Frage von flowergirl5, 22

Was ist die burgfriedenspolitik?

Antwort
von Exisaur, 14

Um die Frage mal ein bisschen ausführlicher zu beantworten:

Hinter der Vorstellung des Burgfriedens steckt, dass die Menschen, die (vor allem in der Zeit einer Belagerung) auf einer Burg zusammen lebten, für die Dauer der Feinseligkeiten zusammenhalten sollten.

Bezogen auf die SPD hat das folgende Bedeutung: Die Partei war vor dem Ersten Weltkrieg noch sehr sozialistisch eingestellt und wurde von der Reichsregierung (v.a. unter dem Reichskanzler Bismarck) extrem hart bekämpft (Sozialistengesetze). Beide Seiten standen sich politisch relativ extrem gegenüber und haben sich politisch relativ hart bekämpft.

Als der Erste Weltkrieg ausbrach (und in der offiziellen Rhetorik des Deutschen Reiches, war dieser vom Ausland begonnen worden: "Mitten im Frieden überfällt uns der Feind", Kaiser Wilhelm II), verständigten sich Reichsregierung und SPD auf die sog. Burgfriedenspolitik: Für die Dauer des Krieges, sollten die beiden Seiten sich also nicht bekämpfen, um mit vereinten Kräften den Krieg führen zu können.

Für die SPD war das von Bedeutung, weil sie zeigen wollte, dass sie auch patriotisch sein konnte (was man ihr vorher immer vorgeworfen hatte) und für die Reichsregierung war die Mitarbeit der SPD kriegsentscheidend, weil diese im Reichstag die Mehrheit hatte und den Kriegskrediten zustimmen musste, damit der Krieg überhaupt geführt werden konnte und weil die SPD großen EInfluss bei den Arbeitern hatte, den sie auch hätte benutzen können, um den Krieg mit Streiks zu sabotieren.

An der Zustimmung der SPD zum Krieg ist die deutsche Linke letztenendes auch zerbrochen, weil die Zustimmung zum Krieg gegen wesentliche sozialistische Prinzipien verstieß (Proletarischer Internationalismus = alle Arbeiter sind "Brüder", egal aus welchem Land sie kommen). Aus dieser Zeit stammt auch der Spruch "Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!"

Antwort
von voayager, 4

Die Burgfriedenspolitik der sPD mit der Reichsführung war der erste Verrat, den diese Partei betrieb. Ihm folgte eine ganze Kette weiterer Verrätereien, die für die sPD kennzeichnend sind.

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Geschichte, 12

Der Verzicht auf politische Streitigkeiten.

MfG

Arnold

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