera. Natürlich geht damit auch immer das "Lebensgefühl" einher, eine Szene macht meist ja noch weitaus mehr aus, als nur die Musik aber das nun differenziert aufzudröseln würde zu weit führen.

Bis hier hin ist also "Emo" nicht mehr, als die Bezeichnung für Szenezugehörige.

Im späteren Verlauf, um die 00'er Jahre herum, hat sich der Begriff jedoch eine weitere Bedeutung bekommen und gilt seither für viele als Bezeichnung für eine Jugendkultur. An dieser Stelle hat der Begriff, in seiner Bedeutung, kaum noch einen Bezug zum musikalischen Genre.

In diesem Verständnis von "Emo" steht gerade die Mode im Zentrum, ein absoluter Bruch, da im Punk und im "musikalischen Emo" Mode absolut keine Rolle gespielt hat.

Die Mode zu beschreiben im Detail ist schwierig. Beschreiben würde ich ihn als eine Mischung aus einem sehr androgynen Gothic-Stil in Kombination mit dezenten Punk Einflüssen. Farblich steht schwarz im Fokus und wird meist mit recht grellen Farben kombiniert - beispielsweise rot oder pink. Hinzu kommen die meist sehr aufwendig frisierten und gefärbten Haare und Unmengen an Accessoires, die meist eine "morbid süße" Wirkung haben sollen.

Die "Emo Jugendkultur" ist eine sehr auf Ästhetik fokussierte Strömung und strebt, im Gegensatz zu anderen Jugendkulturen, keine gesellschaftlichen oder sozialen Ziele an. Es geht mehr um einen Lebensstil der ausgelebt werden will durch die auffällige Optik.

Relativ schnell kamen die ersten Fälle von "gehäufter Selbstverletzung und Suizidalität" in dieser Jugendkultur auf. Das lag zum einen daran, dass diese Themen medial vorher noch keine große Beachtung fanden und damit, ab diesem Zeitpunkt, direkt mit der Kultur assoziiert wurden. Zum anderen fühlten sich viele, die bereits psychische Probleme hatten, dieser Jugendkultur verbunden - die Gründe variieren in dem Punkt stark. 

Suizidalität und selbstverletzendes Verhalten sind aber keine Bestandteile der Jugendkultur - zumindest nicht im Selbstverständnis dieser. Eher sind sie als Vorurteile zu verstehen.

Kurzum - Für "Emo" gibt es zwei verschiedene Auslegungen. Die Szene und die Jugendkultur. Jeder der sich als Teil des Einen oder des Anderen versteht, kann in meinen Augen als "Emo" bezeichnet werden. Für mich sind das alles "wirkliche Emos" und deswegen würde ich sie auch ganz wertfrei als solche Bezeichnen - auch wenn der Begriff mittlerweile zum abwertenden Ausdruck verkommen ist für viele.

Liebe Grüße.

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Kommentar von Starjuice
31.07.2016, 23:59

Super Antwort, jetzt weiß auch ich besser darüber Bescheid, danke dir @EinNarr

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Hey :)

Ursprünglich stammt Emo (oder Emotional Hardcore) aus dem Hardcore-Punk, welcher sich in der Mitte der 1980er Jahre entwickelte. Dieser zeichnet sich durch weinerlichen Gesang (oft Sprechpassagen) / Screams aus und handelt von Themen wie Trauer, Liebeskummer etc aus.

Seit der Jahrtausendwende gilt Emo allerdings auch als Modeerscheinung, was logischerweise nicht viel mit dem Emo im klassischen Sinne zu tun hat. Diese "Mode-Emos" zeichnen sich durch schwarze Kleidung mit knalligen Farben wie Pink/Grün aus, sowie Nieten und Buttons, schwarzgefärbten Haaren, einem schrägen Pony und oft Röhrenjeans.

"Wirklich" Emo ist streng genommen nur die Musikrichtung. Allerdings wird von den meisten, die sich mit dem Thema nicht so sehr auseinandersetzen, alles über einen Kamm geschert, was schwarz gekleidet ist oder den Klischees nach depressiv ist und sich selbst verletzt. Ich denke mal, dass letztere Klischees dadurch entstanden sind, dass viele Menschen Emotionalität mit Schwäche verwechseln und man gleich bei traurigen Liedern an Depressionen und Selbsthass denkt, was durch die Poser, die das selbst nicht besser wissen, noch zusätzlich unterstützt wird. ^^

Übrigens sehen die Mitglieder von Emotional-Hardcore-Bands nicht auffällig anders oder wie "Mode-Emos" aus. :)

Liebe Grüße

tobitestudo

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Ein Emo hat einen speziellen Optik Style. Außerdem interessieren sie sich für Anime und auch traurige Sachen. Driftet auch manchmal in Gothic ab.
http://emo-fever.com/emo-girls-pictures.htm

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Kommentar von BloodDrop
31.07.2016, 16:53

Jamie Lee Kriewitz,hab ich Recht? ^^

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Emo ist eine Musikrichtung.

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Emos hören halt Emocore und haben nich unbedingt was mit ritzen oder so zutun

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heutzutage? im regelfall eine mode'erscheinung

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