Was ist dieses Freisein?

... komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Freisein ist die Eigenschaft, Freiheit zu haben.

Freiheit ist ein Selbstsein-Können.

Beim Freisein geht es um eine Art des Selbstbesitzes, des Verfügens über sich selbst, die eigenen Entscheidungen und Handlungen.

Freiheit bedeutet die Möglichkeit von Selbstbestimmung, Selbstverwirklichung (Entfaltung eigener Vermögen nach Maßgabe überlegter Ziele), Eigenständigkeit, Unabhängigkeit, Autonomie (Eigengesetzlichkeit/Selbstgesetzgebung).

Wer frei ist, kann eine Wahl treffen.

Bei der Freiheit gibt es:

a) »negative Freiheit« (»Freiheit von«): Abwesenheit von Zwang

b) »positive Freiheit« (»Freiheit zu«): Selbstbestimmung

Freiheit ist also einerseits eine Unabhängigkeit, die Abwesenheit von Zwängen und Hindernissen (wozu die Zwangsläufigkeit eines streng notwendigen Verlaufs gehört), andererseits Selbstbestimmung, die in einer Wahl eine Möglichkeit ergreifen kann.

Freiheit kann nicht einfach mit bloßem Zufall gleichgesetzt werden. Denn dann fehlt jede Grundlage für eine Selbstbestimmung.

Freiheit ist mit dem Vorliegen von Einflüssen/Faktoren verträglich. Ein voraussetzungsloses, unbedingtes, absolutes Losgelöstsein/Freischweben ganz nach Belieben, das eine Illusion wäre, ist nicht erforderlich. Gründe für ein Handeln und ein Wollen bedeuten nicht eine keine Wahl lassende Notwendigkeit.

Es wird zwischen Handlungsfreiheit und Willensfreiheit unterscheiden.

Handlungsfreiheit: Ich kann tun, was ich will./Ich kann so handeln, wie ich will.

Willensfreiheit: Ich kann wollen, was ich will. Ich habe eine Fähigkeit zur nicht gehinderten Willensbildung.

Frei ist dabei die Person (dies ist die genauere Zuordnung der Freiheit, während ein Ausdruck wie »freier Wille« etwas ungenau ist, weil ein Wille immer das ist, was gewollt wird, und die Bezeichnung »frei« bei einer Sache, die nicht eigener Träger, sondern eine Fähigkeit/ein Vermögen keinen sinnvollen Bezug hat und der Aussage etwas an Inhalt hinzufügt).

Freiheit bedeutet das Vorhandensein eines Spielraums von Möglichkeiten.

Auf eine Person bezogen können eine Wahlmöglichkeit/ein Anders-Können/ein Prinzip alternativer Möglichkeiten, eine Urheberschaft eigener Entscheidungen und Handlungen und eine Kontrollmöglichkeit als Merkmale von Freiheit genannt werden.

Bei Handlungsfreiheit gibt es ein Mehr oder Weniger an Ausmaß von Freiheit.

Bei Willensfreiheit gibt es in der grundlegenden Frage nach der Existenz von Freiheit, die eine Person hat, keine graduelle Abstufung, sondern ein Ja oder ein Nein (eine Person hat diese Fähigkeit oder nicht). Worin es unterschiedliches Ausmaß geben kann, ist das Gelingen von Selbstverwirklichung.

Menschen haben eine Fähigkeit der Suspension (in der Schwebe lassen, Aussetzung, Unterbrechung). Neigungen und Wünsche setzen sich nicht automatisch in Handlungen um. Menschen können in der Willensbildung innehalten, auf Abstand zu Regungen/Impulsen gehen, überlegen und nach Gründen entscheiden. Eine Entscheidung ist das Ende eines Willensbildungsprozesses. Etwas Bestimmtes soll handlungswirksam werden. Der Wille ist dabei an einer Schnittstelle zwischen Denken und Handeln. Grundhandlung des Henkens ist ein unterscheidendes Erfassen. Zum Unterscheiden gehören mindestens zwei Möglichkeiten. Denken kann nicht bis an die Wurzel unfrei sein (die Aussage »die Gedanken sind frei« trifft daher etwas Richtiges).

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die Freiheit von Gedanken. Ohne Gedanken bist du frei. Alle anderen Freiheiten sind nichts dagegen. Du bist der Sklaverei, der Tyrannei deiner Gedanken entkommen und nichts ist auch nur entfernt wohltuender! Viel Erfolg!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Albrecht
17.11.2015, 04:05

Die Aussage ist ganz verkehrt.

Selbst zu denken, ist eine Grundlage von Freiheit.

Wer nicht selbst denkt, ist einer Abhängigkeit von Gedanken anderer (Fremdbestimmung), den Umständen/Verhältnnisen, Trieben und Impulsen wehrlos ausgesetzt, hat nichts zur eigenen Orientierung und Leitung/Steuerung.

Ein Versuch, ganz allgemein die eigenen Gedanken wegzuwerfen, ist rein negativ und einseitig und negiert dabei auch noch auf falsche Weise, indem nicht Zwang negiert wird (Freiheit als Abwesenheit von Zwang), sondern ein geistiges Vermögen und seine Ergebnisse.

Einem Ich ganz allgemein seine eigenen Gedanken entgegenzustellen und dies in einer Sklaverei-Tyrannei-Beziehung, ist widersinnig. Bestimmte einzelne Gedanken und Gefühle können eine Person herunterdrücken, aber Denken, Fühlen und Wollen allgemein als solche (nicht ihr jeweiliger Inhalt) sind mit dem Ich verbunden, sie können nicht von ihm abgetrennt werden. Das Ich ist Träger des eigenen Denkens, Fühlens und Wollens. Ein Entkommensein anpreisen zu wollen ist schrecklicher Unfug und gefährliche Hinwendung zu Illusionen und Manipulationen.

Die Aussage „Ohne Gedanken bist du frei.“ ist selbst ein (sehr dummer) Gedanke. Hier zeigt sich ein Selbstwiderspruch.

Die Vernunft ist ein wesentliches Vermögen einer Person. Der Aufruf zum allgemeinen Wegschmeißen der Gedanken ist eine Aufforderung zu geistig-seelischer Deformierung und Verstümmelung.

1