Frage von asdaasssds, 105

Was ist ein berufliches Gymnasium?

Ist das eher für die schwachen Schüler? Oder genauso vollwertig wie ein normales Gymnasium?

Expertenantwort
von Joshua18, Community-Experte für Schule, 46

Nein, das ist keinesfalls für schwache Schüler !

Diese Gymnasien werden gern von Real- und Berufsfachschülern gewählt, die sich aus gutem Grund scheuen, in den laufenden Betrieb eines normalen Gymnasium einzutreten.

Die Philosophie dieser Schulen ist, bereits berufliche Inhalte zu vermitteln, um so auf eine nachfolgende Berufsausbildung vorzubereiten.

Dieses Konzept kann man jedoch zumindest in Frage stellen. Wozu muss man auf der Schule z.B. betriebliches Rechnungswesen lernen, das ohnehin Bestandteil von jeder kaufm. Berufsausbildung ist ? Man lernt es dann dort glatt nochmal, u.U. sogar bei den selben Lehrkräften.

Dann kann man in diese Bildungsgänge ja gleich eine Berufsausbildung integrieren, was es in NRW folgerichtig auch bereits gibt:

http://lore-lorentz-schule.de/bildungsgaenge.html

Kommentar von kragenweiter ,

Nicht jeder Abiturient schließt eine Ausbildung an, sondern studiert im Anschluss, bspw. in einem betriebswirtschaftlichen Studiengang - hier sind Vorkenntnisse sehr hilfreich, die aber an einem "normalen" Gymnasium nicht vermittelt werden.

Kommentar von Joshua18 ,

Ich habe selbst BWL studiert. Vorkenntnisse in Rechnungswesen, BWL oder VWL sind überhaupt nicht nötig. Diese Fächer gehören ohnehin zum Pflichtprogramm.

Könnte sogar sein, dass ein Wirtschaftsgymnasiast dann da nicht mehr zu allen Veranstaltungen hingeht, weil er glaubt, das schon zu beherrschen, was sich aber teuer rächen könnte !

Probleme haben die Leute im Grundstudium von allem mit Statistik und Mathematik. Die Grundlagen hierfür lernt man aber an jedem Gymnasium.

Expertenantwort
von chog77, Community-Experte für Schule, 55

Es führt genauso zum Abitur  wie ein Allgemeinbildendes Gymnasium und ist auch nicht unbedingt leichter. Es gibt dort nur die Oberstufe (Kl.11-13), deshalb richtet es sich in erster Linie an Schüler, die  die Mittlere Reife an einer Realschule oder Gesamtschule abgelegt haben. Das Berufliche Gymnasium setzt zu dem Schwerpunkte, die einen späteren Berufseinstieg erleichtern können (z.B. Betriebswirtschat, IT, Ernährungswissenschaft...). Man kann aber später damit auch alles andere studieren.

Um die Allgemeine Hochschulreife zu erlangen, müssen aber auch dort 2 Fremdsprachen belegt werden.

Antwort
von MiaMaraLara, 57

Es ist genauso vollwertig und man erlangt damit die allgemeine Hochschulreife. Bei uns in Hessen ist es auf jedenfall so, dass man auch an beruflichen Gymnasien das Zentralabitur schreibt. Der Lehrplan ist den Fächern die unterrichtet werden identisch. Dem Unterschied, dass man statt einigen Fächern, die man an allgemeinen Gymnasien hat Fächer mit einem fachlichem Schwerpunkt hat (ein Leistungskurs muss z.B, diesen Schwerpunkt betreffen).

Wenn es Unterschiede bezüglich des Niveaus geben sollte liegt das an den Lehrern. Und hiervon gibt es wohl an jeder Schule gute und schlechte.

Antwort
von bababu19, 51

Das berufliche Gymnasium ist ein dreijähriger vollzeitschulischer Bildungsgang in der Sekundarstufe II (Klassen 11–13), der neben den allgemeinbildenden Fächern der gymnasialen Oberstufe auch ein berufsbezogenes Profilfach, wie zum Beispiel Wirtschaft (Wirtschaftsgymnasium) und Technik (Technisches Gymnasium), umfasst

Expertenantwort
von TechnikSpezi, Community-Experte für Computer, Schule, PC und Hardware, 42

Ein berufliches Gymnasium ist zumindest für mich was ganz anderes als ein Gymnasium.

Ich selbst besuche die gymnasiale Oberstufe und stehe mit einigen von beruflichen Gymnasien in meiner Stadt sehr gut in Kontakt und ebenso mit anderen von der Gesamt- oder Realschule.

