Was ist die beste Kampfsportart um sich selbst gut verteidigen zu können?

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6 Antworten

Die beste Kampfsportart, um sich zu verteidigen, ist diejenige, die du fleißig und regelmäßig trainierst. Dabei ist es unwichtig, wie die heißt, es kommt nur darauf an, wie gut du bist.

Meine Freundin, eine Amerikanerin, war Nahkampfausbilderin bei den Marines. Ich habe mal zufälligerweise mitbekommen, wie sie in einem Lokal dazwischenging, als einige stark alkoholisierte US-Boys eine Schlägerei vom Zaune brachen. Das ging ruckzuck und die großen Kerls lagen K.O. am Boden. Das geht bei jahrelangem täglichen Training.

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Welcher Stil ist der beste?

Den "besten Stil", der jeden Menschen die optimale Verteidigungsfähigkeit garantiert, gibt es nicht - alles andere sind unseriöse Werbeversprechen.

Das liegt daran, dass bei einer ernsthaften Auseinandersetzungen immer zwei Persönlichkeiten aufeinandertreffen und nicht nur zwei Stile.

Jemand der 30 Jahre die 108 geheimen Techniken der Shaolin erlernt hat, kann im Ernstfall genau so versagen, wie jemand der ein militärisches Nahkampftraining einer Elite-Einheit absolviert hat.

Wer sich auf die ungewohnten Techniken eines Angreifers nicht einstellen, die Skrupellosigkeit. Gewaltbereitschaft und schmutzigen Tricks unterschätzt und der ungewöhnlichen Situation im Ernstfall nicht anpassen kann, verliert.

Es ist ein Unterschied, barfuß im frisch gewaschenen Kampfanzug zu trainieren, oder sich mit schwerer Winterkleidung auf einer rutschigen Straße verteidigen zu müssen.

Der Ernstfall ist immer anders als das Training - egal wie realistisch es serviert wird.

Warum dann überhaupt Kampfsport?

Der "Vorteil" eines Menschen, der eine Kampfkunst, einen Kampfsport, oder eine moderne Selbstverteidigungsmethode erlernt, liegt nicht allein darin, die "effektivsten Techniken" zur Verteidigung kennen.

Vielmehr ist es seine Persönlichkeit, die den Unterschied ausmacht.

Eine selbstsichere, ausgeglichene Person, die ohne Arroganz oder Schüchternheit auftritt, gerät meist gar nicht erst in Auseinandersetzungen.

Das ganze Auftreten zeigt, dass man weder provozieren will, noch ein leichtes Opfer ist. Das ist ein wenig wie ein Indianer der sagt "Ich komme in Frieden" - ein friedvoller Krieger.

Wer trotz seines Trainings häufig in brenzlige Situationen gerät,
sollte daher seine eigene Einstellung überprüfen und sich Fragen, welchen Eindruck man nach außen vermittelt und welche Signale man ausstrahlt.

Außerdem enthält praktisch jeder Stil eine Art von "mentalem Training", dass dafür sorgt, nicht sofort gänzlich mit dem Ernstfall überfordert zu sein.

Beim einen ist es die traditionelle Kata, beim anderen Vollkontakt-Training, oder das Durchspielen von Situationen - sie alle tragen dazu bei, nicht sofort den Kopf zu verlieren und wehrlos zu sein.

Gerade der Ernstfall wird letztlich nicht dadurch entschieden, ob man den Roundhouse-Kick, das Chi-Sao oder den kote-gaeshi nach Lehrbuch durchführt, sondern ob man der Situation geistig gewachsen ist.

Deshalb kann es auch keinen besten Stil geben - weil jeder Mensch unterschiedlich ist, unterschiedliche Bedürfnisse hat und daher auch unterschiedlich reagiert.

Jemand der grundsätzlich ein zurückhaltender Typ ist, wird durch das Training einer offensiven Disziplin möglicherweise selbstbewusster - wirklich wohl fühlt er sich damit aber nicht.

Jemand der grundsätzlich eher fordernd ist, wird durch das Training einer sehr defensiven Disziplin möglicherweise ausgeglichener - wirklich wohl fühlt er sich damit aber nicht.

In beiden Fällen hat die Person womöglich gar keine Freude am Training - und wer nicht langfristig motiviert ist, wird früher oder später aufhören.

Außerdem ist das Risiko groß, bei einem Training, das einem nicht zusagt, im Ernstfall nicht auf das Erlernte zurückgreifen zu können.

Welche Lösung gibt es?

Es gibt zwar "den" perfekten Stil nicht - aber jeder kann "seinen" persönlichen Favoriten finden, mit dem er sich wohlfühlt und der ihm Freude macht. Das ist das wichtigste Kriterium - vor "Effektivität", "Tradition" oder ähnlichem.

Dabei sollte man wirklich offen sein und nicht zu viele vorgefasste Meinungen haben.

Wer zB von vornherein davon überzeugt ist, nur einen Stil mit Tritt-Techniken zu erlernen, klammert damit womöglich von vornherein eine Disziplin aus, die sich später als viel passender herausstellen würde.

Andererseits können solche Vorgaben auch sinnvoll sein, etwa wenn man sagt "ich suche etwas defensives, vielleicht sogar meditatives", dann fallen vermutlich viele Vollkontakt-Disziplinen schon mal weg.

Die beste Möglichkeit besteht also darin, sich über seine Wünsche wirklich klar zu werden, die Angebote in der Umgebung zusammenzusuchen und jeweils ein Probetraining zu vereinbaren.

Ein solches Probetraining ist entweder als "Schnupperstunde" kostenlos, oder gegen eine kleine Gebühr teilweise auch längerfristig möglich.

So erfährt man nicht nur am eigenen Körper, wie es sich anfühlt, sondern erhält auch einen Eindruck von der Atmosphäre in dem Verein.

Wie ist der Umgang miteinander? Herrscht dort starker Leistungsdruck und Konkurrenzdenken? Ist der Lehrer eine autoritäre Führerperson, oder ist er für Nachfragen zugänglich? Redet er viel über seine Erfolge, oder gibt er wirklichen Unterricht?

Es kann nämlich gut sein, dass man den gelehrten Stil absolut phantastisch findet, allerdings mit der Stimmung im Verein absolut gar nicht klarkommt.

Dann kann man eben einen anderen Verein aufsuchen, der den gleichen Stil lehrt - womöglich ist es dort angenehmer.

Viel Erfolg bei deiner Suche und viel Freude beim Training. :-)

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Wenn es dir rein um Selbstverdeidigung geht, solltest du dir ein reines Selbstverteidigungskonzept suchen. Kampfsport ist wie der Name schon sagt ein Sport und enthält daher immer Regeln, Regeln die es in einer Selbstverdeitigungssituation aber nicht gibt. Deswegen ist Kampfsport eher weniger für die Selbstverdeidigung geeignet, klar hat man dadurch einige Vorteile, aber das Konzept ist nicht auf Selbstverteidigung ausgelegt. 

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Kommentar von DaveMoss
25.05.2016, 19:04

Ich habe gehört dass man bei einem Selbstverteidigungskurs nur lernt sich zu verteidigen aber nich wirklich zurückzuschlagen

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am besten du meldest dich bei einem Selbstverteidigungskurs an :)

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Judo ist schon ziemlich gut. Aber es ist auch ein Typfrage, dswg lässt sich die "Beste" nicht so festlegen.

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Kommentar von simoncomputer
25.05.2016, 18:57

Judo ist es auf keinen fall. ich habe es selbst gemacht und ich muss sagen , das man sooo einfach blocken kann

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Krafmaga falls das richtig geschrieben ist.

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