Frage von IslandSmurfson, 29

Was ist ein Conerto Grosso(Barock)?

Bitte einfach erklären, sodass man es versteht. Danke.

Antwort
von Grobbeldopp, 13

Ein Concerto grosso ist ein instrumentales Musikstück. Diese Art von Musikstück gab es im Barockzeitalter, also um 1700.

Dabei steht eine ebenfalls "concerto grosso" genannte Gruppe (normalerweise vierstimmige Streicher und z.B. Cembalo), die sozusagen die Basis des Stückes bildet, einer (oder mehreren) meistens kleineren Gruppen aus Instrumenten gegenüber, dem sogenannten Concertino, die Solostellen beisteuern und sich gegenseitig abwechseln/abwechselnd miteinander, durcheinander und gegeneinander spielen sozusagen :-)

Das kommt einem eigentlich als nichts besonderes vor, denn in einem modernen Orchester ist das auch so - aber tatsächlich gab es diese Art der Behandlung von Instrumenten vor dem Barockzeitalter gar nicht.

Die Besetzung eines Concerto grosso ist kleiner als die eines Sinfonieorchesters. Also weniger Stimmen und weniger Instrumente insgesamt, es gibt nicht alle Arten von Bläsern oder sogar gar keine.

Das Concertino kann auch aus einzelnen Streichern bestehen oder auch aus Bläsern oder jegliche Art von Mischung.

Es gibt mehrere Sätze, also einzelne Teile innerhalb des Stückes. Oft sind es drei oder vier Sätze, die auf eine der folgenden Arten angeordnet sind:

schnell-langsam-schnell

oder

langsam-schnell-langsam-schnell

Kommentar von Grobbeldopp ,

Ich versuche mal noch eine andere Art von Erklärung.

Ein modernes Sinfonieorchester hat einen ganzen Haufen Instrumente, so 20 Bläser und 50 Streicher in 5 Gruppen (Violine I, Violine II, Bratsche, Cello und Kontrabass), Harfe und Schlagzeug

Mit den Instrumenten kann man sozusagen machen was man will wenn man eine Sinfonie schreibt. Es kann jederzeit nur 1 Instrument spielen, oder alle oder irgend eine komische Zusammenstellung. Die Partitur (also der vollständige Abdruck des Stückes woraus der Dirigent liest) hat so um die 30 Zeilen/Stimmen.

Im Barockzeitalter hat man ein Orchester nicht so frei behandelt, und die Orchester waren kleiner und unterschiedlicher besetzt.

Sehr üblich war es, einfach 4 Stimmen zu schreiben (2 hohe Stimmen, eine mittlere und einen Bass) und dann einfach die Instrumente des Orchesters alle zusammen diese 4 Stimmen spielen zu lassen, also alle Bassinstrumente den Bass, die Bratschen die mittlere Stimme, die zwei hohen Stimmen die Violinen und wenn es Bläser gab dann meistens Flöten und Oboen, die spielen die höchste Stimmen einfach mit.

Wenn man ein instrumentales Konzert für ein Orchester mit solchen 4 Stimmen schreiben würde wäre es KEIN Concerto grosso, denn es gibt nur eine große Gruppe...

Kommentar von Grobbeldopp ,

... wenn man aber die vierstimmige Komposition des Konzertes aufteilt auf eine große Gruppe (das ganze Orchester) und eine kleine Gruppe von Solisten, die nur bestimmte Stellen spielt, und sich mit der großen Abwechselt (die kleine Gruppe kann auch nur dreistimmig sein und war das oft auch), dann hat man ein Concerto grosso, wenn es den sonstigen Merkmalen eines Konzerts entspricht.

Antwort
von am1478, 17

Bedeutet dass verschiedene Musikgruppen sich gegnüber stehen und immer abwechselnd/gleichzeitig/im Kanon spielen. Die Musiker stehen in Gruppen aufgeteilt. Also alle Sänger auf einem Fleck, alle Blechbläser an einer Stelle, alle Streicher an einem bestimmten Platz undso weiter. Und so wird eben mit Klangeffekten gespielt.

Hoffe es hilft dir weiter

Kommentar von IslandSmurfson ,

Geil! Danke vielmals!

Antwort
von Lechos13, 11

Hi,

Bei einem Concerto grosso steht eine kleine, solistisch behandelte Gruppe von Instrumenten (Concertino, ital. für „kleines Konzert“) einer größeren (Concerto grosso, ital. für „großes Konzert“) gegenüber; Passagen, in denen beide Gruppen gemeinsam spielen, werden als Tutti bezeichnet. Die Ripieno-Stimmen, die in den Tutti-Passagen spielen, werden zumeist mehrfach besetzt.

Entstanden ist das Concerto grosso im Barock aus einer Erweiterung der Triosonate, ein weiterer Vorläufer ist die venezianische Mehrchörigkeit. Formal folgt es oft der viersätzigen Kirchensonate (langsam – schnell – langsam – schnell) oder der Kammersonate (Einleitung und einige Tanzsätze). In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde das Concerto grosso durch die Sinfonie und die Konzertante Sinfonie verdrängt.

Bereits bei Francesco Usper (1619) und in Massimiliano Neris op. 2 (1651) finden sich die ersten Beispiele. Erstmals verwendete Alessandro Stradella die Bezeichnungen Concertino und Concerto grosso (später Ripieno) in einer Kantatenkomposition. Auch war es Stradella, der mit seinen „Sinfonie a piú stromenti“ die ersten vollständigen Werke des Genres schrieb.[1]

Die Weiterentwicklung fand Mitte des 17. Jahrhunderts vor allem in Italien statt. 1698 veröffentlichte Giovanni Lorenzo Gregori als erster eine Sammlung unter dem Werktitel „Concerti grossi a piú stromenti“. Die Concerti op. 6 von Arcangelo Corelli wurden bereits in den 1680er Jahren komponiert, aber erst 1714 in Amsterdam gedruckt. Andere Beispiele wurden als „Concerti“ oder „Sinfonie à 4, 5, 6, 7“ bezeichnet, entsprechen jedoch von der Anlage her genau dem hier beschriebenen Schema, namentlich sind hier die Werke von Tomaso Albinoni, Alessandro Marcello oder Giuseppe Tartini zu erwähnen.

Da die Stimmen der beiden Gruppen nicht unabhängig geführt wurden, beschrieb Georg Muffat, der Corellis Aufführungspraxis aus eigener Anschauung kannte, die flexiblen Möglichkeiten der Besetzung: „à tre“, also als Triosonate, „à quattro“, d. h. Tutti und Soli zusammengezogen, und die Gegenüberstellung von Concertino und chorisch besetztem Ripieno. Auch eine Ergänzung der Streicher durch colla parte spielende Oboen, Flöten und Fagotte war üblich. Muffat komponierte seine ersten Concerti 1682 in Rom, die im Hause Corellis unter dessen Anleitung „ausprobieret wurden“, und sagte über Corelli: „deme wegen vieler großgünstig communizierten nützlichen observationen disen Stylum betreffend, ich mich verbunden profitiere“ – das war rund 25 Jahre vor der Veröffentlichung von dessen op. 6.

Arcangelo Corellis zwölf Concerti grossi op. 6 gelten als die erste veröffentlichte Sammlung reifer Kompositionen dieser Gattung, obschon bekannt ist, dass er das Prinzip bereits um 1680 einsetzte. Ihre Entstehungszeit liegt vermutlich in den 1680er Jahren, der Erstdruck wurde 1714 veröffentlicht. Corelli wählte hierfür im April 1712 Estienne Roger in Amsterdam als Herausgeber. Vertraglich wurden Corelli 150 kostenlose Kopien zugestanden.[2]

Die ersten acht (darunter die bekannte Nr. 8, „fatto per la notte di Natale“, das sogenannte Weihnachtskonzert) folgen sehr frei dem Typ der Kirchensonate; das Tempo wechselt auch innerhalb der Sätze häufig. Die restlichen vier sind Kammersonaten und enthalten stilisierte Tanzsätze (Allemande, Courante, Menuett, Sarabande, Gigue). Charakteristisch sind relativ kurze Motive, in deren Ausführung sich Concertino (zwei Violinen, Cello) und Ripieno abwechseln. Generell spielen die Solisten (das Concertino) alle Tuttipartien mit.

Im Jahr 1687 veranstaltete Corelli im Auftrag der Königin Christine von Schweden ein Konzert für Papst Innozenz XI., bei dem er 150 Streicher einsetzte, was für die Zeit nicht unüblich war. Dem Orchester an San Petronio in Bologna standen zur selben Zeit 120 Streicher zur Verfügung. Um den Concerti grossi bei Feierlichkeiten in den großen Kathedralen mehr Glanz zu verleihen, wurden zu besonderen Anlässen die Concertinostimmen durch Oboen und Trompeten verstärkt.[3]

Liebe Grüße Anton

Kommentar von IslandSmurfson ,

Von wiki geklaut

Kommentar von Lechos13 ,

Mag sein.

Wenn du das weißt und du hast es gelesen, wieso hast du nicht selber die Idee danach bei Wiki zu suchen und fragst hier andere.

Liebe Grüße Anton

Kommentar von IslandSmurfson ,

Überleg mal ein bisschen.

Kommentar von Lechos13 ,

Wenn ich überlege, komme ich zu dem Entschluss, dass wenn ich etwas wissen möchte, ich mich vor Wiki (oder wo auch immer es steht) hinsetze, es nachlese und mich weiterbilde. Fertig. Jetzt habe ich überlegt und weiter? 

Jeder hier zu Hirnrissig, um mir das zu erklären, oder wie?

Liebe Grüße Anton

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