was ist eigentlich "kapitalismus" und welche schwachstellen hat er?

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2 Antworten

was ist eigentlich "kapitalismus" und welche schwachstellen hat er?

Kapitalismus ist ein Wirtschaftssystem, in dem der größte Teil des Wirtschaftens und Arbeitens auf Profit ausgerichtet ist. Es wird nicht direkt für menschliche Bedürfnisse produziert, sondern nur für einen zahlungsfähigen Bedarf. (ein Brot wird nicht gebacken, weil es hunger gibt, sondern um es zu verkaufen.)

Da im Kapitalismus die Produktionsmittel (wie Fabriken, Grundstücke oder der zugang zu Rohstoffen) in Privatbesitz sind, darf ein Großteil der Bevölkerung nicht mitentscheiden was und wie produziert wird. Da diese Menschen im Normalfall nichts weiter besitzen, sind sie gezwungen ihre Arbeitskraft zu verkaufen, um leben zu können. Sie sind lohnabhängig – und als solche dem (arbeits-)Markt komplett ausgeliefert.

Alle Menschen stehen im Kapitalismus in Konkurrenz zueinander – um Jobs, Geld, Schulnoten etc. Beschönigend wird dies Wettbewerb genannt, obwohl es um nicht weniger als das eigene Leben geht. Unternehmen stehen in einer ständigen und unmittelbaren Konkurrenz zueinander. 

Aus diesem Grund müssen sie, um nicht pleite zu gehen, mehr Profit als die Konkurrenten erwirtschaften. Tun sie dies nicht, kann der Konkurrent sie mit hilfe des zusätzlichen Gewinns bald vom Markt drängen. Deshalb werden immer wenn möglich Löhne gekürzt, Pausen gestrichen, Leute entlassen oder Produktionsstätten verlagert. auch vor Umweltzerstörung wird nicht zurückgeschreckt, wenn es Kosten spart. Da nur für jene produziert wird, die sich die Dinge auch leisten können, nützen moralische Apelle an die Wirtschaft rein gar nichts (z.B. Medikamente billiger oder kostenlos für Entwicklungsländer zur Verfügung zu stellen). Die Konkurrenz würde jedes moralisch handelnde Unternehmen vom Platz fegen.

Eine kapitalistische Wirtschaft kann in Diktaturen und auch in Demokratien bestehen, in letzteren jedoch wesentlich stabiler. Kapitalismus und Demokratie sind aber keine untrennbaren zwillinge. Und Antikapitalismus ist deshalb nicht zwangsläufig antidemokratisch.

Der Kapitalismus kann wirtschaftlich, wissenschaftlich und kulturell vieles leisten, aber er kann weder soziale Gerechtigkeit herstellen, noch die Ernährung der Menschheit sicherstellen, noch kann er ökologische Nachhaltigkeit gewährleisten und was am Schlimmsten ist, er erzeugt Kriege. (Gregor Gysi)

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Kommentar von luggels
19.01.2016, 21:33

Sehr interessant: Du vergisst zu erwähnen, dass der Kapitalismus uns den größten Wohlstand und Fortschritt in der Menschheitsgeschichte gebracht hat, während der Kommunismus nur Hunger und Elend hervorgebracht hat.

Und ja, die Kriege. Die größten Massenmörder der Geschichte (Mao und Stalin) taten das im Namen des Kommunismus. Adolf kommt erst auf Platz 3, und auch der hat seine Ideologie als Sozialismus verkauft.

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Kapitalismus bedeutet Privateigentum an Produktionsmitteln zwecks ausschließlicher Profitmaximierung auf Kosten der Lohnabhängigen, die bloße Ware für die Unternehmer/Kapitalisten sind. der Profit ist hierbei geronnene Arbeit, die sich der Kapitalist unentgeltlich aneignet, was man auch Mehrwert nennt. Die Folge. Ausbeutung der Arbeitnehmer zugunsten der Arbeitgeber, die lediglich einen Teil des Mehrproduktes als Lohn auszahlen. Gesteuert wird die Produktion über den Markt, wo erst dort ermittelt wird, ob die richtigen Produkte, sprich Waenproduziert wurden und ob auch in der richtigen Größenordnung. Da dies nichtplanbar ist, kommt es zwangsläufig zu einer anarchie der Produktion, einschließlich temporärer als auch dauerhafter Massenarbeitslosigkeit.

Da die Profitmaximierung oberstes Ziel des Kapitalismus ist, wird dies durch Ausbeutung und Konkurrenzkampf ausgetragen und hergestellt. Der arbeitende Mensch lediglich eine Ware ist, wird er bei Bedarf geheuert und gefeuert, ganz so wie es in das Profitkonzept passt. Es herrscht im gesamten ökonomisch-gesellschaftlichen Bereich eine bloße Ware-Geld-Beziehung vor.

Hier nun die negativen Auswirkungen des Kapitalismus:

1.   Arbeitslosigkeit

2. Kriegstreiberei

3. geringe soziale Leistungen

4. Wohnungsnot

5. Mietpreisexplosion/Mietwucher

6. fehlende Preisstabilität

7. ungleiche Vermögensverteilung

8. kulturelle Verflachung

9. Ellbogenmentalität

10. gesteigerte Kriminalität

11. Naturzerstörung

12. zu geringe Arbeitnehmerrechte

13. stetige Aushöhlung demokratischer Rechte

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Kommentar von luggels
20.01.2016, 08:41

Bei den meisten Punkten sehe ich eher die DDR beschrieben, als den Kapitalismus.

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