Frage von Nasderth, 43

Was ist die Oberkategorie von Einzel- und Gemeinkosten?

Gemeint ist die DIREKTE Oberkategorie! D.h. die Oberkategorie der Sekundärkosten sind die Gemeinkosten. Was ist die Oberkategorie der Einzel- und Gemeinkosten. Die Kostenstelle oder die Kostenart?

Antwort
von berkersheim, 29

Man kann die Gesamtkosten als zusammengesetzt aus Einzel- und Gemeinkosten unterschiedlich anordnen. Einmal in die Arten, welche Produktionsfaktoren oder welche Funktionen sie verursacht haben:

Personalkosten,
Betriebsmittelkosten,
Werkstoffkosten,
Kapitalkosten.

Beschaffungskosten,
Lagerhaltungskosten,
Fertigungskosten/Herstellungskosten,
Verwaltungskosten,
Vertriebskosten.

Das ist vor allem hilfreich für die Planung.

Will man wissen, an welchen Stellen des Betriebs die Kosten verursacht wurden, teilt man in Kostenstellen auf. Das ist vor allem bei der Kontrolle wichtig, welche Kostenstellen ihr Soll über- oder unterschritten haben.

Kommentar von Nasderth ,

Die Gesamtkosten lassen sich in Einzel- und Gemeinkosten trennen. Aber Wie sieht es mit den Kostenarten aus? Und wenn die Kostenstellen auch Einzelkosten beinhalten, macht das ja eigentlich wenig sinn oder.

Kommentar von Maximus68 ,

Die Kostenarten bestehen u.a. aus den Einzel- und Gemeinkosten

https://de.wikipedia.org/wiki/Kostenartenrechnung

Kommentar von berkersheim ,

Besser als Einzel- und Gemeinkosten sind die Begriffe Flexible- und Fixkosten. Diese Einteilung ist wichtig für die Kalkulation. Das Verhältnis zeigt, wie hoch die Bereitstellungskosten (Fixkosten) sind, die auf jeden Fall für ein Produkt geleistet werden müssen und wie hoch die Produktmengenabhängigen Kosten. So kann man z.B. errechnen, ab wann eine Produktion die Gewinnzone erreicht.

Bei einer tieferen Durchdringung der Kostenstruktur werden nach Fragestellung weitere Aufteilungen gemacht. Zwei Aufteilungen in Kostenarten habe ich oben ausgeführt. D.h. Kosten die entstehen, werden von Anfang an verschiedenen Schubladen zugeteilt, um je nach Fragestellung Antworten zu bekommen.

Die Aufteilung in Kostenstellen zeigt, wo genau im Betrieb die Kosten angefallen sind. Daraus ergeben sich komplexe Gliederungsbäume für eine differenzierte Kostenkontrolle.

Kommentar von Nasderth ,

Also um auf deine erste Antwort zurückzukommen sind die Kostenarten z.B. Personalkosten bei einer produktionsfaktorischen Aufteilung noch ein Einzel- und Gemeinkosten zu trennen? Also erst: Produktionsfaktoren und dann funktionale Einheiten und DANN wenn die Entscheidung getroffen ist, die einzelen Kostenarten nochmal in Einzel und Gemeinkosten?

Kommentar von berkersheim ,

Die Kosten erhalten meist Kennnummern in denen enthalten ist, ob sie als Einzel- oder Gemeinkosten gewertet werden, ob sie Personalkosten oder Betriebsmittelkosten sind, ob sie Verwaltungs- oder Vertriebskosten sind und an welcher Kostenstelle sie entstanden sind, d.h. der Betrieb ist in Kostenstellen durchnummeriert. Dann kann sich die Kostenrechnung nach Kennzahlen rausziehen, wie hoch z.B. Personalkosten gesamt waren, wie hoch nur im Vertrieb, wie hoch bei letzteren der Anteil Fixkosten und wie hoch auftragsbedingt. Dabei werden Kosten nicht doppelt erfasst sondern haben lediglich verschiedene Möglichkeiten der Auswertung je nach Fragestellung.