Auf dem beruflichen Gymnasium machst du mindestens 1 Jahr länger also sogesehen G9 und hast frühstens nach 13. Jahren dein Abitur. Ebenso gibt es die Möglichkeit ein Fach-Abitur zu machen, was ganz einfach gesagt "schlechter" ist.

Allerdings lernst du dabei ja deinen Beruf und je nachdem kann das auch deutlich länger dauern. Beispiel: In meinem Freundeskreis macht jemand Vollabitur und möchte Erzieher werden. Obwohl diese Person 1 Stufe über mir ist, macht sie 2 Jahre später als ich erst das Abitur. Das heißt die Person macht nicht 13 sonder 14 Jahre bis sie fertig ist, weil sie noch irgendwie so ein Anerkennungsjahr oder sowas machen muss, da kann ich jetzt auch nicht mehr genaueres zu sagen, weiß ich einfach gar nicht mehr.

Während ich seit der EF Woche für Woche auch bis 18 Uhr an der Schule bleiben muss und z.B. für die Mathe Klausuren teilweise 16h gelernt habe, haben die an der Berufsschule also dem beruflichen Gymnasium, obwohl sie 1 Stufe über mir sind einfach maximal bis 14:30 Schule. Weißt du was? Ich habe jeden Tag mindestens bis 15 Uhr Schule, mit der Ausnahme vom Donnerstag wo ich dann bis 14:15 habe.

Donnerstags und Freitags liegen die einfach jedes mal schon um 12 Uhr längst im Bett, während ich gerade mal die ersten 4 Stunden hinter mir habe.

Auch die Themen unterstützen das. Das, was wir bereits gemacht haben, machen die zum selben Zeitpunkt, also somit 1 Jahr später, da sie ja 1 Stufe über mir sind. Teilweise kommen die Themen noch später bei denen dran.

Ein beruflisches Gymnasium ist für mich somit definitiv was ganz anderes als ein Gymnasium. Selbst die Gesamtschüler, die 13 Jahre machen und dann ihr Abitur haben und mit denen ich auch KOOP Kurse habe (diese dann ebenfalls mit Personen 1 Stufe über mir), müssen viel mehr machen und lernen. Auch die Stundenpläne sind dort deutlich gefüllter...

Ich persönlich würde das Wort "Berufsschule" auch so lassen, "berufliches Gymnasium" klingt für mich definitiv nach was anderem, als es ist.

An eine Berufsschule gehen logischerweise auch fast ausschließlich die Personen, die für das Gymnasium zu schlecht sind bzw. sich das ganze nicht zutrauen, abgesehen natürlich von den anderen Schulformen. Auch von den Realschulen etc. kommen natürlich sehr viele.

Auch nach der 10. Klasse sind bei mir einige gegangen, die sitzen geblieben wären oder nur knapp vorbei kamen.

Kommentar von asdaasssds ,

Aber dein Abitur und das von deinen Freunden wird denn genauso viel Wert sein oder? Vorrausgesetzt ihr habt den selben Notendurchschitt.

Kommentar von TechnikSpezi ,

Klar, Abitur ist Abitur.

Nur der Weg dahin ist sehr unterschiedlich, wie ich finde.

Auf dem Gymnasium wirst du deutlich mehr gefordert bzw. gefördert wie auf einem beruflichen Gymnasium.

Ist auch einfach logisch, weil du den selben Stoff in deutlich weniger Zeit durchbringen musst. Somit bleibt auch viel mehr an dir hängen und während meine Freunde da 20-30 Minuten für eine Mathe Klausur lernen reiße ich mir 16h mein Gehirn aus dem Kopf.

Kommentar von MiaMaraLara ,

Erstmal vorweg; Vollkommen ok, aber es muss betont sein, dass es dein subjektiver Eindruck ist. Man erhält ebenfalls die Allgemeine Hochschulreife und in gleichen Fächern sind die Lehrpläne auch identisch (müssen sie ja dank Zentralabitur).

Aber ich möchte auch gern hierzu meine Sicht als ehemalige Schülerin eines beruflichen Gymnasiums mitteilen.