Antwort
von Maximus68, 33

Einzel- und Gemeinkosten sind Teil der Kostenartenrechnung. Hier werden die Kosten nach der Zurechenbarkeit gegliedert.

Einzelkosten lassen sich einem Kostenträger (in der Regel das Produkt) oder einer Kostenstelle (Ort der Kostenentstehung) zuordnen. 

Gemeinkosten werden in der Regel der Kostenstelle zugeordnet (z.B. Löhne im Vertrieb oder einer bestimmten Stelle in der Produktion). 

Das heißt:
Bei einem Kostenträger fallen Einzelkosten an. Bei einer Kostenstelle fallen Einzel- und Gemeinkosten an.

Gemeinkosten werden auf die einzelnen Kostenstellen verteilt und über Gemeinkostenzuschläge einem Kostenträger zugeordnet.

Kommentar von Nasderth ,

Werden dann die Kostensellen in einzel- und Gemeinkosten getrennt oder die Kostenarten?

Kommentar von Maximus68 ,

Die Einzel- und Gemeinkosten sind Kostenarten und entstehen in der Kostenträger- und Kostenstellenrechnung.

Kostenträger: Das Produkt
Kostenstelle: Der Ort der Produktion

Ich versuche es mal anders :-)

Du produzierst einen Tisch. Dieser besteht aus einer Holzplatte und vier Holzbeinen.

Einzelkosten nach Kostenträger:
Der Kostenträger ist der Tisch
Die Einzelkosten sind die Materialkosten für Tischplatte und vier Tischbeine.
Das heißt, Einzelkosten lassen sich direkt einem Produkt zuordnen.
Gemeinkosten werden per Gemeinkostenzuschlag über die Kostenstellenrechnung ermittelt.

Einzelkosten nach Kostenstellen:
Das Gehalt eines Meisters in der Fertigung kann sich den Einzelkosten zurechnen lassen, wenn dieser ausschließlich für Tische zuständig ist.

Gemeinkosten:
Gemeinkosten sind z.B. Gehälter im Büro, Miete für Hallen, Betriebsstoffe für die Maschinen, Abschreibungen für Maschinen. 
Das heißt, sie lassen sich nicht direkt dem Produkt zuordnen, sondern entstehen an bestimmten "Stellen" im Betrieb.
Um sie in der Kalkulation dennoch zu berücksichtigen wird ein Verteilungsschlüssel ermittelt (i.d.R. im Betriebsabrechnungsbogen) und auf das jeweilige Produkt zugeschlagen (Gemeinkostenzuschlag).

Beispiele:
Materialeinzelkosten Tisch: 100.000 Euro
Materialgemeinkosten: 200.000 Euro
Materialgemeinkostenzuschlag: 50%

Fertigungseinzelkosten: 100.000 Euro
Fertigungsgemeinkosten: 300.000 Euro
Fertigungsgemeinkostenzuschlag 30%

Kalkulation:
Materialeinzelkosten 
+ Materialgemeinkosten (Zuschlag auf Materialeinzelkosten)
+ Fertigungseinzelkosten
+ Fertigungsgemeinkosten (Zuschlag auf Fertigungseinzelkosten)
= Herstellkosten


Kommentar von Maximus68 ,

Bezgl. Sekundärkosten empfehle ich folgenden Link:

https://de.wikipedia.org/wiki/Sekund%C3%A4rkosten

Kommentar von Nasderth ,

Ok. Das macht soweit sinn. Jetzt kann man offiziell aber Kostenarten in Produktionsfaktoren und funktionale Bereich unterteilen. Man kann dann genau diese Kostenarten auch in Einzel- und Gemeinkosten unterteilen. Genau diese Kostenarten lassen sich dann Wohl auch in Primäre und Sekundärekosten unterteilen. Nicht zu vergessen in variable und Fixe. Natürlich auch in Aufwandsgleich und kalkulatorisch. Da muss es doch eine Ordnung geben?!

Kommentar von Maximus68 ,

Ja, von der Kostenarten- zur Kostenträger- und letztendlich zur Kostenstellenrechnung. :-)

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