Dass man ein Jahr länger zur Schule geht kann ich nicht bestätigen. Evt. ist das Länderabhängig. Ich war in unserem Bundesland zufällig im letzten Jahrgang mit G9 und war somit ab (für mich) der 11 Klasse mit Schülern mit G8 in einer Klasse. Diese sind quasi nach der 9ten direkt in die 11te Klasse gesprungen (da diese durch G8 den Stoff den ich bis zur 10 Klasse lernen musst bis zur 9 Klasse lernen mussten). Diese sind also auch "nur" 12 Jahre bis zum Abi zur Schule gegangen so wie alle die einen Jahrgang mit G8 besuchten. Und die Schüler mit denen ich die 5 - 10 Klasse besucht habe hatten Ihr Abitur zur selben Zeit wie ich. Also wie gesagt das stimmt jedenfalls nicht überall, kann aber ja in deinem Bundesland so sein.

Und zu dem Zeiten. Ich hatte auf meinem beruflichen Gymnasium tatsächlich recht früh Schluss. Ich denke aber das liegt eher daran, dass berufliche Gymnasien durch weniger Kurswahlmöglichkeiten ihre Lehrpläne besser zusammen stellen können. Aber es gibt auch allgemeinbildende Gymnasien an denen das sehr gut klappt (ich kenne zumindest so eine).

Nebenbei hab ich mit einem guten Zeugnis vom Gymnasialzweig zum Beruflichen Gymnasium gewechselt. Das lag nicht daran, dass mir das allgemeinbildende Gymnasium zu schwer war, sondern weil mich das berufliche Gymnasium aufgrund der Fachrichtung interessiert hat.

Und Berufsschulen sind ja nochmal was ganz anderes. Diese besucht man während seiner Berufsausbildung.

Kommentar von TechnikSpezi ,

Definitiv ist das meine subjektive Meinung, da hast du vollkommen Recht.

So wie du das sagst scheint es dann tatsächlich Ländersache zu sein, bei mir kenne ich kein einziges berufliches Gymnasium mit 12 Jahren zum Abitur also mit G8. Das gilt allerdings auch nur für meine Stadt, es soll ja selbst G9 - Gymnasien noch geben und davon habe ich auch noch nie eins gesehen, aber die gibt es sicherlich auch noch bei mir in NRW.

Da es bei dir dann aber dementsprechend schon ganz anders war kann man das natürlich jetzt wenig vergleichen. Klar bis du sogesehen nicht von G8 auf G8 gesprungen weil deine Leistungen nicht ganz ausreichten. Bei mir machen sie wie gesagt mindestens 13 Jahre, teilweise müssen sie 14 Jahre machen. Ich weiß nicht einmal sicher ob sie vorher also nach 13 oder nachn 14 Jahren das Abitur machen, müsste aber nach dem 13. Jahr sein.

Ist halt bisschen was anderes.

Da hast du wohl auch recht, aber bei mir sagen das alle dazu, scheint sich so umgangssprachlich einfach durchgesetzt zu haben. Aber ich dachte vorher auch, dass das 2 unterschiedliche Paar Schuhe sind - schient wohl auch so zu sein.

Kommentar von MiaMaraLara ,

Ich kenn es oft so, dass Berufliche Gymnasien und Berufsschulen in einem Gebäude sind, einfach weil dort Lehrer bestimmter Fachrichtungen unterrichten. Vielleicht verwischen die Begriffe deshalb oft. 

Jedenfalls sehr interessant wie sich sowas in den einzelnen Ländern unterscheidet.

Wo ich mir jetzt unsicher bin, ob es richtig verstanden wurde. Ich konnte kein G8 (also 12 Jahre) machen, weil es das für keinen Schüler gab, mit denen ich eingeschult wurde. Das war vor Einführung und unabhängig von den Leistungen, Ich hatte G9 Schüler mit 1,0 Schnitten im Jahrgang.

Kommentar von kragenweiter ,

Eine Berufsschule ist für SchülerInnen, die einen Beruf erlernen und zusätzlich zur praktischen Arbeit noch Unterricht haben, um auf die Abschlussprüfung vorbereitet zu werden. Hier wird Teilzeitunterricht, bzw. Blockunterricht erteilt.

Ein Berufliches Gymnasium ist Vollzeitunterricht. Die thematische Ausrichtigung ist jedoch klar auf berufliche Themen ausgerichtet - bspw. Wirtschaft und Verwaltung. Hier ist z. b. Betriebswirtschaftslehre mir Rechnungwesen eines der Abiturfächer.

Antwort
von superkeks888, 37

Das ist vor allem für die die nach der Realschule Abitur machen möchten. Das geht dann immer nochmal drei Jahre. Es ist ein vollwertiger Abiturabschluss.

Antwort
von KannibalenCat, 42

Du machst dort normales Abitur, nur hast du andere Fächer und 3 statt 2 Jahren Schule.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten